Der Bindestrich bei Google: Gar nicht so einfach…

14. Mai 2010 | Von in SEO

Dies ist ein zweiter Post als Ergänzung zu meinem Beitrag von eben. Ich hätte die Frage ja vorhersehen müssen 🙂

Also, Markus Bauer fragt:

“Und was ist mit dem Bindestrich zwischen 2 Wörtern (Substantiven)? Die aktuelle Suche nach SEO-Test vs. SEO Test (bei Auswahl der Option “Letztes Jahr”) legt nahe, dass die Headline bzw. der Title dieses Artikels – zumindest aus Suchmaschinen- bzw. Ranking-Sicht – besser SEO Test (also ohne Bindestrich) lauten sollte.”

Die Antwort hier ist gar nicht so einfach, weil der Bindestrich bei Google sehr seltsam funktioniert. Man sieht das gut, wenn die Suchergebnisse anschaut für:

  • “wandern spanien”
  • wandern spanien
  • wandern-spanien

Suche nach “wandern spanien”

Wir fangen mal mit der ersten Suchanfrage an: “wandern spanien” (inkl. Anführungszeichen). Man erhält Ergebnisse, in denen beide Wörter nebeneinander stehen:

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Streng genommen werden hier auch Seiten aufgeführt, für die das nicht gilt (z.B. http://www.wandern.de/individualwanderungen/region/150/). Dort gibt es keine Stelle, wo die Wörter “wandern” und “spanien” direkt nebeneinander stehen. Hier scheint Google insgesamt recht flexibel zu sein, d.h. dass auch ein Text wie “wandern in spanien” auf die Phrasensuche nach “wandern spanien” passt.

Suche nach <wandern spanien>

Wenn ich hingegen nach <wandern spanien> suche, erhalte ich Suchergebnisse, in denen beide Wörter vorkommen. Die Seiten, in denen die Wörter oft nah beieinander stehen, werden besser gerankt:

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Suche nach <wandern-spanien>

Wenn ich nun aber nach <wandern-spanien> suche, sind die Ergebnisse weder mit der ersten noch mit der zweiten Suchanfrage identisch:

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Ich habe den Eindruck, dass durch die Suchanfrage ein höherer Zusammenhalt zwischen den beiden Wörtern erzeugt wird, also dass Seiten mit Phrasen bevorzugt nach oben kommen. In der Regel wird für die beiden Suchanfragen <wort1 wort2> und <wort1-wort2> auch ungefähr dieselbe Ergebniszahl angegeben.

Ich habe aber überhaupt nicht den Eindruck, dass ein Bindestrich im Text besser ist und dass ein Text wie “Online-Marketing” besser auf die Suchanfrage “online-marketing” als der Text “Online Marketing” passt.

Aber da lass ich mich gerne eines Besseren belehren.

Mir fällt an dieser Stelle jedenfalls immer wieder auf, wie weit Google eigentlich von den klassischen Suchanfrage-Auswertungen entfernt ist und wie gut Google mittlerweile auch andere Bedeutungen und Schreibweisen einbezieht.

In einem Jahr könnte das alles hier also schon Schnee von gestern sein.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

4 Kommentare zu “Der Bindestrich bei Google: Gar nicht so einfach…”

  1. Tina Keil

    Ich wollte auch erst kommentieren und fragen was mit dem Bindestrich ist 🙂 Danke für die weitere Abhandlung. Ich arbeite sehr gerne und oft mit dem Bindestrich. Was ich bisher nicht wußte, dass Google Leerzeichen zwischen den Satzzeichen und dem Wort nicht interessiert. Bisher habe ich nach und vor dem Bindestrich immer Leerzeichen gelassen, ich war der Annahme, dass Google so die Einzelnen Wörter besser erkennt, bsp. Ferien – Kredit anstatt Ferienkredit oder Ferien-Kredit. Wieder was dazu gelernt, danke!

  2. JUICEDaniel

    Ganz ehrlich? Das ist doch im Prinzip völlig egal. Ich würde Überschriften nicht wirklich danach anpassen und Wörter, die man zusammenschreibt plötzlich auseinander schreiben oder umgekehrt. SEO schön und gut, aber irgendwo sind auch Grenzen. Es gibt keinen schlimmeren Titel als “Google Handy ist Mega Hammer” – langfristig schadet man sich damit nur selbst und die Leser springen ab. Gefrustet, zurecht.

  3. Markus

    Da geb ich Dir Recht. Hier geht’s ja erstmal nur um die Diagnose. Wie Du dann damit umgehtst, musst Du ja selber wissen. (Bin aber auch kein Freund von übergeSEOten Texten.

  4. JUICEDaniel

    Alles klar, dann sind wir uns einig. 🙂 (Alles in Maßen…)

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