Podcast = Hype oder Trend? Zwei Podcaster im Gespräch [Search Camp Episode #80]

7. Mai 2019 | Von in Search Camp, SEO

In der letzten Episode ging es schon um das Thema „Corporate Podcast“. Im Gespräch mit Christian Kunz von SEO Südwest betrachten wir das Thema nochmal etwas „more down to earth“ – unter zwei Podcastern. Alles Trend oder was? Wie ist denn der konkrete Aufwand, den man für einen Podcast hat? Und wo geht insgesamt die Reise hin?

 

 

Shownotes

 

 

Transcript

Moin und herzlich willkommen zu Search Camp, dem Online-Marketing Podcast, Markus Hövener hier. Und ich bin heute nicht alleine, ich habe den Christian Kunz von SEO Südwest bei mir. Wir wollen heute mal über das Thema Podcast reden. Ist es ein Trend, ist es ein Hype? Solltest du da draußen vielleicht auch einen Podcast beginnen? Und wenn ja, was braucht man dafür? Was sind so unsere Erfahrungen? Das wollen wir heute mal miteinander bequatschen und gleich geht’s los.

Markus Hövener: Und da sind wir doch. Heute eigentlich eine komische Folge, weil heute reden wir in einem Podcast über Podcasts, so ein bisschen rekursiv. Das macht eigentlich nur Sinn, wenn ich als Podcaster dann noch einen zweiten Podcaster befrage, und ich habe mir den Christian Kunz heute dazu geholt, der, wenn ich nicht vollkommen danebenliege, in diesem Jahr als Podcaster angefangen hat. Aber ich will nicht alles erzählen, Christian sag mal kurz, wer du bist.

Christian Kunz: Hallo Markus und hallo an alle Zuhörer. Super, dass das heute klappt so zwischen den Jahren noch mal einen kleinen Podcast aufzeichnen. Ich finde, das ist ein megaspannendes Thema. Also Podcast erstellen, Podcast anhören ist so ein bisschen zu einer Leidenschaft von mir auch geworden, aber für alle, die mich noch nicht kennen, also ihr kennt vielleicht die Website SEO Südwest, die ich betreibe und da findet ihr regelmäßig die aktuellsten News rundum Google, SEO, Bing und was es sonst noch so gibt in dem Bereich, und seit neuestem eben auch einen Podcast. Habe ich jetzt vor ungefähr 4 Monaten bekommen damit und da gibt es jetzt schon 20 Folgen. Also jede Woche eine und macht richtig Spaß.

Markus Hövener: Und du machst aber die aktuellen SEO News der Woche, richtig?

Christian Kunz: Genau. Also bisher war das thematisch immer festgelegt, dass es immer die aktuellsten SEO News der Woche gibt. Die nehme ich dann immer am Wochenende auf, je nachdem, wann ich dazukomme, entweder schon Freitagabend, manchmal auch Samstag oder Sonntag, aber halt so, dass es zum Wochenende parat ist. Da picke ich mir immer 5, 6 Meldungen raus, über die ich dann ein bisschen was erzähle und damit dann eben die Leute, die jetzt nicht direkt auf die Webseite können, vielleicht mal unterwegs ein bisschen hören können, was sich so getan.

Markus Hövener: Vielleicht ein kurzer Hinweis auch noch so in fast eigener Sache. Wir zwei und noch ein paar andere, also insgesamt 20 Leute, haben eine Facebook Gruppe, die heißt Online-Marketing Podcaster. Das heißt, wer von euch da draußen selber auch einen Podcast zum Thema Online-Marketing macht, ich glaube, wir haben jetzt eigentlich fast alle gefunden, die das machen, aber falls ihr da mit uns diskutieren wollt, wir wollen auch im nächsten Jahr mal ein physisches Treffen machen. Dann stolpert ihr einfach mal rein in die Gruppe und lasst uns diskutieren. Vielleicht fangen wir einfach, wir haben uns eben so ein paar Themen abgesteckt, ist eigentlich mehr so einer Tagcloud im Moment, lass uns mal trotzdem irgendwie, der Aufhänger war ja so ein klein bisschen, wie wir auch zu dem Thema kamen, im Moment ist Podcast wirklich ein Hype, man hat das Gefühl, dass irgendwie an jeder Ecke ein Podcast rauskommt. Ist das jetzt also wirklich Hype im Sinne von so ein kurzfristiges Ding und nächstes Jahr reden wir wieder über was anderes oder stehen wir vielleicht erst am Anfang von irgendwas? Was meinst du?

Christian Kunz: Also vielleicht so ein bisschen aus meiner persönlichen Erfahrung. Ich habe das Thema Podcast schon vor ein paar Jahren kennengelernt, dass gibt es ja jetzt schon über 10 Jahre im Grunde. Jetzt ist es aber so, dass gerade so in den letzten paar Jahren die Qualität und die Quantität von Podcasts also immer stärker zugenommen hat. Ich bin da also erst regelmäßiger Podcast-Hörer gewesen und habe mir dann überlegt eben auch selber was zu machen. Ich glaube, dass es ein bisschen mehr ist als ein Hype, weil Podcasts eben auch so den Gewohnheiten, den täglichen Gewohnheiten der Menschen entgegenkommen. Wir sind ja inzwischen sehr, sehr viel unterwegs, wir fahren Zug, wir fahren Auto, wir fahren Fahrrad, wir sind beim Sport oder wir sind beim Einkaufen, was auch immer und haben dann vielleicht nicht die Zeit irgendwie was zu lesen oder Videos zu gucken, aber wir haben schon Zeit über die Kopfhörer oder die Lautsprecher uns irgendwas anzuhören und uns da so ein bisschen ein paar Updates zu besorgen. Ich glaube, also dass Podcasts eine ziemlich große Zukunft vor sich haben. Ja.

Markus Hövener: Ich habe natürlich eben mal bei Google Trends nachgeguckt, wie sich eigentlich so der Suchbegriff Podcast über die letzten, was ist das, 14 Jahre entwickelt hat, und man sieht eigentlich, dass es so einen kleinen Peak gab 2007/2008, da war das Thema schon mal so gehypt, dann wieder abgeebbt und so seit 2016 geht’s dann wirklich radikal nach oben und ist noch nicht abzusehen, dass es jetzt wirklich irgendwie den Weg nach unten finden würde, glaube ich.

