Linkaufbau Monatsrückblick Juni 2014

1. Juli 2014 | Von in Agenturleben

Was hat sich in den Bereichen Linkaufbau und Content-Marketing im Juni getan? Neuigkeiten und Meinungen, die mich in diesem Monat zum nachdenken gebracht haben, fasse ich hier zusammen. Auch wenn es keine spektakulären Meldungen gab, so wurden doch einige interessante Ideen niedergeschrieben.

 

Linkbuilding

Auch im Juni gab es wieder ein Video für Webmaster von Matt Cutts (Leiter des Webspam Teams von Google).
Die Frage:
Wie können Inhalte gute Rankings bei Suchmaschinen erzielen ohne viele Links, die darauf verweisen?
Das Statement zusammengefasst:
Für Google ist es schwierig, die Qualität von Inhalten und Seiten ohne Links zu bewerten. Letztlich kann sich die Suchmaschine dann nur die Texte auf der Seite anschauen und hier Keywords auswerten.
Hier das Video:

 

Kampagnen-Tracking für aufgebaute Links?

Eine sehr interessante Idee beschreibt Ashley Kemper. Sie schlägt vor, aufgebaute Links von starken, themenrelevanten Seiten ebenso mit Tracking-Parametern zu versehen wie beispielsweise Links aus einem E-Mail-Newsletter oder sozialen Medien. Das ist natürlich sinnvoll, denn beim zeitgemäßen Linkaufbau werden (zumindest implizit) folgende Annahmen gemacht:

  1. Links, die von Besuchern auch tatsächlich geklickt werden, sind mehr wert.
  2. ein starker Link kann einen größeren Effekt haben als viele schwächere.

Dementsprechend ist ein Report über die reine Anzahl aufgebauter Links wenig aussagekräftig.

Eine Frage jedoch bleibt:
Natürlich entstandene Links würden logischerweise niemals mit einem Tracking-Parameter versehen sein, entsprechend müssten also all diese aufgebauten Links mit dem Nofollow-Attribut gekennzeichnet sein. Im Sinne von Rankings und SEO sind sie dann nicht hilfreich. Ob das trotzdem noch Linkbuilding ist, darüber lässt sich streiten. Jedenfalls passt diese Herangehensweise zum Trend, dass Grenzen im Online-Marketing – beispielsweise zwischen Linkaufbau und Online-PR – immer mehr verschwimmen.

Der ganze Artikel bei SearchEngineLand: http://searchengineland.com/using-campaign-tracking-measure-link-building-success-191758

Der Standpunkt von Nicole Kohler passt ebenfalls dazu:
http://moz.com/blog/the-hidden-power-of-nofollow-links

Sie argumentiert, dass Nofollow-Links für den Erfolg einer Website genauso wertvoll sein können wie “echte” Links. Dabei geht es natürlich dann nicht direkt um Suchmaschinenoptimierung. Relevante Auswirkungen auf Aufmerksamkeit, Bekanntheit, Engagement, Markenbildung und vor allem Traffic sollten nicht vernachlässigt werden. Nicht zuletzt, weil sie wiederum indirekt zu Erwähnungen und Links führen können!

 

Ein gutes Tool für die Entwicklung einer Linkbuilding-Strategie, den Search Explorer von Majestic SEO, stellt Markus Hövener vor. Im Blog-Beitrag erklärt er, wie man mit dem Tool Vorbilder erfolgreicher Link-Aktionen findet. Daran kann man sich orientieren und Inspiration für eigene Initiativen finden.
https://blog.bloofusion.de/2014/06/16/erfolgreiche-link-aktionen-entdecken-warum-ich-den-majestic-search-explorer-liebe/

 

Die Liste der zehn schlimmsten Annahmen im Linkaufbau von Julie Joyce wird jedem seriösen Linkbuilder aus der Seele sprechen.
Ich persönlich möchte folgende Punkte nochmals hervorheben und kommentieren:

(5) Wenn wir da angekommen sind, wo wir hinwollten, hören wir erst einmal auf und schauen, wie es weiter geht, wenn wir nichts mehr tun.

So sollte man auf keinen Fall reagieren. Gerade, wenn man Erfolge erzielt hat, spricht das ja für die aktuelle Strategie. Warum also aufhören? Mit viel Arbeit und Energie wurde ja etwas ins Rollen gebracht (Kontakte geknüpft, Konversationen entfacht, Aufmerksamkeit gewonnen). Linkaufbau (und Online-Marketing insgesamt) ist keine Maßnahme, mit der mal eben Position 1 bei Google erreicht und dann gehalten wird – besonders in konkurrenzstarken Feldern.

