Search Camp Episode 42: Google Bildersuche – Die wichtigsten Ranking-Faktoren

9. Januar 2018 | Von in Search Camp

Die Google Bildersuche ist für viele Unternehmen ein relevanter Traffic-Kanal. Aber wie optimiert man Bilder eigentlich, um auch hier ganz vorne auf dem Treppchen zu stehen? Welche Onpage- und Onpicture-Faktoren gibt es? Und sollte man bei einem Relaunch auch die Bilder per 301 weiterleiten? All das klären wir im Gespräch mit „Mr. Bilder SEO“ Martin Mißfeldt.

> Alle Episoden von Search Camp als RSS-Feed
> Search Camp bei iTunes
> Alle Folgen: www.searchcamp.de

 

Shownotes:

 

Transcript:

Markus Hövener: Moin und herzlich willkommen zu Search Camp, dem Online-Marketing Podcast. Mein Name ist Markus Hövener und ich wünsche euch erstmal ein frohes Neues. Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen, habt viele gute Vorsätze gefasst und auch schon wieder gebrochen, habt euch gut verpflegen lassen. Auch in diesem Jahr stehen wieder einige Podcasts an und mein erstes Thema in diesem Jahr ist die Google-Bildersuche. Wie funktioniert die eigentlich so? Was sind wichtige Rankingfaktoren und was ist eigentlich zum Beispiel Hot Linking? Darüber rede ich gleich mit der wohl bekanntesten und auch ehrlichgesagt fast einzigen Koryphäe, die es zu dem Thema gibt. Er hat das Standardwerk geschrieben und steht uns gleich Rede und Antwort. Da könnt ihr euch drauf freuen und gleich geht’s los.

So und da sind wir wieder. Wie versprochen heute zum Thema Bilder SEO. Wer das Thema schon ein paar Jahre verfolgt, weiß, dass es wirklich nur einen einzigen Ansprechpartner für das Thema in Deutschland gibt. Den Martin Mißfeldt habe ich in der Leitung und wir werden gleich ein paar oder ich werde ein paar Fragen liefern. Basierend auf seinem Buch, das heißt Bilder SEO, mit Bildern gut ranken, stolze 168 Seiten, wer wirklich exakt wissen will, wie die Bildersuche funktioniert, muss das natürlich einmal durcharbeiten und den Rest, die wichtigsten Punkte versuchen wir heute in dem Podcast abzuarbeiten. Bevor wir loslegen mit den Fragen, stell dich mal kurz vor, Martin.

Martin Mißfeldt: Hallo, schönen guten Morgen. Freut mich hier zu sein. Ich bin Martin Mißfeldt, bin Künstler beziehungsweise habe Kunst studiert und bin vor ungefähr 12, 13 Jahren mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung für Bilder in Berührung gekommen, weil ich meine eigene Künstlerwebsite ins Internet gestellt habe und dann festgestellt habe, dass ich bei bestimmten Unterseiten relativ viele Besucher hatte. Zum Beispiel so ein Cartoon über die Mona Lisa. Dann hatte ich mir das angeguckt und analysiert und festgestellt, dass dieser Cartoon von der Mona Lisa in der Google-Bildersuche zum Keyword Mona Lisa weit vorne gerankt ist. Demzufolge habe ich dann mir angeguckt, was ich auf meinen Seiten gemacht habe und das war eher zufällig, intuitiv habe ich quasi alles, also ich habe die Bilddatei so benannt und den Alt-Text und das Title-Attribut und alles drum rum. Es gab auf der Seite eigentlich auch nichts weiter als dieses Bild. Damit hatte ich quasi automatisch oder zufällig die Grundlagen des Bilder SEO richtig angewandt und entsprechend die Früchte auch geerntet. Dann habe ich das mir angeguckt und weiteranalysiert und bin dann irgendwie so in das Thema Bilder SEO reingerutscht.

Markus Hövener: Schön, dass wir dich hier haben auf jeden Fall. Lass uns mal kurz anfangen mit dem Thema Bildersuche. Erstmal so die Relevanzfrage klären. Kann man davon wirklich profitieren? Ich höre in Seminaren und so dann oft so den Vorbehalt, ja, da sucht jemand nur nach dem Bild, um es für eine eigene Präsentation zu klauen. Kann das für mich relevant sein, wenn ich in der Bildersuche gut ranke?

