SEO-Sprechstunde 2020: Die häufigsten SEO-Fehler/-Potenziale [Alles auf Start 26]

10. Dezember 2020 | Von in Search Camp + Alles auf Start, SEO

In diesem Jahr gab es viele interessante Gespräch bei der SEO-Sprechstunde. Viele Themen kommen dabei immer wieder – und werden deshalb in dieser Episode zusammengefasst. Welche 10 SEO-Themen (+2 Bonus) tauchten immer wieder auf?

 

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Transcript

Moin, da seid ihr ja wieder. Herzlich willkommen! Wir stecken schon im Dezember drin mit Endspurt auf Weihnachten und es ist eigentlich klassisch immer die Zeit für einen Jahresrückblick. Jetzt ist es so, einen Jahresrückblick von mir gibt’s schon. Einmal gibt’s bei Search Camp meinen persönlichen Jahresrückblick und ich nehme in diesem Jahr noch ein SEO-Jahresrückblick mit Christian Kunz von SEO Südwest auf. Was können wir denn jetzt noch zurückgucken?

Ich habe natürlich was mitgebracht, und zwar gab es in diesem Jahr erstmalig die SEO-Sprechstunde. Da hatte ich mir eigentlich schon am Jahresanfang vorgenommen, dass ich da eben auch eine Zusammenfassung von liefere und sage, okay, was ist denn das, was die meisten Leute so genannt haben?

Denn, auch das muss man ja sagen, wenn man so lange SEO macht wie ich und ich bin jetzt fast im 20. Jahr, viele Fehler oder viele Fragen kommen immer wieder. Und ehrlich gesagt, so auch hier.

Ich habe euch ein paar Themen mitgebracht heute, also das, was wirklich oft kommt. Natürlich, es waren viele Spezialfälle dabei, aber vieles wiederholt sich dann eben doch. Das ist auch gut so, dann stellt sich irgendwann auch Handwerk ein, dann stellt sich irgendwann auch Best Practice ein, wenn man nicht bei jedem Projekt wieder erst raten muss: Was ist es denn jetzt eigentlich?

 

Rückblick auf die SEO-Sprechstunde

Aber ich will erst mal kurz zurückblicken für alle, die die SEO-Sprechstunde nicht kennen. Erst mal, den Link dazu findest du in jeder Episodenbeschreibung. Dann kommst du auf eine Website und kannst dir einen 30-Minuten-Termin auswählen, wo wir beide dann und auch wirklich nur wir beide miteinander reden.

Das Ganze ist, und das ist mir immer extremst wichtig, keine versteckte Verkaufsveranstaltung. Also ich sage dir nicht zum Schluss: So, jetzt haben wir 30 Minuten gesprochen, jetzt musst du Kunde von Bloofusion werden. Ist natürlich schön, wenn du das wirst, das ist aber null mein Ziel. Wichtig! Soweit so gut.

Viele von euch haben das genutzt, dafür erst mal vielen Dank. Kurz noch zum Prozedere. Wenn ihr auf seosprechstunde.de geht, dann kommt ihr auf eine Seite bei omcampus.de und da könnt ihr dann draufklicken und dann kommt ihr auf Calendly, was ein Terminbuchungs-Tool ist, und ich biete in der Regel einmal im Monat so ein paar 30-Minuten-Slots an, die könnt ihr euch einfach buchen. Ihr könnt theoretisch auch zweimal hintereinander welche buchen, also jetzt nicht am gleichen Tag. Aber wenn ihr sagt, okay, ich habe jetzt eine Frage und in einem Monat habe ich noch eine Frage, könnt ihr alles machen. Also da schränke ich euch nicht ein.

Die einzige Einschränkung ist eher so, was euch angeht. Also typischerweise, das Ganze möchte ich eigentlich für Unternehmen zur Verfügung stellen, die sich das typischerweise vielleicht nicht leisten können oder nicht leisten würden, einfach unsere kostenpflichtige Beratung zu nutzen. Und das sind natürlich vor allem kleinste Unternehmen, das sind vor allem Start-ups oder Start-up in Progress quasi. Es war in diesem Jahr jetzt nicht so, dass irgendein Megakonzern da aufgetaucht ist, bei einigen wurde das vielleicht ein bisschen großzügig ausgelegt. Darum geht’s mir auch gar nicht so. Wie gesagt, ich möchte da nur keinen Konzern sehen, das macht für mich irgendwie keinen Sinn.

