Search Camp Episode 57: Die wichtigsten Neuerungen bei Google Ads – und was bei Shopping passiert

26. September 2018 | Von in SEA, Search Camp

Bei Google Ads (vormals Google AdWords) gibt es viele spannende Neuigkeiten in der Pipeline. Warum gibt es jetzt so viel „smart“ von Google Ads? Was tut sich in Bezug auf YouTube-Werbung? Und: Wie spart man bei Google Shopping Geld? Darüber rede ich mit „Mr. SEA“ Martin Röttgerding in unserem neuen Podcast-Studio.

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Shownotes:

 

Transcript:

Ja moin und herzlich willkommen. Markus Hövener hier mit Search Camp, dem Online-Marketing Podcast. Sonst spreche ich hier über SEO-Themen, heute habe ich mir für SEA wieder Verstärkung geholt, unseren Head of SEA, den Martin Röttgerding. Wir wollen mal gucken, was gerade so passiert, was vor allem an Neuigkeiten bei Google Ads kommt, ehemals AdWords. Er hat zum Beispiel alles, was Google verbreitet hat, auf seinem Google Marketing Innovations Event, das hat er alles verarbeitet, hat sich das angeguckt und ihr könnt jetzt quasi hier die die kondensierte Form dessen bekommen und nach dem Bling Bling wird Martin die Schatzkiste seines Wissens auch für euch öffnen. Bis gleich!

Markus Hövener: So und da sind wir doch wieder. Ich habe heute meinen Lieblings-Martin zu Gast. Genau, Ende letzten Jahres hatte ich die Ehre ihn zu befragen zu dem, was bei AdWords so passiert. Ich fürchte, das wird uns heute noch ein paarmal rausrutschen, AdWords ist natürlich nicht mehr AdWords.

Martin Röttgerding: Nein, geht gar nicht mehr.

Markus Hövener: Geht gar nicht mehr. Möchtest du dich noch vorstellen, Martin?

Martin Röttgerding: Oh Gott! Damit habe ich jetzt nicht gerechnet. Martin Röttgerding ist mein Name, ich habe das Büro neben Markus. Wir sehen uns eigentlich auch sehr häufig, aber heute reden wir mal vorm Mikro miteinander.

Markus Hövener: Ja genau. Wir hatten letztes Jahr eine Folge, die extrem gut gelaufen ist, die echt viel Feedback gebracht hat, obwohl ich eher so der SEO bin und ich denke, alle interessieren sich immer nur für SEO, ist gar nicht so, sondern AdWords war das Thema. Wir wollen jetzt mal wieder so ein bisschen gucken, was liegt eigentlich vor uns, was bringt Google für Google Ads so als Neuigkeiten und hier haben uns ein paar Themen notiert und ich werfe dir mal den ersten Ball rüber, was neu ist, wann auch immer es kommen wird. YouTube for Action Form Ads.

Martin Röttgerding: Genau, ja. Es gab dieses Jahr, Mitte des Jahres, mal wieder die große Produktankündigung von Google AdWords, Ads, ungefähr da haben sie den Switch gemacht und das erste, was sie angekündigt haben, waren YouTube Form Ads. Da geht’s darum, dass man mal wieder ganz normal bei YouTube wirbt, aber man möchte direkt auf YouTube auch den Lead einsammeln, also die Anfrage, man möchte den Leuten die Möglichkeit geben, direkt da irgendwie eine Art von Formular auszufüllen, sowas wie das beim Konkurrenten Facebook schon sehr, sehr lange ganz normal ist. Google hat sich da nicht viel in die Karten gucken lassen, wie das Ding aussehen soll. Wann es genau kommen soll, ist jetzt nicht bekannt. Ich denke noch dieses Jahr, aber eigentlich sollte es eine Sache sein, die Google relativ einfach hinbekommt, die natürlich für alle, die irgendwo Leads einsammeln wollen, extrem spannend sein könnte.

Markus Hövener: Übers Üricing weiß man wahrscheinlich auch nichts?