Christian Kunz: Nee, glaube ich auch nicht. Also man sieht es ja auch an den Publikationen, die es jetzt so gibt online, dann so die Webseiten und Blogs und dann auch die großen Magazine, die schreiben alle über Podcasts, es kommen Bücher raus, wie man Podcasts produzieren kann und jeder ist so jetzt in der Lage sich so ein bisschen kreativ zu verwirklichen. sage ich mal. Das Schöne an Podcasts ist ja auch, dass die Einstiegshürde jetzt auch nicht so wahnsinnig hoch ist. Also man braucht nur ein bisschen Equipment und vielleicht ein bisschen Übung und dann läuft das schon.

Markus Hövener: Dann lass uns doch haargenau über das Thema mal reden. Also Einstiegshürde stimme ich zu, halte ich auch für unglaublich niedrig, auf Hardware-Seite braucht man natürlich erstmal ein Mikro. Was hast du so oder was kannst du jemandem empfehlen vielleicht?

Christian Kunz: Da kann man natürlich nach oben hin erstmal beliebig viel ausgeben, aber meine Erfahrung ist, dass man also schon mit einem halbwegs vernünftigen USB-Mikrofon schon was ganz Gutes auf die Beine stellen kann. Software gibt’s sozusagen für umme. Also ich benutze zum Beispiel das Audacity, was wahrscheinlich viele da draußen auch nutzen, also ein unglaublich vielseitiges Werkzeug. Wenn man das beherrscht, kann man da also ganz tolle Sachen auch mit machen, Effekte lassen sich auch per Plugin noch nachrüsten. Also meiner Meinung nach, also vorausgesetzt man hat jetzt einen vernünftigen Rechner zu Hause stehen, kann man mit 100, 150 Euro an Equipment da schon richtig gut was auf die Beine stellen.

Markus Hövener: Ja, würde ich unterschreiben. Also gerade, was das Mikro angeht. Ich meine, das ist halt der Schlüssel, plus du brauchst einen Popschutz dazu. Ich habe hier ein Shure MV5 vor mir, was ich nach wie vor ziemlich genial finde. Ich glaube, es liegt so bei 120, 110 Euro oder so, und ich finde das Ding, also andere schwören auch auf andere Gerätschaften, aber schlussendlich, wenn du irgendwas um die 100 Euro ausgibt, kannst du eigentlich faktisch nichts mehr falsch machen.

Christian Kunz: Ja, sehe ich auch so. Und dazu kommt ja noch das Thema Hosting, was ja quasi auch noch eine Investition darstellt. Da gibt’s ja verschiedene Möglichkeiten. Also man kann entweder einen speziellen Podcast-Hoster sich suchen, was gewisse Vorteile hat. Man hat zum Beispiel Traffic-Auswertung, Analysen. Ich persönlich mache es zum Beispiel so, ich hoste tatsächlich meine Podcasts auf dem Server, auf dem auch meine Webseite liegt, weil ich dann alles aus einem Guss habe, aber das ist denke ich Geschmackssache.

Markus Hövener: Ich bin eher von der anderen Fraktion, fürs Hosting nehme ich Moment Libsyn, was ich ziemlich genial finde als Service, weil du hast halt nichts mehr damit zu tun und der hat halt diese Distributionsfähigkeiten, dass er halt wirklich deinen Podcast nimmt und ihn überall reinhaut, wo du ihn drin haben möchtest und du musst dich nicht mehr drum kümmern, musst nicht mit Spotify irgendwas aushandeln, sondern das Ding ist einfach in Spotify drin, das ist in iTunes drin, in Google Podcasts und sonst wo. Andere schwören auf Podigee, auch ein geniales System. Ich glaube, da muss man halt sich auch ein bisschen fragen, bin ich eher so der Frickler und ich will das irgendwie selfhosten oder will ich halt das Geld ausgeben und ich kenne die Preise jetzt ehrlichgesagt nicht so genau, aber bei Libsyn gebe ich glaube ich im Monat 20 $ aus und das ist glaube ich schon irgendwie das Premium-Paket. Ja.

Christian Kunz: Ja, ich denke auch immer, diese Argumente, die du genannt hast, also zum Beispiel jetzt, um in Spotify reinzukommen, ist das natürlich super, weil da kommt man ja nicht so ohne weiteres rein. Man kann sich ja nicht irgendwo anmelden einfach für Spotify. Es gab ja früher mal so ein ominöses Anmeldeformular, aber

Markus Hövener: Was nie funktioniert hat.

Christian Kunz: Ja, genau. Aber so als Strohhalm der letzten Hoffnung haben das dann viele genutzt, aber ansonsten denke ich auch, dass der Weg dann nur über einen vernünftigen Podcaster-Hoster führen kann, außer man ist halt so bekannt schon, dass Spotify einen sozusagen drin haben will, so wie keine Ahnung “Fest und flauschig” oder so, die jetzt ja dann zu Spotify gewandert sind. Aber so weit zu kommen, da braucht man erstmal eine Zeit lang, glaube ich.

Markus Hövener: Wobei ich jetzt auch sagen muss, Spotify habe ich persönlich total überschätzt. Ich dachte, weil es halt schon eine brutale Verbreitung hat, dass es sich für meinen Podcast auch auszahlen würde und kann ich ehrlichgesagt, ich habe mich auch da mit anderen Podcastern ausgetauscht und bei den meisten ist es eigentlich eine ziemlich herbe Enttäuschung, einfach weil Spotify nicht diese Funktionen hat, dass es dich über neue Podcasts informiert und dann ist es halt relativ … also iTunes ist bei mir nach wie vor das, was am meisten Leute reinspült und sehe ich bei vielen anderen Leuten ehrlichgesagt auch so.

Christian Kunz: Ja, ich glaube, in Spotify reinzukommen ist eher so eine Frage der Ehre. Also man will mal drin gewesen sein und dann

Markus Hövener: Ja genau.

Christian Kunz: egal, was es bringt.