Also mein kurzer Rückblick zum Organisatorischen: Es gab einmal technisches Problem, zweimal mussten wir aufs Telefon ausweichen, weil die irgendwie das Tool, was wir nutzen, nämlich GoToMeeting, konnten die irgendwie nicht installieren oder es funktionierte einfach nicht. Passiert. Blöder muss ich sagen, ehrlich gesagt, einige wenige sind einfach zum Termin nicht aufgetaucht. Und das find ich persönlich mies. Also einer hat sich dann später noch entschuldigt, weil er auch eben technische Probleme hatte. Man kann auch einfach vorher absagen, das geht auch, aber einfach nicht aufzutauchen, finde ich irgendwie, gehört sich irgendwie nicht, sorry. Also wenn man schon so einen Termin ausmacht, ich nehme mir 30 Minuten meiner Zeit und ich habe wirklich nicht zu viel Zeit, dann finde ich es einfach nur fair, wenn man da auch wirklich auftaucht und wenn man das ernst nimmt.

Viele waren sehr dankbar, muss ich auch sagen. Letztens hatte ich zum Beispiel den Oliver, der Leinöl produziert. Der hat mir dann einfach ein Paket hinterhergeschickt und mir drei Flaschen von seinem tollen Leinöl geschickt. Hat mich wahnsinnig gefreut. Jetzt konnte ich nicht drei Flaschen verbrauchen, aber ich habe sie, zumindest zwei davon, an nahe Verwandte weitergegeben und wir waren alle total begeistert davon. Also schön sowas einfach, wenn man merkt, dass da auch irgendwie eine Dankbarkeit entsteht und dass man jemanden vielleicht wirklich weitergebracht hat mit diesen 30 Minuten.

Grundsätzlich, wenn ihr daran teilnehmen wollt im nächsten Jahr, in diesem Jahr gibt’s, glaube ich, keine Termine mehr, schlagt mich jetzt bitte nicht tot, ich habe auf jeden Fall Termine für 2021 eingetragen. Das heißt, wenn ihr daran teilnehmen wollt, geht ihr einfach auf seosprechstunde.de. Das war das Organisatorische und ein bisschen auch der Rückblick.

Jetzt habe ich euch mitgebracht: 10 Themen, die eigentlich immer wieder auf allen Websites, oder nein, nicht auf allen, aber auf vielen zu finden waren. Ich habe so eine Art Tagebuch geführt, gewissermaßen mit einer Strichliste. Und 10 Themen habe ich euch mitgebracht.

 

#1: Etwas wird gar nicht gesucht

Klingt irgendwie blöd. Ist ja manchmal einfach so. Also SEO funktioniert nur dann, wenn jemand das sucht, was du hast. Angenommen du bist ein Hersteller von Naturkosmetik aus Ungarn. Muss man sagen, das sucht niemand. Es suchen natürlich Leute Naturkosmetik, das kann sein, aber zumindest das, was du erst mal als Spezialisierung hast, sucht keiner.

Und das ist erst mal schon ein schwieriger Punkt. Denn in dem Augenblick ist es natürlich so, deine Konkurrenten sind nicht die anderen Websites, die Naturkosmetik aus Ungarn anbieten, denn das sucht niemand, sondern deine Konkurrenten sind alle, die Naturkosmetik anbieten. Und dann ist das Haifischbecken auf einmal wieder extremst groß geworden.

Es gibt aber auch Fälle, und die hatte ich auch in diesem Jahr, zumindest einen, wo jemand etwas angeboten hat, was einfach nicht gesucht wird. Da muss man dann ganz ehrlich und einfach sagen, dann ist SEO nicht dein Kanal. Das ist dann immer blöd, wenn ich da der Überbringer der schlechten Nachrichten bin. Viele haben das gut weggesteckt.

Ich habe relativ oft sagen müssen, deine Website, so wie sie da steht bezogen auf das Konkurrenzumfeld und alles das, hat keine große Chance. Aber die meisten von euch haben es wirklich mit Haltung getragen, das war erst mal ganz gut. Also Punkt 1, etwas wird nicht gesucht oder anders gesucht.