Martin Röttgerding: Ich gehe stark davon aus, dass auch das wieder nach Geboten geht, wobei man wahrscheinlich einfach wieder nach Cost per View abrechnet und dann guckt, wie viele Leute das am Ende noch ausfüllen. Ist aber reine Spekulation. Ich denke, auch da wird’s wieder Möglichkeiten geben Ziele vorzugeben und dann zu hoffen, dass Google das irgendwie einhalten kann. Also dass man sagt, ich will pro Anfrage soundso viel Euro bezahlen.

Markus Hövener: Gut. Dann nächstes Stichwort wäre Maximize Lift Bidding.

Martin Röttgerding: Genau, auch das war eine YouTube-Neuerung. Da geht es darum den Brandlift zu maximieren. Brandlift, naja, da geht’s darum, dass sich Leute eben an die beworbene Marke erinnern sollen. Das ist eigentlich eine recht faszinierende Geschichte, weil es ist natürlich sehr schwer messbar. Aber was Google macht, die messen das auf zwei Wegen, zum einen fragen die Leute tatsächlich hinterher automatisiert, ob sie sich an bestimmte Marken erinnern, zum anderen gucken die einfach nach, wer kannte die Marke noch nicht und wer sucht sie jetzt zum ersten Mal bei Google. Das kann man als große Suchmaschine natürlich relativ gut machen. Ich denke, dass so ein Maximize List Bidding, das geht darum, besonders hoch bei Leuten zu bieten, die mein Video sehen, meine Werbung sehen und wo ich am Ende was erreichen kann im Hinblick auf Brandlift. Ich glaube, wenn Google jetzt einfach erkennen kann, das ist jemand, der kennt meine Marke noch nicht, dann hat der natürlich ein sehr großes Potenzial im Gegensatz zu jemanden, der meine Marke schon kennt. Also ich nehme an, dass das automatisierte Bidding in diese Richtung gehen wird, dass Google einfach guckt, wer kennt die Marke noch nicht und bei solchen Leuten wird dann tendenziell besonders hoch geboten.

Markus Hövener: Verlassen wir YouTube, gehen wir in das angestammte Land zurück, also Google Ads, das Brot- und Buttergeschäft von uns. Responsive Suchanzeigen kommen jetzt.

