News oder Evergreen Content? Welcher Content is King? [Alles auf Start 54]

10. Februar 2022 | Von in Search Camp + Alles auf Start, SEO

Wenn man z. B. ein Blog mit Content füllt, kann man natürlich von den Formaten her viele Richtungen einschlagen. Welche grundsätzliche Richtung ist denn besser? Eher News-orientiert schreiben – oder besser auf Evergreen Content setzen?

 

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Die wichtigsten Podcast-Links:

 

News oder Evergreen Content? Welcher Content is King?

Neue Episode, neues Glück! Heute mit dem Thema News oder Evergreen.

 

Es gibt mehr als SEO …

Ich muss natürlich am Anfang immer darauf hinweisen, heute insbesondere, ich habe heute vor allem den SEO-Blick drauf. Darum geht’s in diesem Podcast. Ich will gleich darüber reden, warum du nur ganz bestimmte Inhalte produzierst. Aber manche Sachen können auch ganz andere Gründe haben.

Also immer nur auf SEO zu gucken, ist natürlich auch vollkommen falsch. Du kannst auch einen Content produzieren einfach nur, weil du möchtest, zum Beispiel, dass Besucher ihn auf deiner Website finden. Da geht’s gar nicht um SEO. Oder du produzierst einen Inhalt, der SEO-irrelevant ist, aber in Social Media gut läuft. Also nochmal: Es gibt immer gute Gründe etwas zu machen, auch wenn SEO da eigentlich jetzt nicht so begeistert von ist.

 

Content is King? Really?

Das ein bisschen Vorgeplänkel. Kommen wir zum eigentlichen Thema. Es gibt diesen Spruch, den ich wirklich nicht mag, nämlich Content is King. Erstmal Content, grundsätzlich ist King, wenn es denn der richtige Content ist. Denn nicht jeder Content ist gleich gut.

Ich kann natürlich in meinem Firmenblog über den 30. Geburtstag von Tante Helga schreiben. Super Content vielleicht, Tante Helga wäre vielleicht total erfreut, aber ist natürlich SEO-technisch jetzt nicht relevant. Bringt dich also nicht nach vorne. Also: Es kommt eben immer darauf an, was du schreibst.

Dann ist natürlich das Problem: Zeit ist begrenzt, Geld auch, und alle Äquivalente davon auch. Und dann kommt noch das Problem, das heißt, Lust auf Schreiben hat man sowieso oft nicht. Das heißt, natürlich manche Unternehmen haben eine eigene Redaktion und Redakteure und die können schreiben und die kann man damit beauftragen, das ist gut. Aber gerade kleinere Unternehmen, so Start-ups, da ist es natürlich manchmal einfach schwierig, weil zum Beispiel vielleicht der Gründer schreibt oder jemand schreibt, der auch noch 30 andere Aufgaben hat.

So ist das. Also geht’s natürlich auch darum, alles in die richtige Richtung zu lenken und dann eher das zu machen, was auch wirklich richtig reinhaut. Deswegen geht’s heute in dieser Folge um genau diese Frage, nämlich: Jetzt hast du Zeit und du sollst ein Stück Content erstellen. Das kann zwei Formen haben, also zwei Formen, die ich sehr häufig entdecke. Entweder ist es News-Beitrag oder es ist Evergreen Content.

 

News Content vs. Evergreen Content

Und ein News-Beitrag kann zum Beispiel sein: Hey! Wir waren gerade auf der Messe X und hier schildere ich mal unsere Eindrücke. Oder: Hey! Wusstest du schon? Unsere neue Kollektion XYZ ist gerade eingetroffen. Also nochmal: News, es geht darum, es ist gerade was passiert, darüber schreibe ich jetzt meinen Content.

Und in Abgrenzung dazu gibt’s Evergreen Content. Da ahnt man schon: Evergreen, der ist sowohl heute als auch in drei Jahren noch valide. Da habe ich dann so Themen wie „So binde ich meine Krawatte richtig“ oder „Was zieht man zum Vorstellungsgespräch an?“, also eben zeitlose Themen.