 

#2: Kannibalisierung

War gar nicht so selten das Thema. Typischer Fall ist: Du hast eine Seite auf www.meinefirma.de. Und ich weiß noch den konkreten Fall, die hatten das und sie hatten noch eine Seite auf shop.meinefirma.de. Nämlich einmal die Informationsseite, dass sie irgendwie linksdrehende Schraubventile haben und dann gab‘s eine Shop-Seite für linksdrehende Schraubventile. Oder was auch nicht selten war: Du hast auf www. eine Information über etwas und auf blog. hast du auch noch eine Information darüber. Und das ist klassische Kannibalisierung, das heißt, du hast mehrere Seiten, die auf die gleichen Suchbegriffe abzielen.

Das ist erst mal an sich nicht negativ, also du wirst dafür nicht abgestraft oder abgewertet, aber du hast erst mal den Fall, dass du zwei Seiten hast und Google muss erst mal würfeln, welche von den beiden liefere ich aus, weil in der Regel werden sie nur eine auswerfen.

Das andere, was natürlich auch passieren kann, ist, und das passierte in dem besagten Fall, dass die auf der falschen Seite landeten. Also der Kunde wollte, dass sie gerne auf dem Shop landen und sie sind aber auf dem Nicht-Shop gelandet. Und da muss man sagen, klassisch hat man da wenig Einfluss drauf. Man kann natürlich so Sachen wie Canonical Tags nutzen oder man kann auch die eine Seite für Suchmaschinen sperren, das kann man machen. Aber wenn man in einem normalen Setup ist, dass beide Seiten da existieren, muss man ganz ehrlich sagen, hast du erst mal keine Chance. Also den Fall gab‘s relativ oft und es ist dann oft einfach ein Ergebnis von einer relativ schlecht geplanten Website-Struktur.

 

#3: Vollständiges Ausrichten von Inhalten

Angenommen, an den Kollegen kann ich mich auch noch gut dran erinnern, angenommen du hast ein Fotostudio in Bonn, dann geht’s für dich um Lokalisierung. Das heißt, jemand, der „Fotostudio Bonn“ sucht oder jemand der „Passfotos Bonn“ sucht, der soll auf deine Website kommen. Dann müssen aber auch beide Wörter wie „Fotostudio Bonn“ oder „Passfotos Bonn“ auf einer Seite stehen. Und da war es dann zum Beispiel so, dass man einfach immer diese lokale Angabe noch mal vergessen hatte, dass man sagt, auf der ganzen Website sage ich fast immer, dass ich in Bonn bin. Aber so funktioniert Google nicht, es muss eine Seite geben, auf der „Fotostudio“ und „Bonn“ gleichzeitig steht.

Und natürlich auch immer Vollständigkeit. Es gab eine Website, da ging‘s so um Campingplätze und ich muss die Beispiele immer ein bisschen verfremden, weil Anonymität ist mir immer extrem wichtig. Da ging‘s um hundefreundliche Zeltplätze in Kroatien. Und was steht im Seiten-Titel? Das steht eben nicht das drin, sondern da steht einfach nur „Plätze“ oder „Plätze in Kroatien“ und eben nicht „hundefreundliche Zeltplätze in Kroatien“. Also bitte immer darauf achten, dass jede Seite vollständig auf den Suchbegriff abzielt, also vor allem Seiten-Titel, Hauptüberschrift und natürlich im Content auch immer wieder alle Suchbegriffe, um die es in der konkreten Seite geht, wirklich zu nennen. Google hat nicht diese Fähigkeit, dass sie sagen, diese ganze Website, da steht ab und zu mal Bonn, im Impressum steht Bonn und auf der anderen Seite steht aber Fotostudio, und dann kapiere ich schon, dass es ein Fotostudio in Bonn ist. So funktioniert‘s leider nicht.

 

#4: Linkaufbau

Es war leider so: Viele hatten keinen Plan, hatten keine Strategie und hatten auch überhaupt keine Tools, die ihnen dabei helfen konnten, also wie Link-Datenbanken oder Prospecting Tools, um Kontakte anzuschreiben oder sowas. Und das ist natürlich, klar, wenn du ein Konzern bist, kannst du sagen, Linkaufbau interessiert mich nicht. Aber es waren wirklich sehr viele Websites dabei, die eigentlich faktisch nicht verlinkt waren und wo man sagen muss dann: Egal, was du an Content auf dieser Website abfeierst, wenn du nicht eine entsprechende Anzahl an Verlinkungen hast, dann wird das Ganze nicht funktionieren. Also deswegen bitte Verlinkung, externen Linkaufbau immer ernst nehmen. Es geht einfach nicht ohne.