Martin Röttgerding: Responsive Suchanzeigen sind so eine Neuerung diesen Jahres. Die sind auch schon bei sehr vielen Werbetreibenden im Einsatz, findet man im Konto, wenn man eine neue Textanzeige hinzufügt, einfach als Option responsive Suchanzeige. Da geht es darum, dass ich nicht mehr eine feste Anzeige habe, wo ich sage, das ist meine Überschrift und das ist mein Text, sondern da kann ich jetzt bis zu 15 Überschriften vorgeben und bis zu 4 Beschreibungstexte und Google würfelt die dann zusammen. Das heißt Google versucht unterschiedliche Kombinationen sich raus zu picken und zu gucken, was funktioniert besonders gut, um dann eben natürlich die besonders gut performenden Sachen häufiger zu zeigen. Das heißt man gibt viel Kontrolle ab, man kann so ein bisschen eingreifen, man kann sagen, okay, ich möchte bitte immer diesen Text an Position 1 stehen haben in meiner Anzeige und das soll auf jeden Fall in der Beschreibung vorkommen. So ein bisschen kann man eingreifen, aber im Wesentlichen ist es dazu gedacht Google einfach machen zu lassen und darauf zu vertrauen, dass Google das anhand von vielen Daten schon irgendwo gut macht. Das ist so eine Entwicklung, das zieht sich so gerade dieses Jahr durch, Google will immer mehr automatisiert machen, Google will immer mehr maschinelles Lernen einsetzen. Das ist so ein Wort, das hört man wirklich extrem häufig gerade bei Google. Da wird alles irgendwo mit Machine Learning verknüpft. Klar, Google vertraut der Technik sehr, nicht jeder Werbetreibende vertraut dieser Technik. Da muss man auch wirklich sich überlegen, passt das alles so zusammen, wenn ich jetzt einfach nur noch Anzeigen-Bestandteile vorgebe, passen die auch zusammen in allen möglichen Kombinationen? Da muss ich echt aufpassen. Google hat jetzt kürzlich so einen neuen Indikator eingefügt, nämlich das heißt Anzeigeneffektivität glaube ich im Deutschen, Ad Strength. Da geht’s darum, dass man automatisiert gesagt bekommt, diese Anzeige ist jetzt gut oder schlecht und man soll bitte vielleicht noch ein paar Headlines hinzufügen, also ein paar Überschriften oder sich vielleicht darum bemühen, dass die Elemente, die man drin hat, ein bisschen unterschiedlicher sind, weil wenn alles so ungefähr gleich ist, dann wird Google natürlich auch kaum irgendwie groß optimieren können. Außerdem hat Google mit den responsiven Suchanzeigen noch eine Neuerung gemacht, nämlich man kann jetzt theoretisch auch bis zu 3 Überschriften in der Anzeige haben und bis zu 2 Beschreibungstexte á 90 Zeichen, also schon deutlich mehr als bisher möglich war. Das ist allerdings nicht garantiert, dass man die tatsächlich bekommt. Ich denke, da hängt es davon ab, ob jetzt in der Überschrift noch Platz ist für mehr Text und die zusätzliche Beschreibungszeile, das klingt jetzt erstmal super, ich habe eine Anzeige, die ist doppelt so lang, aber ich denke, das geht einfach zu Lasten von den Anzeigenerweiterungen. Die Anzeigenerweiterungen, die sehen sowieso schon immer mehr aus wie Textzeilen. Da hat sich Google so ein paar Sachen einfallen lassen, hat quasi einfach verschiedene Erweiterungen durch einen Punkt getrennt, die sehen jetzt aus wie Text. Und in diesem Zuge hat Google auch größere Standard oder erweiterte Textanzeigen, also den Standard-Anzeigentyp auch noch erweitert, sodass man auch da jetzt die 3. Überschrift und die 2. Textzeile einblenden kann. Ob die verwendet wird, ist auch hier wieder, hängt von Google ab und kann man sich nicht drauf verlassen.

Markus Hövener: Diese responsiven Suchanzeigen, ist das dann ein Ersatz für klassisches A/B-Testing von Anzeigen oder einfach nur eine weitere Möglichkeit das zu machen?

Martin Röttgerding: Ich glaube, es ist das, was Google auf jeden Fall als Ersatz ansieht. Für Google ist das alles so ein, lasst uns mal machen. Für alle anderen, für Werbetreibende ist es relativ schwierig, weil man kann relativ wenig daraus lernen. Man bekommt jetzt nicht so wirklich mit, welche Art von Anzeige hat denn gut funktioniert. Man bekommt rudimentäre Statistiken, die sind im Moment wirklich ich glaube beschränkt auf Impressionen, dass man nicht so wirklich genau rauskriegen kann, was hat jetzt am Ende wie viele Conversions gebracht und man sieht auch nicht die Kombination. Das heißt man kann da sehr rudimentär selber ein bisschen was sehen, da soll auch noch mehr kommen, aber für Google geht’s eigentlich darum, dass die sagen, wir können das besser als ihr, lasst uns mal machen.

Markus Hövener: Okay. Also dieses ganze Thema Autopilot, packt einfach rein und wir suchen uns dann irgendwie schon das Beste raus?

Martin Röttgerding: Genau. Das ist aus Google-Sicht eine tolle Sache, aus unserer Sicht, wir sehen das so ein bisschen mit gemischten Gefühlen. Ich persönlich habe in diesem Jahr viel darüber geredet, dass man Anzeigentests nicht wirklich selber auswerten kann. Dazu gab’s auch ein großes Webinar bei uns, einen SMX-Vortrag und noch einiges mehr. Es ist so, man kann diese Zahlen nicht wirklich gut auswerten. Wenn man sich die Zahlen von 2 Anzeigen anguckt, man glaubt, man kann die vergleichen, da gibt’s aber wirklich sehr viele Fallstricke, dass es eben nicht so vergleichbar ist. Man hat in der Praxis sowieso keine Chance das besser auszuwerten als ein Google das kann. Und das hier ist das Ganze nochmal einen Schritt weitergedacht und ich denke, da wird die Zukunft auch hingehen.