Markus Hövener: Ich habe mir natürlich auch ein paar Statistiken angeguckt so für die Vorbereitung. Es gibt eine Umfrage vom Verband Bitkom und der hat mal festgestellt, im Schnitt 22 Prozent der Deutschen hören Podcasts. Es stand jetzt nicht dabei, ob jetzt wöchentlich täglich oder irgendwas, wobei das ist nur der Schnitt. Wenn du guckst, die Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen, da sind das jeweils 30 Prozent, und das finde eigentlich schon ganz ordentlich, zeigt aber natürlich auch noch, dass wahnsinnig Luft nach oben ist. Ich bin letztens mal, war ich mit meiner Frau im Auto unterwegs, die halt zu den 70 Prozent gehört, die noch nie einen Podcast gehört haben, und ich habe halt einfach mal einen für sie angestellt, weil sie hört immer nur, Markus geht jetzt irgendwie den Podcast aufnehmen, aber hatte da überhaupt keinen Berührungspunkt dazu, und sie fand es eigentlich so auf den ersten Blick toll und hat natürlich gleich gefragt, ob es das auch für ihr Themengebiet alles gibt. Deswegen ich glaube natürlich, dass die Zahl der Nutzer noch steigen wird, ich weiß nur nicht ganz, wo dieses Ceiling ist, weil 100 Prozent kriegen wir natürlich jetzt auch nicht wirklich hin, weil manche sind vielleicht für dieses Audio-Ding auch nicht so wahnsinnig empfänglich, keine Ahnung.

Christian Kunz: Ja, und es ist natürlich auch so, also mit der Zahl der Leute, die Podcasts hören, steigt auch die Zahl der produzierten Podcasts, also das heißt, der Kuchen teilt sich in immer mehr Stücke und da muss man schauen, was man eben davon abbekommt. Gerade jetzt, wenn man Nischenthemen bedient, da ist natürlich die Hörerschaft sowieso begrenzt. Es gibt natürlich auch so Podcasts, die die breite Masse dann eher erreichen, wie jetzt keine Ahnung der ARD Radio Tatort oder solche Dinge, aber wenn man jetzt so ein Thema wie Online-Marketing oder SEO bedient, da hat man ja schon von vornherein natürlich erstmal eine gewisse Begrenzung der Hörerschaft, zumal wenn man noch in einer Sprache wie Deutsch unterwegs ist. Auf der anderen Seite ist natürlich dann auch wieder die Konkurrenz nicht so groß, als wenn man jetzt zum Beispiel einen englischen Podcast aufnehmen würde. Da muss man immer überlegen, ist wie bei einem Blog oder bei einer Webseite auch, aber ich denke auf jeden Fall, da geht noch was. Das ist einfach jetzt mein Bauchgefühl, ohne dass ich es jetzt irgendwie mit Statistiken untermauern könnte.

Markus Hövener: Ja, ich glaube auch, dass da echt noch was geht. Die Statistik besagt übrigens auch, dass die Generation 65 plus mit gerade 4 Prozent dabei ist, also gerade da geht natürlich noch wahnsinnig viel, wobei die wahrscheinlich wirklich noch irgendwie lineares Radio hören, etwas, was ich auch schon vor einigen Jahren aufgegeben habe, naja. Lass uns mal drüber reden, ein Stichwort, was wir uns auch noch aufgeschrieben hatten, war ja Aufwand und Nutzen, also die klassische blöde Frage irgendwie, was stecke ich rein, was kriege ich raus? Ich meine, du hattest gerade auch schon gesagt, man guckt natürlich immer neidisch auf die großen und bekannten Publikum-Podcasts, die halt wirklich dann 20.000, 30.000, 50.000, 100.000 Hörer haben und ich sage nicht, dass wir jetzt rumkrebsen, aber von solchen Zahlen träumen wir natürlich. Das heißt, muss man natürlich trotzdem gucken, was kriegst du eigentlich raus für dich, also was bringt dir das mit dem Podcasten?

Christian Kunz: Vom Aufwand her, wenn man jetzt erstmal die Aufwandsseite betrachtet, also über die Investitionen für Equipment und so hatten wir ja schon gesprochen, dann kommt natürlich der Zeitaufwand dazu. Wenn ich jetzt mal so für mich überlege, was ich da in der Woche investiere in so einen Podcast. Okay, jeder Podcast hat bei mir eine eigene Seite oder eine Landingpage, auf der ich dann nochmal die ganzen Themen draufhabe, die muss natürlich erstmal gebaut werden. Dafür brauche ich vielleicht, wenn’s hochkommt, 1 Stunde. So und dann geht’s noch an das Aufnehmen des Podcast selbst, da rechne ich jetzt einfach mal großzügig nochmal 1 Stunde, und dann vielleicht noch Nacharbeiten, Finalisierung, vielleicht nochmal eine halbe Stunde. Also sagen wir mal 2,5 Stunden in der Woche. Und jetzt ist natürlich die spannende Frage, was kriege ich dafür auf der anderen Seite? Zunächst mal, macht es mir erstmal Spaß, weil das ein neues Medium ist, was ich für mich entdeckt habe und ich hatte ja schon immer so ein bisschen eine Affinität so zum Moderieren, zum Schreiben und das ist jetzt nochmal eine Möglichkeit, wie ich mich quasi da austoben kann. Als nächstes ist es dann auch so, man kriegt tatsächlich auch positives Feedback. Ich habe also jetzt auch schon von ein paar Leuten tatsächlich Rückmeldung bekommen, dass sie das ganz toll finden, auch wenn ich das jetzt nicht irgendwie in Geld ummünzen kann, gibt mir das doch schon mal ein ganz gutes Gefühl, dass da auch irgendjemand ist da draußen, der sich das auch anhört, was ich da mache und dass ich da nicht praktisch irgendwo in den Wald rein rufe und es schallt nichts bei raus. Ich sehe das einfach erstmal als Ergänzung meines Angebots. Wie gesagt, es gibt die Webseite und dann gibt es eben noch den Podcast dazu. Ich hatte auch mal mit dem Gedanken gespielt mal einen Videoblog zu machen, aber das war mir dann ehrlichgesagt doch erstmal noch zu viel. Und dann denke ich, ist der Podcast jetzt erstmal eine ganz gute Übergangslösung. Und Geld verdienen werde ich jetzt mit dem Podcast vermutlich erstmal nicht, aber wer weiß. Das Ganze muss sich ja erstmal entwickeln. Und wie siehst du das, wie ist das bei dir?

Markus Hövener: Als das meiste sehe ich ehrlich den Aufwand. Ich habe es mal einen Monat mitgestoppt und ich brauche ziemlich genau 3 Stunden für eine Folge.

Christian Kunz: Also ziemlich ähnlich wie bei mir.

