Domains + SEO: Die wichtigsten Basics + 10 häufige Fragen! [Search Camp Episode 124]

21. April 2020 | Von in Search Camp + Alles auf Start, SEO

Domains sind in Bezug auf SEO ein sehr wichtiges Konzept. Es lohnt sich also, ein paar wichtige Fragen zu stellen: Was sind ccTLD und gTLDs? Wie werden die „neuen“ Domains in Bezug auf Google & Co. gewertet? Lohnen sich noch Keyword Domains oder Expired Domains?

 

 

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Transcript

Da seid ihr wieder. Moin! Herzlich willkommen zum Search Camp Thema „Domains und SEO – die wichtigsten Basics und die häufigsten Fragen“.

Ich hatte gestern Abend noch ein Gespräch mit meiner Frau, die fragte mich auch so: Wie kommst du eigentlich immer auf die ganzen Themen für die Podcasts? Ganz ehrlich? Das ist hier auch wieder was, was von euch kommt. Denn interessanterweise kamen in letzter Zeit, so stationäre Seminare gibt es im Moment nicht so viel, aber gerade bei den Online-Sachen gab es viele Fragen, die auch was mit Domains zu tun haben. Ich schreibe mir die immer alle auf und jetzt habe ich gesagt: Okay, manche Fragen sind zu kurz, um sie in einer Folge zu behandeln, also packe ich mal die Fragen, die da so auf meinem Zettel standen, alle in eine Episode zusammen, damit ihr in Bezug auf Domains und SEO ganz vorne seid, was euer Wissen angeht. Fangen wir mal an.

 

Was ist eigentlich eine Domain?

Eigentlich, muss man ehrlich sagen, brauchen wir im Internet keine Domains, weil das Internet an sich, wenn man sich so die Infrastruktur anguckt und sich so mit TCP und IP mal beschäftigt, dann braucht das Ding eigentlich keine Domainnamen, weil die funktionieren mit IP-Adressen, entweder IPv4 oder IPv6. IPv6 kann man sich dann schon gar nicht mehr merken, iPv4 kann man sich aber eigentlich auch nicht mehr merken. Das heißt, wenn so ein Server so eine Nummer hat, ist es einfach sehr schwierig sich die zu merken und die einzutippen. Mal davon abgesehen, dass viele IPs doppelt belegt sind oder mehrfach belegt sind. Aber selbst, wenn das nicht der Fall wäre, so IPs könnte sich keiner merken. Zumal die sich eben auch manchmal ändern können, wenn ich von einem Server auf den anderen umziehe und dann müsste ich alle Links anpassen. Deswegen hat man sich irgendwann mal das Domain Name System, das DNS überlegt, hat gesagt, okay, wir arbeiten nach draußen mit Domainnamen. Die werden dann quasi abgebildet über den DNS-Server, sodass das System intern immer noch mit IP-Adressen arbeitet, aber die Menschen müssen sich nicht mehr eine IP-Adresse merken, sondern nur noch den Domainnamen. Also www.bloofusion.de wird abgebildet auf eine IP-Adresse, soweit so gut. Ein wichtiges Basic vielleicht, gerade wenn man sich eine URL anguckt, da steht auch die Domain drin, um die es geht, vorne immer http, https ://, dann kommt die Domain oder der Hostname oder der Host oder der Fully Qualified Domain Name, wie auch immer ihr das Ding nennen wollt, und dahinter kommt der URL-Pfad. Die Domain ist kontextinsensitiv, das heißt, man kann sie in Groß- und Kleinschreibung und auch gemischt schreiben, vollkommen egal, das interessiert das DNS nicht. Das gilt nicht für den kompletten Teil der URL. Beim Pfad ist es so, der ist in der Regel kontextsensitiv, alles, was davorsteht, nämlich das Protokoll und die Domain, ist kontextinsensitiv. Warum sind Domains eigentlich interessant in Bezug auf SEO? Eine Domain ist immer eine Einheit für Suchmaschinen. Das heißt dann, du hast eine Domain, du hast bloofusion.de, hast du jetzt nicht, sondern ich, aber du hast eine Domain, alles, was auf dieser Domain ist, zählt als eine Einheit. Das heißt, Google guckt sich alle Inhalte an, die darauf liegen, guckt sich quasi an, passt das alles zusammen. Und vor allem wir diese Domain auch in Bezug auf die externen Verlinkungen, die Backlinks, bewertet. Das heißt, angenommen du hast zwei Domains, du hast deinewebsite.de und du hast deinenblog.de unter komplett getrennten Domains, dann sind das zwei Einheiten. Wenn zum Beispiel auf der einen einer etwas Gutes passiert, profitiert die andere Einheit davon nicht. Das heißt, es geht jetzt hier immer um getrennte Einheiten. Das muss einem klar sein, das heißt, gerade das, was ich gerade sagte, so dieses, wir haben einen Blog und wir haben eine Website, und das alles unter ganz anderen Domains, würde man in der Praxis natürlich nicht so empfehlen. Interessanterweise habe ich einen Kunden, der hat das gemacht, für den funktioniert es auch recht gut, weil er auch beide Websites gut verlinkt bekommt, aber an sich nach Lehrmeinung sollte man das niemals nicht machen. Ich fange mal mit meinen Fragen an. Das war so ein bisschen das Vorgeplänkel, was man halt wissen muss.

