HTTP-Statuscodes: Dies sind die wichtigsten für SEO-Experten

24. Juli 2019 | Von in SEO

301, 302, 404 oder 500. Dies sind Zahlen – genauer gesagt Statuscodes – die in der SEO-Arbeit häufiger einmal auftauchen und deshalb auch bei Online-Marketern bekannt sein sollten. Deshalb findet sich in diesem Beitrag eine Zusammenfassung, was genau diese Codes eigentlich bedeuten, welche wichtig sind, welche Bedeutung sie für SEO haben und wie man sie überprüfen kann.

Was genau ist der HTTP-Statuscode?

Ein HTTP-Statuscode ist ein Teil der Antwort des Servers auf eine HTTP-Anfrage eines Clients (z. B. Webbrowser oder Googlebot). Dies ist hierbei der Aufruf einer URL in einem Webbrowser. Sie besteht aus drei Zahlen und gibt Auskunft darüber, ob und welcher Fehler bei der Anfrage aufgetreten ist.

Welche Statusklassen gibt es und was bedeuten sie?

Die HTTP-Statuscodes werden in verschiedene Statusklassen eingeteilt werden, wobei die erste Ziffer für die jeweilige Statusklasse steht.

  • 1xx         Informational (Informationen)
  • 2xx         Success (Erfolgreiche Operation)
  • 3xx         Redirection (Umleitung oder Weiterleitung)
  • 4xx         Client Error (Client-Fehler / Fehlerseiten)
  • 5xx         Server Error (Webserver-Fehler)

Welche Statuscodes sollte ein SEO-Experte kennen?

Statuscode 200 – Ok

Dieser Code sagt aus, dass die angeforderten Daten übermittelt werden können und es keine Probleme gibt. Er tritt am häufigsten auf, da er den Normalfall abbildet.

Statuscode 3xx – Umleitung

Statuscode 301 – Moved Permanently

Wird eine Anfrage mit dem Statuscode 301 beantwortet, bedeutet dies, dass die angeforderte Ressource nicht länger unter der angefragten Adresse erreichbar ist. Sie wurde dauerhaft verschoben. Dabei wird ebenfalls die neue Adresse mitgeliefert, damit trotzdem auf die Daten zugegriffen werden kann.

Statuscode 302 – Moved Temporarily

Der Statuscode 302 steht für eine temporäre Weiterleitung. Die angeforderte Ressource ist vorrübergehend über eine neue Adresse zu erreichen – die alte bleibt dennoch gültig. Diese Weiterleitung sollte nicht für dauerhafte Adressänderungen verwendet werden, damit der Googlebot nicht weiterhin die veraltete URL indexiert und durch die Neue ersetzen kann.

Statuscode 4xx – Client-Fehler

Statuscode 401 – Unauthorized

Dieser Statuscode sagt aus, dass die angeforderten Daten zugangsgeschützt sind. Nur durch das mitsenden einer gültigen Zugangskennung (z. B. Login mit Nutzername und Passwort), kann der Server die Daten erfolgreich übermitteln.

Statuscode 403 – Forbidden

Dieser Code geht noch einen Schritt weiter. Er wird z. B. ausgegeben, wenn die Zugangsanfrage bei einem 401-Code nicht erfolgreich war oder wenn die IP des Clients für die Anfrage gesperrt ist.

Statuscode 404 – Not Found

Der Statuscode 404 gehört wohl zu den Bekanntesten. Er wird dann vom Server gesendet, wenn die angeforderte Ressource nicht (mehr) existiert.

Die Anzahl dieses Fehlers sollte relativ geringgehalten werden. Hierfür können die veralteten Ressourcen auf entsprechende neue umgeleitet werden (s. Statuscode 301).

Soft-404-Fehler

In diesem Rahmen sollte auch der Soft-404-Fehler erwähnt werden. Dabei handelt es sich um den Fall, dass trotz einer fehlenden Ressource kein 404 oder 410 Fehler ausgespielt wird. Dies kann vorkommen, wenn keine entsprechende Fehlerseite hinterlegt wurde oder die entsprechende URL noch existiert, jedoch keinen Inhalt mehr aufweist.