Markus Hövener: Absolut. Was sich auch ziemlich exakt ähnlich aufteilt, also ich brauche typischerweise 1 Stunde für die Vorbereitung, was hauptsächlich das Sammeln von Stichpunkten ist, oder so wie jetzt hier bei dir, wenn man dann einen externen Interviewpartner hat, dass man natürlich schon irgendwie, weiß nicht, vorher ein bisschen ein paar E-Mails austauscht und so. Dann brauche ich ungefähr 1 Stunde für die Aufnahme, wobei das Aufnahme plus Produktion ist. Und dann brauche ich ungefähr noch 1 Stunde, um das Ding halt wirklich auch, um eine Beschreibung zu schreiben, einen Blogbeitrag, das Ganze in Libsyn reinpacken mit Canva eine Grafik vorbereiten, das Ganze in die Transkription geben und solche Sachen. Und wenn man es mal wirklich zusammenfasst, dann ist es halt wirklich auch 1 Stunde, was ich dann wirklich noch machen muss. Also 3 Stunden pro Folge, ich glaube, da sind wir relativ ähnlich. Was so den Nutzen angeht, sehe ich eigentlich fast deckungsgleich. Ich bin auch immer wieder überrascht, wie viel persönliches Feedback reinkommt, also wirklich auch extrem persönliche Sachen. Das liegt vielleicht auch ein bisschen daran, dass ich dann auch Folgen hatte, wie jetzt den Jahresrückblick, wo ich auch sehr persönlich was zu meiner Situation gesagt habe, und das finde ich halt sehr berührend. Also in diesem Jahr war das wirklich sehr, sehr tiefgehend und das finde ich auch echt sehr schön. Was ich jetzt rausbekomme, wir hatten heute noch so eine Diskussion in der Facebook-Gruppe zum Thema Werbung, an direkten Einnahmen habe ich natürlich wirklich 0. Klar, das ist eben leider so und so war eigentlich auch das Feedback aus der Gruppe heraus, dass, wenn man halt mit der Zuhörerschaft, die wir da jetzt haben, von der Anzahl her, lass es 1.000, 2.000 oder 3.000 sein, vollkommen egal, das, was du da reinkriegst, ist natürlich dann trotzdem Peanuts. Also gerade, wenn man unseren normalen Stundensatz nimmt und anfängt das irgendwie betriebswirtschaftlich zu rechnen, hast du natürlich verloren. Was ich auf jeden Fall merke, ist, es ist halt ein Medium, was Intimität erzeugt, was Vertrautheit erzeugt, und wir haben in diesem Jahr vor allem sehr, sehr gute Kundenanfragen auch auf dem Kanal bekommen, einfach weil Leute merken, hey, da redet einer über Sachen, von denen er auch was versteht. Oder du kriegst auch mal eine Anfrage, auf einer Konferenz zu sprechen und solche Sachen. Also es hilft sehr dem Markenaufbau und diesem Vertrautheitsbonus, dem man ja grundsätzlich auch dem Thema Content-Marketing zuschreibt, und das finde ich immer spannend. Aber ansonsten, das wusste ich übrigens gar nicht, hätte man mal vorher drüber reden sollen, aber ich habe auch so diesen journalistischen Touch oder ich habe schon irgendwie früher so als 6-Jähriger habe ich so mit meinem Kassettenspieler dann schon Radio-Folgen aufgenommen. Also das fand ich immer schon geil. Und da finde ich übrigens auch wirklich, dass Podcasts natürlich ehrlich so wie YouTube zum Beispiel ein sehr demokratisches Medium sind. Also du hast faktisch keine Investition zu tätigen außer eben die besagten 150 Euro und kannst eigentlich halt beliebig erstmal senden und das finde ich erstmal ziemlich cool.

Christian Kunz: Ja. Doch, also das finde ich auch, das ist ein sehr wertvoller Aspekt dieser ganzen Geschichte. Die Story mit dem Kassettenrekorder find ich klasse, weil das habe ich früher auch gemacht. Ich habe also auch so meine eigenen Radio-Folgen aufgenommen und ich habe auch eine eigene Zeitung geschrieben mit der Schreibmaschine damals noch. Also als ich noch gar keinen Computer hatte. Also dieser Hang war auch schon immer da. Ja.

Markus Hövener: Krass. Ja. Eine Frage noch vielleicht so. Es gibt ja auch viele Podcaster oder Podcasts, die hören dann nach 3, 4 Folgen wieder auf. Glaubst du, dass das Leute sind, die den Aufwand unterschätzt haben oder? Mir fällt das vor allem auf, weil so gut wie jeden Online-Marketing Podcast habe ich per RSS abonniert, um mal zu gucken, was machen die so. Und du kannst echt fast ein Muster herleiten, so nach 2, 3 Monaten hörst du von sehr vielen Podcasts dann überhaupt nichts mehr. Hast du eine Idee, woran das liegt?

Christian Kunz: Das kann natürlich verschiedene Gründe haben. Also einmal kann ich mir gut vorstellen, wie du schon gesagt hast, dass es vielleicht unterschätzt wurde, also der Aufwand, der damit verbunden ist. Auf der anderen Seite ist es auch möglich, dass vielleicht nicht jeder dann tatsächlich so diesen Bezug zu diesem Medium hat und das vielleicht erst merkt, wenn er oder sie das dann schon mal ein paar Mal ausprobiert hat. Bei mir war es eher umgekehrt, also ich habe mich am Anfang ziemlich schwergetan. Ich musste bei meinem ersten Podcast, ich weiß nicht, wie oft pausieren und nochmal von vorne anfangen und wie viele Schnitte ich da drin hatte, und jetzt inzwischen moderiere ich dir so einen Podcast fast in einem Stück runter übertrieben gesagt. Da ist Übung wirklich alles, ja. Ja gut und eine Möglichkeit, die auch noch passieren kann, ist natürlich, dass das Feedback oder die Resonanz auf so einen Podcast nicht so ist, wie sich die Leute das dann vielleicht vorgestellt haben, also dass sie halt dachten, okay, jetzt haue einen Podcast raus und dann rennen mir die Hörer die Bude ein und ich habe Abonnenten ohne Ende, und wenn sich dann vielleicht erstmal gar nichts tut, dann kann es auch so ein bisschen frustrierend sein. Wie bei einem Blog auch, ne.

Markus Hövener: Ja klar.

Christian Kunz: Da muss man einfach einen langen Atem haben und erstmal wahrgenommen werden. Also das sind so die Gründe, die ich mir da so vorstellen könnte.

