Muss ich Bing in meiner SEO-Strategie bedenken? [SEO FAQ #13]

21. August 2018 | Von in SEO

Um die Jahrtausendwende gab es viele unterschiedliche Suchmaschinen. Mittlerweile ist Google sicherlich absoluter Monopolist – vor allem in Deutschland. Von den ursprünglichen Kontrahenten sind nur noch ganz wenige übrig geblieben. Bing von Microsoft ist faktisch die letzte weltweit relevante Suchmaschine mit eigenem Index. Muss das im Rahmen der eigenen SEO-Strategie bedacht werden?

 

Es ist leider so …

… dass Bing für die meisten Unternehmen in Bezug auf organischen Such-Traffic nicht sonderlich relevant erscheint. Wer allerdings international unterwegs ist, sollte durchaus einen Blick auf Bing werfen, denn in einigen Ländern kann dessen Reichweite durchaus relevant sein.

Insgesamt muss man aber in jedem Fall wissen: Die Ranking-Kriterien von Bing sind recht ähnlich zu denen von Google. Vereinfacht ausgedrückt kann man sagen, dass bei beiden Suchmaschinen On- und Off-Page-Signale wichtig sind. Die Gewichtung der Signale ist aber durchaus etwas unterschiedlich.

Aber: Es ist natürlich absolut nicht sinnvoll, zwei unterschiedliche Websites zu betreiben – eine für Google, eine für Bing. Man sollte also immer im Blick haben, dass alles für beide Suchmaschinen gleichermaßen gut funktioniert. So ist Google in der Interpretation von JavaScript-Inhalten deutlich weiter als Bing. Wer also sicherstellen möchte, dass die eigene Website von Google und Bing gleichermaßen gut verarbeitet werden kann, darf dann keine JS-lastigen Technologien nutzen.

 

Was sollte man unbedingt tun?

Als Mindestanforderung sollten Website-Betreiber in jedem Fall die Bing Webmaster Tools (https://www.bing.com/toolbox/webmaster) einmalig konfigurieren. Dazu gehören vor allem die folgenden drei Aspekte:

  • Das Hinterlegen von XML-Sitemaps
  • Das Konfigurieren irrelevanter URL-Parameter
  • die Zuordnung zu Ländern („Geotargeting“)

Wer dies tut, hat hier einen einmaligen Aufwand von einer guten Viertelstunde – ein wenig Übung vorausgesetzt. Dieser Aufwand ist sicherlich auch in Deutschland trotz des geringen Marktanteils gerechtfertigt.

Sehr gerne sollten die Bing Webmaster Tools auch in einen regelmäßigen Check eingebunden werden. Bei einem monatlichen Check sollten also auch dort die unterschiedlichen Reports geprüft werden – vor allem „Security“ (sicherheitsrelevante Aspekte wie gefundene Malware) und „Berichte & Daten“ (z. B. den sehr hilfreichen Report „SEO-Berichte“).

 

Was ist sonst noch wichtig?

Analog zu Google hat auch Bing verschiedene „Verticals“, vor allem:

  • Bing Places (lokale Listings von Unternehmen)
  • Bing News (aktuelle redaktionelle Nachrichten)

Gerade Bing Places sollte für jedes Unternehmen relevant sein. Ähnlich wie bei Google My Business können hier bestehende lokale Einträge übernommen („geclaimed“) werden, um dann verschiedene Optimierungsmaßnahmen vorzunehmen. Auch hier sollte zumindest der einmalige Aufwand eine Viertelstunde Zeit nicht überschreiten.

Wer ein redaktionelles Medium betreibt, sollte sich um die Aufnahme in Bing News bemühen. Dafür gibt es analog zu Google News auch gewisse redaktionelle Anforderungen, die man erfüllen muss. So reicht es nicht aus, dass man einfach nur Content produziert. Dieser muss sich auch auf Nachrichten-Themen beziehen – also z. B. keine How-Tos oder allgemeine Ratgeber.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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