Martin Mißfeldt: Also das ist sehr vielschichtig, weil es entsprechend auch sehr viele verschiedene Arten von Websites gibt. Sehr viele verschiedene Ansätze, was man, wen man eigentlich erreichen will und welche Methoden man benutzt, um die eigenen Inhalte zu vermitteln. Fundamental ist Bilder SEO natürlich für alle, bei denen Bilder im Fokus stehen. So zum Beispiel bei Künstlern so wie mir, aber auch viele Fotografen und darauf aufbauend dann natürlich die Stockfoto-Portale. Es gibt schon große Websites und große Portale, bei denen Bilder ganz klar im Fokus sind. Bei denen ist es natürlich dann ein ganz existenzielles Ziel in der Bildersuche entsprechend auch gefunden zu werden. Darüber hinaus gibt’s dann natürlich so Dinge wie Shops, die Produkte anbieten. Und die allermeisten Produkte wollen erstmal gesehen werden ehe sie gekauft werden. Das heißt man braucht gute Produktbilder und viele Menschen erkundigen sich oder suchen entsprechend nach Produkten auch über die Google-Bildersuche. Das ändert sich natürlich, das ist mir schon bewusst irgendwie. Also immer mehr gehen direkt über Amazon oder entsprechende Shop-Systeme. Aber dennoch sozusagen die Bildersuche auch ein Einstiegskanal, wenn es um Produkte geht. Dann gibt’s natürlich ganz viele, die im Grunde noch eher Textinformation vermitteln wollen, aber die nutzen natürlich sinnvollerweise auch Bilder, weil viele Dinge lassen sich mit Bildern entsprechend kürzer, prägnanter und auch schöner vorstellen oder vermitteln. Für die gilt im Grunde weitgehend, man kann da ganz viel mitnehmen, auch wenn es gar nicht im Fokus steht. Also man kann, wenn man einen Blog betreibt und da Bilder einbaut, kann man über die Bilder auch noch Besucher kriegen, auch wenn man es vielleicht in erster Linie gar nicht geplant hat. Das heißt letztlich, Bilder sind eben ein existentieller Bestandteil des Internets, um Inhalte gut zu vermitteln und wenn man die Bilder dann eh schon hat, weil das für die Besucher wertvoll ist, dann sollte man sie auch so optimieren, dass sie auch in der Bildersuche gefunden werden.

Markus Hövener: Wir reden heute primär über die Google-Bildersuche, zumindest, wenn ich dein Buch nochmal da als Referenz reinnehme. Gibt’s noch andere relevante Bildersuchmaschinen, die in Deutschland relevant sind?

Martin Mißfeldt: Ja. Eigentlich gibt es neben Google nur noch 3 weitere Bildersuchmaschinen muss man tatsächlich so zugespitzt sagen. Das ist vor allen Dingen Bing beziehungsweise Microsoft. Die Bildersuche von Bing versorgt sehr viele andere Suchmaschinen, wo man das vielleicht gar nicht unbedingt erwartet. Es gibt ja noch DuckDuckGo zum Beispiel, aber auch Yahoo oder AOL oder auch Quant, so Ecosia. Viele Suchmaschinen haben heutzutage Bildersuchen mitintegriert, bieten das auch mit an ihren Benutzern. Aber die Ergebnisse, die da ausgespielt werden, die stammen tatsächlich alle von Bing. Da gibt’s Kooperationsverträge und wenn man sich die mal nebeneinander aufmacht die verschiedenen Bildersuchmaschinen, dann sieht man, dass die Ergebnisse praktisch identisch sind. Neben Google und Bing gibt es eigentlich nur noch Yandex, die wirklich einen eigenen Bilderindex pflegen und auch entsprechende Algorithmen haben. Dann gibt es eine sehr veraltete rudimentäre Bildersuche, die heißt Picsearch. Das war mal ein Ansatz, der in Schweden aufgemacht wurde oder gestartet wurde. Aber das Ganze hat sich scheinbar nicht richtig getragen und heutzutage ist das, man hat das Gefühl, es läuft nur so nebenher noch ein bisschen hin, wurde ein bisschen monetarisiert. Aber das wird glaube ich nicht weitergepflegt. Dann gibt es schließlich den großen Player aus China, Baidu, die auch eine eigene Bildersuchmaschine haben und entsprechende Algorithmen dahinter und Crawler. Aber wenn man sich das anguckt, das ist nicht nur von Deutschland aus extrem langsam, wenn man das benutzen will, zumindest, wenn ich das von hier aus versuche. Die Ergebnisse, die da gefunden werden, sind auch von der Usability schwierig anzugucken und wenn man dann tatsächlich mal auf eine Seite kommt, dann ist da alles in Chinesisch. Das heißt die haben einen klaren Fokus auf Seiten aus China oder aus diesem Sprachraum und die Ergebnisse sind dann eben als Bilder. Das ist vielleicht schon ganz interessant, wenn man nur die Bilder sucht irgendwie, aber wenn man dann weitere Informationen kriegen will, dann hat man das Problem, dass das alles chinesische Seiten sind. Aber das ist es im Grunde. Das sind die großen Player, die es in Sachen Bildersuche gibt und zwar weltweit.

Markus Hövener: Aber primär reden wir natürlich heute über die Google-Bildersuche. Da gab’s eine große Änderung am 7. Februar 2017, also noch nicht so ewig her und du schreibst im Buch, das hat dramatische Folgen für Website-Betreiber gehabt. (Martin: Genau) Was ist da passiert und was sind die Folgen?