Markus Hövener: Ich glaube vor allem, von 99 Prozent deiner Hörer wirst du nie etwas zurückbekommen und das ist auch glaube ich gar nicht böse gemeint, sondern das liegt auch daran, das geht mir auch oft so, dann höre ich beim Autofahren oder auf der Bahnfahrt, dann höre ich einen Podcast, aber es gibt noch nicht so diesen Feedback-Kanal. Bei dem Blogbeitrag kannst du einen Kommentar darunterschreiben oder wenn einer auf Facebook was schreibt, dann schreibst du halt direkt was drunter. Bei dem Podcast hast du erstmal diesen Bruch, dann hörst du das irgendwie in iTunes oder sonst wo, müsstest erst auf dessen Website gehen, müsstest dir erst vielleicht das Kommentarfeld suchen oder so, ne. Also das merke ich auch, dass Podcasts für mich eigentlich so unkommentierbar sind. Ich hoffe, dass sich das noch mal irgendwie technologisch vielleicht ändert, aber ich sehe es auch ehrlichgesagt noch gar nicht, weil das ist glaube ich einfach senden und dann vielleicht, wenn einer dann im Büro angekommen ist, schreibt er dir vielleicht eine E-Mail, aber dann hast du schon irgendwie tausend andere Gedanken im Kopf wahrscheinlich.

Christian Kunz: Das wäre natürlich mal eine Spitzenidee, weißt du, so diese Möglichkeit, keine Ahnung, wie WhatsApp, ich kann einfach dann per Knopfdruck eine Audionachricht senden und dann meine Kommentare per gesprochener Sprache hinterlegen und wer will, kann sich die dann anhören nach so einem Podcast. Also das stelle ich mir schon spannend vor, wer weiß, vielleicht kommt sowas auch noch.

Markus Hövener: Das gab’s ja mit anchor.fm, zumindest, dass es die Möglichkeit gab, dass deine Zuhörer auch sprechen durften oder quasi Fragen stellen durften. Aber ich glaube, das ist so ein Tool, was ich oder auch eine Plattform, die sich hierzulande jetzt nicht so wahnsinnig gut durchsetzt. Also ich habe damit mal rumgespielt, aber so prickelnd war es jetzt ehrlichgesagt auch noch nicht.

Christian Kunz: Ja, also ich glaube, da muss natürlich auch wieder so diese Hemmschwelle so gering wie möglich sein, dass die Leute das dann auch nutzen. Und ich glaube auch nicht, jeder möchte dann da irgendwo seine Stimme hören. Also da sind eben Menschen auch oftmals ein bisschen gehemmt, aber ich denke mal für den ein oder anderen könnte das durchaus interessant sein. Aber nichtsdestotrotz, also Feedback direkt auf Podcasts, ja, ist selten, man bekommt es dann wahrscheinlich eher so indirekt zurück. Also wie du gesagt hast, über Kundenanfragen oder über erhöhtes Engagement auf der Website oder einfach ähnliche Dinge. Ich glaube, das zahlt sich dann indirekt durchaus schon auch aus und schafft vielleicht auch so eine gewisse Treue der Besucher, einfach weil das Angebot so gut ist, dass sie dann öfter wiederkehren, vielleicht auf die Webseite wiederkehren und sich dann dort auch vielleicht länger aufhalten.

Markus Hövener: Okay, vielleicht angrenzend das Thema, wenn da draußen jetzt jemand überlegt, einen Podcast aufzumachen, was glaubst du denn, was macht einen guten Podcast aus?

Christian Kunz: Ich denke, dass erstmal so die technische Qualität eine wichtige Rolle spielt. Also das fängt wie schon besprochen vorhin beim Mikrofon an, es sollte möglichst wenig rauschen, muss klar verständlich sein. Da kommt natürlich auch die Stimme des Moderators so ein bisschen ins Spiel. Die Sprache sollte möglichst so sein, dass man sie gut mithören kann auch bei schlechten akustischen Bedingungen, wenn man jetzt irgendwo im Zug sitzt zum Beispiel oder wenn es laut ist. Es sollte nicht zu schnell gesprochen sein und so weiter. Originalität denke ich, ist wichtig, also wenn man irgendwas wiedergibt, was schon an zig anderen Stellen in ähnlicher Form zu hören war, weiß ich nicht, ob das dann so prickelnd ist für die Hörer. Und wie schon gesagt, Regelmäßigkeit, also verlässlich am Wochenende oder wann auch immer, am Ende des Monats kommt der nächste Podcast und der kommt dann aber auch und fällt jetzt nicht 4-mal hintereinander aus oder so, weil dann irgendwann glaube ich, geben es die Leute auf und warten dann auch nicht mehr drauf. Ich glaube, die Faktoren sind aus meiner Sicht so die wichtigsten. Und wie siehst du das?

Markus Hövener: Bei der Technik sehe ich es natürlich auch so. Vielleicht ein Punkt, den ich noch reinbringen würde, wäre so das Thema Raumschall, weil es gibt so ein paar, ohne jetzt Namen zu nennen, die ich glaube, dass sie irgendwie aus der Kaffeeküche aufnehmen, wo alles reflektiert. Also so ein klein bisschen die Eierkartons an die Wand nageln ist echt keine schlechte Idee. Auch da gibt’s gute Produkte, das müssen jetzt nicht die Eierkartons wie früher aus dem Proberaum sein, aber irgendwas, was den Raumschall so ein klein bisschen eingrenzt auf jeden Fall. Was für mich persönlich einen guten Podcast ausmacht, ehrlichgesagt ist, dass er relativ kurz ist. Also es gibt ja so ein paar, auch da ohne Namen zu nennen, die eher so in das 1-Stunden-Format hereingehen und wo dann weiß nicht, erstmal Hund und Katze gegrüßt werden. Ich mag’s schon, wenn für mich erkennbar ist, das Ganze ist klar umrissen. Ich mag auch gerne Struktur in einem Podcast. Also wenn man sowas hat wie 10 Punkte, weißt du, und du siehst, es sind 10 Punkte und 20 Minuten, dann weißt du schon, dass der relativ kompakt sein wird und dass da nicht viel rumgelabert wird. Sowas mag ich eigentlich. Und wir wollten ja sowieso auch noch mal drüber reden, auch das stand bei uns auf der Stichwortliste, was denn so bevorzugte Podcasts sind, die wir alle so hören. Und einen, den ich natürlich unglaublich gerne höre, ist, hat jetzt nichts mit SEO oder Online-Marketing zu tun, ist GEDANKENtanken. Einfach, weil ich finde, also da geht’s insgesamt immer so um Führungsthemen, Motivationsthemen und es sind eigentlich hauptsächlich, nee, hauptsächlich weiß ich gar nicht, aber oft sind es Bühnenauftritte, die dann halt noch als Podcast zugänglich gemacht werden. Also wo du echte Koryphäen hast und das Ganze trotzdem relativ kompakt, also du hast dann so einen 20-minütigen Auftritt zu einem sehr definierten Thema, 3-mal, ich weiß nicht, Motivationstipps, so bringst du deine Mitarbeiter zum Rennen, irgendwie sowas, da kann ich relativ viel mit anfangen. Und ansonsten höre ich natürlich vor allem halt so die ganzen SEO-Sachen rauf und runter, also ein Fauldrath, ein Marco Janck, der Content Performance Podcast, den finde ich ganz toll, die machen es auch echt gut die Jungs. Übrigens auch so ein Punkt, kleines bisschen off-topic jetzt, aber als wir die Gruppe gegründet haben, diese Online-Marketing Podcast, wo so 20 Leute drin sind, das waren alles Männer.

