Neu: Shopping Actions – So macht Google Amazon Konkurrenz

20. März 2018 | Von in SEA

Der Kampf zwischen Google und Amazon um die Gunst des Kunden geht in die nächste Runde. Google verkündete den Start von „Shopping Actions“. Nun können Kunden mit nur einem Google-Login, Produkte mehrerer Händler direkt in den Warenkorb legen – und das über alle Geräte hinweg. Bisher wurde das Programm nur in den USA ausgerollt.

Die Grundidee ist nicht neu. Im Jahr 2013 launchte Google das Programm „Google Express“, eine Plattform zur Vermittlung von Produkten über einen globalen Warenkorb und Checkout, ähnlich Amazons Marketplace. Über die Google Express Website oder die Google Express App können Nutzer über einen einzigen Account Produkte mehrerer Händler bestellen. Auch der direkte Kauf per Voice Search ist damit möglich.

Ausweitung auf Google Shopping

Gestern verkündete Google nun den Launch von „Shopping Actions“. Hierbei handelt es sich um die Ausweitung des Google Express Programms für die Google Suche bzw. Google Shopping. Jetzt wird es also erst richtig interessant, schließlich starten hier die meisten Produktsuchen.

An dem Programm teilnehmen können Händler mit physischen Shops und Warenlagern. Die Produkte werden dann sowohl bei der Suche mit dem Google Sprachassistenten, in der Google Express App, auf der Google Express Website als auch in den Google Shopping Ergebnissen präsentiert.

Quelle: Google Blog

Vorteile für Kunden und Händler

  1. Kürzerer Weg bis zum Kaufabschluss

Möchte man mehrere Produkte von verschiedenen Händlern kaufen, genügt jetzt ein einziger Zugang über Google. Zudem ist der Warenkorb über alle Geräte verknüpft. Ordert man also auf dem Weg zur Arbeit über sein Smartphone neue Glühbirnen, so kann man abends in der Küche über Google Home noch ein neues Küchenmesser zum gleichen Warenkorb hinzufügen. Die Zahlungsdaten sind im Konto hinterlegt, so ist der Kauf also mit wenigen Klicks erledigt.

2. Die Kundenbindung wird erhöht

Features wie die 1-Klick-Nachbestellung, personalisierte Empfehlungen und die Verknüpfung mit eigenen Kundenbindungsprogrammen ermöglichen es den Händlern eine nachhaltige Kundenbeziehung aufzubauen und erhöhen die Chance auf Folge-Bestellungen. Hier liegt ein großer Vorteil gegenüber Amazon, wo meist Amazon als Händler auftritt und die Identität einzelner Händler in den Hintergrund rückt. Google versteht sich hier eher als Vermittler.

3. Nutzung eines Pay-per-Sale-Modells

Im Gegensatz zu regulären Shopping-Anzeigen, welche über Pay-per-Click abgerechnet werden, erfolgt die Abrechnung beim Shopping-Actions-Programm rein über tatsächlich abgewickelte Verkäufe und liegt hier, wie bei Amazon, auf einer Provisionsbasis. Wie hoch diese ist, erfährt man erst nach der Anmeldung zum Programm.

Wie so oft müssen wir uns hier in Deutschland noch gedulden, da das Programm bisher nur in den USA verfügbar ist. Hier konnten Handelsketten wie Walmart, Target und Co. bereits erste Erfolge verzeichnen. Laut Google erhöhten sich die Gesamtverkäufe zu geringeren Kosten pro Verkauf verglichen mit den regulären Google-Shopping-Anzeigen. Ebenso konnte eine Erhöhung des durchschnittlichen Warenkorbs um 30 % beobachtet werden.

Fazit

Wer heutzutage ein Produkt sucht, der sucht meist über Google und landet dann bei Amazon. Die Shopping Actions sind ein erster Versuch, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Vorteile von Amazon wie das zentrale Kundenkonto und Bestellungen mit wenigen Klicks wurden übernommen und mit der Google-Suche – dem Eingangstor für fast alle Bestellungen – verbunden. Auch was den noch relativ neuen Bereich des Voice Shoppings angeht, zieht Google nach und macht Amazons Echo Konkurrenz. Wann das Programm nach Deutschland kommt, ist leider noch nicht bekannt. Von daher heißt es für uns…abwarten!

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Ricarda Overbeck

Ricarda Overbeck ist Senior Online-Marketing-Managerin (SEA) bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion und schreibt schwerpunktmäßig über die Neuigkeiten in Google Ads.

Wenn sie nicht gerade für Bloofusion die Kampagnen ihrer Kunden optimiert, steht sie mit der Mistgabel im Hühnerstall oder versucht die ganze Welt zu bereisen.

Ricarda ist auch auf Twitter vertreten:

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