(10) Ich kann guten und erfolgreichen Linkaufbau ohne Input betreiben.

Niemand kennt Produkt oder Dienstleistung so, wie der Anbieter selbst. Ich als Linkbuilder kann mich sehr gut informieren, aber nie zu einem Meinungsführer in der Branche meines Kunden werden. Für eine fruchtbare Zusammenarbeit müssen wir beide voneinander lernen und häufig Meinungen und Erfahrungen austauschen.

Den kompletten Beitrag mit allen zehn Punkten (denen ich ausnahmslos beipflichte) gibt es hier:
http://searchengineland.com/10-worst-link-building-assumptions-194353

 

Content

 

2014-07-01 10h58 37

 

Ständig gute Inhalte schaffen, die besser sind als die der Konkurrenz, noch dazu überzeugend und relativ leicht und günstig anzufertigen? Mit eigener Forschung und Daten geht das.
Kane Jamison führt detailliert durch den ganzen Prozess:
http://www.slideshare.net/kanejamison/cost-effective-databased-content-marketing

Weitere Ideen, wo Daten herkommen können:
1. aus dem eigenen Unternehmen (F&E, Controlling, Website-Statistiken)
2. Umfrage, die das Unternehmen durchführt oder sponsert
3. von einem Partner
a) besitzt ein existierender Partner spannende Daten?
b) Wer verfügt über die benötigten Daten? Wäre hier eine neue Partnerschaft sinnvoll?
4. öffentliche Daten (z. B. vom statistischen Bundesamt)
5. Social Media
6. älterer Content

Quelle: http://blog.bufferapp.com/6-sources-of-data-and-inspiration-for-your-visual-content

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Andreas Schülke

Andreas Schülke leitet als Head of Agency die Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Er schreibt schwerpunktmäßig zu den Themen Content-Marketing, Linkaufbau und SEO – im Bloofusion-Blog, im Magazin für SEO, SEA und E-Commerce suchradar sowie bei Twitter.

Privat treibt er viel Sport und ist Spielertrainer beim Freizeitliga-Verein SC Münster United. Außerdem ist er Fan von Werder Bremen und musikbegeisterter Hobbykoch.

Andreas Schülke ist in den folgenden sozialen Netzwerken zu finden:

6 Kommentare zu “Linkaufbau Monatsrückblick Juni 2014”

  1. Lars

    Warum so kompliziert? Solange es sich nicht um hunderte oder gar tausende Links handelt, kann man den Traffic der durch Linkbuilding gewonnenen Besucher doch auch in einem Custom Report erfassen. Der ist natürlich nervig aufzusetzen, wenn man rückwirkend ein paar hundert oder tausend Links erfassen will, wer aber früh damit anfängt, kann den Filter des Reports einfach schrittweise um die neu aufgebauten Links erweitern.

  2. Andreas Schülke

    Ja, ein Custom Report in Google Analytics oder einem anderen Webanalyse-Tool ist eine gute Alternative um den Traffic über aufgebaute Links abzuschätzen. Danke für die Ergänzung!

  3. Ingo

    Danke für diesen interessanten Beitrag. Ich denke gerade durch die Entwicklungen der letzten Jahre innerhalb der Suchmaschinenoptimierung wird ein grundlegender Strukturwandel sichtbar. So kommt es in Sachen Backlinks schon vielmehr auf die optimale Gesamt-Zusammensetzung an als auf einzelne Links.

  4. Dominik

    @Ingo:

    Naja, das ist ja schon seit längerem so, das ist keine Entwicklung der letzten Jahre. Allerdings habe ich das Gefühl, dass Links allgemein etwas an Stärke verlieren, wofür ich sehr dankbar bin! Kommt doch alles der Qualität und damit dem Suchmaschinen- und Website-Nutzer zugute.

    LG.,
    Dominik

  5. Markus

    …da ich gerade bei einer keyword challenge mi tmache …kann ich aus den letzten 8 wochen erfahrung nur sagen links haben für google immer noch mehr bedeutung als guter content..leider 🙁

  6. Hendrik

    @Markus: Ja, das ist nach wie vor so 🙂

    @Andreas: Das mit dem Parameter für die gesetzten Links kann ich auch nicht so ganz nachvollziehen. Es ist doch echt nicht so schwer, den Traffic über einzelne Links nachzuvollziehen. Vor allem wenn sich dann noch “natürliche” Links dazumischen, macht es doch fast gar keinen Sinn mehr. Denn dann muss ich ja doch wieder Custom Reports erstellen.

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