Frühjahrsputz im AdWords-Konto

27. April 2017 | Von in SEA

Google haut momentan gefühlt eine Neuigkeit nach der anderen in AdWords heraus: Smart-Displaykampagnen, Auflockerung der Keyword-Option „genau passend“, ETAs in den dynamischen Suchanzeigen… Natürlich sollten wir AdWords-Nutzer stets auf dem neusten Stand bleiben und solche Neuheiten auch direkt im Konto umsetzen. Doch dabei dürfen wir aber auf keinen Fall vergessen, auch die alten Einstellungen zu pflegen und regelmäßig zu überprüfen.

Ziele prüfen und anpassen

Das Wichtigste ist, die angestrebten Ziele immer im Blick zu behalten und die AdWords-Kampagnen dahingehend auszusteuern.Wieso also im Rahmen des AdWords-Frühjahrsputzes die Kampagnen nicht einfach nochmal auf die Ziele hin überprüfen? Vielleicht stellen Sie dabei ja auch fest, dass die angestrebten Ziele nicht erreicht werden können und neu gesteckt werden müssen. Das ist keine Schande, sondern manchmal einfach der Lauf der Dinge. Unternehmen, Produkte und Sortimente entwickeln sich weiter. Manchmal kann es da passieren, dass die vor 3 Jahren festgelegte und angestrebte Kosten-Umsatz-Relation mit dem überarbeiteten Sortiment eines Online-Shops gar nicht mehr erreicht werden kann und überdacht werden muss.

YOY-Vergleich

„Was war eigentlich 2016?! Ach ja – da gab es ja dieses eine erfolgreiche Keyword, das dann irgendwie im Bidding-Strudel untergegangen ist…“ So etwas sollte natürlich nicht passieren. Deswegen: Jahresvergleiche durchführen. So können einst erfolgreiche Keywords ausgemacht werden, die noch immer relevant sind oder auch solche, die mittlerweile keine Performance mehr zeigen, aber hohe Kosten verursachen.

Auch beim regelmäßigen Bidding sind Year-over-year–Vergleiche nicht zu unterschätzen. So lassen sich manche Schätzchen finden, von denen man – vielleicht auch durch die Übernahme eines neuen Kontos – gar nichts (mehr) wusste. Auch Schwankungen durch neue Konkurrenten oder einen natürlichen Wandel am Markt können dadurch gut ausgemacht werden.

Einstellungen – das A und O

Kampagneneinstellungen sind äußerst wichtig und sollten vor dem Scharfstellen von Kampagnen unbedingt genauer untersucht werden, um keine Klicks und Conversions zu verpassen oder gar zu viel zu zahlen. Außerdem lassen sich in den Einstellungen viele weitere Feinheiten festlegen, um die Performance besser steuern zu können. Einmal falsch festgelegt, können sich fehlerhafte Ausrichtungen wie ein Rattenschwanz durchziehen. Es lohnt sich also, das Gesamtpaket noch einmal zu untersuchen und zu schauen, ob alles wunschgemäß und den Zielen entsprechend eingerichtet ist.

Davon betroffen sind nicht nur die regulären Such-, sondern auch die Display- und die Shopping-Kampagnen. Deswegen sollten auch die Einstellungen im Merchant Center überprüft werden. Vielleicht wurde hier vor einem Jahr ein Haken falsch gesetzt und beeinträchtigt stark die Performance?

Welche Bereiche dabei besonders wichtig sind und was die Einstellungen bewirken können, habe ich in meiner suchradar-Rubrik „SEA für Einsteiger” in Teil 1 und Teil 2 noch einmal zusammengefasst. Das Überprüfen von gerätespezifischen und regionalen Gebotsanpassungen steht hier mit an erster Stelle. Da es in dem Bereich häufig Änderungen gibt, lohnt es sich die Einstellungen regelmäßig abzuändern, bspw. bestimmte Regionen auszuschließen oder dort höher zu bieten.

Tracking-Codes

Hierbei handelt es sich um einen Bereich, der fast kaum nachträglich untersucht wird: Einmal eingerichtet funktioniert das Conversion-Tracking ja auch immer, stimmt’s? Stimmt nicht. Besonders nach dem Relaunch kann es Probleme geben, daher lohnt es sich, das Tracking zum Frühjahrsputz noch einmal zu überprüfen – geht ja auch ganz fix. In Verbindung damit könnte man dann direkt auch die Zielgruppen und bei Verwendung des dynamischen Remarketings den korrekten Einbau benutzerdefinierter Parameter überprüfen.

Anzeigentexte

Auch bei den Anzeigentexten sollte noch einmal der aktuelle Stand überprüft werden. Hin und wieder lassen sich Karteileichen herausfischen, und man findet alte Aktionen, die noch beworben werden oder veraltete Informationen in den Texten (z. B. „10 Jahre Erfahrung“ – obwohl es mittlerweile schon 13 sind). Ebenfalls sollte der aktuelle Stand der erweiterten Textanzeigen überprüft werden, damit das neue Format das alte immer mehr ersetzen kann. Die Überprüfung kann bspw. mit dem ETA Migration Checker von Martin Röttgerding vorgenommen werden. Dies kann insgesamt auch zum Anlass genommen werden, die abgelehnten Anzeigen noch einmal zu überprüfen (falls vorhanden), bevor diese komplett in der Versenkung verschwinden.

Gegencheck

Last but not least lohnt es sich, den Account von einem Kollegen oder einer Kollegin gegenprüfen zu lassen. Schließlich sieht man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und kleine Fehler werden übersehen. Falls also die Möglichkeit besteht: Einfach kurz gegenchecken lassen! Tut nicht weh und muss je nach Account-Größe auch gar nicht lange dauern.

Zusammengefasst

Ganz bestimmt existieren noch mehr Bereiche als die hier genannten, die AdWords-Werbetreibende regelmäßig überprüfen und anpassen sollten. Generell handelt es sich hierbei natürlich um Maßnahmen, die nicht nur einmal im Jahr, sondern mindestens quartalsweise vorgenommen werden sollten. Doch welch schöneren Anlass gibt es momentan wohl als den „geliebten“ Frühjahrsputz, um in seinem AdWords-Konto richtig aufzuräumen?! 😉

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Cora Rothenbächer

Cora Rothenbächer war bis 2018 Senior Online-Marketing-Managerin bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Sie schrieb schwerpunktmäßig über Google AdWords und Bing Ads im Bloofusion-Blog und war Redakteurin des suchradars, dem Magazin für SEO, SEA und E-Commerce.

Cora ist in den folgenden sozialen Netzwerken vertreten:

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