Es ist natürlich immer eine Frage der Konkurrenz. Es ist immer eine Frage, die Websites, die für meine Suchbegriffe ranken, wie gut sind die denn eigentlich verlinkt? Wenn die auch alle 0 Links haben, dann musst du dich um Linkaufbau nicht kümmern, aber es ist leider extrem selten so.

 

#5: Social Media bringt nichts für SEO

Das hängt auch oft mit diesem Linkaufbau-Thema zusammen, dass irgendjemand sagt: Ja, ich habe doch Links, hier auf Twitter, auf Facebook, auf Insta, da sind doch überall Links. Da muss man sagen, ja, da sind Links, aber die zählen halt für Google nicht, weil das in der Regel Nofollow-Links sind oder weil da noch ein Tracker dazwischen ist. Ich kenne jetzt nicht jedes soziale Netzwerk auf dem Planeten, aber die großen, da muss man sagen, sind eigentlich fast alle Links immer nofollow, das heißt, sie zählen wahrscheinlich nichts / ganz wenig für Google. Und deswegen: Social Media bringt nichts für SEO. Indirekt natürlich irgendwie schon, aber es ist egal, wieviel Likes du hast, wieviel Shares oder was auch immer, das zahlt auf Google erst mal nicht ein. Punkt!

 

#6: E-A-T

Auch dazu gibt es eine eigene „Alles auf Start“-Folge. Also Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Da geht’s vor allem um die Website an sich. Ist dieses Unternehmen, was dahintersteht, ist das als Experte in der Branche anerkannt? Ist es vertrauenswürdig? Und ich hatte ein paar Kandidaten dabei, die das einfach nicht erfüllt haben. Nicht weil sie per se nicht vertrauenswürdig waren, aber sie haben einfach überhaupt nichts in Außenwirkung investiert. Es gab zwar ihre Website, aber das war‘s dann auch. Das korreliert natürlich auch ein bisschen mit dem Thema Linkaufbau, geht aber auch ein bisschen darüber hinaus. Die waren einfach, die waren nicht online, die war nicht unterwegs im Internet. Und dann muss man natürlich sagen, wird es an irgendeinem Punkt natürlich relativ schwierig.

Du brauchst natürlich auch wirklich spannende Inhalte. Zum Beispiel einen Podcast rauszubringen, so wie das hier, du brauchst einen YouTube-Kanal, irgendwas, was wirklich auch Außenwirkung erzeugt, so dass jemand dich erwähnt, dass jemand sagt, okay, das hier, der Peter, der ist mit seinem Fotostudio in Bonn der größte Experte in Deutschland für LinkedIn Fotografie. So etwas, das haben viele einfach nicht. Und natürlich ist das schwierig, wenn du ein Start-up bist, dann hast du diese Reputation ja zwangsweise nicht. Aber viele haben auch nicht ansatzweise daran gearbeitet. Ich hatte mit einem Finanzunternehmen gesprochen, die auch wirklich jetzt gar nicht so klein waren, aber da sagte man mir: Ja, der Chef, der macht sowas nicht gerne. Und da war man auch durch mit dem Thema. Das ist halt sehr schade.

Also wirklich nach draußen gehen, geilen Content mitbringen, von sich reden machen. Das ist das, was man eigentlich hinkriegen sollte, um eben auch positive Signale an Google zu senden. Und nicht einfach nur, ich habe eine Website, oder ich habe ein tolles Produkt. Das mag außerhalb von SEO prima funktionieren, glaube ich noch gar nicht so, aber mit SEO wird es dann halt irgendwann schwierig.