Christian Kunz: Ja, stimmt. Jetzt, wo du es sagst, fällt es mir auch auf. Ja.

Markus Hövener: Und man musste ja nicht lange warten bis der feministisch orientierte Kommentar einer Frau kam, die fragte, was macht ihr da eigentlich, einen Männerclub? Und da ist mir eigentlich erst aufgefallen, dass zumindest, ich meine, Online-Marketing ist vielleicht sowieso noch immer ein bisschen männlich dominiert, aber dass gerade unter den Podcastern fiel mir ehrlichgesagt auch niemand ein. Also wir haben da jetzt aktiv niemanden ausgeschlossen, das möchte ich an der Stelle noch mal sagen, aber es scheint schon eher ein männliches Thema zu sein, wobei ich höre auch weibliche oder Podcasts von Frauen. Das sind dann aber eher so Führungsthemen oder so Marketingthemen.

Christian Kunz: Also Aufruf an alle Podcasterinnen hiermit, meldet euch.

Markus Hövener: Ich habe später sogar noch eine gefunden, die machte auch was zum Thema SEO. Ich habe den Namen jetzt allerdings ehrlichgesagt vergessen. Also ja, es gibt sie, aber es ist schon glaube ich sehr männlich dominiert, deswegen können wir da absolut noch ein bisschen Varianz gebrauchen.

Christian Kunz: Absolut.

Markus Hövener: Was hast du so auf der Shortlist bei dir, was hörst du?

Christian Kunz: Mein absoluter Lieblings-Podcast ist SWR2 Wissen. Das ist immer in so einem appetitlichen Format, 25 Minuten etwa bekommt man dann zu den verschiedensten Themen der Wissenschaft und der Kultur immer etwas beigebracht. Also seien es jetzt berühmte Mathematiker, sei es jetzt Astronomie, seien es irgendwelche sozial-, soziologischen Themen. Also die Bandbreite ist einfach riesig und gerade, wenn man so ein kleiner Klugscheißer ist wie ich, der immer mit so Halbwissen irgendwie um die Ecke kommt, dann ist es natürlich immer super, weil da kann ich immer so, wenn ich am Abend vorher einen Podcast gehört habe von SWR2 Wissen, kann ich dann mal so das zufällig einfließen lassen in ein Gespräch, und das macht mir dann immer Riesenspaß. Von daher das ist so mein Lieblings-Podcast. Auch vom SWR2 ist einer, den ich auch gerne höre, das ist “Das Forum”, da sind immer 3, 4 Leute, die diskutieren dann ein bestimmt aktuelles Thema oder auch ein allgemeines Wissenschaftsthema. Also allgemein die Podcasts von SWR2, die sind richtig gut. Dann höre ich noch ab und zu hier von Kollege Böhmermann und Schulz dann noch “Fest und flauschig”, wobei der geht mir schon fast zu lange. Also die labern ja dann schon anderthalb Stunden oder sowas rum und den kann ich dann so wirklich nur so auf einem Ohr mal hören, wenn ich gerade irgendwie irgendwas tue, wofür ich mein Gehirn sonst nicht brauche. Also dass es dann so hintenrum plätschert und so ein bisschen für mich so diese Beschallung einfach da ist und dann höre ich mal wieder hin und dann kommt ein Gag und dann ist es lustig, aber ja, also alleine die zwei Typen zu hören, ist schon witzig manchmal. So, das sind eigentlich so die Sachen. Was ist auch mal gehört habe, das ist aber schon ein paar Jahre her, ich habe Französisch, mein Französisch ein bisschen aufgefrischt. Da gab’s da so einen tollen Podcast, einen Französischkurs in weiß ich nicht 36 Folgen von Anfang bis schon richtig zum fast fortgeschrittenen Niveau, und das war richtig gut. Also man kann ja so viel hören, du kannst alles lernen über Podcasts. Das ist eigentlich so eine unerschöpfliche Wissensquelle, wenn man so will und auch eine Quelle von Unterhaltungsmedien. Also ich kann nur jedem empfehlen, der noch nie Podcasts gehört hat, schaut euch mal um, was es so gibt, weil ich glaube, da ist wirklich für jeden was dabei.

Markus Hövener: Ist natürlich ein Aufruf, der jetzt an dieser Stelle komplett falsch ist, weil alle, die jetzt hören, haben schon was gehört.

Christian Kunz: Stimmt. Ah ja und vielleicht noch eine Anmerkung zum Thema Online-Marketing, SEO Podcasts. Da höre ich natürlich deinen Podcast, Markus, ganz, ganz regelmäßig und der ist finde ich auch richtig gut gelungen, einfach sich noch mal schön abgerundet zu informieren, was gerade so gelaufen ist. Das finde ich sehr, sehr spannend und ja, dann höre ich natürlich auch noch hier von Kollegen Fauldrath, Markus Walter und wie sie alle heißen, und natürlich auch von Marco Janck, den finde ich auch super. Der ist halt so ein bisschen anders, so ein bisschen abgefahren, so ein bisschen lustig, der hat schöne Effekte drin. Also der ist auch technisch finde ich sehr gut gelungen auch. Also der ist auch so ein Original. Und ich finde, sowas zeichnet einen Podcast eben auch aus, dass man ihn irgendwie so unterscheiden kann, dass er für sich steht.

Markus Hövener: Ja, so das mit den Effekten, das muss ich sagen, das neide ich ihm auch immer. Ich habe mal irgendwann eine Halloween-Folge gemacht, da habe ich zumindest so ein bisschen Halloween-Musik dazu geschrieben, aber meistens scheue ich dann doch ehrlichgesagt den Aufwand, den das Ganze macht und ja.

