HR SEO: Fachkräftesuche über Google – ein oft ungenutztes Potenzial! [Search Camp 252]

15. November 2022 | Von in Search Camp + Alles auf Start, SEO

Die Suche nach Fachkräften ist für viele Unternehmen schwierig. Hier kann HR SEO helfen, denn natürlich wird die Google-Suche häufig für die Suche nach passenden Stellen gesucht. Welche Schrauben kannst Du an Eurem Karriere-Bereich drehen, damit Ihr auch mit diesem Content auf den vorderen Plätzen zu finden seid?

 

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HR SEO: Fachkräftesuche über Google – ein oft ungenutztes Potenzial!

Heute geht es um die gezielte Suche von Personal über Suchmaschinen. Und ja, das ist A), ein Thema, was von vielen Unternehmen sehr vernachlässigt wird, was ungeschickt ist, weil B), viele Menschen suchen ihren nächsten Job online. Und das beides zusammenzubringen macht natürlich vollkommen Sinn.

Und deswegen, es ist ein Thema, wo ich mir seit Jahren bei vielen Unternehmen den Mund fusselig rede. Es wird zwar immer viel geredet über Fachkräftemangel und „wir finden so ganz schwer Leute“. Aber in SEO investieren will dann auch kaum jemand. Also das finde ich immer ein bisschen komisch, bisschen seltsam. Deswegen zeige ich euch bisschen die Klaviatur, die ihr zur Verfügung habt, wenn ihr HR SEO machen wollt auf eurer eigenen Website.

Grundsätzlich sehe ich immer zwei getrennte Baustellen. Thema Nummer eins, da geht es um Stellenanzeigen. Das heißt, kurzlebige Seiten. Man sucht vielleicht einen Baggerfahrer und hat man ihn gefunden, dann nimmt man die Stellenanzeige wieder runter, löscht die Stellenanzeige. Das ist das eine Thema. Also ich habe einen konkreten Bedarf, eine ganz bestimmte Person wird gesucht und dafür mache ich eine Stellenanzeige und danach wird sie wieder gelöscht. Und das zweite Thema sind eben längerfristige Seiten.

 

SEO für Stellenanzeigen

Ich fange mal mit dem ersten Thema an. Stellenanzeigen, da hat sich ja was getan vor einigen Jahren. Und zwar gibt es Google Jobs, also eine Google-Jobsuche und ich kann meine Stellenanzeigen so aufbereiten, dass sie dort erscheinen. Und das ist gut, denn wenn jemand zum Beispiel nach Stellenangeboten in Münster sucht, wird er eine sehr prominente Darstellung sehen von Google Jobs, also sehr prominent über dem ersten organischen Suchergebnis. Und da ist schon wertvoll, wenn man dann da auch zu finden ist.

Und man kann natürlich auch sagen, wer da selbst nicht drauf optimiert oder hier nichts machen möchte, das muss nicht schlimm sein, weil auch die ganzen Plattformen wie StepStone, Stellenanzeigen.de, Xing und Konsorten, die spielen da eben auch mit rein. Das heißt, wenn ihr eine Stellenanzeige bei euch veröffentlicht, Google kommt da aber irgendwie nicht ran, sprechen wir gleich drüber und ihr veröffentlicht sie aber auch noch bei genannten Portalen, dann ist es eben so, dass diese Stellenanzeige dann eben dort gefunden wird.

Google fasst sie sowieso zusammen. Das heißt, wenn es eine Stellenanzeige auf x Portalen gibt, dann ist sie nicht x-Mal im System, sondern nur einmal vorhanden. Und das sieht man daran, dann gibt es oben so eine Batterie von Buttons, die heißt dann, “Bewerbung auf” und dann ist da halt zum Beispiel “Bewerbung auf StepStone” oder sonst wem. Also die werden sowieso zusammengefasst. Das heißt nochmal, selbst wenn du nichts machst, du kannst auch die anderen Portale dafür nutzen. Und trotzdem würde ich immer sagen: bitte darauf optimieren.

Was braucht man? Punkt eins: Man braucht einzelne indexierbare HTML-Seiten pro Stellenanzeige. Manchmal sehe ich da noch, es gibt keine HTML-Seiten, es gibt nur PDFs oder auch nur ein Bild. Also wo man quasi die – ja, die Stellenanzeige in der Zeitung veröffentlicht hat. Und das hat man dann irgendwie, also hoffentlich digital irgendwie umgewandelt oder noch schlimmer, einfach nur abfotografiert. Damit kann eine Suchmaschine nichts anfangen, sondern es muss wirklich eine HTML-Seite geben und die muss auch noch indexierbar sein. Das heißt, nicht per Robots.txt gesperrt, nicht per Noindex gesperrt.