 

#7: Kleinscheiß

Das 7. habe ich jetzt mal ehrlich gesagt mit Kleinscheiß übertitelt, weil das kommt total oft, dass dann jemand sagt so: Ja, aber wir haben hier das und das gemacht. Alles war in so einem Ordner, alles war in /blog/artikel und jetzt haben wir das aber eine Ebene nach oben gezogen nun in /blog. Und oh Wunder, es ist gar nichts passiert. Der Entwickler hat fast eine Woche dafür gebraucht. Ich meine, jetzt nicht so, aber musste dann auch noch die Umleitungen einrichten. Das hatte der noch nie gemacht und es hat auch echt viel Zeit gekostet. Und ich sag so: Ja, das ist halt auch Kleinscheiß, Kleinscheiß bringt auch Kleinscheiß. Grad die URL ist total unwichtig geworden, also solche Sachen. Oder du hast irgendwo eine überflüssige Überschrift oder so etwas. Das kann man alles machen, ich bin ein absoluter Best Practice Freund, man sollte das auch alles machen, aber es bringt eben einfach nichts.

 

#8: Eigene Sprache vs. Kundensprache

Auch da kann ich mich an den Fall noch gut erinnern. Da geht’s um die eigene Sprache versus die Kundensprache. Die nannten das zum Beispiel, was sie da machen, Sustainable Fashion. Und natürlich weiß ich, was gemeint ist. Aber was tippen denn die Leute da draußen eigentlich in Suchmaschinen ein? Und viele nehmen nachhaltige Mode, weil sie diesen Anglizismus vielleicht jetzt nicht draufhaben oder nicht mögen oder weil es oftmals auch Branchen-Sprech ist. Für die da draußen ist das einfach was anderes als für mich. Ich weiß, dass ich Sustainable Fashion mache und das ist total cool, ist auch eine super Sache, aber das sucht halt dann irgendwo keiner.

Also da immer ganz klassische Empfehlung: Bitte nutzt Keyword Tools, findet heraus, ob das, wie ihr es nennt, dass das auch so gesucht wird. Und nochmal: Das war wirklich nicht selten in diesem Jahr. Gerade bei den Start-ups, da war es dann immer, gerade Anglizismen, total toll, aber die Leute suchen halt zum Teil sehr, sehr einfach. Und deswegen kommt man dann oft einfach nicht zusammen.

 

#9: CMS/Shop-System

Jetzt auch kein Fehler unbedingt, aber es kam total oft als Frage bei ungefähr 30 % der Teilnehmer, nämlich die Wahl des Content Management Systems oder des Shopsystems. Und viele erwarten sich davon irgendwas Gewaltiges. Ich habe ja sogar auch eine Folge bei „Alles auf Start“ nur darüber gemacht. Und nochmal: Man kann es nicht oft genug sagen. Das CMS ist an irgendeinem Punkt egal, wenn es das richtige HTML erzeugen kann. Und die meisten CMS oder Shopsysteme können das richtige HTML erzeugen.

Auch so Shopsysteme wie Shopify, die wurden früher sicherlich ein bisschen verlacht, aber mittlerweile lacht halt keiner mehr. Natürlich, manche lachen immer noch. Natürlich ist das jetzt kein Highend-System. Oder auch die ganzen CMS wie Jimdo oder WIX. Natürlich ist es jetzt nicht die die coolste Sache oder das System mit den meisten Features oder das auch an dich als Unternehmen am meisten angepasste System, überhaupt keine Frage. Natürlich gibt’s immer was Besseres. Aber in Bezug auf SEO muss es nicht zwangsweise besser sein, wenn du ein Highend-System hast, manchmal auch eher im Gegenteil.

 

#10: Content-Produktion ohne Ziel

Relativ oft, gerade letzte Woche noch einen Kandidaten gehabt, wo es einfach darum ging, wir haben jetzt einen Blog, das ist gut und das füllen wir jetzt einfach mit Artikeln. In dem Fall war es auch noch sehr viel kannibalisierter Content. Es hilft niemals viel zu schreiben, es hilft auch niemals regelmäßig zu schreiben. Das an sich reicht nicht aus, um Google zu Freudensprüngen zu verleiten. Auch wie viel Intelligenz man Google manchmal unterstellt. Angenommen du hast einen Shop, da verkaufst du jetzt nur Tulpenzwiebeln. Und in deinem Blog schreibst du jetzt aber irgendwie über Gartenplanung. Und dann sagst du halt: Aber das hat ja beides irgendwie mit Garten zu tun und dann versteht Google schon, dass das Blog etwas mit meinem primären Content zu tun hat. Da muss man ganz ehrlich sagen, ich weiß es natürlich nicht hundertprozentig, ich kann in Google nicht reingucken, aber ich glaube nicht.

