Google Suggest: Einige Zahlen aus einem Testlauf

16. Juli 2009 | Von in SEO

Ich stelle mir schon seit Tagen die Frage, wie oft Google Suggest eigentlich zum Einsatz kommt. In der URL liefert Google seit einiger Zeit nicht mehr nur die Variable q mit, die die Suchanfrage enthält. Vielmehr erhält man in der Variable oq auch die Suchanfrage, die bei Auslösung der Suggest-Funktion eingetippt war. Ein Referrer sieht also z.B. so aus:

http://www.google.de/search?hl=de&q=bloofusion&meta=&aq=0&oq=bloof

bloffHeißt: Ich habe nach “bloof” gesucht, kurz gewartet, Vorschläge von Google erhalten und dann auf “bloofusion” in den Vorschlägen geklickt.

Wir haben dafür jetzt mal zig Tausend Referrer ausgewertet. Das Ganze erhebt keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit, da wir dann noch mehr Daten aus noch mehr unterschiedlichen Quellen auswerten müssten. Aber es zeigt einige Tendenzen.

Insgesamt haben wir bei unserer Testmenge festgestellt, dass bei 19,73% alle Anfragen über Google.de beide Variablen q und oq gesetzt waren und zudem q nicht oq entsprach. Insgesamt haben wir die Anfragen in drei Fälle unterteilt:

Fall 1: q besteht aus mehr Wörtern als oq und oq kommt vollständig in q vor
(z.B. oq = “seo”, q = “seo agentur”)

Häufigkeit: 4,08% aller Suchanfragen

Fall 2: q besteht aus gleich vielen Wörtern wie oq und oq kommt nicht in q vor
(z.B. oq = “guugle”, q = “google”)

Häufigkeit: 2,49% aller Suchanfragen

Der Rest (alle anderen Anfragen)
(z.B. oq = “rads”, q = “radsport”)

Häufigkeit: 13,16% aller Suchanfragen

Meine Meinung zu den Zahlen:

Ich war bei manueller Durchsicht einiger Variablenpaar davon begeistert, dass Google im Rahmen von Google Suggest sehr oft Rechtschreibkorrekturen vornimmt. Wer nach “trickot” sucht, erhält “trikot” und “trikots” als Vorschlag. Idealerweise schickt Google also fehlschreibende Nutzer durch Google Suggest bereits auf die richtige Suchanfrage.

Viele der Anfragen, die unter “Der Rest” fallen, sind nicht wirklich Vorschläge im klassischen Sinne, weil Suggest eben auch dann schon auslöst, wenn ich nicht schnell genug tippe. Die Tatsache, dass q und oq unterschiedlich sind, heißt also noch lange nicht, dass mich Google Suggest auf etwas geleitet hat, das ich sonst nicht eingegeben hätte (siehe Beispiel oben: jemand hat schon “bloof” eingetippt und nutzt Google Suggest, um das “usion” nicht mehr eintippen zu müssen).

Die Anzahl der Suchanfragen, die eigentlich wirklich spannend sind, sind die in Fall 1 – und das ist mit ca. 4% aller Suchanfragen nicht wirklich gewaltig. Denn die Frage ist ja, wie oft Google Suggest mir von meinem Traffic “etwas wegnimmt”, also wenn jemand nach etwas sucht (z.B. “radreisen”) und mir etwas vorschlägt (“radreisen mallorca”), für das ich im Gegensatz zur originalen Suchanfrage nicht zu finden bin. Analog gilt das natürlich auch umgekehrt.

Trotzdem sollte man natürlich Google Suggest zum Anlass nehmen, mal wieder daran zu arbeiten, für alle relevanten Suchbegriffskombinationen gut zu ranken, damit Google einem “nichts wegnehmen” kann.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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