Markus Hövener: Thema Nummer 4. Die SEOs gehen ja schon sowieso steil auf das ganze Pagespeed-Thema. Ihr jetzt auch. Jetzt gibt’s eine mobile Landing Page Speed Score.

Martin Röttgerding: Gibt’s eigentlich nicht viel zu sagen. Es gibt jetzt eine Zahl von 1 bis 10, die kann man sich angucken für jede Zielseite in AdWords, in Google Ads, die man eben einsetzt und da steht halt jetzt eine Zahl, die wird täglich aktualisiert. Das heißt, wenn man jetzt Änderungen vornimmt, dann sollte Google die auch relativ schnell bemerken und kann einem eine Rückmeldung geben. Ich habe das bei unseren Kunden mal angeguckt, klar, wenn jemand, der einen ordentlichen Shop hat beispielsweise, der hat dann überall eine 9 und eine 10 stehen. Es gibt aber auch Fälle, wo es natürlich auch mal niedrigere Zahl gibt und dann muss man sich angucken, liegt das jetzt an einer einzelnen Seite oder liegt das vielleicht auch einfach am Gesamtpaket? Also es hilft jetzt nicht bei einem Shop mit 10.000 Produkten irgendwie zu sagen, okay, diese Produktseite ist jetzt aber langsam und die ist schnell.

Markus Hövener: Ich hatte übrigens gerade eine Idee für ein geiles Trinkspiel. Wir nehmen einen Podcast auf und wer immer Google AdWords sagt, der …

Martin Röttgerding: Ja, das können wir machen.

Markus Hövener: … der muss reinhauen. Mal gucken, wie so die Strichliste wäre. Ja, nächstes Thema, Nummer 5. Geräteübergreifende Berichte und Remarketing mit Google Analytics?

Martin Röttgerding: Kann ich als Google Ads Mensch eigentlich auch nur zu sagen, das gibt’s jetzt. Man muss es aktivieren, aber es ist jetzt möglich in Google Analytics auch rauszukriegen, was so geräteübergreifend passiert. Ist vor allem interessant für das Remarketing, aber auch ganz allgemein, um Besucherströme besser zu analysieren.

Markus Hövener: Dann noch ein Thema, was eigentlich verschiedene Themen in einem sind, dieses ganze Smart-Thema, also Google wills allen einfachmachen oder?

Martin Röttgerding: Ja. Also Google hat so verschiedene Kampagnentypen dieses Jahr neurausgebracht oder will das noch tun und vor allem Smart Campaigns sind so das grundlegende Ding. Da geht’s darum, dass man eben nur noch so ein paar Sachen vorgibt, von wegen ich will darunter werben beziehungsweise hier ist meine Website, ist noch einfacher, Google scanne meine Website, guck mal, was ich wohl mache und bewirb das Ganze dann. Das ist so die Art von Werbung, die natürlich für kleine Unternehmen interessant sein kann, so ein bisschen etwas AdWords Express ersetzt. Das heißt noch AdWords, soweit ich weiß. Ja. Ist jetzt nicht wirklich irgendwas, was wir als Agentur glaube ich irgendwo mal verwenden würden, weil jeder, der es halbwegs ordentlich macht, muss was anderes machen und kann sich nicht darauf verlassen, dass Google das jetzt schon irgendwie halbwegs ordentlich hinkriegt. Jemand, der bisher vielleicht nur klassische Werbung gemacht hat, der vielleicht eine Zeitungsanzeige geschaltet hat, mit sowas ist es natürlich sehr konkurrenzfähig, denn hier hat man doch deutlich mehr Targeting, aber es ist wirklich Autopilot, vertrau mal, dass das schon irgendwie klappt. Und da gab’s noch weitere Smart-Kampagnentypen. Die heißen jetzt nicht so, aber Local Campaigns, also lokale Kampanien. Auch die sind so ein smarter Typ, wo man sagt, ich bin da und da, ich habe hier mein Laden, ich habe hier meinen Google MyBusiness Standort und da will ich Leute hinbringen. Ich will Ladenbesuche kriegen, ich sag, ich will pro Ladenbesuch soundso viel ausgeben, ich habe soundso viel Budget, Google mach mal. Also auch da wieder Autopilot und Prinzip Hoffnung ist jetzt vielleicht ein bisschen düster gesagt. Es ist natürlich keine professionelle Kampagne, sondern etwas, was automatisch gemacht wird und funktionieren soll und bitte möglichst einfach sein soll.