Christian Kunz: Man muss auch erstmal die Sounds haben und einkaufen und dann muss man auch gucken, dass man dann nicht irgendwie Urheberrechte verletzt und was weiß ich. Da kann man auch schnell sich irgendwie in die Nesseln setzen. Aber es ist eine feine Sache.

Markus Hövener: Jetzt führen wir dieses Gespräch ja so ein bisschen um den Jahreswechsel herum. Hast du so Podcast-Vorsätze für das nächste Jahr? Willst du irgendwas Neues ausprobieren?

Christian Kunz: Ich werde meine Technik auf jeden Fall noch mal ein bisschen upgraden, sage ich mal. Also ich werde das noch mal auf ein höheres Niveau heben. Dann mein Vorsatz ist einfach dranbleiben, also sprich, diesen wöchentlichen Rhythmus, den will ich gerne beibehalten und ich würde vielleicht auch mal so ein paar Spezialsendungen aufnehmen. Muss ich mir noch überlegen, was für Themen, aber dass ich nicht immer nur SEO News der Woche habe, sondern vielleicht auch einfach mal ein Thema ein bisschen tiefer behandle, vielleicht auch mal ein paar Tipps und Tricks gebe für bestimmte Dinge, dass man das so ein bisschen als Anleitung verwenden kann. Ja, ich glaube, das könnte schon ganz gut werden so. Und du, was hast du für Vorsätze?

Markus Hövener: Ja, ich habe einen, der ist auch schon in Vorbereitung. Ich möchte einen Monat jeden Tag einen Podcast rausbringen.

Christian Kunz: Boah!

Markus Hövener: Ich habe jetzt 31 Themen schon vorgeplant. Ich meine, das werden eher 5 Minuten-Folgen, weil sonst wirst du ja echt verrückt. Ich meine, es gibt ja so Quartalsverrückte, die das machen, aber nee, es muss halt noch händelbar sein. Und da weiß ich noch nicht, ob es der März oder der Mai wird, also es muss halt dann irgendwie ein Monat mit 31 Tagen sein, weil 31 Folgen hätte ich jetzt quasi vorgeplant. Und ich habe mir angeguckt, was waren eigentlich die Folgen in diesem Jahr, die am meisten Abrufe hatten? Und der auf Platz 2, ich muss gerade noch mal auf meinen Zettel hier gucken, der auf Platz 2 war zum Beispiel, wie du deinen Content an die neuen Quality Rater Guidelines anpasst. Und das war halt ein Beitrag, der vor allem deswegen gut gelaufen ist, weil es ein sehr aktuelles Thema war, es gab kaum jemand, der etwas dazu gebracht hat hier in Deutschland, und es war wirklich so, du und dein Content, also es hat quasi jeden betroffen. Ich glaube schon, dass, obwohl es natürlich irgendwie Stammhörer gibt, so mache ich das eigentlich auch, dass ich mir halt eher in der Liste angucke, welche neuen Episoden sind von allen in meinem Podcast rausgekommen und dann höre ich schon recht selektiv. Also ich höre nicht wirklich alles und deswegen glaube ich natürlich schon, dass der Titel einer Episode schon wichtig ist. Und von solchen Sachen möchte ich noch ein bisschen mehr machen. Und ich würde eigentlich gerne mehr so Roundups machen, also wo man jetzt nicht nur einen interviewt, sondern vielleicht irgendwie 3 oder 4 Leute, und so ein Thema reinschmeißt, weiß nicht, Search Intent oder Voice Search, und dann sagt, so, jetzt diskutieren wir mal alle da drüber. Da scheue ich allerdings ganz ehrlich noch ein bisschen den Aufwand, weil ich glaube, das geht dann schon, also dann 3, 4 Leute an einen Tisch zu kriegen, halte ich für relativ schwierig.

Christian Kunz: Okay, also du weißt dann wirklich, dass das synchron mit diesen 3, 4 Personen stattfindet und nicht nacheinander?

Markus Hövener: Das fände ich halt am spannendsten. Also, wenn die sich auch noch fetzen würden, wäre es natürlich total genial.

Christian Kunz: Stimmt. Ja.

Markus Hövener: Aber noch mal, ich glaube, der Aufwand ist relativ hoch und vielleicht ist der Nutzen dafür gar nicht dementsprechend. Also da überlege ich noch ein bisschen, wie ich es mache. Ich fände es auch mal spannend, das habe ich so oder ich nutze manchmal Konferenzen aus, wie im April die SMX, da bin ich eh vor Ort, habe die ganze Hardware auch immer mit und dann produziere ich meistens mit Leuten dann vor Ort so 2 bis 3 Folgen, weil ich bin vor Ort, die Leute sind vor Ort. Ich möchte eigentlich da gerne noch viel mehr machen. Man könnte eigentlich von jedem, der einen Vortrag hält, irgendwie kurz 2, 3 Minuten Schnipsel aufnehmen und sagen, hey, was war denn jetzt der Inhalt deines Vortrages? Und dann so eine Gesamtfolge daraus basteln. Habe ich aber so, ich habe meistens auf den Konferenzen so viel andere Sachen zu tun, dass ich dazu irgendwie so gedanklich noch nicht so richtig gekommen bin, aber das wäre noch mal eine Idee, die ich gerne mal gehen würde.

Christian Kunz: Ja, klingt gut.

Markus Hövener: Überhaupt versuche ich mir auch ab und zu mal, also nicht nur hier im eigenen Saft zu schmoren, zu gucken, was machen die Deutschen, was machen die Deutschen im Online-Marketing, sondern sich gerade auch so ein paar Ami-Podcasts herauszupicken und mal zu schauen, was machen die eigentlich? Weil größtenteils sind die halt viel krasser drauf oder stecken auch mehr Arbeit rein, aber auch glaube ich, weil sie dann ja auch zum Teil echt gute Werbedeals im Hintergrund haben und da auch wirklich, weiß nicht, 10, 20 Stunden reinstecken können in so eine Folge. Die Chance habe ich leider nicht. Also da höre ich mir immer an, was die Jungs da drüben so machen, aber wie gesagt, manchmal scheitert es dann einfach an der Zeit, das ist leider echt ein Problem.

Christian Kunz: Kannst du da einen Podcast empfehlen, einen englischsprachigen, den du besonders gut findest?

