Sind Microsites in Bezug auf SEO problematisch? [SEO FAQ #6]

8. Mai 2018 | Von in SEO

Die Frage, wie man Microsites unter SEO-Aspekten umsetzen sollte, ist relativ einfach zu beantworten. Und dennoch wird es gerne regelmäßig falsch gemacht, sodass die Microsites nicht auf das „große SEO-Konto einzahlen“. Was passiert in der Praxis? Und wie sollten Sie stattdessen vorgehen?

 

Was ist eine Microsite?

Vor allem größere Firmen nutzen für bestimmte Kampagnen häufige sogenannte Microsites. Neben der primären Domain website.de gibt es dann oft separate Domains wie website-wird-25.de oder gute-gruende-fuer-website.de.

Manchmal muss eine separate Domain gewählt werden – wenn die Microsite z. B. eine gemeinsame Brancheninitiative von zehn Unternehmen abbildet. Diese Inhalte könnten natürlich aus unternehmenspolitischen Gründen nicht auf einer Website der zehn Unternehmen platziert werden, da das nicht neutral genug wäre. Häufig genug aber wählt man gerade in Konzernen eine Microsite, um weniger „Red Tape“ zu haben – also mehr Handlungsspielraum und weniger Konfliktpotenzial mit dem Team der „normalen“ Website.

 

Was ist daran in Bezug auf SEO problematisch?

Die externe Verlinkung einer Website ist nach wie vor ein wichtiger Ranking-Faktor. Eine Website mit keinen oder weniger Backlinks wird in der Regel keine guten Suchmaschinen-Positionen erklimmen können.

Da sich die meisten Microsites auf einer separaten Domain befinden, zahlen diese nicht auf dasselbe Konto wie die primäre Domain ein. Mit anderen Worten: Die Domain website.de profitiert nicht von dem Link auf website-wird-25.de – und natürlich umgekehrt.

Es können also zwei Fälle eintreten:

  1. Am Anfang ist die Domain der Microsite nicht oder nur wenig verlinkt. Dann generieren die Inhalte keine guten Rankings. Wenn sich dieselben Inhalte aber auf der primären Domain befinden würden, würden die Microsite-Inhalte viel besser ranken. Je nach Art der Kampagne kann das schon wichtig sein.
  2. Falls die Microsite viele gute und starke Backlinks einsammelt, profitiert die primäre Domain nicht davon. Man kann oft beobachten, dass die Microsites viele starke Links einsammeln – von relevanten Partnern, Medien, Bloggern und anderen Medien (siehe Beispiele unten). Wenn irgendwann mal die Kampagne beendet ist, „schlafen“ die Microsites meistens – ohne dass die primäre Domain etwas davon hätte!

 

Was sollte daher bei Microsites beachtet werden?

  1. Falls möglich, sollte keine separate Domain für die Microsite gewählt werden. Am besten ist immer ein Ordner (website.de/kampagne/). Falls das nicht geht, ist auch eine Subdomain (kampagne.website.de) sinnvoll.
  2. Häufig werden Microsites nach einer bestimmten Laufzeit nicht mehr weiter gepflegt. Sie können aber immer noch wichtige Rankings haben, sodass Besucher dann auf veralteten und nicht mehr relevanten Inhalten einsteigen. Diese schlechte Brand-Erfahrung sollte in jedem Fall vermieden werden. Überlegen Sie also gut, wie Sie nach der Kampagne mit der Microsite weitermachen möchten. So können die wichtigen Inhalte auf andere Inhalte der primären Domain umgeleitet werden. Das hätte auch den Vorteil, dass die bestehenden Backlinks durch die Umleitung auf primäre Inhalte umgelenkt werden und diese damit stärken können. Die schlechteste Lösung besteht sicherlich darin, einfach die Domain zu löschen, da dann Nutzer über externe Links auf eine nicht mehr existierende Website kommen.

 

Einige Beispiele für Microsites

onemillionreasons.audi.de

  • Links von ca. 20 Domains, z. B.
    • http://www.horizont.net/marketing/nachrichten/Web-Aktion-Audi-laesst-sich-eine-Million-Liebesbotschaften-ueberbringen-116071
    • https://engageinteractive.co.uk/blog/best-social-campaigns-of-2013
  • Nutzung der Subdomain vorteilhaft, da die 20 Verlinkungen so insgesamt auf die Domain audi.de einzahlen

mundpropaganda.gq.de

  • Links von ca. 20 Domains, z. B.
    • http://www.taz.de/digitaz/.dutschkestrasse/indexGQ-Fotoaktion-zu-Homophobie/!5052949/
    • http://www.klatsch-tratsch.de/2013/12/17/joko-und-klaas-knutschen-sich-fur-den-guten-zweck/187985

www.buderus-zukunft.de

  • Links von ca. 15 Domains, z. B.
    • http://www.bosch-presse.de/pressportal/de/de/bosch-thermotechnik-auf-wachstumskurs-42998.html
    • https://www.vdi-koeln.de/netzwerk/partner/
  • Separate Domain unvorteilhaft in Bezug auf SEO
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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.