Große SEO-Maßnahmen bringen großen Erfolg [Alles auf Start 46]

30. September 2021 | Von in Search Camp + Alles auf Start, SEO

Oft erlebe ich, dass Unternehmen auf ganz kleine SEO-Stellschräubchen setzen – und dann feststellen, dass sie damit keinen Erfolg haben. Manchmal muss man eben auch einfach in größeren Dimensionen denken und sich vom Klein-Klein verabschieden. Aber welche größeren Stellschrauben hat man denn als Website-Betreiber?

 

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Große SEO-Maßnahmen bringen großen Erfolg

Es geht mir heute um ein Thema, was ich in der Praxis manchmal sehe, dass sich viele – grad so SEO-Einsteiger – mit Kleinkram aufhalten. Die haben zum Beispiel in einem SEO-Tool gesehen, dass die URLs vielleicht Umlaute enthalten und deswegen fangen sie an die Umlaute zu entfernen. Da wird sehr viel Energie reingesteckt, sehr viel Zeit, und am Ende des Tages nach einigen Wochen guckt man da natürlich, was hat‘s gebracht? Und stellt oh Wunder, oh Staunen fest, dass es gar nichts gebracht hat, weil es eben nur Kleinkram ist. Google hat halt diese besagten 200+ Rankingfaktoren und selbst, wenn die URL ein wichtiger Faktor wäre, was sie nicht ist, dann wäre es immer noch eben ein Faktor unter 200. Allein dadurch, dass ich die URL jetzt geradeziehe, werde ich in der Regel überhaupt keinen Effekt sehen können.

Deswegen meine persönliche Meinung: Man kann natürlich immer an Kleinkram arbeiten, aber es bringt dann eben auch nur Kleinkram als Ergebnis. In der Regel sogar so, dass man es gar nicht sehen kann, gerade dadurch, dass es auch normale Schwankungen im Traffic gibt. Selbst wenn dir das jetzt 5 % mehr gebracht hat, wirst du diese 5 % oft gar nicht erkennen können, weil es vielleicht vorher aus Versehen wiederum 5 % nach unten gegangen ist und sich das Ganze wieder rausrechnet.

Was will ich damit sagen? Ich will sagen: Denk doch mal über große Maßnahmen nach, nicht nur über Kleinkram. Ich habe insgesamt mal 9 Themen mitgebracht, wo man sagen kann, das wären eher so große Baustellen, denen man sich bei einer Website oder auch bei mehreren Websites, die man betreibt, durchaus mal stellen könnte. Am besten gehe ich die jetzt einfach mal durch, sonst wird‘s ein kurzer Podcast.

 

#1: Qualität der Inhalte

Es ist grundsätzlich so, dass Google eben nicht nur guckt, ob in den Texten die Suchbegriffe vorkommen, sondern Google analysiert eben auch die Qualität der Texte. Wie genau sie das machen, mit welchen Formeln, wie auch immer, ist sehr unbekannt. Sicherlich gibt es ein paar Näherungen, wo man Ahnungen entwickeln kann, wie genau das so funktionieren könnte, aber in die Tiefe kannst du natürlich nicht gucken. Aber trotzdem hat man als Mensch, glaube ich, eine Idee davon, was ein qualitativ hochwertiger Text ist und was ein nicht so guter Text ist.

Also wenn du Produkttexte hast oder du hast Beschreibungstexte, dass du dir sehr genau mal deine Texte kritisch anguckst und dich eben fragst: Sind das Texte, die auch wirklich, wirklich hochwertig sind, die meinem Nutzer weiterhelfen? Manchmal muss ich leider sagen, kann man das aus der Innenperspektive nicht ehrlich beantworten, weil eben gleich im Hinterkopf mitschwingt: Wenn ich diese Texte jetzt überarbeiten muss, weil ich die Qualität für geringhalte, dann entscheide ich für mich doch lieber, dass die Qualität der Inhalte gar nicht mal so schlecht ist. Man hat sie zum Teil dann vielleicht einfach auch selber geschrieben. Und dann ist natürlich schon so ein Blick von außen manchmal gar nicht so schlecht. Also: Qualität der Inhalte ein wichtiges Thema.