Beides hat durchaus seine Berechtigung und beides kann durchaus funktionieren. Ich will im nächsten Schritt jetzt erstmal darauf gucken, was sind eigentlich Nachteile und Vorteile und auch Gefahren davon?

 

Vorteile und Nachteile: News Content

Ich fange mal mit den News an: Nachteile. Nachteil ist, selbst wenn ich über etwas schreibe, was suchmaschinen-relevant ist, also etwas, was jemand sucht, dann kann es passieren, dass jemand auf veralteten Inhalten landet. Ich habe mal 2018 einen Beitrag geschrieben über Frisurentrends oder Wohntrends und den habe ich halt 2018 geschrieben. Jetzt angenommen, in diesem Jahr sucht ein Journalist danach, sucht nach „Wohntrends“ und landet auf deinen Beitrag von 2018. Dann wird ihn das sehr wahrscheinlich nicht von den Socken hauen, er wird wahrscheinlich auf seinem Absatz kehrt machen, wenn er überhaupt draufklickt auf deinen Beitrag. Das heißt: Veraltete Inhalte, gerade aus dem News-Bereich, sind oft einfach nicht mehr interessant, die haben eine sehr kurze Lebensdauer.

Die zweite Gefahr, die ich dabei sehe bei News-Beiträgen, ist: Potenziell schreibt man oft und eher über Themen, nach denen niemand sucht. Also: Wir waren gerade auf der Messe XYZ, das waren unsere Eindrücke. Sucht jemand danach? Hm, eher nicht. Oder neue Kollektion eingetroffen. Ja, ist auch so ein Thema, suche ich jetzt nach der Kollektion „Golden Eye“? Wahrscheinlich auch eher nicht.

Das heißt, News sind grundsätzlich interessant, aber haben eine sehr kurze Lebensdauer. Und wenn, dann sind sie häufig oder in relativ vielen Fällen nicht suchrelevant.

News können aber auch Vorteile haben. Sie können natürlich helfen, meine Reputation zu unterstützen. Ich war auf dieser wichtigen Fachmesse und das sind meine Eindrücke. Damit bin ich ja schon sowas wie ein Thought Leader, also ich berichte darüber, was ich da gesehen habe, und andere lesen das und sagen: Wow! Der hat aber wirklich gute Meinungen. Das kann funktionieren.

In der Folge können solche Sachen auch Backlinks generieren, was dann für SEO auch wieder wichtig ist. Das ist allerdings eher dann der Fall, wenn die News auch wirklich, wirklich branchenrelevant ist und auch wirklich wichtige Insights enthält und nicht nur, ich war an dem Stand, ich habe das gesehen, aha, aha, aha. Also dann ist es eher unwahrscheinlich, dass es auch Backlinks generiert.

 

Vorteile und Nachteile: Evergreen Content

Kommen wir zu den Evergreen Inhalten. Die haben natürlich Vorteile, aber die haben auch Nachteile, denn sie müssen natürlich aktuell gehalten werden, damit es auch relevanter Content bleibt. Natürlich kann man sagen, Krawatte richtig binden, ja, das wird man wahrscheinlich in fünf Jahren noch genauso machen wie heute. Das Ding muss immer noch um den Hals und fällt immer noch von oben nach unten, und passt schon. Aber bei anderen Themen ist es eben anders, weil sich eben Sachen auch ändern.

Und der Nachteil ist natürlich: Ich habe oft einen höheren Aufwand für die Erstellung. Denn so ein Ratgeberbeitrag oder so ein Evergreen-Beitrag, der muss auch umfassend sein. Das reicht jetzt nicht 200 Wörter und ich habe mal schnell was hingeklatscht. Also der Aufwand ist relativ hoch.

Vorteile von Evergreen Content: Es liefert mir über Jahre potenziell erstmal wertvollen Traffic, wenn ich denn alles richtigmache. Wir haben Kunden, die kriegen das super hin, die haben Beiträge, die seit fünf Jahren, da kannst du die Uhr nach stellen, liefern einfach jeden Monat ihren Wertbeitrag ab.

