Die Top 10 Ankündigungen der Google Marketing Innovations Keynote 2018

11. Juli 2018 | Von in SEA

Gestern hat Google den jährlichen Ausblick auf die größten Neuerungen rund um AdWords bzw. Google Ads gegeben. Das wichtigste daraus haben wir hier zusammengefasst.

Bloofusion hatte dieses Jahr erstmals eine Einladung nach Kalifornien bekommen, um dem Event beizuwohnen. Wir haben uns dann aber doch für den Livestream entschieden.

Auch 2018 ging es nicht um die eine große Neuerung, sondern um eine Reihe von Produktankündigungen. Das Ganze wurde eingeleitet durch eine kleine Ansprache von Sridhar Ramaswamy. Darin ging es grob um die gestiegenen Ansprüche von Nutzern, die immer mehr erwarten, weil sie feststellen, dass Technologie immer mehr kann.

It’s true that consumers have never been harder to please, but marketers have never had more opportunities to please them.
– Sridhar Ramaswamy, Vice President of Ads & Commerce, Google

Dafür habe Google natürlich tolle Antworten parat, die im Folgenden von verschiedenen Spezialisten vorgestellt wurden.

1 | YouTube for Action: Form Ads

Beim YouTube-Format „TrueView for Action“ werden Schaltflächen wie „jetzt kaufen“ oder „mehr erfahren“ in Anzeigen platziert, welche dann auch nach dem Ende der Anzeige stehen bleiben (darüber hatten wir schon im März berichtet).

Mit den neuen „Form Ads“ sollen Anfragen dann auch direkt von YouTube aus generiert werden können. Erstaunlicherweise gab es dazu weder ein Beispiel noch eine anderweitige nennenswerte Vertiefung. Bei Facebook erfreuen sich derartige Werbeformen schon lange großer Beliebtheit, sodass dieses Feature für Google eigentlich überfällig ist.

Zeithorizont: 2018 („later this year“)

2 | YouTube: Maximize Lift Bidding

YouTube-Kampagnen werden oft zur Steigerung der Markenbekanntheit eingesetzt. Eine direkte Erfolgsmessung ist für Werbetreibende schwer, weshalb Google eigene Methoden zur Messung des „Brand Lift“ entwickelt hat. Diese stützen sich auf Umfragen sowie auf Suchanfragen nach der beworbenen Marke.

Eine automatisierte Gebotsstrategie soll diese Erkenntnisse nun nutzen, um aus einem gegebenen Budget das Maximum an Markenbewusstsein herauszuholen. Auf Details wurde nicht näher eingegangen, aber ich schätze, das ist gar nicht so kompliziert. Letztlich haben Nutzer, die noch nie nach einer Marke gesucht haben, das größte Steigerungspotenzial und verdienen somit das höchste Gebot.

Zeithorizont: 2018 („you can look for the maximized lift bid strategies to come out later this year“)

3 | Responsive Suchanzeigen

Bei responsiven Suchanzeigen gibt man als Werbetreibender bis zu 15 Überschriften und vier Beschreibungszeilen vor. Google kombiniert diese dann, um im Einzelfall die jeweils optimale Anzeige auszuspielen. Darüber haben wir bereits ausführlich berichtet.

Zeithorizont: Eigentlich schon in Deutschland verfügbar (als Beta in vielen Konten). Offiziell: Innerhalb der nächsten Monate als Beta für englischsprachige Werbetreibende, weitere Sprachen über den Rest des Jahres verteilt.

4 | Mobile Landing Page Speed Score

Dass jede Sekunde mobiler Ladezeit viele zusätzliche Absprünge mit sich bringt, dürfte allgemein bekannt sein. Google will Werbetreibende nun mit einer neuen Kennzahl darauf hinweisen. Diese erinnert mit ihrer Skala von 1-10 ein wenig an den bekannten Keyword-Qualitätsfaktor – nicht zuletzt, weil die eingehenden Faktoren etwas undurchsichtig anmuten und wohl nicht nur auf einer einfachen Geschwindigkeitsmessung beruhen.

Die neue Kennzahl soll in der Oberfläche im Bereich Zielseiten sichtbar werden. Da sie täglich aktualisiert wird, soll man damit auch eigene Optimierungen bewerten können.

Zeithorizont: Sofort bzw. sehr bald (Rollout „starting today“)

5 | Geräteübergreifende Berichte und Remarketing mit Google Analytics

Bei dieser Ankündigung kam spontaner Applaus auf: Google Analytics soll nun auch mit geräteübergreifenden Aktivitäten umgehen können. Google will dabei allerdings nur aggregierte Daten sichtbar machen, niemals aber individuelle Nutzer.

