Conversions nach Zeitpunkt – Neue Kennzahlen für Google Ads

22. Oktober 2019 | Von in SEA

Google Ads kann jetzt anzeigen, wann eine Conversion tatsächlich passiert ist. Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, löst ein ziemlich altes Problem – zumindest teilweise.

Hintergrund: Wann fand die Conversion statt?

Manchmal dauert es etwas, bis jemand nach einem Klick auch tatsächlich kauft. Inwiefern das auf die eigenen Kampagnen zutrifft, lässt sich in Google Ads im Bereich Attribution einsehen:

Bei der Auswertung von Kampagnen stehen allerdings Klicks im Vordergrund, was nicht immer offensichtlich ist.

Ein Beispiel: Ein Nutzer klickte gestern auf eine Anzeige und kauft erst heute. Bezogen auf die Werbung bedeutet das, dass der Klick von gestern eine Conversion nach sich gezogen hat. Deshalb taucht die Conversion in den Statistiken für gestern auf.

Generell ist diese Zuordnung korrekt und sinnvoll. Sie kann allerdings für Verwirrung sorgen, da die Zahlen in Google Ads nicht mit dem übereinstimmen, was der Werbetreibende im eigenen System stehen hat.

Neu: Spalten nach Conversion-Zeit

Nun hat Google sechs neue Kennzahlen eingeführt, mit denen sich die Conversions im angegebenen Zeitraum einsehen lassen:

Blendet man diese Spalten ein, dann sieht man, welche Conversions und Umsätze zu den entsprechenden Zeiten (ggf. bis auf die Stunde genau) stattgefunden haben. Weiterhin erfolgt eine Zuordnung zu Kampagnen bis hinunter auf Keyword-Ebene, was in etwa so viel aussagt wie: Die Klicks hinter dieser Conversion kamen (irgendwann) über diese Kampagne/über dieses Keyword.

Da die Conversions somit weitgehend losgelöst von Werbemaßnahmen angezeigt werden (z. B. auch für pausierte Kampagnen), sind Statistiken wie Kosten pro Conversion oder Conversion-Raten nicht sinnvoll und stehen auch nicht als Kennzahlen zur Verfügung.

Verfügbarkeit

Soweit ich das überblicke, sind die neuen Spalten schon in allen Konten verfügbar und reichen bis März 2019 zurück. Verwendbar sind sie in einigen gängigen Ansichten:

  Kampagnen
  Anzeigengruppen
  Keywords
  Anzeigen

Dort lassen sich die neuen Kennzahlen auch in der Grafik anzeigen. Auf diese Weise lassen sich Probleme (= Kurve geht auf Null) sehr viel schneller erkennen, als es mit den anderen Kennzahlen möglich wäre.

Interessant wäre hier noch der Vergleich der beiden Zählvarianten. Leider erweist sich die Grafik hier als wenig hilfreich, wie das folgende Beispiel zeigt:

Bedingt durch die unterschiedlichen Achsen (die linke geht bis 50.000, die rechte bis 100.000) sind die Werte nicht ohne Weiteres zu vergleichen und einzuordnen.

In den allermeisten Ansichten fehlen die Kennzahlen jedoch, etwa:

  Produktgruppen
  Placements
  Standorte
  Geräte

Schmerzlicher wiegt, dass sie an einigen Stellen gar nicht nutzbar sind:

  Auf den Übersichten
  Im Report-Editor
  In benutzerdefinierten Spalten
  Per API und Scripts

Ich denke, hier wird Google mit der Zeit noch nachlegen – zumindest in manchen Punkten.

Fazit

Die neuen Kennzahlen können hilfreich sein, wenn es darum geht, die aktuelle Performance ungefähr zu beurteilen und mögliche Probleme (insbesondere Tracking-Ausfälle) zu überprüfen. Im Agenturalltag erleichtern sie auch die Kundenkommunikation, wenn auf Kundenseite eher die zeitpunktbezogene Performance gesehen wird.

Fraglich ist, ob sich aus den neuen Kennzahlen viele Erkenntnisse ableiten lassen. Wenn Kunden vor allem am Monatsanfang oder am Wochenende einkaufen, ist das hier prinzipiell gut sichtbar. Die relevanteren Fragen drehen sich aber darum, wann die Werbung erfolgreich ist. Dafür sind nach wie vor die alten Kennzahlen ausschlaggebend.

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Martin Röttgerding

Martin Röttgerding ist Head of SEA in der Online-Marketing-Agentur Bloofusion und schreibt schwerpunktmäßig über Google Ads im Bloofusion-Blog, im suchradar und hin und wieder in seinem SEA-Profi-Blog PPC Epiphany.

Martin Röttgerding ist unter anderem in den folgenden sozialen Netzwerken zu finden:

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