Brauche ich unbedingt die Google Search Console? [SEO FAQ #17]

16. Oktober 2018 | Von in SEO

Die Google Search Console ist eines der wichtigsten Werkzeuge für geübte SEOs. Gerade Neueinsteiger fragen sich aber: Was kann ich damit anstellen? Muss ich unbedingt einen Zugang haben? Kann ich mir damit Vorteile verschaffen?

Was ist die Google Search Console?

Die Google Search Console – ehemals Google Webmaster Tools – ist ein Werkzeug, das Google kostenlos zur Verfügung stellt. Zu Beginn muss die eigene Website validiert werden, um sicherzustellen, dass man eben nur für die eigene Website Daten einsehen und Einstellungen vornehmen kann.

Dazu muss mind. eine sogenannte Property angelegt werden. Diese besteht aus dem Protokoll (HTTP oder HTTPS), der Domain (z. B. www.website.de) und evtl. einem Pfad (z. B. / für die gesamte Website).

 

Wann braucht man sie unbedingt?

Einige Aufgaben kann man ausschließlich mit der Google Search Console durchführen:

  1. Wer einen Domain-Wechsel plant, kann diesen über die Google Search Console an Google übermitteln. Zugegeben: Es würde wahrscheinlich auch ohne funktionieren (nur durch 301-Umleitungen), aber das würden wohl nur abgebrühte SEOs tun.
  2. Viele Tools können eine Website crawlen, also herunterladen. In einigen Fällen gibt es aber Probleme, weil Google vielleicht anders als gewünscht behandelt wird. Wer z. B. eine Umleitung aller Nutzer anhand ihrer IP-Adresse macht (um so z. B. englischsprachige Nutzer direkt auf die englischen Inhalte weiterzuleiten), kann sich damit zahlreiche Probleme einhandeln. Denn Google crawlt in der Regel mit einer amerikanischen IP, sodass Google dann nicht auf die nicht-englischen Inhalte einer Website zurückgreifen kann. Das passiert nicht oft, kann aber ausschließlich über die Funktion „Abruf wie durch Googlebot“ in der Google Search Console diagnostiziert werden.
  3. Auch einige Einstellungen wie das Interpretieren von URL-Parametern kann man ausschließlich über die Google Search Console („der direkte Draht zu Google“) vornehmen.
  4. Darüber hinaus gibt es viele hilfreiche Reports, die z. B. auf Fehler beim Markup oder bei hreflang-Tags hinweisen. Auch diese Informationen erhält man in dieser Form nur über die Google Search Console.
  5. Wer eine Abstrafung der Verletzung von Google-Richtlinien erhalten hat, kann über die Search Console weitere Informationen einsehen – und hat dann auch die Möglichkeit, nach Beheben der Verstöße um eine Aufhebung der verhängten Strafe zu betteln.

 

Wofür kann man die Search Console brauchen?

Darüber hinaus ist die Google Search Console trotzdem noch hilfreich. So gibt es dort die „Suchanalyse“ (alte Google Search Console) bzw. „Leistung“ (neue Google Search Console) – das wohl mächtigste Feature der Google Search Console. Man erhält dort für die letzten 16 Monate (ehemals 90 Tage) Daten dazu, wie die eigene Website in Suchergebnissen angezeigt und angeklickt wurde.

Der Report "Leistung" in der Google Search Console

 

Hier liegt ein großer Unterschied zu Web-Analyse-Tools. Dort sieht man nur, wenn jemand auch tatsächlich auf ein Suchergebnis geklickt hat. In der Search Console werden aber auch die sogenannten Impressionen angezeigt – also dann, wenn eine Website in Suchergebnissen erscheint, ohne dass unbedingt jemand draufgeklickt hat. Außerdem sieht man die jeweilige Position („Ranking“) und auch die Klickrate.

Insgesamt helfen diese Daten dabei, bestimmte Seiten zu finden, die z. B. ein hohes Ranking, aber eine unterdurchschnittliche Klickrate haben. Und es darf natürlich auch nicht vergessen werden, dass in der Suchanalyse auch die konkreten Suchanfragen angezeigt werden – Informationen, die Google seit Jahren mit anderen Analyse-Diensten nicht mehr teilt („Not provided“).

 

Also?

Ein Search-Console-Zugang an sich bringt weder einen Vor- noch einen Nachteil. Falls es auf der Website technische Problem gibt oder man mehr über das Suchverhalten der eigenen Besucher lernen möchte, dann ist die Google Search Console ein wichtiges Werkzeug.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

2 Kommentare zu “Brauche ich unbedingt die Google Search Console? [SEO FAQ #17]”

  1. Ina

    Hi Herr Hövener,

    danke für den tollen Artikel und die vielen anderen super hilfreichen Beiträge! Ich habe eine Frage, die schon etwas mehr ins Detail geht, aber bisher leider nirgendwo einen Hinweis darauf gefunden.Was für URLs untersucht die Search Console eigentlich? Bzw. Wie kommt sie auf diese URLs?
    Ich habe immer wieder den Fall, dass Seiten als 5xx Server Error oder 404 gelistet werden, die aber unter “Auffindbarkeit” keine referenzierende Seite angegeben haben. Und bei einigen frage ich mich, woher die überhaupt kommen. Wie kann es sein, dass eine Seite, die nicht existiert und nie existiert hat, dort als Fehler gelistet wird? Wie kann ich verhindern, dass google diese Seiten als Fehler listet, von denen ich eh nicht will, dass sie indexiert werden – müssen die denn alle in der robots.txt auftauchen?

    LG
    Ina

  2. Markus Hövener

    Gott würfelt nicht – Google aber schon. Ich sehe relativ oft URLs, bei denen ich nur annehmen kann, dass Google sie geraten hat. Vielleicht hat auch irgendein CMS mal seltsame URLs erzeugt. Wer weiß das schon?

    Wenn Du nicht willst, dass sie als Fehler gelistet werden: Einfach per robots.txt blocken.

    Grüße,

    Markus

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