Keyword-Links: Gut oder schlecht? Und woher kommen die?

19. Januar 2011 | Von in SEO

Wir haben in den letzten Tagen ein neues Tool gebastelt, das Keyword-Links für Money-Keywords findet. Zum Austesten haben wir das für verschiedenste Keywords laufen lassen, die allesamt als “Money-Keywords” gelten, also teure, umkämpfte Suchbegriffe.

Was suchen wir da? Wir suchen Links in der Form <a href=””>Keyword</a>. Dabei prüfen wir natürlich auch, ob es Dofollow-Links sind. Gemeint sind also Links, die so oder so ähnlich aussehen:

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Sind Keyword-Links gut?

Nach gängiger Meinung sollen derartige Links das Ranking für das verlinkte Keyword stärken. Ich persönlich halte derartige Keyword-Links ja für gefährlich, weil Google eben doch nicht blöd ist. Die meisten dieser Links sind halt gekauft oder getauscht. (Womit ich natürlich nicht sagen will, dass das im Beispiel oben der Fall ist)

Wenn wir es mit einer halben Stunde Python-Programmierung (und der allmächtigen Bloofusion-Library) schaffen, mehr als 2.000 Websites zu identifizieren, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen Link verkaufen oder tauschen, kann Google das auch.

Und wer glaubt, dass ein Link, der auf allen Seiten einer Website wie www.playstation-paradies-123.de (fiktives Beispiel) zu finden ist und mit dem Keyword “Fertighaus” auf eine Website verlinkt, etwas (und das vor allem langfristig) bringt, unterschätzt Google wohl unglaublich.

Man sieht dem Link – wie im Fall oben – natürlich nicht an, ob er gekauft ist oder nicht. Da hat Google natürlich prinzipiell schlechte Karten. Aber die Fragen ist ja, ob Google hier wirklich einen 100%igen Beweis braucht.

Im Übrigen ist es in vielen Fällen so, dass gerade die erstplatzierten Websites für ein bestimmtes Keyword keinen einzigen Keyword-Link haben. Keyword-Links sind also nicht unbedingt der absolute Schlüssel zum Erfolg.

Wir haben uns natürlich auch die ganzen Links angeschaut, um zu prüfen, ob es nicht doch legitime Links sind. Das könnte ja passieren. Aber es ist eben extrem unwahrscheinlich, dass jemand das Wort “Ratenkredit” oder “Fertighaus” verlinkt. Und so war es auch in der Praxis: Ich habe keinen einzigen Link gefunden, der wohl organisch entstanden ist. (Wie gesagt: Genau weiß man’s nie, aber ich habe da schon ein sehr gutes Gefühl)

Wie sind die Keywords verteilt?

Unser Tool überprüft auch, wo die Keyword-Links zu finden sind:

  • Home Page: Die Startseite einer Website verlinkt, aber auch nur die Startseite
  • Deep Page: Eine Unterseite verlinkt, aber auch nur die Unterseite
  • Site-wide: Alle Seiten einer Website verlinken (üblicherweise Footer- oder Navi-Links)

Die Links, die wir gefunden haben, sind dabei wie folgt verteilt:

Bild

Es dominieren also Links der Kategorie Deep Page – in der Regel Blog-Beiträge. Home-Page-Links gibt es auch immerhin noch in ca. 1/6 der Fälle. Site-wide Links sollten eigentlich wirklich der Vergangenheit angehören, aber es gibt sie immer noch.

Streng genommen sind Site-wide Links auch die einzigen Links, die Google sehr effizient herausfiltern kann. Bei allen anderen hängt es eben stark vom Einzelfall ab.

Meine Meinung

Keiner hat was davon, in Schönheit zu sterben, wenn die Konkurrenz zeitgleich Keyword-Links kauft und nicht versucht, Links auf anderem Wege (z. V. via Social Media) zu erzeugen.

Aber: Google ist nicht total dumm. Leider ist Google immer noch dumm genug, um vieles nicht zu erkennen. Das liegt in der Natur der Sache, denn ein Link ist zunächst einmal ein Link, dem man nicht ansieht, wie er zustandegekommen ist.

Keyword-Links funktionieren derzeit immer noch recht gut (je nach Art des Links). Und: Es gibt für manche Themen einfach keine Möglichkeit, organische Links zu bekommen, die auf das Keyword ausgerichtet sind. Mit seiner Liebe für Keyword-Links zwingt Google also Website-Betreiber geradezu zum Tricksen.

