Hilft mir eigentlich eine spezielle Domain für SEO? (.museum, .berlin …) [SEO FAQ #3]

22. März 2018 | Von in SEO

Schon seit einigen Jahren gibt es eine wahre Flut an neuen Top-Level-Domains. Hilft eine .berlin-Domain einem Unternehmen aus Berlin in den Rankings? Sollte ein Museum auf eine .museum-Domain setzen, um in Google besser gefunden zu werden?

Welche Domain-Typen gibt es?

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Top-Level-Domains:

  1. Länderspezifische Domains (ccTLD = country code top level domain), z. B. .de, .at, .ch, .fr usw.
  2. Generische Domains (gTLD = generic top level domain), z. B. .com, .info, .net, .org usw.

Es gilt hier eine einfache Logik: Alles, was keine länderspezifische Domain ist, ist eine generische Domain.

 

Warum ist die Wahl einer Domain wichtig in Bezug auf SEO?

  • Eine länderspezifische Domain hat in dem jeweiligen Land einen Ranking-Vorteil: eine .de-Domain bei Google.de, eine .at-Domain in Google.at usw. Wer also in nur einem Land aktiv ist und das auch niemals ändern möchte, sollte auf eine länderspezifische Domain setzen.
  • Eine generische Domain hat diesen Ranking-Vorteil nicht, sondern funktioniert quasi gleichmäßig gut in allen Ländern.
  • Übrigens: Man kann aus einer generischen über die Google Search Console eine länderspezifische Domain „machen“, indem man diese Domain auf ein bestimmtes Land ausrichtet. Eine generische Domain kann dann in diesem Land genau so gute Rankings wie die länderspezifische Domain erreichen.

 

Helfen die neuen Domains nun?

  • Wie Sie oben vielleicht schon erkannt haben: Google denkt länderbezogen. Einen Ranking-Vorteil einer .berlin-Domain kann es also schon nicht geben, weil es das Konzept „eine Domain mit einem Vorteil für eine Stadt“ schlichtweg nicht gibt.
  • Es gibt durchaus lokal ausgerichtete Rankings. Wer z. B. nach „anwalt“ sucht und sich in Berlin befindet, erhält dann bevorzugt Suchergebnisse von Anwälten in Berlin. Die Information, wo sich eine Website bzw. das dazugehörige Unternehmen befindet, leitet Google aber nicht aus der jeweiligen Domain ab.
  • Auch die Zugehörigkeit zu einer Branche – wie bei einer .museum-Domain – rechtfertigt leider immer noch keinen Ranking-Vorteil seitens Google. Die meisten Domains haben auch keinen zuverlässigen Schutz: Eine .museum-Domain können nicht nur Betreiber von Museen, sondern auch andere Organisationen und Personen registrieren. Die Aussagekraft einer solchen Domain hat also faktisch keine Relevanz – und fällt damit auch für Suchmaschinen als Ranking-Kriterium weg.

 

Soll ich trotzdem eine solche Domain buchen?

  • Es gibt also keinen SEO-Vorteil – aber auch keinen Nachteil. Da es sich bei den „neuen“ Top-Level-Domains um generische Domains handelt, können Sie diese über die Search Console auf ein bestimmtes Land ausrichten. So können Sie z. B. eine .museum-Domain auf Deutschland ausrichten, um so mit einer .de-Domain gleichzuziehen.
  • In einigen Fällen sind die neuen Domains durchaus attraktiv – vor allem, wenn man damit etwas spielt. Domains wie kauf-mein.auto oder das-mode.blog können durchaus attraktiv sein und helfen, wenn in umkämpften Bereichen die klassischen Top-Level-Domains .de und .com nicht mehr verfügbar sind.
  • Auch bei den neuen Domains gilt: Exact Match Domains haben keinen Wert mehr. Heißt: Früher gab es bei Google für Domains wie krankenversicherung.de einen kleinen Vorteil bei dem jeweiligen Suchbegriff, der in der Domain vorkommt. Das funktioniert schon seit einigen Jahren nicht mehr. Verzichten Sie also besser auf sperrige Domains wie jetzt-blumen-online-kaufen.de.
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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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