Google Analytics richtig einrichten: 3 Pro-Tipps

2. Oktober 2020 | Von in Google Analytics

Google Analytics ist nicht gleich Google Analytics. Die folgenden Schritte helfen dabei, das Google Analytics-Konto auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen, um effizientere Business-Entscheidungen zu treffen.

Google Analytics (GA) ist ein umfangreiches und kostenfreies Analyse-Tool, mit dem der eigene Website-Traffic erfasst und bewertet werden kann. Es können damit unterschiedliche Optimierungspotenziale offengelegt werden, um Online-Marketing-Kanäle zu optimieren oder die eigene Seite an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen. Doch eins nach dem anderen.

Nach Eröffnung eines Analytics-Kontos finden Nutzer zunächst einmal eine sehr rudimentäre Standardeinrichtung vor. In diesem Blogpost wird ausführlich erklärt, wie aus der Standard-Version ein individualisiertes Tool wird. Denn erst durch die Individualisierung des Kontos lassen sich aussagekräftige Berichte erstellen, anhand derer Handlungsempfehlungen für das eigene Unternehmen abgeleitet werden können.

Tipp 1: Tracking-Konzept entwerfen

Am Anfang eines jeden Webanalyse-Projektes sollte die Frage stehen: Was sind die Ziele meiner Seite und wie lassen sich diese Ziele messbar machen? Auf GA bezogen könnte die Frage auch konkreter lauten: Was muss ich tracken, um den Erfolg meiner Online-Maßnahmen anhand von Daten beurteilen zu können? Voraussetzung für das Erfassen von Daten ist zunächst die Implementierung des GA-Tracking-Codes auf jeder Seite der Website. Das entsprechende Snippet sollte über den Google Tag Manager eingebunden werden. Je nachdem, welche Art von Website ich betreibe, können weitere Einrichtungsschritte für das Tracking erforderlich werden, um die Datenqualität zu erhöhen. Dazu zwei Beispiele:

  1. Für einen Onlineshop ist es sinnvoll, neben dem Standard-Tracking auch die (erweiterten) E-Commerce-Berichte zu aktivieren. Dadurch werden zusätzlich Umsätze und Produktleistungsdaten erfasst. Damit diese Berichte funktionieren, muss ein weiterer GA-Code eingefügt werden. Erst dann können genauere Analysemöglichkeiten, wie z. B. eine detaillierte Funnel-Analyse, genutzt werden.
  2. Angenommen, ein Shop nutzt einen Drittanbieter-Einkaufswagen, der auf einer anderen Domain bzw. Subdomain gehostet wird: In diesem Fall sollte man über domainübergreifendes Tracking nachdenken. Dadurch können die Nutzerbewegungen über die Domains hinweg nachverfolgt und zugeordnet werden. Ohne Domainübergreifendes Tracking würde mit dem Aufruf des Warenkorbs eine neue Sitzung in GA erfasst, sodass die Daten möglicherweise ein falsches Bild liefern und gegebenenfalls zu Fehlentscheidungen führen.

Tipp 2: Datenansichten richtig filtern

Über Filter lassen sich gewünschte Teilmengen von Daten anzeigen. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass Filter destruktiv sind. Das bedeutet, einmal über Filter ausgeschlossene Daten können nicht wiederhergestellt werden. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, immer eine Rohdatenansicht und eine Testdatenansicht zusätzlich zur eigentlichen Arbeitsdatenansicht (Masteransicht) zu erstellen. Die Rohdatenansicht dient dabei als Backup und sollte immer unberührt von Filtern bleiben, um im Notfall auf alle Daten zurückgreifen zu können. Die Testdatenansicht dient wiederum dazu, neue Filter und andere Einstellungen zu überprüfen, bevor sie final implementiert werden.

Übliche Filtermöglichkeiten sind häufig der Ausschluss der eigenen IP-Adresse(n), um internen Traffic in den Daten nicht zu berücksichtigen. Auch können Teilbereiche der Website über Filter dargestellt werden. Es könnte beispielsweise interessant sein, verschiedene Sprachversionen der Seite in unterschiedlichen Datenansichten darzustellen.

Tipp 3: Channelgruppierung individualisieren

In GA wird Traffic verschiedenen Kanälen, wie der organischen oder bezahlten Suche, zugeordnet. Standardmäßig erfolgt dies über das „Default Channel Grouping“. Alle Zugriffe werden darin nach Systemregeln einsortiert.

