Der monatliche Search Console Check [Alles auf Start 33]

1. April 2021 | Von in Search Camp + Alles auf Start, SEO

Die Google Search Console liefert viele wichtige Insights – und sollte deswegen mind. einmal im Monat einem Check unterzogen werden. Welche Reports sollte man sich dabei schauen? Welche Probleme kann man damit aufdecken?

 

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Der monatliche Search Console Check

Moin! Da seid ihr ja wieder bei „Alles auf Start“. Heute wieder mit einem neuen Thema, was mir persönlich sehr wichtig ist, nämlich dem monatlichen Google Search Console Check. Ich fange mal einfach damit an.

Erstmal: Google Search Console kennt ihr hoffentlich alle. Falls nicht, hört ihr bitte noch mal in „Alles auf Start“ Episode 3 rein. Mir geht’s jetzt darum, dass ich merke, dass sehr viele da nicht regelmäßig reingucken. Das wird mir auch immer wieder zurückgespielt.

Deswegen möchte ich euch einen Prozess an die Hand geben, wo ihr sagt, ich gucke da einmal im Monat rein.

Was man zunächst natürlich sagen muss, das muss man nicht unbedingt machen, denn, wenn was Schlimmes schiefgeht, verschickt die Google Search Console auch eine Nachricht an euch, also eine E-Mail. Das machen sie in meinen Augen eigentlich für so ziemlich alles, was wirklich richtig schlimm schiefgehen kann.

Gleichwohl: Darauf verlassen würde ich mich nie. Und es gilt auch nicht die Umkehrung dessen. Das heißt, es gilt nicht, wenn die Google Search Console dir eine E-Mail schickt, ist auch unbedingt was schiefgegangen. Sondern manchmal stellt die Search Console einfach nur etwas fest, was eine Anomalie ist, also was anders ist als sonst. Was für dich in der Folge jetzt allerdings nichts schlimm ist. Heißt noch mal zum Mitnehmen: Wenn dir die Search Console eine E-Mail schickt, würde ich sie auf jeden Fall lesen. Sie muss aber nicht relevant für dich sein. Das noch mal ganz wichtig.

Jetzt kann man natürlich darauf warten, dass in seinem E-Mail-Postfach was ankommt. Ich bin aber wirklich eher ein Freund davon, dass man monatlich mindestens einmal das Ganze durchschaut.

Und bevor man in diesen monatlichen Rhythmus kommt, würde ich dir natürlich vor allem anraten, einen einmaligen Check zu machen. Das heißt, dass du monatlich eigentlich nur noch das Delta prüfen musst, also die Veränderung zum Vormonat. Neudeutsch heißt das dann, wir stellen erst mal die Baseline her.

Also wir stellen eben sicher, dass alles, was in der Search Console drin sein soll, dass es auch korrekt drin ist. Dazu zählt vor allem für mich, dass funktionierende XML-Sitemaps eingetragen sind. Das heißt, man meldet die XML-Sitemaps in dem Punkt „Sitemaps“ an und guckt dann nach, dass sie eben auch korrekt abgerufen werden können, weil ansonsten die Sitemaps auch relativ sinnlos sind.

Ansonsten, was ist noch wichtig? Was guckst du dir dann eigentlich an? Also einmal im Monat, nimm dir einen festen Tag, was weiß ich, immer der erste Freitag im Monat oder sowas. Typischerweise, wenn man jetzt wirklich drin geübt ist, kann man das auch in einer Viertelstunde oder 20 Minuten hervorragend schaffen. Beim ersten Mal ist das vielleicht noch ein bisschen sperrig, aber wie gesagt, wenn du das monatlich machst, wirst du irgendwann sehen, dass das alles normal ist und Standard ist. Und dann schleicht sich halt irgendwann Routine ein. Welche Reports guckst du dir an?

 

Google Search Console Report: Leistung

Ich würde als erstes in den Report „Leistung“ gehen. Und da vergleichst du eben den aktuellen Monat zum Vormonat. Genauso würde ich es allerdings eher nicht machen, also nicht exakt so auf Basis von Monaten, weil dann hat man oft eine Verschiebung in den Wochentagen. Besser ist es eigentlich, die letzten 28 Tage im Vergleich zu den 28 Tagen davor. Das bietet dir die Google Search Console auch als standardmäßigen Filter an.