 

#2: Neue Sektion

Wenn du es noch nicht hast, Blog, Magazin, Ratgeber, Forum, Wiki, FAQ, ein Glossar, ein Videobereich, ein Audiobereich, was auch immer. Jetzt ist es grundsätzlich leider nicht so, dass nur, weil du jetzt mehr Content hast, du auch zwangsweise bessere Rankings kriegen wirst, weil es eben nicht um mehr Content geht, sondern um besseren und den richtigen Content. Das heißt, wenn du jetzt zum Beispiel ein Glossar aufbaust und zu jedem Begriff schreibst du jetzt einen Halbsatz und erklärst wirklich in fünf Wörtern, was dieser Begriff bedeutet, dann ist das für SEO einfach komplett wertlos. Wenn du Blogbeiträge schreibst, die nichts mit deinen Kernthemen zu tun haben und nach denen niemand sucht, dann ist das auch wertlos.

Deswegen natürlich: Eine neue Sektion aufzubauen, bringt nicht per se etwas, aber natürlich, wenn man eben mit der richtigen Denke drangeht und das Ganze eben dann auch unter SEO-Aspekten bewertet, kann es durchaus viele neue schöne Möglichkeiten bringen.

 

#3: Mehr Seiten von einem bestehenden Seitentyp

Heißt zum Beispiel, du hast einen Shop und ein Shop hat Kategorie-Seiten. Du kannst mit Sicherheit mehr Kategorie-Seiten anlegen, also häufig zumindest, die auch wirklich sinnvoll sind für vielleicht spezielle Themen. Oder du kannst mehr Blogbeiträge schreiben.

Du kannst quasi einmal im Leistungsreport von der Search Console mal nachgucken: Was bringt mir denn aktuell Traffic? Zum Beispiel, welche Art von Suchanfragen und welche Art von Seite gehört dazu? Und dass du dann guckst: Wie kann ich mehr davon kriegen? Also wie kann ich jetzt wirklich mehr Seiten von diesem Seitentyp machen?

 

#4: Bestehenden Seitentyp verbessern

Das heißt, du hast auf deiner Website immer so verschiedene Seitentypen, du hast eine Startseite, du hast eine Kategorie-Seite, du hast eine News-Seite, eine Blogbeitrags-Seite und das ganze Zeugs, das ist Seitentyp. Das basiert in der Regel auf irgendeinem Template. Das heißt, wenn du es schaffst, diesen Seitentyp zu verbessern, wirst du eben nicht nur eine Seite verbessern, sondern gleichzeitig vielleicht Tausende, die auf diesem Typus basieren.

Das kann zum Beispiel sein, indem du die Sichtbarkeit von Inhalten verbesserst. Zum Beispiel die Platzierung von ganz unten nach ganz oben verschiebst, das könnte was bringen, dass wichtige Inhalte nicht eingeklappt sind. Oder du kannst zum Beispiel einen FAQ-Bereich zu einer wichtigen Kategorie-Seite hinzufügen. Du kannst Markup einbauen. Also alle diese Maßnahmen können dabei helfen, einen bestehenden Seitentyp zu verbessern.

 

#5: Neuen Seitentyp einrichten

Das hatten wir eben schon so ein bisschen mit der neuen Sektion, das überschneidet sich jetzt. Eine Sektion kann aber aus verschiedenen Seitentypen bestehen. Also: Du kannst zum Beispiel als neuen Seitentyp eine Event-Seite hinzufügen. Das heißt, wenn es bei dir regelmäßig Events im Haus gibt, kannst du dir überlegen: Oh, dafür will ich jetzt auch einen Seitentyp haben, der dieses Event beschreibt. Und da natürlich auch das richtige Markup einbauen und auf Suchbegriffe achten und so weiter und so fort.

Oder wenn du einen Online-Shop hast, dann kannst du über Filter-Seiten nachdenken, die unter den Kategorien hängen und diese noch weiter runterfiltern. Das kann dir sehr, sehr viele wertvolle Rankings bringen. Also was auch immer in deinem Bereich das so wäre. Häufig ist es eben wirklich so, dass man so die Standard-Seitentypen hat, aber eben, dass es durchaus noch spannende Möglichkeiten gäbe.