Markus Hövener: Wie ist dann da die Abgrenzung zu AdWords Express, was ja eigentlich das Gleiche macht?

Martin Röttgerding: Ich kenne jetzt keine offizielle Abgrenzung. Ich glaube, AdWords Express ist noch ein bisschen vom Workflow glaube ich ein bisschen anders. Ich könnte mir vorstellen, dass das irgendwann einfach in eins zusammengeführt wird, weil es hat die gleiche Zielgruppe, AdWords Express hat vielleicht, naja, hier zumindest bei uns jetzt nicht den allerbesten Ruf. Wie das bei jemandem ist, der jetzt nicht jeden Tag damit zu tun, naja, kann ich jetzt nicht sagen.

Markus Hövener: Letztes Thema eigentlich fast schon, auch bei Shopping hat sich was getan, zum Beispiel automatisierte Feeds. Genau, automatisierte Feeds sind so ein Traum von manchen Leuten, die mit der Erstellung von Produktdatenfeeds eigentlich keine Zeit verbringen wollen. Da geht es darum, dass man für Shopping-Kampagnen, mit denen Produkte beworben werden, da muss man normalerweise einen Datenfeed, also eine große Tabelle hochladen, in der für jedes Produkt drinsteht, das ist der Name, das ist der Preis, das ist die URL, das ist das Bild und so weiter. Das ist natürlich was, was man theoretisch auch alles von der Website runterholen kann und genau das will Google machen. Da ist jetzt noch nicht klar, ob Google da komplett auf Mikrodaten vertraut, ich nehme es stark an, aber soll halt einfacher sein. Wobei ich denke, jemand, der einen Shop hat, der ist auch in der Lage einen Produktdatenfeed zu exportieren. Da ist in der Regel, die Probleme, die man damit hat, das ist sowas, wie man hat vielleicht mal keine EAN für irgendein Produkt, aber die wird auch, diese Art von Problemen wird nicht dadurch gelöst, dass Google das Ding von der Website runterholt. Von daher, ich weiß, manche Leute haben sich da sehr darüber gefreut, ich persönlich kann es nicht so ganz nachvollziehen. Ich denke, jeder Shop, jede Shop-Software ist auch in der Lage einen Datenfeed zu exportieren. Von daher nett, aber nicht großartig.

Markus Hövener: Smart Shopping Kampagnen?

