Lebensmittel online kaufen: 10 SEO-Empfehlungen für Food-Shops + viele Beispiele…

23. Juni 2016 | Von in SEO

Wir betreuen relativ viele Online-Shops auf dem Food-Segment. In diesem Blog-Beitrag möchte ich auf die meiner Meinung nach zehn wichtigsten Punkte für Food-Shops eingehen. Was muss man beachten, wenn man Lebensmittel, Wein, Spirituosen und andere Produkte online verkaufen möchte? Welche Basics und welche Tricks gibt es?

Im Folgenden stelle ich die zehn Bereiche vor, die bei den meisten Food-Shops wichtig sind – zusammen mit vielen Beispielen zum Angucken und Anklicken.

 

1. Rubrikenstruktur ans Suchverhalten anpassen

Am Anfang jeder SEO-Maßnahme steht natürlich die Keyword-Recherche. Wenn man passende Keywords gefunden hat, geht es dann darum, Seiten darauf zu optimieren. Rubrikenseiten sind dabei eine der wichtigsten Möglichkeiten, um generische Suchbegriffe abzudecken.

Je nach Suchverhalten muss man nach der Recherche passende Rubrikenstrukturen wählen, z. B.

Wie schon oft gesagt: Rubrikenseiten sind vor allem deshalb wichtig, weil sie konstant vorhanden sind. Produkte kommen und gehen auch wieder, aber Rubrikenseiten können eine extrem hohe Lebenszeit haben und so wichtige Signale ansammeln. Deswegen ist es wichtig, vor allem bei der Rubrikenstruktur planvoll vorzugehen.

 

2. Produktnamen optimieren

Es ist bei Online-Shops aus allen Branchen wichtig, Produkte richtig zu benennen und optimal an das Suchverhalten anzupassen. Wenn man z. B. ein Sortiment glutenfreier Produkte hat, sollte typischerweise im Produktnamen auch das Wort “glutenfrei” erscheinen. Wir empfehlen Kunden immer, für bestimmte Kategorien Vorgaben für die Produktnamen zu erstellen, damit solche Fehler wie bei Edeka eben nicht passieren:

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Von 20 Produkten aus der Kategorie “Glutenfrei” fehlt bei zwei Produkten das Wort “glutenfrei” im Produktnamen – und damit auch im Seitentitel.

Am Anfang steht also immer die Keyword-Recherche, um bestimmte, sich wiederholende Muster für Produktnamen zu entdecken. Bei Wein wäre das z. B.

  • Name des Weinguts
  • Jahrgang
  • Rebsorte
  • Art des Weins (Rotwein, Weißwein, …)

Darauf aufbauend kann man dann Regeln für die Produktnamen erstellen, wobei man hier natürlich nicht nur SEO im Blick haben sollte. Denn: Die Produktnamen müssen ja auch für Nutzer innerhalb des Shops sinnvoll und ansprechend sein. Hier muss der SEO also einen guten Kompromiss finden.

 

3. Geschenke

Lebensmittel kauft man nicht nur, um sie selbst zu verzehren. Vielmehr werden diese manchmal auch verschenkt. Ob Präsentkörbe oder Spirituosen: Nach Geschenken wird natürlich auch in Suchmaschinen gesucht. Es macht also Sinn, die eigene Website auf solche Suchbegriffe abzustimmen.

So hat Bottleworld.de in der Rubrik http://www.bottleworld.de/geschenke/ viele Unterrubriken geschaffen, die zum Teil auf Produktkategorien, zum Teil aber auch auf Anlässe bezogen sind:

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Und diese Seiten generieren durchaus relevanten Rankings, z. B.

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Auch andere Shops wie Ebrosia (http://www.ebrosia.de/Geschenk-Ideen/992-Praesente-kaufen.html) oder Dallmayr (http://www.dallmayr-versand.de/Geschenke-Ideen) zeigen, was man in diesen Bereichen alles machen kann.

 

4. Nutzenorientierte Suchbegriffe abdecken

Nicht immer wird direkt nach bestimmten Produkten und Produktkategorien gesucht. Manchmal sucht man eben auch nutzenorientiert, also nach Produkten, die eine bestimmte Funktion erfüllen. Ein Beispiel dafür liefert www.all-bio.de mit Seiten für “Abwehrkräfte stärken” oder “Konzentration steigern”:

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Gerade im Bereich der Nahrungsergänzung macht das absolut Sinn. Also: Prüfen, ob es für den eigenen Shop solche nutzenorientierten Suchen gibt und dann dafür auch (Kategorie-)Seiten erstellen.

 

5. Inhalte für kritische Kunden

Ernährung wird ja mehr und mehr zur Religion – und deswegen informieren sich viele Kunden auch zu kritischen Themen. Wer z. B. nach “auf sojalecithin verzichten” sucht, findet ganz vorne einen Beitrag im Naturata-Blog. In dem Beitrag “Warum Verzicht auf den Zusatz von Sojalecithin?” wird erklärt, warum die eigenen Produkte diesen Zusatzstoff nicht mehr brauchen. Der Blog-Beitrag erfüllt die Anforderung an “Entkommerzialisierung” leider vollständig. Es wäre hier durchaus gut gewesen, aus dem Blog heraus auf Produkte zu verlinken, da der Nutzer so am Ende des Textes relativ ratlos zurückgelassen wird.

Wer also vor allem Produkte “ohne etwas” hat, sollte im Blog entsprechende Inhalte erstellen, um Verbraucher zu informieren und zeitgleich den Bogen zum eigenen Sortiment zu schlagen.

