Kann ich es mir leisten, auf Microsoft Advertising zu verzichten?

1. Oktober 2020 | Von in SEA

Microsoft Advertising erreicht Menschen weltweit: Pro Monat werden 13 Milliarden Suchanfragen auf Bing gestellt, LinkedIn zählt 675 Millionen Mitglieder, Partner von Microsoft sind unter anderem AOL, Yahoo oder The Wall Street Journal. Ob ich es mir als Werbetreibender also tatsächlich leisten kann, Microsoft Advertising nicht zu nutzen und somit auch ein werberelevantes Publikum zu ignorieren, erklären wir in diesem Blogbeitrag.

1. Reichweite und Wachstum

Allein in Deutschland hat sich der Suchanteil bei Microsoft in den letzten fünf Jahren verdreifacht: Lag der Suchanteil der Nutzer*innen im Jahr 2015 für Desktop noch bei 7 %, so liegt er im Jahr 2020 bei 23 % (Quelle: Insights Microsoft Advertising). Es werden demnach immer mehr Menschen über Microsoft Advertising erreicht.

Allerdings muss diese Zahl im Verhältnis zu Google gesehen werden: Auch wenn der Suchanteil bei Microsoft Advertising stetig wächst, ist der Anteil gegenüber Google doch eher als gering einzustufen. 

2. Werbemöglichkeiten

Festgestellt werden kann, dass es bei Microsoft Advertising immer etwas länger dauert, bis Neuerungen umgesetzt werden. Der Suchmaschinenriese Google ist oft sehr viel schneller und weiter, was neue Features im Speziellen angeht – oder Werbemöglichkeiten im Allgemeinen.

Suche und Shopping

Möchte man mit Microsoft Advertising werben, stehen einem verschiedene Optionen der Werbung zur Verfügung, die man bereits aus Google Ads kennt. Dazu gehören Shopping-Kampagnen, verschiedene Suchkampagnen (z. B. erweiterte Textanzeigen und responsive Suchanzeigen) oder auch diverse Erweiterungen wie etwa Sitelinks, Preiserweiterungen und viele mehr.

Auch dynamische Suchanzeigen (DSA) können schnell und ohne Keyword-Set ins Konto eingepflegt werden. Es ist ein ideales Verfahren, um neue Potenziale zu entdecken. Hinterlegt werden können hier nicht nur die Beschreibungstexte, sondern auch statische Überschriften.

Remarketing-Listen

Wie bereits in einem früheren Blogpost von uns erwähnt, bietet Remarketing ein hohes Potenzial für Werbetreibende, da Nutzer angesprochen werden, die bereits mit der Website interagiert haben und unterschiedlich weit im Kaufprozess sind.

Auch bei Microsoft Advertising lohnt es sich, die Remarketing-Potenziale zu nutzen: Der minimale Cookie-Pool einer Remarketing-Liste in Google Ads beträgt 1.000 Nutzer*innen, damit die Anforderungen an das Suchnetzwerk erfüllt werden. Bei Microsoft Advertising sind dagegen nur 300 Nutzer*innen erforderlich.

Dynamisches Remarketing

Beim dynamischen Remarketing handelt es sich um eine Form des Remarketings, die demnächst auch in Microsoft Advertising verfügbar sein wird (weitere Infos dazu im Microsoft Blog).

Hier werden Nutzer*innen angesprochen, die bereits in irgendeiner Art und Weise mit dem Shop bzw. der Website interagiert haben.

Microsoft Audience Network

Mit dem Microsoft Audience Network (MSAN) kommt jetzt auch ein neues Feature in Deutschland zum Einsatz: Hier werden Bildanzeigen als Anzeigenerweiterung (sogenannte Zielgruppenanzeigen) geräteübergreifend auf MSN, Outlook und Microsoft Edge ausgespielt. Verwendet werden müssen dafür entweder eigene Bilder oder es werden automatisch passende Bilder von Microsoft hinterlegt.