Man muss natürlich immer sicher sein, dass man das auch vergleichen kann. Das heißt natürlich, gerade wenn man so den Januar mit dem Dezember vergleicht, dann kann es natürlich je nach Geschäftsmodell schon arge Unterschiede geben. Kann passieren.

Und da, in dem Leistungsreport würde ich mir dann eben angucken, vor allem, wenn du diesen Vergleich gemacht hast, dann zeigt der dir jeweils auch das Delta an, also: Wie hat sich das Ganze verändert? Wenn es sich sehr ins Negative gedreht hat, musst du natürlich gucken, wo hast du wirklich verloren? Bei welchen Seiten hast du verloren, bei welchen Suchbegriffen hast du verloren? Dafür ist der Report „Leistung“ für dich gut. Nochmal, man kann es nicht oft genug sagen: Bitte darauf achten, dass die Zeiträume auch vergleichbar sind.

 

Google Search Console Report: Abdeckung

Als nächstes gehe ich in den Report „Abdeckung“. Und da werde ich erst mal oben links den Filter wählen, nämlich „alle eingereichten Seiten“. Und das heißt, alle Seiten, die in der XML-Sitemap vorkommen. Typischerweise ist es ja so oder hoffentlich, dass alles, was in der Sitemap drinsteht, für dich eine wichtige Seite ist. Wenn du die Abdeckung filterst auf „alle eingereichten Seiten“, dann guckst du dir erst mal alle wichtigen Seiten an. Optimal wäre es natürlich, wenn von diesen eingereichten Seiten auch 100 % im Index drin sind. Ganz ehrlich, das kriegt man relativ selten hin. Das sehe ich vielleicht dann, wenn eine Website mal aus fünf Seiten besteht oder es wirklich eine Mega-Brand ist und die eine sehr hohe Qualität der Website haben: 100 %. Ansonsten kriegt man das eigentlich relativ selten hin.

Wichtig ist es, im Report „Abdeckung“ dann eben zu gucken: Von diesen eingereichten Seiten, erst mal, welche sind gültig? Also gültig heißt: im Index. Und dann natürlich, welche sind eigentlich nicht gültig und warum sind sie nicht gültig? Da kann es natürlich verschiedenste Gründe geben, die Google Search Console wird dich da durchführen. Die ordnen ja quasi deine URLs in verschiedene Kategorien ein und dann siehst du eigentlich hoffentlich schon alles, was da schiefgeht. Wie gesagt, wenn du jetzt 98 % Abdeckung hast, würde ich anfangen, mir auf die Schulter zu klopfen oder anderweitig meine Positivität raus zu brüllen. Das ist schon ganz gut. Gleichwohl, es gibt natürlich auch Websites, die hier vielleicht eher so um die 80 oder 70 % hängen, weil sie vielleicht eine sehr niedrige Content-Qualität haben, weil sie wahnsinnig viele Dubletten haben oder so etwas.

Und dann passiert es relativ schnell, dass Google eben auch Seiten rausnimmt, das heißt dann: gecrawlt, zurzeit nicht indexiert. Heißt also: Google hat die runtergeladen, fand sie jetzt aber gerade nicht so besonders und hat sie einfach wieder verworfen. All das sieht man eigentlich im Report „Abdeckung“.

Als nächstes würde ich im Report „Abdeckung“ bleiben, aber oben in den Filter wechseln „Alle bekannten Seiten“. Da sind quasi die drin, die in der Sitemap sind, und alle anderen, die Google auch sonst noch so kennt. Dann wähle ich oben den Filter „gültig“ aus und gucke dann nach, habe ich URLs in der Kategorie „indexiert, nicht in Sitemap gesendet“? Das heißt, das sind Seiten, die wurden indexiert, die sind mir aber nicht wichtig, weil sonst wären die in der Sitemap drin.