Und Vorteil vielleicht auch: Solche Inhalte, die über Jahre hinweg wertvollen Traffic bringen, können eben auch wertvolle Backlinks generieren. Zum Beispiel: Jemand stellt in einem Forum eine Frage „Hey! Wie soll ich denn meine Krawatte richtig binden?“ und jemand anders kennt deinen Beitrag und verlinkt dann aus dem Forum darauf.

Und vor allem kannst du auch selber Seeding betreiben. Das heißt, du kannst mit deinem wertvollen Content, den du generiert hast, jetzt auch nach draußen gehen und sagen „Hallo! Du, lieber Blogbetreiber XYZ, willst du nicht darauf verlinken?“.

 

Und was jetzt?

Das waren Vor- und Nachteile, sowohl von News als auch Evergreen Content. Also: Was solltest du tun?

Erstmal muss ich natürlich, wie die SEOs immer sagen: hängt davon ab. In manchen Branchen ist es so, in manchen ist es so. Trotzdem muss ich sagen: Oft und in der Regel ist es so, dass Evergreen Content viel besser ist als News-Content. Bei gleichem Aufwand hast du einfach mehr Nutzen. Und das betrifft viele Fälle, ein paar Sachen habe ich eben schon genannt, Backlinks zum Beispiel, aber solche Evergreen-Beiträge können auch gute Conversions bringen.

Denn häufig passt ein Evergreen-Beitrag dazu, dass ein Nutzer ein Problem hat. „Krawatte richtig binden“ ist eher nicht ein gutes Beispiel dafür. Warum? Jemand, der das sucht, der hat schon eine Krawatte. Und wenn du jetzt einen Krawatten-Onlineshop hast, wird der in diesem Augenblick zumindest erstmal sehr unwahrscheinlich was bei dir kaufen, weil nochmal: Er hat die Krawatte in der Hand, steht vor dem Spiegel und will jetzt wissen, wie das Ding um den Hals kommt. Bei anderen Themen, „Dachboden isolieren“ zum Beispiel, da ist es ganz anders. Da kannst du die Schritte erklären, da kannst du sagen „Okay! Du brauchst das, das und das.“, ich bin echt kein Spezialist dafür, aber „Du brauchst den Dämmstoff, du brauchst eine Folie. Vielleicht noch einen Tacker, der das Ganze an den Sparren befestigt“ und, und, und. Das heißt, du kannst die Schritte erklären und eben auch gleichzeitig die passenden Produkte anbieten. Das ist bei einem News-Beitrag relativ schlecht.

Das heißt, nochmal, wenn du sowas hast wie, „Wir waren gerade auf der Messe XYZ. Hier sind unsere Eindrücke.“, dann ist das nett, um Reputation aufzubauen, aber für die Conversion ist es in der Regel nicht so wahnsinnig spannend. Deswegen: Evergreen-Content, der kann alles in sich vereinen. Der kann erstmal Rankings generieren, das heißt, Nutzer kommen zu dir. Der kann in der Folge auch zu einer Conversion führen, weil du löst das Problem eines Menschen und kannst, so du denn ein produktzentriertes Unternehmen bist, auch gleich das passende Produkt anbieten. Und du kannst natürlich gleichzeitig auch Reputation aufbauen. Du kannst eben auch Backlinks aufbauen über diese Methode.

Deswegen nochmal meine finale Zusammenfassung: In der Regel ist Evergreen-Content deutlich besser als News-Content zur Erreichung deiner SEO-Ziele. Ich hoffe, ich habe dir einen wertvollen Impuls gebracht heute, vielleicht deine Content-Strategie nochmal zu überdenken. Falls du noch gar keinen Content produzierst, dann überleg doch mal: Was sind wirklich die realen Probleme meiner Nutzer, für die es noch keine guten Inhalte im Netz gibt? Du schreibst sie dir auf, machst dir einen Plan, legst los.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und SEO Advocate der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor, Podcaster, Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und verantwortlich für das suchradar.

Markus hat vier Kinder, spielt in seiner Freizeit gerne Klavier (vor allem Jazz) und genießt das Leben.

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