 

Frage Nummer 1: Was ist eine Subdomain?

Interessante Frage, denn eigentlich gibt es den Begriff der Subdomain so richtig nicht. Wenn man sich mal eine Domain anguckt und wir nehmen mal www.bloofusion.de, dann gibt es darin eine First-Level-Domain, das ist das .de, dann gibt es da drin eine Second-Level-Domain, das ist bloofusion.de und dann gibt es noch eine Third-Level-Domain, also www.bloofusion.de. Umgangssprachlich sagt man, diese Third-Level-Domain, das ist eine Subdomain, und in Bezug auf SEO sieht man das immer noch ein bisschen anders. Die SEOs sagen so häufig, dass eine Subdomain quasi eine Third-Level-Domain ist, die nicht die primäre Third-Level-Domain ist. Wow!

Also angenommen ich habe www.bloofusion.de, das ist meine primäre Third-Level-Domain, und wenn ich jetzt noch blog.bloofusion.de aufmache, dann ist das eben eine Subdomain.

Wie gesagt, rein nach der Lehrmeinung, nach der reinen Lehre gesehen, gibt es Subdomains eigentlich gar nicht, das sind alles Third-Level-Domains. Aber so ist es typischerweise gedacht. Es gibt natürlich den alten Kampf, wie machen wir das eigentlich mit einer Subdomain? Ist das gut, ist das schlecht?

Klassisch würde man hier empfehlen oder erst mal das, was Google sagt, ist, Subdomain oder Verzeichnis ist gleich. Das heißt, ob ich jetzt www.bloofusion.de/blog nehme oder blog.bloofusion.de, sagt Google, ist ungefähr gleichwertig. In der Praxis sehen das viele SEOs nicht so, ich sehe es ehrlich gesagt auch nicht so. Wir haben trotzdem dieses Setup, dafür gibt es Gründe, aber klassisch würde man sagen, alles, was du auf deine Premiere Third-Level-Domain packen kannst, also auf www.bloofusion.de, solltest du da raufpacken. Die Subdomain ist sicherlich die zweitbeste Lösung, aber eben nur die zweitbeste Lösung.

 

Frage Nummer 2: Was sind CCTLDs und GTLDs?