Sehen kann man dieses gut an einem Beispiel von Forklift. Für die analysierte URL – für Tool-Empfehlung: siehe unten – wird ein Statuscode 200 ausgegeben. Jedoch ist, wie in der Abbildung unten zu sehen, dort kein Inhalt.

Für die geprüfte URL wird ein Status Code 200 ausgegeben, …
… obwohl die Seite keinen Inhalt aufweist.

Statuscode 410 – Gone

Die angeforderte Ressource ist nicht mehr vorhanden und es ist keine alternative Adresse für die gleiche Ressource bekannt. Wenn eine URL aus dem Index entfernt werden soll, kann es sinnvoller sein den 410-Code – statt eines 404-Codes – auszuspielen. So wird den Suchmaschinen signalisiert, dass die Ressource endgültig weg ist und nicht mehr zurückkehrt.

Statuscode 5xx – Server-Fehler

Statuscode 500 – Internal Server Error

Bei dem Statuscode 500 wird ein interner Serverfehler signalisiert, der die Auslieferung der Ressource verhindert. Dabei kann es sich um eine Vielzahl von Gründen handeln. Diese werden jedoch nicht weiter benannt.

Statuscode 502 – Bad Gateway

Dieser Code wird ausgegeben, wenn bei der Anfrage an einen Server eine Fehlermeldung aufgetreten ist.

Statuscode 503 – Service Unavailable

Wird eine Anfrage mit dem Statuscode 503 beantwortet, kann die Anfrage wegen einer Überlastung nicht beantwortet werden. Teilweise wird in der Statusmeldung mitgegeben, wann die Anfrage frühestens wieder bearbeitet werden kann.

Eine sehr ausführliche Liste weiterer Statuscodes gibt es hier: https://www.gaijin.at/de/infos/http-statuscodes

Wie kann ich die Statuscodes überprüfen?

Überprüft werden können die Statuscodes einer Webseite auf verschiedene Weise. Mit dem Screaming Frog SEO Spider kann eine Seite oder eine Liste von URLs gecrawlt und dann mit dem Tab „Statuscodes“ überprüft werden. Neben der Auflistung für die einzelnen URLs findet sich rechts eine Zusammenfassung, wie hoch der Anteil der jeweiligen Statusklassen bei der Stichprobe ist.

Überblick über die Verteilung der Statuscodes im Screaming Frog

Ein kostenloses Tool ist httpstatus.io. Mit diesem kann eine bereits vorhandene Liste von URLs – z. B. aus einem Crawling-Tool oder einer Sitemap – hinsichtlich der Statuscodes überprüft werden. Die Ergebnisse werden dabei sehr anschaulich und übersichtlich dargestellt und sind deswegen auch für Anfänger sehr gut geeignet. Ein weiterer Vorteil: Weiterleitungsketten, also mehrere aufeinanderfolgende 301 oder 302 Weiterleitungen, sind auf einem Blick sehr gut zu erkennen.

Beispiel für eine Überprüfung mit httpstatus.io

Welche Bedeutung haben Statuscodes für SEO?

Aber ist das nicht nur wichtig für meinen Programmierer? Warum sollte ich als Online-Marketer – spezieller als SEO-Experte – diese Codes kennen?

Die Statuscodes spielen bei der Suchmaschinenoptimierung eine wichtige Rolle. So ist es wichtig zu wissen, warum besser 301-Weiterleitungen anstatt von 302-Weiterleitungen für permanente Adressänderungen verwendet werden sollten. Auch kann mit Hilfe der 4xx- und 5xx-Statuscodes sehr gut eingeschätzt werden, ob eine URL schlicht nicht existiert oder aufgrund eines vielleicht überlasteten Servers nicht aufgerufen werden kann.

All dieses Wissen kann dabei helfen, die eigene Seite besser einzuschätzen und sie für Nutzer und Suchmaschinen zu optimieren.

Spezifische Anwendungsfälle sind übrigens in unserem Blogbeitrag „7 SEO-Tipps die Shop-Betreiber direkt umsetzen können“ zu finden.

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Lisa Heidemann

Lisa Heidemann ist studierte Kommunikationsmanagerin und arbeitet zurzeit als Online-Marketing-Managerin bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Ihre Fachgebiete sind SEO und Social Media.

Lisa ist unter anderem in den folgenden sozialen Netzwerken vertreten:

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