 

#6: User Generated Content

Das heißt hauptsächlich, deine Nutzer können vielleicht Kommentare hinterlassen, sie können Bewertungen hinterlassen, sie können sich in einem Forum engagieren bei dir oder auch Blogbeiträge schreiben. Gibt’s natürlich eine ganze Menge. Und das kann eben verschiedene positive Effekte haben.

Zum Beispiel, wenn Bewertungen hinterlassen werden, dann kannst du dafür mit dem richtigen Markup Sternchen kriegen in Suchergebnissen. Und das kann eben dafür sorgen, dass du eine höhere Klickrate in den Suchergebnissen bekommst, weil du Sternchen hast und die anderen eben nicht.

Du kannst aber auch schwache Seiten vielleicht verbessern. Angenommen, du hast eine Produktdetail-Seite mit wenig Text, und dadurch, dass Leute jetzt viele und gute Bewertungen schreiben, vor allem textliche Bewertungen, kannst du natürlich dafür sorgen, dass dein Content dadurch quasi insgesamt aufgewertet wird. Das kann man machen. Also gibt’s eine ganze Möglichkeit.

Ich muss natürlich immer darauf hinweisen, dass User Generated Content auch immer Gefahren bietet, da er eben auch zum Content zählt und dafür sorgen kann, dass die Qualität einer Seite dadurch abrutscht, weil eben zum Beispiel deine Nutzer, ich sag mal, nicht fit sind in Grammatik und so, und das vor allem auf deiner Website ausleben. Das heißt, wenn du viele minderwertige Sätze hast auf deiner Seite, kann das die Seite nach unten reißen. Und deswegen ist User Generated Content immer auch ein bisschen ein zweischneidiges Schwert. Man kann da viel rausholen, man kann damit aber auch viel kaputtmachen. Also da immer gut aufpassen.

 

#7: Inhalte aggregieren

Neudeutsch: Aus zwei mach eins. Im SEO gibt’s dieses Thema der Kannibalisierung. Das heißt, ich habe eben zum Beispiel zwei Seiten, die auf den gleichen Suchbegriff abzielen. Und dann gibt’s die Idee dazu, dass man sagt: Du hast vielleicht zwei HTML-Seiten, die sind beide inhaltlich ein bisschen schwach, aber dadurch, dass du sie kombinierst, machst du daraus eine viel stärkere Seite. Dann gilt eben: 1 + 1 deutlich größer als 2, weil die eine Seite deutlich besser rankt als die beiden einzelnen. Und in der Regel rankt sowieso nur eine davon.

Also dadurch, dass man Inhalte verbindet, kann man eine stärkere Seite schaffen. Das muss nicht HTML und HTML sein, das kann auch sein, dass du eine HTML-Seite hast und dann hast du zum Beispiel ein weiterführendes PDF-Dokument. Auch da kann es dann sinnvoll sein zu sagen: Aus diesen beiden mache ich eben eins, weil PDF-Dateien für Suchmaschinen sowieso schlecht sind. Dazu übrigens kommt demnächst noch „Alles auf Start“ Episode 47, wo ich nochmal über PDF-Dateien spreche und warum die gar nicht mal so gut sind. Also Zusammenfassen von Inhalten immer eine gute Idee.

 

#8: Domains zusammenzuziehen, Domainstruktur oder -Strategie überdenken

Das heißt, es gibt gerade häufig im Mittelstand ein Setup, wo man für jedes Land eine eigene Domain gewählt hat. Man ist in zehn Ländern aktiv, hat zehn Domains, aber die sind eigentlich gar nicht verlinkt und ranken eigentlich auch nicht sonderlich gut in den jeweiligen Zielländern. Das ist immer ein bisschen ungleich verteilt. Es gibt immer so ein, zwei Länder, die gut laufen, und die anderen laufen dann in der Regel relativ schlecht.

Da kann es zum Beispiel eine gute Idee sein, wenn man diese ganzen Domains einmal zusammenzieht und alles auf eine generische Domain packt. Also: meinefirma.com/de für alle deutschsprachigen Inhalte, /en für alles Englische und so weiter. Ein wichtiges Thema, vor allem eben im Bereich der Internationalisierung durchaus sinnig.