Also alle Domaines werden in zwei Gruppen eingeteilt. Das eine sind die CCTLDs, das sind die Country Code Top Level Domains. Und das sind Domains, die auf ein Land ausgerichtet sind, also eine .de kennen wir alle, .at, .fr, .it, alles, was es gibt. Also es muss immer auf ein Land ausgerichtet sein, deswegen Country Code Top Level Domain.

Alle Domains, die das nicht sind, sind sogenannte GTLDs, also Generic Top Level Domains. Die sind eben nicht auf ein Land ausgerichtet. Gut, jetzt ist die Frage: Was nehme ich davon? Also die CCTLD hat einen Vorteil in dem jeweiligen Land. Das heißt, eine .de Domain hat in Deutschland, in Google Deutschland, einen gewissen Vorteil, einen so genannten Boost. In anderen Ländern ist das neutral.

In der alten Google Search Console ist es so, dass ich aber trotzdem eine generische Domain zu einer länderspezifischen Domain machen kann. Ich kann also eine GTLD wählen, als zum Beispiel bloofusion.com, und kann sagen, richte die bitte auf Deutschland aus und dann behandelt Google sie so, als wäre sie quasi eine CCTLD.

Zwei Sachen muss man noch wissen. Es gibt so Domains wie .eu, also für die europäische Union. Jetzt müssen wir kurz die Kriterien von eben herausholen und sagen: Nee, das ist auch eine generische Domain, denn sie ist nicht auf ein Land ausgerichtet.

Es gibt auch so Domains wie .berlin, auch die ist eine generische Domain, die ist nicht auf ein Land ausgerichtet.

Und dann muss man noch wissen, den Link packe ich euch in die Shownotes mit rein, es gibt manche Domains, die werden falsch eingestuft. Was heißt das jetzt? Das heißt, Google hat mit der Zeit gelernt, das sind zwar eigentlich länderspezifische Domains, aber sie werden eigentlich faktisch nicht so benutzt. Da gibt es eine Liste von, das ist zum Beispiel sowas wie .tv. Das ist eigentlich eine Länderdomain, wird allerdings in der Regel einfach nicht dafür benutzt und deswegen behandelt Google, obwohl es rein theoretisch eine Country Code Top Level Domain ist, diese als generische Top Level Domain. Das war Frage 2.

 

Frage Nummer 3: Sind Umlaute in Domains erlaubt und sinnvoll?

Zwei Aspekte, erlaubt und sinnvoll. Also erst mal, auch hier wieder, wir gucken ein paar Jahre zurück. Als das Ganze gebaut wurde, hat man gesagt, in der Domain dürfen ASCII-Zeichen vorkommen. ASCII ist der American Standard Code for Information Interchange und der umfasst insgesamt 95 druckbare Zeichen. Und das sind hauptsächlich die Buchstaben von A bis Z in Groß- und Kleinschreibung. Dann gibt es die Ziffern von 0 bis 9 und dann gibt es noch ein paar Zeichen, Interpunktionen wie Klammer auf, Klammer zu, eckige Klammer auf, Klammer zu, das @-Zeichen und solche Sachen sind alle in diesen 95 druckbaren Zeichen mit drin. Da hat man gesagt, okay, die dürfen in der Domain vorkommen.

Und dann ist einem später aber aufgefallen, eigentlich wäre es doch schön, wenn wir Umlautdomains hätten, und hat sich dann überlegt, man macht ein so genanntes Mapping, das heißt, es gibt jetzt Umlautdomains, also ich kann müller.de mit ü machen, das wird aber intern wieder abgebildet mit dem so genannten Punycode, in einen Domainnamen, der trotzdem wieder nur ASCII-Zeichen enthält. Da gibt es eben diese Abbildungen und dieser Punycode, da fängt die Domain an mit xn--  an und dann weiß der Browser, oh ja, hier ist eine Codierung, und kann das Ganze prima abbilden.

Man muss sagen: in der Praxis funktioniert das gut. Das heißt: Browser kommen damit zurecht, Suchmaschinen kommen damit zurecht. Ich habe extra eben noch mal nachgeguckt. Es gibt hinreichend viele Beispiele, wo man sagen kann: funktioniert.

