Darf eine SEO-Agentur eine andere SEO-Agentur abmahnen?

15. Oktober 2009 | Von in Agenturleben

Heute morgen stand ich vor einer Entscheidung. Eine andere Agentur hatte einfach einen unserer Artikel aus dem suchradar übernommen und ihn kreativ an die eigenen Bedürfnisse angepasst. Der Text war extrem identisch, die Bilder hatten denselben Inhalt. Nicht 1:1, aber 1:0,95.

Ich habe das gemacht, was ich immer in diesen Fällen machen: Ich schreibe eine recht unmissverständliche Email an denjenigen, den’s betrifft und fordere die Entfernung unserer Inhalte. Die Inhalte wurden auch sofort runtergenommen – wenn auch ohne Schuldeingeständnis und auch ohne Entschuldigung.

Diese Fälle häufen sich. Immerhin war das schon das zweite Mal in dieser Woche, dass ich aktiv werden musste. Wie ich das ehrlich gesagt finde, schreibe ich hier lieber nicht. Ich weiß, dass andere Kollegen in derartigen Fällen gerne mal direkt zur Abmahnung greifen. Meine Art ist das nicht – auch, weil ich meinen Rechtsanwalt nicht noch reicher machen muss.

Wir stecken jede Menge Arbeit in die Erstellung unserer Inhalte und meine Geduld ist langsam wirklich am Ende. Wenn das also noch weiter zunimmt, muss ich meine Position da mal überdenken.

Oder würdet Ihr das anders sehen?

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

12 Kommentare zu “Darf eine SEO-Agentur eine andere SEO-Agentur abmahnen?”

  1. oliver

    hallo markus,

    wir haben ja schon das ein oder andere mal darüber diskutiert. in so dreisten und offensichtlichen fällen gibt es imho nur den weg der abmahnung, der im übrigen nicht nur den anwalt sondern unter umständen auch euch „reich“ macht. eine zweite möglichkeit wäre eine ganz einfache rechnungsstellung, wie ich das auch schon mal mache. immerhin hast du/habt ihr dienstleistungen erbracht. 🙂
    inzwischen weiss jedes i-dözchen, dass auch im netz nicht geklaut werden darf. insofern darf dann auch jeder die konsequenzen tragen.

    schöne grüsse

    oliver

  2. Florian

    Ganz schwierig! Vor allem ohne jegliche Entschuldigung ist eine absolute Frechheit. Ich bin bei solchen Sachen auch immer sehr gespalten. Das Problem manche lernen es halt erst wenn Sie dafür bluten mussten. Wer weiß ob derjenige nicht schon den nächsten Text kopiert, mit dem Gedanken im Hinterkopf „Ich werde ja eh erst noch darauf hingewiesen“.

    Ich finde man muss das Ganze sicherlich abwägen, aber Contentdiebstahl ist einfach kein Kavaliersdilikt.

  3. Frank Hübner

    Sorry, eine einfache Nachfrage mit Backlink wäre was anderes, aber das ist meines Erachten unverfroren. Anders ist es wenn er das Thema aufgreift und darüber einen eigenen Artikel mit eigener Meinung schreibt.

  4. Mißfeldt

    Och, das nervt zwar, aber ich denke, da solltet ihr drüber stehen. Zumindest, wenn die Kopien nach entsprechender Email sofort entfernt werden.
    Was solls? Das sind in der Regel Möchte-gern-SEO-Blogger, die sich als Agentur ausgeben. Da ist doch sowieso nichts zu holen. Den Ärger mit dem Anwalt und dem Prozedere hast am Ende Du.
    Bei meinen Bildern verzichte ich sogar dann auf den Anwalt, wenn die überhaupt nicht reagieren. Es lohnt sich einfach nicht.
    Aber ich kann Deinen Ärger voll verstehen. Das nervt.
    Gruß, Martin

  5. GG

    Ich würde keine Gnade walten lassen. Gerade eine SEO-Agentur sollte wissen, was erlaubt ist und was nicht. Um mal einen beliebten Vergleich anzustellen: Wenn jemand Dein Auto klaut, gehst Du dann auch hin und sagst „Gib mir doch bitte mein Auto zurück, Du weißt doch bestimmt, dass man das nicht macht.“ oder zeigst Du den Mistkerl direkt an? Auch wenn dieser Vergleich natürlich etwas hinkt, ist mein Standpunkt vermutlich klar geworden. Ich weiß, man hat selbst nur Arbeit dadurch, aber mir bereitet es immer eine gewisse Genugtuung, dass der andere meinen (und seinen) Anwalt bezahlen muss. Dies sind schon bei kleinstem Streitwert mehrere hundert Euro.
    Voraussetzung ist natürlich, dass der geklaute Text als schützenswert einzuschätzen ist und dies ggf. auch ein Richter so sieht.

