Scraped Data oder AdWords API: Beides geht wohl nicht mehr…

12. Dezember 2012 | Von in SEO

Es scheint fast so, dass es in der Zukunft schwieriger werden könnte für SEO-Tool-Anbieter wie SISTRIX, Searchmetrics, SEOlytics & Co. Google kämpft derzeit mit einigen Tool-Anbietern, die zweierlei Daten nutzen:

  1. Scraped Data – also von Crawlern heruntergeladene und analysierte Google-Suchergebnisse
  2. AdWords API – eine Google-Schnittstelle, über die man Suchbegriffe und deren Suchvolumina abfragen kann

Wie es nun ausschaut, hat Google einige Anbieter (bekannt sind Raven, SEOmoz und auch Ahrefs) vor die Wahl gestellt: entweder der Verzicht auf Scraped Data oder kein Zugriff mehr auf die AdWords API. Bekannt geworden sind Fälle aus den USA, aber auch die deutschen Tool-Anbieter könnten hier in Probleme reinlaufen.

Da bin ich mal gespannt, wie die Anbieter damit umgehen werden. Das könnte wirklich massive Probleme für die Tool-Hersteller bedeuten, da Google hier schon eindeutig am längeren Hebel sitzt. Gegen Scraping kann Google eigentlich kaum vorgehen, aber den Zugang zur API kann Google sehr wohl verwehren. Klar, es gibt immer umständliche Wege drumherum, aber ob die Anbieter diesen Weg gehen werden? Es bleibt spannend…

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

6 Kommentare zu “Scraped Data oder AdWords API: Beides geht wohl nicht mehr…”

  1. Sebastian

    Das ist ein starkes Stück und ziemlich interessant. Mich würde allerdings der Hintergrund zu der ganzen Geschichte interessieren. Warum ist es Google so wichtig, dass Tool-Anbieter den Rückzug antreten?

    Schließlich gehe ich nicht davon aus, dass G Performance-Probleme hat aufgrund der Toolanfragen. Schließlich benutzen das im Vergleich zur gesamten „normalen“ Suchanfrage doch bedeutend weniger User.

    Auf der anderen Seite wiederum ganz witzig, denn so sieht G mal, wie es ist wenn sich jemand an ihren heiligen Datenbeständen vergreift, so wie es jahrelang seitens G gemacht wird 🙂

  2. Werner

    Mir ist der Zusammenhang hier nicht ganz klar.
    Das Adwords-API bietet meines Wissens nicht die Möglichkeit irgendwelche Daten zu „scrapen“, oder täusche ich mich?
    Ebenso gut könnte Google unsauberes Linkbuilding mit Adwords-Verbot bestrafen…

  3. Markus

    @Werner: Das sind grundsätzlich zwei komplett getrennte Sachen (siehe oben). Aber so hat Google halt ein gutes Druckmittel 🙂

  4. Mark

    Das Druckmittel Adwords API wird von Google nicht erst jetzt eingesetzt, sondern tatsächlich schon seit Längerem.
    Sollte es zu einer juristischen Konfrontation kommen bin ich gespannt, wie das Thema „automatisierte Datenerhebung und Verwertung von Google“ bewertet wird.

  5. Markus Käkenmeister

    Am besten wäre es doch, zumindest für Webseitenbetreiber, wenn Google selbst entsprechende Metriken veröffentlichen würde und selbst einen Sichtbarkeitsindex definiert.

    Ein Internetbusiness, das ohne Google funktioniert, ist schwer vorstellbar. Da ist es nur logisch, dass alle Akteure auf dem Internetmarkt nach Daten suchen, um Einordnungen und Erklärungen zu finden. Der Hunger nach Daten gut erklärbar und verständlich.

    Und dies richtet entlang der Fragestellung aus, was Google unter welchen Bedingungen als Suchergebnisse liefert.

  6. Jürgen

    Ich denke, dass die Aktion von Google total überinterpretiert wird.

    Ich weiß von einem deutschen SEO-Tool-Anbieter dass schon vor einem 3/4 Jahr der API-Zugang aus diesem Grunde deaktiviert wurde, mit der Begründung, dass man gegen Nummer 2, 3a der Richtlinien verstößt:

    „Übertragung von AdWords-API-Berichtsdaten. Sie dürfen die AdWords API-Berichtsdaten weder ganz noch teilweise verkaufen, verteilen, sublizenzieren oder anderweitig an Dritte weitergeben oder übertragen (mit der Ausnahme, dass Sie berechtigt sind, die AdWords-API-Berichtsdaten eines bestimmten Kontos an den Inhaber dieses Kontos weiterzugeben).“

    https://developers.google.com/adwords/api/docs/terms?hl=de

    Ebenfalls weiß ich, dass Google mit dem API- Zugang schon ungefährt seit dieser Zeit sehr restriktiv umgeht und Tokens wirklich nur noch für Agenturen oder Werbetreibende mit ordentlichen Umsätzen bei genauer Vorstellung der API-Nutzung vergibt.

    Dieser Tool-Anbieter nutzt daher (heimlich) die API von jemand anderen und ich bin eher überrascht dass andere Anbieter tatsächlich die API direkt so noch nutzen konnten.

    Bin mir sicher, dass die Tools die jetzt argumentieren „Wir nutzen die API gar nicht“ das genauso machen 😎

    Ich vermute bei dieser Maßnahme keinen tieferen Sinn von Google, sondern dass einfach bei einem regelmäßigen Check der API-Zugänge festgestellt wurde, dass die Konten wohl kaum Adwords Umsätze haben und ausschließlich Keyword Statistics gezogen wurde -> oben genannter Verstoß.

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