Beispiel: Default Channel Grouping

Da in der Standardversion häufig Zuordnungsfehler aufkommen, ist es sinnvoll, sich genau mit dem eingehenden Traffic zu beschäftigen, um kein verzerrtes Leistungsbild zu erhalten. Fehleranfällig ist insbesondere die Zuordnung von Traffic aus Suchmaschinen, die nicht in der Standardliste der Suchmaschinen von Google geführt werden, wie etwa Zugriffe über suche.web.de. Um dies zu umgehen, lassen sich in GA manuell die sogenannten „Quellen der organischen Suche“ nachpflegen.

Da immer mehr Suchmaschinen ihre Anfragen allerdings verschlüsselt übergeben, führt dies nicht in allen Fällen zum Erfolg. Alternativlösungen können da beispielsweise Filter und spezielle Skripte darstellen, die die Zugriffsquelle korrigieren. Die eigene IT oder Dienstleister können hier bei der Einrichtung helfen. Dadurch entfallen in GA weitere manuelle Anpassungen.

Aber auch Traffic über soziale Netzwerke oder E-Mailings werden von GA viel zu häufig dem falschen Kanal zugeordnet. Voraussetzung für eine korrekte Zuordnung ist, dass die entsprechenden Kampagnen mit Tracking-Informationen angereichert werden. Dies kann über utm-Parameter erfolgen, die relevante Infos wie Zugriffsquelle oder Kampagnenname an GA übermitteln. Dazu werden die utm-Parameter einfach an die Ziel-URL angehängt. Bei der Verwendung von utm-Parametern sollte unbedingt auf eine einheitliche Benennung der Parameter geachtet werden, damit die Einträge in GA aggregiert und übersichtlich ausgewertet werden können. Dazu sollte schon im Vorfeld ein Konzept erstellt werden, an das sich unternehmensweit gehalten wird. Eine große Hilfe bei der Erstellung der utm-Parameter bietet der Campaign URL Builder von Google.

Nach Anlegung des Tracking-Konzeptes sollte eine eigene Channelgruppierung aufgesetzt werden, in der Kanäle nach eigens definierten Merkmalen zusammengefasst werden. Dadurch lässt sich das GA-Konto noch weiter den eigenen Bedürfnissen anpassen. Denkbar wäre ein Kanal wie „Kooperationspartner“, der alle Zugriffe über Websites sammelt, mit denen das eigene Unternehmen kooperiert. Zusätzlich lassen sich in der Channelgruppierung bereits bestehende Regeln ausweiten, um wie im folgenden Beispiel Social-Zugriffe zu erfassen, die möglicherweise in der Standardeinstellung verloren gingen.

Beispiel: Angepasste Definition für den Kanal Social

Das „Default Channel Grouping“ sollte jedoch nicht angepasst werden, da sich diese Änderungen dauerhaft auf die Einstufung des Traffics auswirken. Besser ist es, eine neue Channelgruppierung anzulegen, anhand derer die Leistung der relevanten Kanäle übersichtlich dargestellt werden kann. In den GA-Berichten lässt sich dann zwischen den eigenen und der Default Channelgruppierung hin und her wechseln.

Fazit

Mit Google Analytics können das Nutzerverhalten und Online-Maßnahmen kanalübergreifend analysiert und bewertet werden. Grundlage dafür ist eine saubere Datenbasis, die über viele Stellschrauben geschaffen werden kann. Im Vordergrund stehen zunächst Zieldefinitionen und die Entwicklung eines Trackingkonzeptes, das neben Trackingcodes auch Kampagnentagging mittels utm-Parametern und die korrekte Zuordnung der Quellen der organischen Suche beinhaltet. Wenn sichergestellt ist, dass die Daten korrekt erfasst werden, sollte eine individualisierte Zuordnung über eine eigene Channelgruppierung erfolgen. Durch die Channelgruppierung kann dann die Leistung der einzelnen Kanäle im Verhältnis zuverlässiger bewertet werden, was nicht zuletzt die Grundlage für zukünftige Budgetverteilungen liefert.

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Stefanie Frühauf

Stefanie Frühauf ist Online-Marketing-Managerin bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Im Bloofusion-Blog berichtet sie über Google Ads und andere SEA-Themen.

Sie liebt Medien und verbringt viel Zeit mit Büchern, Serien, Filmen & Co. Ihre kreative Ader lässt sie beim Malen und Basteln aus.

Stefanie ist in den folgenden sozialen Netzwerken vertreten:

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