Ich persönlich, und das ist jetzt nur mein Geschmäckle, ich würde es grundsätzlich nicht nutzen. Das ist ähnlich wie beim URL-Pfad, im URL-Pfad können auch Umlaute vorkommen, dürfen aber eigentlich auch nicht. Also ich persönlich würde es nicht machen, weil es an manchen Stellen dann doch mal Problemchen geben könnte oder manches Tool vielleicht damit nicht so gut zurechtkommt. Das heißt, rein zur Sicherheit, ich würde es nicht nutzen, Aber grundsätzlich in der Praxis funktioniert es trotzdem ganz gut.

 

Frage Numero 4: Wie werden die sogenannten neuen Domains gewertet?

Also es gab einen Prozess, da hat man gesagt, das, was wir jetzt so an Domains haben, also die ganzen Länder-Domains und die ganzen generischen Domains wie eine .com, .org und so, aber wir hätten gerne noch mehr. Auch das habe ich mal nachgeguckt, es gibt so ungefähr 1200 neue Domains, wenn man so möchte. Das sind so Branchendomains wie .art oder .museum. Aber es gibt eben auch so Sachen wie .barcelona, .berlin und so weiter und so fort. Da ist jetzt die Frage: Wie werden die gewertet?

Ich habe es so ein bisschen eben schon gesagt, also alles, was nicht eine länderspezifische Domain ist, ist eine generische Domain. Und deswegen egal, was da hinten dransteht, ob da Barcelona oder Berlin oder Museum oder sonst was steht, es sind alles generische Domains. Die kann ich dann auf ein Land ausrichten über die Google Search Console, mehr aber jetzt erst mal auch nicht. Das heißt, wenn ich jetzt in Berlin sitze und ich habe eine Domain deinklempner.berlin, dann habe ich dadurch null Rankingvorteile. Das Gleiche auch, wenn ich jetzt ein Museum bin und ich habe ein guggenheim.museum, dann hat das für mich keinen Rankingvorteil. Also Google holt da jetzt nicht irgendeine Intention heraus und sagt, oh, das ist ja ein Museum, deswegen ranken wir das dann höher für Suchanfragen rund um SEO, so funktioniert es nicht. Also das sind einfach stumpf ganz normale generische Top-Level-Domains. Punkt, aus!

 

Frage Numero 5: Sind Keyword Domains von Vorteil?

Es gibt sogenannte Exact-Match-Domains, das heißt, ich habe zum Beispiel die Domain klopapier.de. Hilft die mir dabei für die Suchanfrage „Klopapier“ zu ranken? Muss man sagen, früher war das so, mittlerweile ist es nicht mehr so. Auch da gab es ein Google Update, die einfach gesagt haben, nein, das geht so nicht mehr.

Es kann natürlich trotzdem einen gewissen Vorteil haben, sei es, dass das einen Vorteil in der Klickrate in den Suchergebnissen hat. Es kann sein, dass so eine Domain vielleicht stärker verlinkt wird, dass es vielleicht stärker zu diesem Keyword verlinkt wird, all das kann sein. Aber klassisch ist es erst mal so, nur weil ich jetzt die keyword.de habe oder keyword.com, hilft mir das erst mal überhaupt nicht.

Analog auch, wenn der Suchbegriff Bestandteil der Domain ist, also sowas wie klopapier-kaufen.de, auch das hat faktisch keinen Vorteil. Das heißt, da sollte man einfach oder kann man mittlerweile sehr frei agieren. Oder früher gab es oft diesen Mega-Domains keyword-zweiteskeyword-dritteskeyword-kaufen.de oder solchen Unsinn: Lasst das sein! Bringt nichts mehr. Ist aber jetzt auch schon relativ lange so, muss man ganz ehrlich sagen.