  6. Tim

    Abmahnungen sind ja nicht per se etwas Schlechtes.

    Daher sollte Ihr dem Content-Klau auch entsprechend nachgehen. Ihr mahnt die Leute ja nicht ab, weil sie unabsichtlich ein Komma im Impressum vergessen, sondern weil sie vorsätzlich euren Content klauen.

  7. seoptiker

    Hi,

    also mit Abmahnungen habe ich dieses Jahr recht zu viel zu tun, irgendwie werden immer mehr Webseiten-Inhlate von und geklaut. Auch schon so dreist, dass man Videos mit unserem Logos überarbeitet und als eigene ausgibt.
    Also, wenn es nicht gerade eine Geldeinnahme ist würde ich da mal nett anrufen/anschreiben und eine letzte Verwarnung geben. Ist das alles sinnlos so kann man immer noch abmahnen.
    Das Problem bei der ganzen Sache sind mehr die Kosten, Zeit etc., die durch Anwalt entstehen.
    Ich bin leider schon seit knapp einem Jahr an einer ähnlichen Sache dran. Die Zeit kann ich anders besser nutzen 😉

  8. Patrick

    Gibt es keine bessere Lösung als gleich mit der Schelte zu drohen? Die Abmahnkultur in Deutschland führt ja echt ad absurdum. Beim kleinsten Verstoss wird gleich abgestraft (zur persönlichen Genugtuung – ist doch krank). Ihr seid da so geil darauf, dass ihr darob den Sinn und den Blick für das Wesentliche verliert – euren Beitrag an den Reichtum der Welt.
    Es ist bestürzend mitanzusehen, wie unsere Kultur täglich verroht und der Umgang untereinander nur noch durch Gewaltandrohung scheinbar funktioniert.

    Gebt den Inhalt frei (uncopyright) – allenfalls mit der Bitte um einen Backlink. Dann müsst ihr euch 1. nicht mehr darüber den Kopf zerbrechen, wer das jetzt kopieren könnte und könnt 2. vorwärts schauen.
    Das was geschrieben wird, ist sowieso kein Geheimnis und zigfach im Internet zu finden. Also was soll’s.

  9. Thomas Gutteck

    Der Ansatz ist aus meiner Sicht der Richtige. Erst mal entspannt bleiben und eine unmissverständliche Email schreiben und falls dies nichts bringt, dann den Rechtsweg benutzen. Das Problem daran ist aber nur irgendwann sind es 10 solcher Emails die man pro Woche schreiben muss und das kostet Zeit und damit Geld. Wenn man gleich mit der juristischen Keule schwingt hat man dann vielleicht auch nur Ärger.
    Den Ansatz von Patrick finde ich da schon spannender, die Inhalte unter einer Lizenz zu setzen wo Sie nutzbar sind, wo aber auch immer in einer bestimmten Form auf die Quelle verwiesen wird. Und wenn ich in 20 verschiedenen „Möchte Gern SEO“ – Blogs „Bloofusion“ lese, dann weiß ich auch welchen Inhalt ich lesen sollte.

  10. Philipp Hartmann

    Wer einen guten Anwalt für IT Recht und Internet-Recht sucht ist im Übrigen bestens bei Marcus Antonius Hofmann aufgehoben (mein Büronachbar) – sollte das nächste Mal wieder ein frecher Contentklau auftreten.

    Zu finden ist er unter: http://www.abmahnunginternet.de und http://www.ra-hofmann.net

  11. Markus

    Ich bleib lieber bei Härting (www.haerting.de).

  12. FOuad Fillal

    Sachen gibts!
    das ist ja so als ob ich einen Halbbruder verklage 😉
    Alles Publicity

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