Markus Hövener: Ehrlichgesagt nicht, ich gehe da immer eigentlich kreuz und quer durch die Charts und gucke mir halt da an, ob es zum Beispiel ganz bestimmte Themen gibt, die ich interessant finde. Oder gerade solche Roundups habe ich in den USA eigentlich schon relativ oft gehört und fand sie auch oft sehr gut, aber wie gesagt der Aufwand, das bezahlt dir halt keiner. Und von daher weiß ich noch nicht, ob ich das machen möchte. Oder ob man nicht eher mal wirklich so eine Konferenz nutzt und man sagt, hier, ich schnappe mir 3 Leute und wir setzen uns irgendwie in eine stille Ecke und produzieren da mal eine Folge. Weiß ich auch nicht, das ist glaube ich immer schon, dass man versucht immer noch eine Schippe draufzulegen, aber es muss halt auch noch darstellbar sein.

Christian Kunz: Ja. Oder man nutzt das Treffen, wenn wir es schaffen nächstes Jahr mit den ganzen Podcast-Kolleginnen und Kollegen, dass man da noch irgendwas aufnimmt. Wäre ja auch noch eine Option.

Markus Hövener: Das wäre natürlich der absolute Hammer. Also das könnte man vielleicht wirklich in einem Rutsch mal machen, dass jeder halt mit allen anderen dann Folgen produziert.

Christian Kunz: Ja.

Markus Hövener: Ja, mal gucken. Also ich hoffe, dass wir das hinkriegen, dass man sich mal wirklich treffen kann. Weil so meine Initialzündung waren die Kollegen vom Content Performance Podcast, die auf dem SEO Day vorgetragen haben, und da habe ich schon gedacht, die hatten schon ein paar Ideen, die ich jetzt so noch nicht ganz auf dem Schirm hatte. Ich glaube aber auch, dass ich ein paar Ideen hatte, die sie jetzt noch nicht kannten, und das alles mal an einen Tisch zu bringen und zu sagen, so, wir reden jetzt mal über Ideen, ich glaube, das wäre mal ganz fruchtbar. Ja.

Christian Kunz: Ja, denke ich auch.

Markus Hövener: Vielleicht jetzt zum Schluss die Frage, würdest du den Hörern da draußen, die jetzt im Moment überwiegend nur konsumierend unterwegs sind, raten, selber einen Podcast aufzubauen?

Christian Kunz: Ich würde sagen, probiert es aus, denn wie gesagt, man muss ja nicht viel dafür erstmal aufbringen. Man muss natürlich so schon das Gefühl haben, ja, das wäre was für mich und das könnte ich mir vorstellen, und dann würde ich sagen, macht einfach mal. Aus meiner Sicht, das macht einen Riesenspaß und es ist einfach eine Möglichkeit noch mal so kreativ unterwegs zu sein. Wer so ein bisschen eine journalistische Ader hat oder so Mitteilungsbedürfnis, ein Sendungsbedürfnis hat, für den ist denke ich ein Podcast eine tolle Möglichkeit. Vielleicht auch gerade für die, die jetzt noch nicht ihren eigenen YouTube Channel aufmachen wollen und hier so der Mega-Influencer werden wollen, fangt mal mit einem Podcast an und guck mal, wie das für euch sich so darstellt.

Markus Hövener: Würde ich eigentlich auch so unterschreiben. Vielleicht der Tipp für alle da draußen. Es gibt wirklich zwei gute Bücher. Also, wenn ihr überlegt mit einem Podcast anzufangen, einen genauen Titel habe ich nicht, aber es gibt ein Buch im Rheinwerk Verlag, das wäre auch mein Favorit, und von mitp gibt’s auch noch ein gutes Buch. Kann man eigentlich beide echt gut lesen und also gerade das aus dem Rheinwerk gibt dir wirklich den kompletten Überblick auch über die rechtlichen Fragen, so Musik-Lizensierung und solche blöden Themen. Von daher ist alles kein Hexenwerk, man muss sich halt wirklich einmal damit beschäftigen. Und damit wären wir glaube ich auch wirklich schon am Ende. Ich hoffe, wir haben euch da draußen vielleicht ein bisschen auf das Thema Podcasten heiß gemacht. Vielleicht haben wir euch auch ein paar gute Einblicke darin gegeben, wie wir das, wie wir zwei das so machen mit dem Podcasten. Vielleicht konnten wir euch da ein bisschen weiterhelfen. Ansonsten würde ich sagen, lass es uns für heute beschließen das Thema. Wie gesagt, der Link auf die Facebook-Gruppe, den baue ich noch in die Shownotes mit ein, das heißt, wenn ihr da reinwollt, gerne, wenn ihr mit uns diskutieren wollt, gerne. Ansonsten danke ich dir noch mal Christian für deine Zeit.

Christian Kunz: Danke dir, Markus, dass ich dabei sein durfte.

Markus Hövener: Und hört und lest natürlich alle immer SEO Südwest. Also muss ich nach wie vor sagen, auch da Lob zurück. Ich habe dich letztens auf einigen meiner Folien auch noch mal sehr stark erwähnt, weil ich finde nach wie vor, dass, wenn man eine Quelle in Deutschland abonnieren sollte, um wirklich an diesen ganzen kleinen Änderungen im SEO-Bereich dranzubleiben, würde ich im Deutschen immer SEO Südwest empfehlen. Das ist auch, das merkt man ja auch in meinen Monatsrückblicken glaube ich.

Christian Kunz: Wow! Ja super, vielen Dank, Markus, das ist ja toll.

Markus Hövener: Genau. Also lest euch da rein, hört euch da rein. Ansonsten wie gesagt, das war’s für heute. Vielen Dank für eure Zeit. Ich wünsche euch vor allem, ja, ich wünsche euch noch eine gute Zeit. Macht was draus. Wenn ihr Bock aufs Podcasten habt, sagt Bescheid. Und ansonsten sage ich einfach, bis bald. Ciao!

Christian Kunz: Ciao!

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

2 Kommentare zu “Podcast = Hype oder Trend? Zwei Podcaster im Gespräch [Search Camp Episode #80]”

  1. Philipp Schade

    Da Feedback im Podcast thematisiert wurde, oute ich mich als bisher (und im Anschluss wieder) stiller Mithörer: Ein großes Danke Jungs für eure Arbeit! Das sind richtig gute Podcasts, fachlich auf top Niveau und menschlich gut vermittelt. Weiter so!

  2. Markus Hövener

    1000 Dank!

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