Oder manchmal, das passiert heutzutage eigentlich relativ selten, aber ihr habt vielleicht noch ein externes Blog, also einen Blog auf einer ganz anderen Domain. Kann auch passieren aus historischen Gründen, man hat das mal aufgebaut und jetzt läuft das und läuft das und läuft das. Also da einfach mal zu gucken: Was haben wir noch? Können wir das vielleicht zusammenziehen auf einigen wenigen Domains, damit eben 1 + 1 wieder größer als 2 wird? Also: Ich habe eine Domain, die ist superstark und da sind alle meine Inhalte drauf und nicht mehr auf zwei oder auf drei oder vier verschiedenen Inseln.

 

#9: Das Überdenken von Datenstrukturen und Mechanismen

Ein Beispiel: Angenommen, du hast eine Website, die ist mehrsprachig. Du hast deutsche Inhalte und du hast englische Inhalte. Jeder dieser beiden Sprachbäume oder Content-Bäume, die man davon aufgebaut hat, sind aber unabhängig voneinander. Das heißt, in der Datenbank ist nicht hinterlegt: Diese deutsche Seite hat ein englisches Pendant. Häufig sind diese Bäume synchronisiert, manchmal aber eben auch nicht. Und es gibt das hreflang Tag, was eben dabei hilft, so mehrsprachige Inhalte für Google optimal abzubilden. Dafür braucht man aber genau das, nämlich dass eine Seite weiß, wie diese Seite in anderen Sprachen heißt. Also quasi: Was ist die URL dieser Unterseite in anderen Sprachen?

Manchmal gibt’s dafür eben einfach keine Datenstruktur. Und dann könnte man zum Beispiel hingehen und eben in der Datenbank so etwas abbilden. Oder manchmal ist das Problem bei Online-Shops, dass sie eine Warenwirtschaft haben und ein Shopsystem und die Verbindung dazwischen ist nicht so besonders gut. Und eigentlich müsste man jetzt ein ganz bestimmtes Feld haben und irgendwo ausspielen. Das müsste aber eigentlich in der Warenwirtschaft passieren, da gibt’s das aber eben noch nicht. Im Shopsystem könnte ich das, in der Warenwirtschaft kann ich das eben nicht. Und dann wäre auch so ein klassischer Fall, wo ich einfach jetzt mal groß ranmuss und eben nicht sage: Weil es diese Brücke nicht gibt, verzichte ich auf die Möglichkeit. Sondern ich baue mir jetzt eine Brücke. Ich baue mir jetzt eine technische Brücke zwischen verschiedenen Systemen. Wie gesagt, passiert relativ selten, in meiner Praxis vielleicht noch relativ oft, weil ich manchmal auch eher so die harten Fälle auf den Tisch kriege, aber grundsätzlich ein superspannendes Thema. Gerade so bei komplexeren Shops. Bei größeren Shops merke ich, dass es das schon mal gibt und dass man eben nicht im Shopsystem zum Beispiel alles machen kann. Und dann muss man eben ran und mit den Programmierern reden.

 

Finale

Das waren meine 9 Maßnahmen, die ich euch empfehlen kann, wenn ihr vielleicht mal an was Größeres ranwollt. Und eigentlich, nicht vielleicht, sondern häufig ist es wirklich: Kleinkram erzeugt Kleinkram und Großkram bringt Großkram. Ich weiß nicht, ob man das sagen kann, aber manchmal muss man einfach wirklich an die großen Sachen ran. Und allein sowas wie mehr Seiten von bestehendem Seitentyp, das ist so ein absoluter Klassiker. Weil es oft einfach, ob das jetzt Mittelstand ist oder ob das Online-Shops sind oder was auch immer, gibt’s häufig einfach zu wenig Kategorie-Seiten. Oder es gibt Blogbeiträge en masse, aber die taugen alle nichts, weil sie einfach nicht auf Suchbegriffe abgestimmt sind. Da muss man dann einfach mal größer ran und kann eben nicht einfach nur kleine Schräubchen drehen, sondern dann muss eben mal richtig was passieren.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor, Podcaster, Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und verantwortlich für das suchradar.

Markus hat vier Kinder, spielt in seiner Freizeit gerne Klavier (vor allem Jazz) und genießt das Leben.

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