Und da muss ich dann ein Markup drauf packen, nämlich das JobPosting Markup. Und da gibt es – wie bei allen Markups gibt es Attribute, die rein müssen und dann gibt es optionale Attribute, die rein dürfen. Verpflichtend ist vor allem erstmal der Title, also der Jobtitel, die Description, die Beschreibung. Dann gibt es noch Date posted, also wann wurde das veröffentlicht, an welchem Tag? Und dann gibt es noch zwei Felder, nämlich einmal Hiring Organization, also wer seid ihr als Unternehmen? Und die Job Location. Also wo findet dann dieses Arbeitsverhältnis später eigentlich statt? Auch da gibt es mittlerweile Möglichkeiten, dass – zum Beispiel Heimarbeitsverhältnisse natürlich auch abzubilden. Also die Sachen müssen rein.

Und dann gibt es noch optionale Attribute, die könnt ihr reinmachen. Vor allem Base Salary, also quasi das Bruttobasisgehalt. Macht man in Deutschland typischerweise nicht. Direct Apply. Das heißt, wenn ihr eine Möglichkeit hat, dass man sich direkt bewerben kann, dann könnt ihr da eine URL hinterlegen, damit Nutzer dann dahin geführt werden. Oder es gibt zum Beispiel den Employment Type, also ist das Vollzeit oder Teilzeit. Das könnte da alles eintragen.

 

Wie übermittelt man Stellenangebote an Google?

Jetzt habt ihr ein Stellenangebot veröffentlicht. Dann wäre es doch gut, wenn Google das möglichst schnell in die Hände kriegt. Und da gibt es eigentlich drei Möglichkeiten. Möglichkeit Nummer eins ist die sogenannte Indexing API. Also es gibt eine Programmierschnittstelle von Google, da kann ich Google eben sagen, hier, also in der gleichen Sekunde, wo das Ding veröffentlicht wurde, rufst du diese API auf und benachrichtigst Google auf diesem Wege, dass das Ding veröffentlicht wurde. Funktioniert übrigens auch nur für Stellenangebote. Ja, und noch ein Spezialfall, aber hauptsächlich für Stellenangebote. Bitte nicht für was anderes missbrauchen.

Zweite Möglichkeit: Ihr habt XML-Sitemaps mit Lastmod. Was heißt das? XML-Sitemaps heißt – kennt ihr ja alle, das sind einfach Listen von den URLs eurer Website. Und Lastmod heißt, in dieser Liste ist auch hinterlegt, wann die Datei verändert wurde. Und wenn Google sich diese Datei eben runterlädt und sich dann die Lastmods anguckt, dann wissen sie eigentlich relativ schnell, was jetzt gerade gecrawlt werden muss und was gerade kein Crawling braucht.

So. Möglichkeit Nummer drei ist die Funktion „URL-Prüfung“ in der Search Console zu benutzen. Funktioniert aber nicht so wahnsinnig gut, weil die kann durchaus Zeit brauchen, bis sie dann vorbeikommt und das Ganze indexiert. Oder man betet halt einfach. Geht natürlich auch.

Reporting kriegt ihr übrigens über die Google Search Console wie gewohnt im Report Leistung. Da könnt ihr sehen, wie oft eure Stellenanzeige gesehen wurde, wie oft sie angeklickt wurde.

So viel zu den Stellenanzeigen. Und nochmal, wenn ihr das Ganze nicht macht, dann könnt ihr natürlich auch die üblichen Verdächtigen dafür benutzen, um in diese Google Jobs Datenbank reinzuhuschen. Gleichwohl ich persönlich, wenn ich viele Stellen hätte, würde ich mich selbst darum kümmern.

 

Langlebige Seiten

Stellenangebote sind für SEO eigentlich blöd, weil Seiten, die nur kurz existieren, performen in SEO immer nicht so schlecht. Gibt es einfach keine guten Signale erstmal für. Bei Google Jobs ist das egal, weil Google Jobs anders funktioniert. Aber grundsätzlich: kurzlebige Seiten sind nicht gut.

So, also was brauchen wir? Wir brauchen langlebige Seiten, statische Seiten, die über Jahre existieren. Und auch vor allem monothematische Seiten. Und zwar für alle Personalthemen, die ihr laufend braucht.

Angenommen, ihr habt immer einen Ausbildungsplatz als Industriemechaniker:in offen, dann wäre es gut, wenn ihr dafür genau eine Seite hättet. Ihr sucht immer Werkstudentinnen? Ja, dann braucht ihr dafür auch eine Seite. Ihr habt immer Praktika anzubieten? Super, dann mach doch eine Seite dafür.

