Google+: Der neue heilige Gral aus meiner SEO-Agentursicht

4. Juli 2011 | Von in SEO

Bei uns im Blog schreibt ja der Maik hauptsächlich zu Social-Media-Themen – und auch zu Google+. Ich möchte aber trotzdem nochmal kurz meinen Senf dazu geben.

Ich sehe durchaus die Potenziale von Google+. Ich mag deren neue Sicht auf soziale Netzwerke und glaube, dass das Facebook teilweise in Zugzwang bringen wird. Ob Facebook agil genug ist, um da mithalten zu können, wird sich zeigen müssen.

Facebook hat derzeit aber auch deutlich mehr als Google+ zu bieten. Fan Pages, Social Gaming, ein gewaltiges Netzwerk – ist ja nicht so, als wenn Facebook über Nacht abgemeldet ist, nur weil Google jetzt nach mehreren Fehlversuchen und langer Zeit ein gutes soziales Netzwerk hinbekommen hat. (In diesem Zusammenhang auch lesenswert: Why yo momma won’t use Google+ (and why that thrills me to no end))

Aber: In meinen Augen ändert Google+ erstmal gar nichts. Und das meine ich aus der Agenturperspektive. Social Media definiert sich meiner Meinung nach nicht über die Netzwerktechnologie, sondern über die Inhalte. Tools sind nur ein kleiner Teil der Gleichung.

Ich sehe nach wie vor, dass es Unmengen an Arbeit kostet, aus manchen Unternehmen etwas herauszuholen, das man auch für Social Media nutzen kann. Es reicht eben nicht, einfach nur einen Facebook-Account aufzumachen und sich bei Twitter anzumelden. Wer dann keine guten Inhalte hat, hätte den Kanal vielleicht gar nicht erst öffnen sollen.

In letzter Zeit hatte ich da einige Gespräche mit Unternehmen. Ein Unternehmen ist Marktführer in seinem Segment und hat Kontakt zu so ziemlich jedem Entscheider aus der Branche. Wie gut könnte man einmal im Monat alle diese Entscheider befragen und daraus eine tolle Statistik machen. Ob das Unternehmen das macht? Weiß ich nicht. Schließlich ist das alles Arbeit und erfordert auch die Abkehr von einigen Prinzipien, die man über die Jahre aufgebaut hat.

Und deswegen ist Google+ eben nicht der Game Changer, für den er als Sau derzeit durchs Dorf getrieben wird. Google+ mag es für Teenies leichter machen, sich per Video Chat zum Kino zu verabreden. Großes Kino, aber für unsere Kunde bedeutet all das erstmal nichts.

Nur meine Meinung…

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

7 Kommentare zu “Google+: Der neue heilige Gral aus meiner SEO-Agentursicht”

  1. Sasa Ebach

    +1 😉

  2. Philip

    Google+ steckt so oder so noch in den Kinderschuhen. Das Potenzial ist da. Aktuell wird von 500.000 Konten gesprochen. Sicher vorerst die early adopters. Erst wenn Pages (für Unternehmen) für Google+ an den Start geht, wird sicher noch spannend.

  3. Manfred

    Aber mal abgesehen von der facebook-Konkurrenz … wie sieht es mit dem Einfluß des 1+ auf das Ranking einer Seite im Suchergebnis aus? 1+ taucht ja auch schon als Statistik in den Webmaster-Tools auf. Googles Text hierzu läßt da einige Deutungen zu, auch wenn es erst mal vorsichtig formuliert ist:

    “Aus diesem Grund können +1-Hinweise von Freunden und Kontakten ein hilfreiches Signal sein, wenn es um die Relevanz Ihrer Seite für die Suchanfrage eines Nutzers geht. Allerdings ist es nur eines von vielen Signalen, die Google verwendet, um die Relevanz und das Ranking einer Seite zu bestimmen. Wir arbeiten fortlaufend an der Optimierung unseres Algorithmus, um die Qualität der Suche weiter zu verbessern. Im Fall von +1 gehen wir, wie bei allen neuen Signalen zur Bestimmung des Rankings, vorsichtig vor und achten darauf, wie sich dieses Signal auf die Suchqualität auswirkt.”

  4. Markus

    Ja, es hat Einfluss auf Rankings, aber das ist eigentlich nicht wirklich neu. Es bleibt vor allem abzuwarten, ob hier genügend Signale an Google zusammenkommen.

  5. Holzmichael

    Auf den ersten Blick ändert Google+ tatsächlich erstmal gar nichts für euch als Agentur. Mit Hinblick auf zukünftige Ranking Signale wird es aber doch interessant. Und wenn Teile des Suchmaschinen-Traffics bei euren Kunden wegbrechen, könnte es eben doch zum “Game Changer” werden.

  6. Felix

    “Social Media definiert sich meiner Meinung nach nicht über die Netzwerktechnologie, sondern über die Inhalte. Tools sind nur ein kleiner Teil der Gleichung.”

    Ich denke doch mal, dass es sich aus Agentur-Sicht vor allem über die Anzahl der aktiven(!) Mitglieder definiert oder? Egal wie gut oder schlecht eine Community aufgestellt sein mag, nur große Nutzerzahlen machen Sie attraktiv. Und davon ist Google+ noch entfernt.

    Meiner Erfahrung nach interessieren sich auch nur “Nerds” und Leute, die eh im Online-Marketing arbeiten dafür – bisher zumindest. Für Otto-Normalverbraucher macht Facebook ja nichts groß falsch und alle kommen damit klar, ob am PC oder Handy. Die wechseln höchstens, wenn alle anderen auch wechseln. Die Massenbewegung traue ich Google derzeit nicht zu.

  7. Roland

    Sehe ich genauso. Ohne Content und genügend User wird es eine Nischenlösung bleiben, wo sind Techies und Leute aus der Branche rumtreiben. Mir gefällt es ja auch, aber bis es zu einem ernsthaften Facebook-Konkurrenten heranwächst vergeht sicher noch eine Menge Zeit.
    Eine Menge Möglichkeiten stecken für Google natürlich in dem Verquicken der einzelnen Dienste, was sie auch schon anfangen. Z.B. das Anzeigen von Google +1 in Analytics und WMT.

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