Also in einigen Fällen musste ich dann wirklich sagen: Hört auf bitte, Content zu produzieren! Denn in dem Fall, in der absoluten Nische, in der ihr unterwegs seid, macht es nicht Sinn, noch einen Blogbeitrag und noch einen zu produzieren. Zumindest einen konkreten Fall habe ich im Hinterkopf, die Themen, die ihr hättet schreiben können, die habt ihr jetzt alle geschrieben.

Und Google wird nicht jetzt auf einmal sagen: Hey, die haben die letzten drei Monate wöchentlich einen Artikel geschrieben und jetzt hören sie damit auf, also geht die Website auf Talfahrt. So funktioniert‘s nicht.

Ich bin absolut für Content-Produktion, aber dann bitte immer mit Ziel. Und bitte auch intelligent, also dass man zum Beispiel sagt, boah, jetzt fällt mir echt kein gutes Beispiel ein. Also hier stehen grad vor mir viele, aber die Anonymität ist mir immer so wahnsinnig wichtig. Also du hast ein Portal über Zeltplätze. Und dann ist es natürlich schön, wenn du so Blogbeiträge hast wie: Wie findest du einen guten Zeltplatz? Vielleicht gibt es dafür Siegel für Zeltplätze. Was bedeuten diese ganzen Siegel? Das kann auf den Content einzahlen. Und natürlich auch immer überlegen: Wenn ihr dann rankt mit so einem Blogbeitrag, bringt euch das eigentlich etwas? Also wenn da jetzt jemand draufklickt in Google auf diesen Artikel, kommt zu euch auf die Website, auf den Blogbeitrag, bringt euch das was? Jetzt außer, dass natürlich in Google Analytics irgendeine Zahl + 1 springt, aber könnt ihr damit Geld verdienen? Auch da habe ich eine „Alles auf Start“-Folge in diesem Jahr gemacht, wo ich eben da auch versuche stärker abzuzielen, dass alles, was ihr produziert an Content, muss halt auch was bringen.

 

Bonus

Das waren meine 10 Themen, die eigentlich immer wieder kamen in diesem Jahr. Es gab noch viele spezielle Themen, grad beim Thema Local SEO wurde viel gefragt. Aber das waren alles eher so kleinteilige Sachen und ich habe das Gefühl, mit den 10 Sachen, die ich euch genannt habe, habe ich, glaube ich, erst mal soweit alles gesagt.

Ich habe aber noch zwei Bonusthemen eigentlich, die aber jetzt eigentlich nichts mehr mit SEO zu tun haben.

 

Bonus #1: SEO ist nicht das einzige Problem

Ich muss ganz ehrlich sagen, manche haben nicht nur SEO als Problem, sondern weil es eben jetzt vielleicht ein Start-up war, hatten sie einfach auch noch eine sehr unklare Gesamtstrategie. Bei SEO ist es leider eben so, Strategie ist extrem wichtig. Strategie ist wichtig, weil alles, was du machst, wird Zeit brauchen, bis es wirkt. Das heißt, du kannst nicht alle drei Monate den Tanker in eine ganz andere Richtung fahren lassen, sondern das muss schon immer ungefähr alles in eine Richtung gehen. Und auch das hatte ich zumindest zwei Mal in diesem Jahr, dass jemand sich eigentlich noch so unklar war über das, was er da eigentlich machen wollte, dass man auch sagen musste: Lass das mit SEO erst mal sein, sondern werde dir doch erst mal darüber klar, was du eigentlich möchtest. Denn im Worst Case kann es sein, dass alles, was du jetzt im letzten halben Jahr gemacht hast, kannst du in die Tonne treten. Und dann macht es manchmal Sinn, zum Beispiel einfach Traffic über SEA einzukaufen, also über Google Ads oder über Social Ads, also Facebook, Insta und was es da sonst noch so gibt.