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Diese Suchbegriffe eignen sich natürlich nicht nur für Blog-Beiträge, sondern auch für Rubriken und sogar für Produktdetailseiten. Im Einzelfall muss man man also entscheiden, wie man die einzelnen Suchbegriffe abdecken möchte.

 

6. Pakete anbieten

Wer wie ich ratlos vorm Weinregal steht, ist dankbar, wenn Shops eine Vorauswahl treffen und Produkte zu einem (Probier-)Paket zusammenstellen. Vom Suchvolumen her ist das noch relativ überschaubar, aber ich weiß, dass solche Pakete in vielen Food-Shops gut funktionieren. Das Suchvolumen zeigt ja auch, dass da ein gewisses Potenzial liegt:

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Und wenn man dann wie Ebrosia passende Produkte hat (das Weißwein Topseller des Jahres Probierpaket oder das Ernst Bretz Rotwein-Probierpaket trocken), kann man für Suchbegriffe wie “weißwein probierpaket” oder “rotwein probierpaket” auch gute Rankings erreichen.

 

7. Produktfinder

Nicht alle Kunden wissen direkt, welches Produkt das für sie passende ist. Um also in Bezug auf Conversions und positive Nutzersignale zu punkten, sollten Shops ihren Besuchern Hilfen anbieten. Dafür kann man viele gute Beispiele finden:

Auch Funktionen wie “Schmeckt zu…” sind hilfreich:

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Und für Allergiker ist sicherlich die Funktion “Allergiefilter” von www.foodoase.de eine große Hilfe:

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8. Produktbewertungen

Produktbewertungen sind natürlich insgesamt sehr wichtig, um Nutzer zu leiten. Bei Food-Shops kommt noch eine Besonderheit dazu: Es gibt in einigen Branchen Profi-Bewertungen. So gibt es beim Wein z. B. Parker Points. Solche Bewertungen sind bei der Fülle an schwer zu beurteilenden Produkten in vielen Fällen wichtig.

In Bezug auf SEO sind aber auch im Food-Segment primär Nutzerbewertungen wichtig, um Produktdetailseiten mit Text aufzuwerten. Bei www.vinexus.de sieht man gut, dass Nutzer zum Teil sehr umfängliche Texte schreiben:

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Also: Nutzer sollten gezielt aufgefordert werden, ihre Produkterfahrungen mitzuteilen. Eine Implementierung der Bewertungen über Tabs (wie bei Vinexus) würde ich allerdings nicht mehr empfehlen, da Google nicht direkt sichtbare Texte nicht sonderlich hoch wertet – siehe Google-Richtlinien:

“Google ist in der Lage, HTML-Inhalte zu crawlen, die sich hinter Navigationselementen wie Tabs oder maximierbaren Bereichen verbergen. Wir stufen diese Inhalte jedoch als weniger zugänglich für Nutzer ein und sind der Ansicht, dass die wichtigsten Informationen in der Standard-Seitenansicht sichtbar sein sollten.”

Das Einklappen von Bewertungen ist leider immer noch Standard, z. B. auch auf den Produktdetailseiten von www.jacques.de (z. B. https://www.jacques.de/weine/2284/2015-manoir-grignon-blanc/):

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9. Relevanter Content

Einige Shops machen vor, wie man mit Inhalten rund um die Produktwelt auch sehr viel Sichtbarkeit generieren kann. Ich gebe zu, dass www.deutschesee.de kein klassischer Food-Shop ist, aber trotzdem macht das Unternehmen sehr viel Reichweite mit Inhalten – und im Vergleich sehr wenig Reichweite mit klassischen Shop-Inhalten:

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Gerade im Shop-Bereich sind natürlich vor allem Rezepte sinnvoll. Ein Beispiel: www.so-schmeckts.de macht ein gutes Drittel der Sichtbarkeit nur über die Rezept-Datenbank:

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Food-Shop-Betreiber sollten also prüfen, welche Inhalte sie bereitstellen möchten:

  • Rezepte
  • Lexikon
  • Trends

 

10. Lokale Suchbegriffe abdecken

Gerade wer viele stationäre Geschäfte hat, sollte für diese lokale Profilseiten einrichten. Vorbild ist hier sicherlich www.jacques.de/weindepots/. Für jeden Standort wurde eine Profilseite eingerichtet, die dafür sorgt, dass es zahlreiche Rankings für “weinhandlung + Stadt” gibt:

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Für Shops kann das in der Tat wichtig sein, da ein Teil der Nutzer bei der Suche nach einer Filiale auf den Online-Shop stößt und dann doch nicht stationär, sondern online einkauft.

Wer Filialen hat, sollte hier auf jeden Fall alle wichtigen Basics beachten:

  • Seiten für jede Stadt anlegen
  • Seiten für jede Filiale anlegen
  • Struktur aufbauen, damit Crawler effizient an die Seiten kommen (und diese nicht hinter einem Formular “verstecken”)

 

Fazit

Wie man sieht, gibt es viele SEO-Potenziale für Food-Shops. Wer Wein, Spirituosen oder Lebensmittel verkauft, sollte daher kritisch prüfen, welche Maßnahmen für die eigene Website sinnvoll sind. Dabei geht es vor allem um die Optimierung klassischer Shop-Bereiche (Rubriken, Produktdetailseiten), um viele generische und produktspezifische Suchbegriffe abdecken zu können. Aber auch dem Thema “Content” sollte man viel Aufmerksamkeit widmen, um mit spannenden Inhalten Besucher in den Shop zu ziehen.

 

Noch mehr zum Thema?

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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