Warum ist das Rendern einer Seite für Google wichtig? [SEO FAQ #20]

15. Januar 2019 | Von in SEO

Google lädt schon seit Jahren nicht mehr nur HTML-Seiten herunter, sondern versucht diese vollständig zu rendern, also vollständig darzustellen – so wie im Browser. Warum ist das wichtig? Was folgt daraus?

 

Was passiert denn da?

Wer in der Google Search Console die Funktion „Abruf wie durch Googlebot“ nutzt, erhält einen Einblick in das, was hinter den Googlebot- und Index-Kulissen tagtäglich millionenfach passiert. Eine HTML-Seite wird heruntergeladen, danach alle dort referenzierten Bilder, Fonts, CSS- und JavaScript-Dateien. Danach wird der JavaScript-Code ausgeführt, da dieser Änderungen am HTML-Baum durchführen kann. Und danach wird die gesamte Seite – soweit möglich – komplett grafisch dargestellt. (In Wahrheit ist es natürlich nicht immer ein “danach”, weil viele Schritte parallel ablaufen.)

 

Warum macht Google das überhaupt?

Warum reicht nicht einfach nur der Blick auf den HTML-Code? Das Rendering ermöglicht Antworten, die nur anhand des HTML-Codes nicht/kaum möglich sind:

  1. Ist die Website mobiltauglich? Und wie sieht die Seite mobil aus?
  2. Sind Inhalte sichtbar oder nicht? Vor allem der früher gelegentlich verwendete „weiße Text auf weißem Grund“ kann erkannt werden, wenn Google auch Zugriff auf die CSS-Informationen hat.
  3. Die Positionierung von Inhalten auf der Seite kann von der Position im HTML-Code stark abweichen. Welche Inhalte befinden sich im direkt sichtbaren Bereich? Welche ganz unten?
  4. Vor allem Websites, die starken Gebrauch von JavaScript machen, können nur dann analysiert werden, wenn Google den Code auch ausführt und dessen Auswirkungen auf den Dokumenten-Baum zulässt. Zwar ist Google systembedingt immer noch nicht in der Lage, jede JavaScript-Programmierung auch nachzuvollziehen, da diese zum Teil auf Events beruhen, die Google selbst gar nicht ausführt hat. Aber dennoch gibt es hinreichend viele Fälle, in denen das Ausführen von JavaScript-Code wichtige Informationen offenbart.

 

Welche Auswirkungen hat das?

Kurz ausgedrückt: Wenn Google die Seiten nicht rendern kann, kann es passieren, dass Inhalte teilweise nicht fürs Ranking berücksichtigt werden. Auch kann es vorkommen, dass Google eine Seite oder Websites komplett abwertet, weil z. B. die Mobiltauglichkeit falsch eingeschätzt wird.

Das steht so auch in den Google-Richtlinien:

Damit Google die Inhalte Ihrer Website vollständig interpretieren kann, lassen Sie zu, dass alle Assets Ihrer Website gecrawlt werden, die das Rendern der Seite wesentlich beeinflussen können. Dazu zählen z. B. CSS- und JavaScript-Dateien, die die Interpretation der Seiten beeinflussen.

Website-Betreiber sollten also die Search-Console-Funktion „Abruf wie durch Googlebot“ nutzen, um zu prüfen, ob Google in der Lage ist, die Website korrekt darzustellen. Es darf durchaus sein, dass einige Ressourcen für Suchmaschinen (per robots.txt) gesperrt sind – solange sie von auch Google als nicht wichtig eingestuft werden. So gibt es z. B. Tracking-Skripte, die Google für das Verständnis einer Seite absolut nicht braucht – wie in diesem Beispiel bei der ersten Ressource:

Es darf aber keine Einschränkungen für wichtige Dateien (vor allem CSS) geben.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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