 

Frage Numero 6: Ich habe 100 Domains, wie soll ich damit umgehen? Können wir damit irgendwas machen?

Habe ich total oft. Also, wenn man irgendwo zu einem Neukunden fährt und man fragt mal, was hast du denn so an Domains, und die Leute geben dir erst mal eine sehr lange Liste, was sie alles reserviert haben in den ganzen Jahren und Jahrzehnten jetzt fast. Können wir damit irgendwas machen? Können wir da einen Blog drauflegen oder sowas?

Grundsätzlich die Best Practice ist wirklich: Man entscheidet sich für eine primäre Domain und leitet alle anderen Domains dahin um. Es ist oft einfach nicht sinnvoll zwei oder drei Domains aktiv zu nutzen, weil ich eben dafür Linkaufbau betreiben muss. Wenn ich es schaffe, so eine Domain wie klopapier-kaufen.de mit sinnvollen Inhalten zu bestücken und dafür sorgen kann, dass diese Domain auch noch gut verlinkt wird, dann muss ich sagen: Ja gut, dann mache das bitte. Aber die wenigsten schaffen das. Die haben dann wirklich, gerade so Mittelständler sind da ganz oft dabei, die haben dann schrauben.de, guenstigschraubenkaufen.de, billigeschrauben.de, schraubenladen.de, schrauben.com. Was habe ich nicht schon alles gesehen. In der Regel muss man ganz ehrlich sagen kann man damit nichts anfangen. Also für eine entscheiden, Rest umleiten und fertig ist die Kiste.

 

Frage Numero 7: Was muss ich bei einer neuen Domain beachten?

Eigentlich eine spannende Frage. Also gerade ein Start-up vielleicht, die legen jetzt los und haben sich irgendeine Domain ausgesucht. Was könnte da jetzt schiefgehen? Wo könnte da jetzt ein Problem sein?

Erst mal gibt es einen relativ langen Artikel von mir in unserem Blog, wo ich noch mal so sage, ich würde immer rechtzeitig darauf achten zum Beispiel, dass ich mich mit dem Domainnamen nicht zu sehr einschränke. Also angenommen, ich habe eine SEO-Agentur und dann nenne ich mich jetzt seoprofis.de. Ein Jahr später stelle ich fest, ich will aber jetzt auch noch SEA machen. Dann ist dieser Domainname gerade da ziemlich blöd gewählt, weil ich bin eben immer noch seoprofis.de und dann muss ich alles ändern. Dazu komme ich gleich noch mal. Aber da am Anfang einfach mal sehr genau darüber nachdenken, wo möchte ich eigentlich so hin oder was könnte noch alles passieren?

Im Allgemeinen bin ich auch ein Freund davon, wenn es zu erwarten ist, dass ich irgendwann mal die deutschen Staatsgrenzen überschreite, dann würde ich in der Regel sagen: Bitte nimm doch jetzt eine generische Domain und keine länderspezifische Domain, denn dann kannst du viel leichter einfach mal noch schnell ein Land andocken. Dann machst du eben meinladen.com/it für Italien und richtest diesen Ordner über die Google Search Console auf Italien aus. Mit einer länderspezifischen Domain kannst du das eben einfach nicht machen.

Was würde ich noch bei einer neuen Domain prüfen? Also erstmal, diesen Link packe ich euch in die Shownotes. Ich würde aber in jedem Fall mir vorher die Historie angucken. Gab es schon mal eine Domain, also war diese Domain schon mal konnektiert? Hat das schon mal jemand was drauf gemacht? Es gibt einige Fallstudien, wo das schon mal gewesen. Was du auf jeden Fall vermeiden möchtest, ist, dass da porns, pills and casino drauf war. Also irgendwas, was von Google als shady betrachtet werden könnte, als negativ, als eine schlechte Umgebung.