Martin Röttgerding: Ja stimmt. Das Thema Smart Campaign, auch da wieder, es geht darum, dass Google einfach Dinge automatisiert. Man steckt den Produktdatenfeed rein und sagt nur noch, okay, ich will dieses und jenes damit erreichen und Google schaltet die Dinger dann. Schaltet die bei Google Shopping, aber macht damit auf Remarketing und solche Sachen, will automatisch bestimmte Ziele erreichen. Da gibt’s noch ein paar andere, da gibt’s sowas wie, ich glaube Conversions maximieren oder ich glaube auch Umsatz maximieren ist da eine neue Strategie, hol mir aus meinem Budget das meiste an Umsatz raus. Hier auch wieder, Smart Shopping Campaigns richten sich an Leute, die es nicht selber machen, die es nicht wirklich professionell machen, sondern einfach Google das alles überlassen. Klar, als Agentur-Mensch muss ich das jetzt schlechtreden, aber klar hat Google das Interesse das einfach zu machen und die machen halt nichts Individuelles. Das ist eine Lösung für alle, die so halbwegs funktioniert, wo dann aber viele Conversions beispielsweise über Remarketing kommen und nicht daher, dass ich mir bei Google neue Kunden hole. Das Ganze wird jetzt noch an verschiedene E-Commerce-Plattformen angebunden, sowas wie Shopify, wo ich als Händler dann gar nicht mehr irgendwie ein Google Ads Konto brauche, mich damit gar nicht groß auseinandersetzen muss, was einfach quasi reinintegriert wird und wo ich mich dann auch nicht damit auseinandersetzen muss. Das ist wieder dieses Ziel halt noch, die paar Leute auf dem Planeten zu kriegen, die bei Google Shopping, bei Google Ads noch nicht aktiv sind. Das Ganze richtet sich nicht an Leute, die jetzt schon viele 1000 Euro ausgeben, sondern das richtet sich eigentlich an die kleinen, die keine Zeit haben.

Markus Hövener: Ich habe ein Thema vermisst bei dem Ganzen und das ist so das Thema Voice Search, wo auch die ganzen SEOs natürlich steil draufgehen. Gibt’s da bei euch was?

Martin Röttgerding: Ja tatsächlich gibt’s gar nichts bei uns. Die Erkenntnis setzt sich immer mehr durch, dass es einfach kein SEA-Thema ist. Das war gerade bei dieser großen Produktvorstellung, die ich erwähnt habe, halt wirklich, es wurde mit keinem Wort erwähnt. Es wurde sehr viel über Machine Learning gesprochen und es wurde alles als Machine Learning bezeichnet, aber Voice Search ist einfach kein Thema. Ich denke, irgendwann wird man auch da mal Anzeigen platzieren können, aber auch das wird eine Sache sein, die ist einfach nicht besonders komplex. Im Moment, wenn wir Anzeigen schalten, die müssen hochrelevant sein, damit jemand draufklickt. Bei Voice Search habe ich diese Möglichkeit gar nicht. Da kriege ich was vorgesetzt und kann’s halt nehmen. Ich denke, alleine deshalb wird das Thema wesentlich weniger komplex sein als Werbung bisher ist. Und wie gesagt, es ist dieses Jahr einfach kein Thema, es ist kein großes Trend-Ding, nicht mal Google erwähnt es. Das finde ich, ist schon ein deutliches Signal.

Markus Hövener: Dann erstmal soweit vielen Dank. Wir müssen aber je nachdem, wann ihr das hier da draußen hört, am Freitag, dem 28. September, also in 3 Tagen ungefähr, machst du noch ein Webinar, auch natürlich zum Thema Google Ads. Worum geht’s genau?

Martin Röttgerding: Es geht ums Thema Google AdWords für Onlineshops, als wir das Seminar angelegt haben, hieß es noch Google AdWords. Es wird vor allem um ein Thema gehen oder es wird auch um ein Thema eingehen, das bisher gerade in Deutschland noch nicht viele auf dem Schirm haben, und zwar gibt’s im Moment die Möglichkeit bei Google Shopping ungefähr 20 Prozent einzusparen. Das ist dadurch gekommen, muss ich ein bisschen ausholen, dass Google im letzten Jahr eine Strafe von der EU aufgebrummt bekommen hat, von der EU-Kommission, über 2,4 Milliarden Euro, weil Google seine Marktmacht ausgenutzt hat. Und Google muss Google Shopping oder die Google-Suche für Preisvergleiche öffnen und Google muss sein eigenes Google Shopping quasi wie einen ganz normalen Preisvergleich behandeln und Google Shopping muss für sich genommen profitabel sein. Jetzt sieht es wohl so aus, als würde Google Shopping von jedem Gebot, ist jetzt keine gesicherte Info, das ist so ungefähr, 25 Prozent, nein 20 Prozent einsparen, Entschuldigung, nicht einsparen, runternehmen. Das heißt, wenn ich 1 Euro biete oder bezahle, dann steckt sich Google Shopping davon 20 Cent ein, bietet selber nur 80 Cent weiter in der Google Suche. Und wenn jetzt ein anderer Preisvergleich mitbietet, muss der nur diese 80 Cent zahlen, um gleichzuziehen. Da gibt’s jetzt die Möglichkeit als Händler Anzeigen nicht mehr überholt Google Shopping einzureichen, sondern über einen Preisvergleich und dann eben mit wesentlich geringeren CPCs konkurrenzfähig zu sein. Das ist eine große Chance im Moment. Das ist was, das ist gerade in Großbritannien ein bisschen früher rausgekommen, dass es die Möglichkeiten gibt, das verbreitet sich hierzulande so langsam und es ist einfach eine große Chance. Darüber werden wir am Freitag auf jeden Fall noch ein bisschen ausführlicher reden, was das alles so heißt, wie das geht, was man machen kann.