Und auch die gucke ich mir jetzt alle nach und nach durch und schaue nach: Warum ist das so? Fehlen die vielleicht in der Sitemap? Dann sollte ich sie in der Sitemap aufnehmen. Das passiert nicht sonderlich selten, dass was in der Sitemap fehlt. Oder vielleicht sind das Seiten, die Google indexiert hat, die aber gar nicht wichtig sind. Dann sollte ich sie vielleicht für Suchmaschinen sperren.

 

Google Search Console Report: Core Web Vitals

Als nächstes gehe ich in den Report „Core Web Vitals“. Da geht’s ja um die Seitenladegeschwindigkeit. Da habe ich immer einen Rückblick auf die letzten 90 Tage und da sehe ich ja schon direkt, ob es Veränderungen gibt. Habe ich mich verbessert, habe ich mich verschlechtert? Wie viele, nach Ampellogik, grüne, rote, gelbe URLs habe ich eigentlich so? Und dann natürlich auch jeweils gucken: Gibt es jetzt neueren Handlungsbedarf?

Mein Ziel ist eigentlich, dass alles auf Grün ist. Ob das immer so realistisch ist, ist noch eine ganz andere Frage, aber das erstmal, da wirklich regelmäßig reingucken. Und wie gesagt, ihr habt den Zeitverlauf, und wenn ihr das monatlich macht, dann wisst ihr einfach auch sofort, wenn ihr euch den Chart anguckt, und es ist immer noch alles auf Grün, kannst du sagen: Ja, alles gut. Next!

 

Google Search Console Report: Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten

Next in diesem Fall wäre die „Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten“. Das sind ja so verschiedene Themen, wo Google gemerkt hat, zum Beispiel zwei Links stehen sehr nahe beieinander und sind so klein, dass man sie eigentlich mit Wurstfinger nicht gut auseinanderhalten kann. Oder man klickt dann versehentlich zum Beispiel auf den anderen drauf. Also da auf jeden Fall immer durchgucken. Die meisten dieser Punkte sind wahrscheinlich nicht rankingrelevant oder nicht SEO-relevant, gleichwohl, es kann für den Nutzer blöd sein, und wenn der Nutzer im Vordergrund steht, dann sollten wir uns da auf jeden Fall darum kümmern.

 

Google Search Console Report: Verbesserungen

Was mache ich als nächstes? Ich gucke mir alle anderen Reports in „Verbesserungen“ an. Und das, was da steht, hängt von eurer Website ab, denn dort wird für jedes Google-relevante Markup, das ihr auf der Website habt, ein Report angezeigt. Da müsst ihr dann eben durchgucken, da steht zum Beispiel „Produkte“, wenn ihr Product Markup drauf habt. Und da guckt ihr auch jeweils durch, auch da seht ihr den Zeitverlauf, auch da seht ihr, wo gibt’s Warnungen, wo gibt’s Fehler? Um dann eben heranzugehen, ist irgendwas Neueres aufgetreten?

Manchmal ist es so, dass bei einem Update der Shop-Software zum Beispiel das Product Markup jetzt auf einmal kaputt ist. Das ist natürlich ziemlich dämlich. Da würde man es dann eben sehen, wo du dann wirklich siehst, okay, da war das Update und zwei Tage später gehen die Fehlermeldungen auf einmal nach oben. Dann weißt du eben auch noch sehr genau, woran es liegt.

 

Google Search Console Report: Sicherheit und manuelle Maßnahmen

Jetzt sind wir fast schon am Ende, aber ich würde noch in den Report „Sicherheit und manuelle Maßnahmen“ hereingucken. Braucht man eigentlich nicht, denn ich habe eben schon gesagt, Google verschickt natürlich auch E-Mails. Und gerade für diese Sachen würden sie E-Mails verschicken.