Deswegen würde ich immer, bevor ich mich für eine neue Domain entscheide, zwei Sachen machen. Erstmal in einer Linkdatenbank nachgucken, hat diese Domain Links aus der Vergangenheit? Und das zweite: Ich würde natürlich in archive.org reingucken: War die schon mal konnektiert, war da schon mal irgendwann was drauf? In der Regel folgt dann nichts daraus, aber so ein Check kostet einen erfahrenen SEO irgendwie fünf Minuten und kann aber irgendwie ein ganzes Jahr an Problem bringen, wenn du es nicht machst. Deswegen würde ich es mir in jedem Fall angucken.

 

Frage Nummer 8: Was ist mit Microsites?

Microsites ist auch ein spannendes Thema. Auch da habe ich euch einen Beitrag verlinkt in den Shownotes. Also Microsite heißt, was weiß ich, wir haben jetzt ein Firmenjubiläum und neben meinerwebsite.de baue ich da jetzt eine Microsite auf, die heißt unternehmenwird25jahrealt.de. Kann man sagen, ist ja erst mal ganz cool, wo ist das Problem? Also erst mal per se jetzt nicht so ein Problem.

Die eine Frage ist natürlich: Soll diese Microsite selber Rankings generieren können? Wenn sie das soll, ist natürlich das Problem, dass die Domain mit null Backlinks anfängt, ist ja wieder eine separate Domain. Funktioniert also in der Regel relativ schlecht. Und das zweite ist: Irgendwann, so eine Microsite hat mal dann ihren End of Life erreicht, das heißt, wir sind jetzt so 26 Jahre alt und was passiert mit dieser Domain? Die hat vielleicht gute Backlinks angesammelt. Dann lässt man die Domain in der Regel sterben oder die liegt so fünf Jahre vor sich hin, aber weil es eben eine separate Einheit ist, profitiert meine große Website eigentlich nicht davon.

Deswegen auch hier klassische Empfehlung: Wenn du eine Microsite brauchst, mach es bitte als Ordner, also website.de/kampagne. Oder zweitbeste Lösung: Mache eine Subdomain, also kampagne.website.de. Und vor allem überlege dir auch: Wenn diese Kampagne vorbei ist, wenn du diese Microsite nicht mehr brauchst, was du dann damit machen möchtest? Also stelle dir so eine Küchenuhr, stelle sie auf zwei Jahre und sage, okay, dann ist das Ding vorbei und dann leitest du das Ding zum Beispiel per 301 um. Oder vielleicht ist eben immer noch Content drauf, der relevant ist, aber überlege dir das am Anfang, damit du idealerweise das, was da an externen Verlinkungen zum Beispiel entstanden ist oder auch an relevantem Content, dass du das rüber rettest auf deine normale reguläre Website.

 

Frage Nummer 9: Kann ich die Domain wechseln?

Grundsätzlich muss man sagen: Ja. Ich habe euch auch hier einen Beitrag verlinkt, der ist auch bei uns im Blog. Der ist von unserer Lisa Heidemann geschrieben. Ja, man kann die Domain wechseln, man muss aber grundsätzlich sagen: Da ist natürlich immer ein gewisses Risiko dabei. Das heißt, klassisch kann man schon sagen, dass es da, wenn man es richtig macht, nur sehr wenig und wenn, dann auch nur sehr temporär einen Sichtbarkeitsverlust geben kann. Aber es hängt eben immer davon ab.

Das Wichtigste ist natürlich hier auch und vor allem, dass man 301-Umleitungen macht von der alten Domain auf die neue Domain. Und dass man den Domainwechsel dann auch in der Google Search Console anmeldet. Da gibt es eben einen Punkt, um den Domainwechsel quasi zu vollziehen.