Markus Hövener: Heißt das als Konsequenz, dass einfach jeder jetzt einen Preisvergleich aufmacht in Deutschland, der da Lust drauf hat?

Martin Röttgerding: Aufmachen, was natürlich ein gewisser Aufwand ist oder über einen Preisvergleich reingeht und es gibt viele Preisvergleiche, die es ermöglichen darüber bei Google Shopping Anzeigen zu schalten, wofür die natürlich auch Geld haben wollen. Deshalb haben wir als Agentur gesagt, wir haben die Infrastruktur, wir haben die Produktdaten, wir bauen einfach unseren eigenen Preisvergleich und mal gucken, wie sehr das Ganze von Dauer ist, aber im Moment ist das ein schöner Wettbewerbsvorteil für unsere Kunden. Kann ich natürlich am Freitag noch gut mit angeben.

Markus Hövener: Auf jeden Fall, also auf jeden Fall reinhören, respektive, wer das quasi nach dem 28. September hört, wird bei uns wie immer im YouTube-Kanal die Aufzeichnung des Webinars finden. Ganz klar. Und noch ein kurzer Werbeblock vielleicht. Jetzt hätte ich mich vorbereiten sollen und das Datum heraussuchen, aber Martin, du wirst uns Ende des Jahres noch für ein bezahltes Online-Seminar zur Verfügung stehen, wo du nochmal alle SEA-Neuigkeiten des Jahres kommentierst, was war wichtig, was war cool, was war nicht und der Verkauf läuft schon und ich kann echt sagen, es läuft gut, weil ich glaube, an dem AdWords-Thema hängt einfach wahnsinnig viel Geld dran.

Martin Röttgerding: Genau, das ist der 14. November, ein Mittwoch. Ich glaube es ist 3 Stunden lang das Ding.

Markus Hövener: Krass!

Martin Röttgerding: Wir machen auch eine Pause zwischendurch. Ja, es passiert einfach viel und wir gucken uns natürlich ein paar Sachen etwas detaillierter an. Natürlich die wichtigen Sachen und die unwichtigen Sachen erwähnen wir auch, natürlich nicht ganz so lang.

Markus Hövener: Ich packe den Link in die Shownotes rein, könnt ihr draufklicken und wäre super, wenn ihr auch dabei wärt. Also ich habe hier nichts mehr auf dem Zettel. Wenn bei dir nichts mehr steht?

Martin Röttgerding: Nein.

Markus Hövener: Dann, du, lass uns schichtmachen für heute. Schön, dass du da warst.

Martin Röttgerding: Dankeschön.

Markus Hövener: Übrigens in unserem neuen Podcast-Studio. Wir können jetzt hier endlich, also nicht, dass wir vorher irgendwie semiprofessionell waren, aber wir haben nochmal eine Schippe draufgelegt und nochmal gerade für solche Interviewsituationen haben wir nochmal ein bisschen Geld investiert. Das war’s für heute. Vielen Dank und bis bald! Tschö!

Martin Röttgerding: Tschö!

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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