 

Bonus #2: Ressourcen bzw. Umsetzung

Relativ viele von euch hatten auch Ressourcenprobleme. Denn gerade, wenn es um sowas wie Content-Produktion geht, muss irgendjemand diesen Kontinent produzieren. Und ich hatte durchaus ein paar Leute in diesem Jahr, die eine Nebentätigkeit gegründet haben und die hatten einfach keine Zeit dafür, jetzt 5 Blogbeiträge zu schreiben oder sich um Linkaufbau zu kümmern. Also selbst, ich hatte eben gesagt, viele hatten jetzt keinen Plan dafür, selbst wenn sie den Plan gehabt hätten, ist es manchmal schwierig, einfach die Ressourcen dafür zu finden. Und das ist dann ehrlich gesagt kein einfaches Thema, weil in dem Augenblick muss man sich wirklich überlegen, angenommen, ich habe so und so viele Stunden jetzt in der Woche, im Monat, im Jahr, in was will ich die investieren? Also eher in Links, eher in Content-Produktion, eher ins Branding insgesamt oder mehr Social Media? Ich habe da jeweils meinen Senf dazu gegeben, da, wo ich das konnte, wo ich das beurteilen konnte.

Aber es ist ein laufendes Problem, und ich kann eigentlich jedem erst mal nur empfehlen, wenn es ums Thema Content-Produktion geht, für viele ist es empfehlenswert, sich jemanden extern zu suchen, der Content produzieren kann. Das kostet oftmals nicht die Welt, ist natürlich anders als der Content, den du selber schreibst, aber zumindest passiert dann was. Und sich da einfach ein Budget zu setzen und auch da kommt man schon mit 200 Euro oder so im Monat zumindest schon ein bisschen weiter. Es gibt viele freie Autoren und so, und sich da einfach helfen zu lassen, ist ein wichtiges Thema. Also da immer wichtig: Nicht nur Strategie ist wichtig oder Sachen zu verstehen, sondern sie eben auch umzusetzen und sich dann einfach auch einen Plan zu machen: Was mache ich wie oft? Wer macht das? Und wo liegen wir eigentlich bei den begrenzten Ressourcen, die wir gerade haben? Und die waren oft wirklich sehr begrenzt. Wo setzen wir unseren Fokus drauf?

 

Finale

Gut! Das waren meine 12 Themen, die ich aus diesem Jahr mitgenommen habe. Ich könnte mir vorstellen, dass wenn ich das im nächsten Jahr mache, dass die Themen nicht anders aussehen werden, weil die meisten Unternehmen haben einfach die gleichen Probleme. Ist einfach so. Und gerade in der Gründungsphase ist es einfach schon oft das Gleiche, was manchmal schade ist, weil manche Themen kann man einfach nicht beackern. Ich kann nicht sagen so: Hier hast du 10.000 Euro, jetzt produziere mal geilen Content.

Man kann natürlich oft auf Sachen hinweisen, wo man sagen muss zum Beispiel: Eine Podcast-Produktion, die kostet dich im Best Case 0 Euro. Weil du kannst wirklich mit deinem Handy und Anchor als Applikation mit minimalsten Aufwand etwas produzieren, was halbwegs ordentlich klingt. Muss halt ein bisschen stumpf sein oder du musst eben auch gut dann sein am Mikrofon, und das kannst du auch mit einem vertretbaren Zeitaufwand schaffen.

Also es gibt immer Möglichkeiten, Sachen zu machen, man muss halt nur sich eben wirklich auch Sachen herauspicken, die dann auch wirklich einen Hebel darstellen. Und man muss dann auch wirklich, so wie ich es hier versuche bei diesem Podcast hier zu machen, dass ich einfach sage, es gibt für die Produktion einer Folge ein definiertes Zeitbudget und das steht mir zur Verfügung. Ich kann jetzt nicht zum Beispiel hingehen und sagen: Ich schneide jetzt noch mal die Episoden 30-mal durch oder irgendwo habe ich ein Äh zu viel gesagt, das schneide ich raus. Das kann ich eben einfach nicht. Aber das passt dann auch schon als Ergebnis. Natürlich kann man es immer perfekter machen, aber wer zahlt‘s einem am Ende?

Das war‘s jetzt wirklich. Also mein Zettel zeigt unten nur noch ein großes weißes Loch. Ich hoffe, ich konnte euch helfen. Ich hoffe, ihr seid nächstes Jahr auch wieder dabei, vor allem bei „Alles auf Start“ als Einsteiger-SEO-Podcast. Und natürlich auch gerne, wenn ihr wollt, mal in der SEO-Sprechstunde. Der Link, wie gesagt, ist in der Episoden-Beschreibung mit drin.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor, Podcaster, Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und verantwortlich für das suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und genießt das Leben.

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