In „Sicherheit und manuelle Maßnahmen“ steht ja drin, wenn deine Website entweder gehackt wurde oder wenn du gegen Google Richtlinien verstoßen hast. Bei beiden Sachen wirst du Konsequenzen spüren. Und deswegen sollte man da auf jeden Fall nachgucken. Ich würde immer noch mal reinschauen, und wenn es einfach nur die schöne Befriedigung zum Schluss meines Checks ist: Ich habe nicht gegen Richtlinien verstoßen. Niemand hat meine Webseite gehackt. Alles ist in Ordnung. Ist ja auch noch mal ein schönes Gefühl zum Schluss.

 

Google Search Console Report: Crawling-Statistiken

Weil zum Schluss bin ich jetzt noch nicht, sondern einen Report gucke ich mir noch an, der ist jetzt relativ neu. Und zwar ist der versteckt in „Einstellungen“, dann der Unterpunkt „Crawling Statistiken“. Da sehe ich halt, was der Crawler sich so alles anguckt bei mir auf der Website. Wie viele Anfragen macht der eigentlich und, und, und. Da gibt’s einen schönen Report, der heißt „Hoststatus“. Da würde ich immer reingucken. Das ist total schön, wenn man da einen grünen Haken hat. Es kann aber auch ein roter Strich sein. Das heißt, da sagt Google, wie viele meiner Anfragen sind eigentlich an deinen Server nicht durchgekommen, weil vielleicht dein DNS-Server tot war oder weil dein Server tot war oder aus anderen Gründen. Und da steht das halt.

Wenn du da nicht grün bist, dann sollte man sich eben wirklich mal angucken: Was ist da eigentlich los? Und dann kann es wirklich ein Hosting-Thema sein, es kann ein Caching-Thema sein, was auch immer. Also irgendworan wird es liegen, dass du einen schlechten „Host-Status“ hast. Da folgt erst mal nichts draus, gleichwohl, wenn du weißt, dass deine Website für Google in 10 % der Fälle nicht erreichbar ist, ist sie vielleicht auch für deine Nutzer in 10 % der Fälle nicht erreichbar. Und das ist natürlich etwas, was du definitiv nicht haben möchtest.

 

Finale

Damit wäre ich mit dem monatlichen Check auch schon durch. Man kann sich immer noch spezielle Sachen angucken, auch in „Leistungen“, klar, es gäbe 1000 Sachen. Du musst das natürlich ein bisschen an deinen Fall anpassen, was du eigentlich so prüfen möchtest. Ansonsten muss man sagen, bist du jetzt erst mal relativ safe, dass deine Website gut dasteht, dass du keine ungewollten technischen Probleme zum Beispiel hast.

Meine Empfehlung ganz klar für dich: Mache daraus ein Ritual. Ein fester Termin im Kalender, reserviere dir gerne auch eine Stunde dafür, ist ganz egal. Zur Not brauchst du nur 20 Minuten, aber dass du das auf jeden Fall machst und dich einfach mit deiner Website beschäftigst. Bei den meisten unserer Kunden, muss man sagen, passiert da in einem Monat gar nichts, also wirklich null. Weil die meisten Websites laufen halt brav vor sich her und haben jetzt auch keine neuen Probleme auf einmal. Weil du machst nicht jeden Monat irgendwie ein Update der Shop-Software oder des Content-Management-Systems oder so. Deswegen, in der Regel könnt ihr da natürlich relativ gut rausgehen aus der Sache und sagen: Nein, es ist soweit erst mal alles okay.

Man muss natürlich immer ein bisschen aufpassen, dass man nicht die Aufmerksamkeit verliert. Also dass man sagt: Wow! 19-mal, also die letzten 19 Monate ist nichts passiert, ich haste da jetzt mal so durch. Weil dann könnte dir die eine Sache dann eben doch durchrutschen und das wäre schade.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor, Podcaster, Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und verantwortlich für das suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und genießt das Leben.

2 Kommentare zu “Der monatliche Search Console Check [Alles auf Start 33]”

  1. Janix

    Ich finde euren Claim zu schwach: ihr seid mindestens Online-Marketing-_Experten.
    Marketing-Markus und Marketing-Martin besonders. (Muss man ja auch mal sagen).
    Danke für den Textartikel, der wieder gute Anregungen zum Anpacken bot.

  2. Markus Hövener

    Dank Dir 🙂 Grüße, Markus

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