Ranking-Vorteile für HTTPS-Websites: Muss man also jetzt sofort umsteigen?

7. August 2014 | Von in SEO

Die meisten Websites werden immer noch über HTTP ausgeliefert. Einige Websites liefern ihre Inhalte aber auch schon über HTTPS aus – und das kann laut Google durchaus kleine Vorteile bringen.

Google hat sich nämlich gestern in einem Blog-Post wie folgt geäußert:

[…] we’re starting to use HTTPS as a ranking signal. For now it’s only a very lightweight signal — affecting fewer than 1% of global queries, and carrying less weight than other signals such as high-quality content — while we give webmasters time to switch to HTTPS. But over time, we may decide to strengthen it, because we’d like to encourage all website owners to switch from HTTP to HTTPS to keep everyone safe on the web.

Also: Es kann sein, dass eine Website, die als HTTPs und nicht als HTTP ausgeliefert wird, derzeit ganz leichte Ranking-Vorteile hat. In Zukunft kann dieser Vorteil noch größer werden, aber das steht noch in den Sternen.

 

Wer jetzt also überlegt, alles auf HTTPS umzustellen, sollte sich darüber klar sein, dass er sehr wahrscheinlich keinen spürbaren Effekt erhalten wird. Perspektivisch ist eine Umstellung allerdings sicherlich keine unkluge Entscheidung.

Es muss natürlich bedacht werden, dass eine Umstellung nicht unbedingt immer einfach ist. Dabei geht es nicht nur um den reinen SEO-Teil (siehe unten), sondern auch um Browser-Probleme, die dann auftreten können, wenn eine HTTPS-Seite eine HTTP-Ressource anfordert. Dann können je nach Browser und Einstellungen Warnungen auftauchen, dass eine sichere Website eine unsichere Ressource abrufen möchte – und das kann Nutzer schon sehr ärgern.

Auf SEO-Seite ist bei der Umstellung vor allem zu beachten:

  1. Alle HTTP-URLs müssen per 301-Umleitung auf die entsprechende HTTPS-URL weitergeleitet werden.
  2. Zusätzlich kann auch der Header “Strict-Transport-Security” ausgegeben werden (siehe dazu auch die Präsentation “HTTPS Everywhere“).
  3. Die HTTPS-Site darf natürlich nicht per robots.txt oder über Robots-Meta-Tags gesperrt sein (was manchmal noch der Fall ist).
  4. Auch eventuelle Canonical Tags müssen natürlich angepasst werden.
  5. Für den Wechsel von HTTP zu HTTPS kann man zusätzlich auch die Google Webmaster Tools nutzen (siehe Google-Hilfe).
  6. Auch die XML Sitemaps und evtl. der Product Feed sollten die neuen HTTPS-URLs nutzen.

Je nach Website und Setup muss das alles also durchaus nicht trivial sein und sollte gründlich geprüft werden. Wie schon oben angedeutet: Kaum jemand wird dadurch kurzfristig einen Schub bemerken. Deswegen sollte dieser Wechsel auch gründlich geprüft werden.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

8 Kommentare zu “Ranking-Vorteile für HTTPS-Websites: Muss man also jetzt sofort umsteigen?”

  1. Anett

    Interessanter Artikel. Wenn es auch keine Schübe gibt, wie sieht es denn mit Risiken aus? Also wenn ich auf HTTPS umsattle, kann ich dann Sichtbarkeit verlieren? Wenn ich es ordentlich mache wahrscheinlich nicht, oder?

    Im ersten Absatz habt ihr beim zweiten HTTP das S vergessen 😉

  2. Markus Hövener

    Fehler ist behoben 🙂

    Nein, eine Gefahr kann ich nicht erkennen – wenn man denn alles richtig macht.

  3. Markus Mattscheck

    Hallo Markus,

    ich habe vor einigen Wochen auf Onlinemarketing-Praxis auch einen Artikel dazu veröffentlicht, als es noch kein klares Statement von Google gab: http://www.onlinemarketing-praxis.de/webdesign-webentwicklung/webseite-und-online-shop-auf-https-umstellen

    In Bezug auf Rankingvorteile sehe ich da aber auch einige Nachteile fürs Ranking.

    1. Schlechtere Performance, da https kein Caching besitzt. Das führt zu höheren Ladezeiten und das mag Google ja nicht so gerne.
    2. Wenn die eingehenden Links auf die http-Seiten führen und ich alles auf https per 301er-Redirect weiterleite, geht mir bei den Weiterleitungen nicht immer ein bisschen Linkjuice verloren? Und wenn bei allen Backlinks auf http-Seiten verlinkt wird, dann wird aus ein wenig Linkjuice schnell sehr viel.

    Siehst Du diese Nachteile auch?

  4. Markus Hövener

    Wg. der Ladezeiten: Ja, die mögen um ein paar Sekundenbruchteile steigen, aber das reicht sicherlich noch nicht für eine Abwertung.

    Wg. der Weiterleitung: Ach, wer weiß schon, wie Google damit umgeht? Ich denke, dass es einen Unterschied macht, ob man eine einzige Seite weiterleitet oder die gesamte Website. Zumindest hoffe ich, dass Google da einen Unterschied macht.

    Es ist halt eine strategische Entscheidung, deren Effekte man ohnehin nie wirklich messen können wird. Wer gerade eh die Website umstellt oder was neu macht, sollte gleich Richtung HTTPS gehen.

  5. Ronny

    Dazu kann ich nur sagen: “Schauen wir mal”. Ich kann mir gut vorstellen, dass Google hier noch einmal unterscheidet, welche Seite http und welche https einsetzt.

    Shops könnten zukünftig besser ranken, wenn sie eine https Verbindung haben. Schließlich werden hier sensible Daten hinterlegt. Dies könnte auch für Webseiten gelten, bei denen man seine Zahlungsdaten, für was auch immer, angeben kann.

    Bei einfachen Blogs oder Webseiten bin ich aber skeptisch. Wozu sollte eine einfache Infoseite eine https Verbindung haben? Und warum sollte dies ein Rankingkriterium sein?

    Vielleicht habt ihr eine Antwort darauf.

  6. Markus Hövener

    Antwort nicht, aber in Bezug auf Shops habe ich mir das auch schon überlegt. Sinn machen würde es mit Sicherheit, aber ob Big G das auch machen wird? Wahrscheinlich werden wir’s nie rausfinden…

  7. Thomas Hasenfratz

    Hallo Markus,
    wenn man eine Webseite betreibt mit einer shared IP würde im Falle eines wechsels zu HTTPS auch die IP ändern. Denkst Du nicht, dass die problematisch sein könnte?

  8. Markus Hövener

    Kurze Antwort: Nein!

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