Also statische, monothematische Seiten und die gerne auch lokal ausgerichtet, das heißt jeweils eine Angabe von Stadt, manchmal Region oder so etwas, je nachdem, wo ihr gerade so seid.

Und vor allem dieses „Monothematische ist wichtig. Das heißt, ihr baut nicht eine lange Seite auf, da steht dann drauf: „Wir haben Ausbildungsplätze für die Berufe A, B, C, D, E, F“. Sondern: Für A macht ihr eine separate Seite, für B, für C.

Ansonsten macht ihr natürlich sowieso die typische Optimierung, also auch da Seitentitel, Meta Description. Die absoluten Standards sollte man hier natürlich optimal nutzen, damit diese Seiten in den Suchergebnissen auch gut aussehen. Denn man darf nie vergessen.

Bei solchen Suchanfragen, für die man dann gefunden werden möchte, wie “ausbildungsplatz industriemechaniker münster”, da spielen die ganzen Portale ja auch mit. Ihr habt da durchaus eine Chance, dafür gefunden zu werden, gar keine Frage. Aber ein leichtes Spiel wird es nicht unbedingt. Und deswegen sollte die Website oder euer Suchergebnis natürlich auch optimal aussehen.

Und gerade wenn ihr irgendwie ein – Verkaufsargument, hätte ich fast gesagt – also so ein gutes Argument habt, warum ihr der bessere Arbeitgeber seid, dann sollte das so stehen. Dann sollte das da stehen. Wenn jeder Azubi bei euch einen Porsche kriegt, ja, schreibt es rein! Es geht ja immer darum, einen Unterschied zu machen und den Leuten zu erklären, warum soll ich bei dir draufklicken? Und ja, das solltest du da reinschreiben.

 

Zwei wichtige Hinweise

Solche Karriereinhalte, solche HR-Inhalte, die sind auch immer gut für den Linkaufbau. Also nutzt gerne das Potenzial, aus zwei Gründen: Links hat man eigentlich nie zu viele. Und über solche Links können natürlich auch reale Besucher kommen und Besucher sind eben potenzielle Bewerber:innen.

Also das heißt, wenn du Ausbildungsplätze anzubieten hast, dann gibt es die ganzen Azubi-Portale und da solltest du ein Profil haben. Und wenn du ein Profil hast, bitte sorgt auch dafür, dass da ein Link drin ist. Oder es gibt oft so regionale oder auch lokale Initiativen oder Brancheninitiativen und guckt da nach, was gibt es da alles? Dafür bietet sich die Google Suche einfach an. Lass dich dort listen. Manchmal kostet es was, manchmal nicht. Und ja, dann hast du zwei Sachen getan, nämlich einen Backlink aufgebaut für Suchmaschinen. Und das zweite natürlich, du hast einen Backlink aufgebaut, damit Bewerber:innen zu deiner Website finden.

Und der zweite Tipp: Bitte nutze keine separate Domain für deine HR-Inhalte. Ich habe mir das mal angeguckt, muss mal gerade aufaddieren. Ich habe 275 Karrieresektionen mir angeguckt, wo liegen die eigentlich so? Und da gibt es durchaus Fälle, wo das Ganze auf einer ganz anderen Domain liegt. Also zum Beispiel schwedenhorn.de als Unternehmen und HR-Inhalte liegen dann auf arbeitenbeischwedenhorn.de. SEO-technisch ist das immer schwierig.

Volkswagen hat volkswagen-karriere.de. Die haben interessanterweise auch karriere.volkswagen.de, so wie es dann manchmal bei so Konzernen eigentlich ist, dass man vielleicht auch Doppelstrukturen hat. Aber grundsätzlich, bitte nutze nicht, wenn du es irgendwie vermeiden kannst, eine separate Domain, sondern leg es in einen Ordner, also meine-website.de/Karriere. Auf eine Subdomain, karriere.meine-website.de. Bitte nicht eine getrennte Domain davon.

Ich habe mal nachgeguckt, welche dieser Methoden verbreitet ist. Methode Nummer eins mit 71%, es werden Pfade genutzt. Also /Karriere. Das Zweithäufigste ist leider wirklich eine getrennte Domain mit 22%. Nicht zu empfehlen. Subdomain mit 7% ist eher so ein Schattendasein, haben einige auch gemacht, keine Frage. Ist immerhin die zweitbeste Lösung. Also, Pfad bitte nutzen, keine getrennte Domain. Ansonsten, wenn es nicht anders geht, bitte nehmt eine Subdomain, damit einfach noch möglichst viel SEO-Power auf eurer Domain gebündelt wird.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und SEO Advocate der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor, Podcaster und Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO.

Markus hat vier Kinder, spielt in seiner Freizeit gerne Klavier (vor allem Jazz) und genießt das Leben.

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