Manchmal glaube ich, dass ich im falschen Film bin. Die meisten professionellen Linkbuilder schreiben etwas von “thematisch passenden Links”, die man braucht – und dann sieht man zeitgleich, dass viele Website-Betreiber sich Schrott-Links kaufen und damit auch noch – kurz- und mittelfristig – durchkommen.

Da wird Social Media als der heilige Gral des Linkaufbaus gehandelt. Aber zeitgleich wird eben immer noch gekauft, was geht. Ich glaube, dass viele Social Media so sehr herbeisehnen, weil sie es leid sind, für Links zu bezahlen und auch das Risiko nicht mehr tragen möchten, dafür einiges Tages abgestraft zu werden.

Linkaufbau bleibt also auch weiterhin ein spannendes Thema. Und eins, bei dem wohl jeder sein eigenes Rezept und eine Vorstellung vom idealen Link-Mix hat…

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

10 Kommentare zu “Keyword-Links: Gut oder schlecht? Und woher kommen die?”

  1. Daniel

    interessanter Post. natürlich sind deeplinks am wichtigsten, wenn die anderen Faktoren einigermaßen natürlich erscheinen. Die Frage ist doch eher, wie diese Keyword-Links jeweils im Verhätltnis auch zu anderen Anchor-Texten stehn oder? Wenn man immer nur mit dem gleichen Keyword verlinkt kann es natürlich nur nach hinten los gehen.

  2. Markus

    Ich glaube auch, dass es immer eine Frage der Relation ist. Das betrifft natürlich die eigene Website (hinreichende Variationen bei den Anchortexten), aber auch die eigene Website im Vergleich zur Konkurrenz. Warum sollte nur ich 50 Keyword-Links für “Ratenkredit” haben, wenn alle Konkurrenten das überhaupt nicht haben?

  3. Ralf Zmölnig

    Hallo Markus. Interessant aufbereitet. Am Ende des Tages denke ich auch, dass Keywordlinks vor allem für “dünne” Affiliateprojekte im Algo entsprechend (für die Betreiber) negativ eingeordnét werden. Bei Keyworddomains ist aber dann die Frage, wie Google das verlässlich und “mathematisch” sinnvoll einordnen will!? Und wenn ich mir z.B. Auftritte wie von der Süddeutschen Zeitung ansehe, die anscheinend gerade massiv Keywordlinks einkaufen, so funktionieren diese dann je nach Segment mehr als gut. Die SZ hat wohl auch genug Authority dafür… es bleibt spannend ;o) Gruß. Ralf

  4. Frank

    Bei aller Liebe, wenn man den Linktext von den beiden Beispielen exakt über Google sucht, sieht man sowohl die Linkquelle als auch das Linkziel… Da bringt die Maskierung des Brand Namens am Anang auch nichts mehr. Seid ihr euch wirklich sicher dass ihr konkrete Webseiten hier an den Pranger stellen wollt?!

  5. Christoph Batik

    Hallo! Dazu möchte ich auch gerne auf den Beitrag von Mediadonis verweisen (http://www.mediadonis.net/die-sache-mit-dem-brand/). Laut seinen interessanten Beitrag und Untersuchungen bringen Keyword-Links ja nicht mehr so viel. Es muss einfach natürlich wirken, nur tut es das nicht mehr wenn ich großteils Keywords-Links habe. Also warum nicht einmal einen Link einkaufen, der den Firmennamen oder gar die Domain im Linktext hat (wenn schon eingekauft werden muss). LG Christoph

  6. Markus

    @Frank Ich geb zu, dass ich das nicht bedacht habe. Hoffe ich mal, dass Google hier nicht mitliest.

  7. Matthias

    Das Paradebeispiel für Keywordlinks ist wohl Wikipedia, und dies sowohl bei den internen Links, als auch bei den eingehen Links, die meist Deeplinks sind. Damit erreicht Wikipedia sehr viele Spitzenplätze.

  8. Holger

    Welche anderen Faktoren würdet ihr denn statt Keywordlinks als wichtigste sehen?

  9. Markus Hövener

    Wo soll ich da anfangen? Google sagt, es sind mehr als 200 Faktoren…

  10. Desperados Izda

    ja analysiere meine homepage

    http://www.dein-entruempler.de

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