Zeithorizont: Schon verfügbar („It’s available now, so try it today“)

6 | Smart Campaigns für kleine Unternehmen

Smart Campaigns richten sich an kleine Unternehmen, die eigentlich keine Zeit haben, sich mit Online-Werbung zu beschäftigen. Dazu analysiert Google die Website, um anschließend automatisierte Kampagnen zu erstellen, die auf typische Ziele hin ausgesteuert werden:

  • Website-Aktionen (sozusagen „Standard-Conversions“)
  • Anrufe
  • Ladenbesuche

Zeithorizont: 2018 („It’s rolling out to advertisers this year.“)

Weiterhin testet Google gerade die Möglichkeit, aus Smart Campaigns heraus eigene Zielseiten zu erstellen. So sollen auch die ca. 50% der kleinen US-Unternehmen erreicht werden, die gar keine eigene Website haben.

7 | Automatisierte Feeds für Google Shopping

Wer bei Google Shopping werben möchte, muss normalerweise Produktdaten einreichen. Zukünftig will Google Produktdaten aber auch direkt von der Website auslesen, um die Einstiegshürden für Werbetreibende zu senken. Ob dazu bestimmte Anforderungen an Mikrodaten erfüllt werden müssen, oder wie das Ganze funktionieren soll, darüber gab es keine weiteren Angaben.

Zeithorizont: 2018 („later this year“)

8 | Ausbau der Smart Shopping Kampagnen

Über Smart Shopping Kampagnen haben wir kürzlich berichtet. Auch hierbei geht es wieder um eine stark vereinfachte Werbeform, bei der vieles automatisiert abläuft.

Google macht Smart Shopping Kampagnen nun auch jenseits der eigenen Google-Ads-Oberfläche zugänglich, indem diese direkt in eCommerce-Plattformen integriert werden. Konkret wurde dazu Shopify genannt, wo schon seit Dezember eine Anbindung an Googles Merchant Center möglich ist. Mit der Anbindung von Smart Shopping Kampagnen können Unternehmen dann bei Google Shopping werben, ohne selbst mit Google in Berührung zu kommen.

Zeithorizont: Juli 2018 („by the end of this month“)

Weiterhin sollen Smart Shopping Kampagnen bald auch auf zusätzliche Ziele hin ausgesteuert werden. So soll es möglich werden, damit Ladenbesuche zu forcieren oder speziell auf neue Kunden abzuzielen.

Zeithorizont: 2018? („in the coming months“)

9 | Lokale Kampagnen

Eigentlich könnte auch dieser neue Kampagnentyp ein „Smart“ vorangestellt bekommen, denn das Prinzip ist wieder das Gleiche: Schnelle Einrichtung und danach vollautomatisierte Schaltung von Anzeigen. Ziel der lokalen Kampagnen ist dabei einzig und allein die Generierung von Ladenbesuchen.

Werbetreibende müssen dafür ihre Standorte angeben, wozu das Auffinden von Google-My-Business-Konten nochmal vereinfacht wurde. Außerdem müssen noch Werbetexte, Bilder und ggf. Videos hochgeladen werden. Anschließend können die Anzeigen unter anderem in der Suche, bei Google Maps, im Display-Netzwerk und auf YouTube erscheinen.

Zeithorizont: 2018? („over the coming months“)

10 | Hotelkampagnen

Anzeigen für Hotels gibt es bei Google schon lange. Künftig will Google diese Werbeform direkt in Google Ads integrieren. In diesem Zuge soll sie vereinfacht und mehr Werbetreibenden zugänglich gemacht werden. Weitere Details dazu gab es leider nicht.

Zeithorizont: keine Angabe

Außerdem: Die Google Marketing Platform

Wo in den vergangenen Jahren die Neuerungen rund um Doubleclick vorgestellt wurden, ging es dieses Jahr um den Nachfolger, die Google Marketing Platform. Hier sollen künftig Dienste noch einfacher miteinander verknüpft werden und extrem schnelle Auswertungen möglich sein.

Fazit

Dieses Jahr konnte leicht der Eindruck entstehen, dass Google mit seinen „smarten“ Kampagnentypen am liebsten alles über maschinelles Lernen automatisieren würde, weil dabei ohnehin viel bessere Ergebnisse herauskämen. Ich glaube, dieser Eindruck täuscht.

Tatsächlich richten sich diese automatisierten Kampagnentypen an kleine und Kleinstunternehmen, die sich nicht in der Tiefe mit dem System auseinandersetzen wollen bzw. können. Das ist sinnvoll, denn hier dürfte noch sehr viel Kundenpotenzial liegen. Mit anderen Werbetreibenden hat das aber wenig zu tun.

Für etablierte Werbetreibende hatte Google dieses Mal nur kleinere Neuerungen zu bieten. Die Form Ads bei YouTube könnten allerdings für einzelne Unternehmen durchaus sehr interessant sein.

Übrigens: Voice Search bzw. Sprachsuche wurde dieses Jahr mit keinem Wort erwähnt.

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Martin Röttgerding

Martin Röttgerding ist Head of SEA in der Online-Marketing-Agentur Bloofusion und schreibt schwerpunktmäßig über Google AdWords im Bloofusion-Blog, im suchradar und hin und wieder in seinem AdWords-Profi-Blog PPC Epiphany.

Martin Röttgerding ist unter anderem in den folgenden sozialen Netzwerken zu finden:

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