Doch darauf, dass ganze Kampagnen für das MSAN aufgesetzt werden können, müssen wir vorerst noch warten.

3. Schneller Google-Import

Entscheidet man sich dafür, Microsoft Advertising zu nutzen, und wirbt man bereits mit Google Ads, gibt es eine schnelle Lösung: den Google Ads Import. So müssen Kampagnen in Microsoft Advertising nicht neu erstellt werden. Der Import von Google Ads kann sowohl für Suchkampagnen als auch für Shopping-Kampagnen genutzt werden.

Keyword-Recherche, Kampagnenaufbau, das Hinterlegen von negativen Keywords, Strukturierung der einzelnen Kampagnen, das Erstellen von Textanzeigen – all dies kann mit großer Zeitersparnis zu Microsoft importiert werden. Und sollte man doch noch Hilfe benötigen, steht der Support von Microsoft Advertising sofort bereit.

Doch nicht nur die Zeitersparnis und der Support spielen eine wichtige Rolle. Auch die Kostenersparnis darf nicht außer Acht gelassen werden: Microsoft Advertising verzeichnet niedrigere CPCs als Google Ads.

4. Vorteile für den B2B-Bereich

Mit dem LinkedIn-Profile-Targeting stellt Microsoft eine exklusive Möglichkeit zur Verfügung: Es können Gebotsanpassungen für die Unternehmen, die Branche oder die Stellenfunktion des Nutzers/der Nutzerin vorgenommen werden. Durch dieses präzise und in dieser Form einzigartige Targeting können mehrere hundert Branchen und tausende Unternehmen angesprochen werden.

Indem man diese Infos aus den LinkedIn-Profilen für Anzeigen nutzt, können relevante Zielgruppen sehr gut erreicht werden.

Hinzu kommt, dass ein großer Anteil an Mitarbeiter*innen im Geschäftsbereich das Windows-Betriebssystem von Microsoft nutzt. Allein im Juli 2020 konnte bei diesem Betriebssystem ein Marktanteil an weltweiten Seitenaufrufen von rund 78 % erreicht werden (Quelle: de.statista.com/statistik/daten/studie/157902/umfrage/marktanteil-der-genutzten-betriebssysteme-weltweit-seit-2009/).

Dies ist aus dem Grund so wichtig, weil Bing beim Windows-Betriebssystem als Standard-Suchmaschine vorinstalliert ist und daher auch oft verwendet wird. Gerade für Unternehmen im B2B-Bereich kann das spannend sein, weil hier ihre Zielgruppe (Geschäftskunden) erreicht wird.

Fazit

Insgesamt bietet Microsoft Advertising viele Vorteile, aber eben auch Nachteile. Doch jeder neue Kanal birgt auch Potenziale, die es zu testen gilt.

Zwar ist Google Ads als Suchmaschine der Spitzenreiter – aber auf Microsoft Advertising sollte dennoch nicht verzichtet werden. Suchmaschinen-Werbung auf Microsoft Advertising kann und sollte eine Ergänzung zu Google Ads sein.

Schließlich ist die Nutzung der beiden Kanäle kein Kampf zwischen David gegen Goliath. Vielmehr kann es ein gemeinsamer Weg von Microsoft Advertising und Google Ads sein, dessen Ziel der Werbetreibende vorgibt. So kann der größtmögliche Umsatz auf verschiedenen Kanälen erwirtschaftet werden.


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Sarah Wulf

Sarah Wulf ist Online-Marketing-Managerin bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Im Bloofusion-Blog berichtet sie über Google Ads und andere SEA-Themen.

Sie hat eine Vorliebe für das Backen von aufwendigen Rezepten und das Lesen dicker Fantasy-Schmöker. Zum Glück lassen sich Torten und Bücher wunderbar mit einer großen Tasse Kaffee kombinieren.

Sarah ist in den folgenden sozialen Netzwerken vertreten:

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