Auch hier gelten natürlich die Sachen, die ich eben gesagt habe, also auch da bitte vorher gucken: Ist die neue Domäne, auf die ich wechsle, ist die auch okay, ist die koscher? War da mal irgendwas Schlimmes drauf? Und ansonsten geht das eigentlich und es passiert selten was Schlimmes dabei. Ganz wichtig: Ich kann es nicht oft genug sagen und gleichwohl entscheidet sich jeder gegen meine Empfehlung. Obwohl nein, stimmt nicht. Ich habe grad einen, der der Empfehlung sogar, der da mitmacht. Also häufig wird ein Domainwechsel im Rahmen eines Relaunches mit erledigt. Und das ist eigentlich eine schlechte Lösung.

Das Beste ist, wirklich Sachen voneinander zu entkoppeln. Das heißt, du willst die Domain wechseln? Ja, aber dann solltest du nicht gleichzeitig auch noch deinen ganzen Content auswechseln und deine URL-Struktur und vielleicht sogar das Protokoll. Das heißt, solche Sachen voneinander entkoppeln. Wenn du die Domain wechseln möchtest, ja, bitte mache das, aber wechsele doch bitte erst die Domain, lass das drei Monate lang erst mal vor sich hinwirken und dann kannst du eben deinen Content verändern. Wie gesagt, die meisten machen das nicht, weil sie gerne alles in einem Abwasch erledigen und auf den SEO sowieso nicht immer hören. Okay, ich habe es euch aber zumindest gesagt und ich finde es nach wie vor eine sehr starke und wichtige Empfehlung.

 

Frage Nummer 10: Helfen mir Expired Domains?

Expired Domains sind Domains, die waren mal konnektiert, das heißt, jemand hatte da mal Content drauf. Und vor allem sind Expired Domains in der Regel Domains, die auch schon Backlinks haben. Das heißt, sie sind schon gut extern verlinkt. In der Historie der Expired Domains hat man dann halt gesagt: Okay, wir kaufen so ein Ding und entweder packen wir auf diese Website jetzt irgendeinen Content drauf, damit der gut rankt. Oder wir kaufen die Domain und leiten die Domain dann auf meine primäre Domain um, sodass die Backlinks, die die Domain hat, dann eben dahin umgeleitet werden und transferiert werden.

So kann man eigentlich theoretisch ganz einfach Linkaufbau betreiben für entweder neue Domains oder für bestehende Domains. Früher sehr beliebt, in Einzelfällen muss man sagen, funktioniert das auch noch. Grundsätzlich muss man sagen, dass wenn Google den Wechsel einer Domain erkennt, dass sie dann in der Regel so eine Art Reset durchführen, das heißt, die Backlinks werden entwertet. Das heißt, man kauft da zwar was und man hat auch Backlinks, sie werden dann nur von Suchmaschinen oft nicht gewertet. Wie gesagt, hängt immer davon ab. Google ist da leider auch, glaube ich, nicht ganz da, wo sie sein möchten, denn es gibt natürlich durchaus Fälle, wo Domains irgendwie den Besitzer wechseln und man das Ding natürlich nicht komplett weghauen kann. Also ich kann ja auch ein Projekt verkaufen und einfach sagen: Du hast das jetzt und du übernimmst meinen Content und jemand überarbeitet vielleicht den Content und dann war es vollkommen legitim. Also diese Trennung zu machen für Google, was ist eigentlich nur ein Domain- oder ein Ownership-Transfer und was ist eine Expired Domain, ist natürlich nicht immer vollkommen einfach. In Bezug auf Google ist es dann trotzdem sehr einfach in der Regel, weil das, was man früher oft gemacht hat, ist, man hat einfach die gut verlinkte Website vom Feuerwehrverein Tutzenburg genommen und hat da dann irgendwelche fünftklassigen Artikel drauf geklatscht. Da muss man natürlich sagen, wenn man das so macht, ist es natürlich sehr einfach zu erkennen. Das heißt, ganz neuer Content, auch eine ganz neue Art von Website auf einmal und dann wird das Ding eben wirklich einmal resettet und neugemacht.

 

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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