Martin Mißfeldt: Bis zum 17. Februar war es so, wenn man in der Bildersuche ein Thumbnail angeklickt hat, also eine Vorschaubild angeklickt hat, dann öffnete sich die Seite, auf der dieses Bild zu sehen ist oder sein sollte. Das hat sich geändert, das heißt Google hat diese Funktionalität umgestellt. Wenn man jetzt dieses Thumbnail, das Vorschaubild in der Bildersuche anklickt, gelangt man nicht mehr auf die Seite eines Website-Betreibers, der dieses Bild benutzt hat, sondern das Bild selber öffnet sich in der Google-Bildersuche in einem Frame, was so aufgeht, also so ein schwarzer Hintergrund, der dann aufklappt und da ist dann das Bild zu sehen. Und zwar auch durchaus schon in großer Auflösung. Das führt natürlich dazu, dass man viel weniger Besucher auf den eigenen Seiten hat. In den Statistiken hat sich das entsprechend dramatisch ausgewirkt. Google hat das sozusagen noch cleverer Weise alles ein bisschen vernebelt, indem sie den Referrer ab dem Zeitpunkt rausgenommen haben. Das heißt man hat jetzt sozusagen überhaupt gar keine Besucher aus der Google-Bildersuche mehr, weil in den Logfiles nicht mehr ersichtlich ist, ob der Klick von Google aus der organischen Suche stammt oder aus der Bildersuche stammt. Also Google hat das quasi komplett vernebelt. Man kann das jetzt nicht mehr differenzieren. Früher ging das. Da konnte man ganz klar sagen irgendwie, okay, ich habe 30 oder 40 Prozent aller Besuche kommen aus der Google-Bildersuche und dann konnte man auch noch weiter differenzieren und konnte damit eigentlich ganz gut arbeiten. Heutzutage geht das nicht mehr. Heute weiß man nur noch, dass ein Klick oder ein Besucher über Google kam und man weiß nicht mehr über welche spezielle Untersuchmaschine. Das Ganze ist natürlich aus Sicht der Statistik dramatisch. Aber ich habe irgendwie lange dran geknapst und selber analysiert und geguckt und probiert, auf die Einnahmen wirkt sich Ganze am Ende natürlich viel weniger aus. Also ist viel weniger dramatisch. Weil natürlich und diese Kritik wird auch immer gebracht, wenn es um Bildersuche geht, irgendwie ein Großteil derjenigen, die Bilder anklicken, haben gar kein vorrangiges Kaufinteresse oder wollen gar nicht konvertieren, je nachdem, was das Ziel der eigenen Website ist, sondern die wollen einfach nur ein bestimmtes Bild angucken oder sie wollen es runterladen, weil sie es für irgendwas benutzen wollen. Diese Besucher, die man vorher zwar in der Statistik hatte, die haben einem aber sowieso nicht viel gebracht. Insofern fallen die jetzt weg beziehungsweise die werden jetzt in der Statistik nicht mehr aufgeführt. Aber auch vorher hätte man sich die im Grunde sparen können. Das hängt natürlich schon auch davon ab, was das Ziel der Website ist. Zum Beispiel, wenn man das Ziel hat, dass man Branding betreiben möchte, also dass man eine eigene Marke aufbauen möchte und entsprechend über das Design, über Claims wie auch immer sozusagen auf seiner Website Dinge transportieren möchte und Besucher binden möchte, das geht natürlich jetzt nicht mehr. Also die Besucher, die man vorher aus der Bildersuche hat und entsprechend versuchen konnte irgendwie zu branden, das funktioniert heutzutage nicht mehr.

Markus Hövener: Ich muss da sagen, ich habe auch noch ein klein bisschen was gelernt in deinem Buch oder eigentlich sogar ziemlich viel. Klassisch kennt SEO erstmal Onpage- und Offpage-Faktoren und du hast jetzt auch noch das Ding Onpicture-Rankingfaktoren mitgebracht. Denn so ein Bild ist eigentlich faktisch nie alleine, sondern das Bild ist eigentlich immer in einer HTML-Seite eingebunden. Kann man irgendwie sagen, wie wichtig quasi das Onpicture ist und wie wichtig im Vergleich dazu das Onpage ist?

Martin Mißfeldt: Das wird ja immer gerne gemacht bei diesen Rankingfaktoren irgendwie. Ich glaube und das hoffe ich auch in meinem Buch zeigen zu können, diese Rankingfaktoren kann man eigentlich nicht extrahieren und dann gegeneinander aufwiegen. Es gibt Rankingfaktoren, die sind sehr wichtig und andere, die sind weniger wichtig, aber es ist immer, es geht immer sozusagen um das Zusammenwirken aller Faktoren. Bei Onpicture, mit Onpicture meint man all die Dinge, die quasi in das Bild reingebrannt sind. Dazu gehört zum Beispiel der Dateiname oder die Meta-Informationen, also EXIF-Daten, die Bildgröße, das Format, all das sind Dinge, die sind sozusagen, die liegen einfach vor und die sind fest, wenn ein Bild erstmal hochgeladen wurde. Bei den Onpage-Faktoren handelt es sich um die, die man dann einsetzt oder eingibt, wenn man das Bild auf einer Website tatsächlich einbettet. Also Alt-Text oder Title-Attribut oder solche Dinge, die sind erst dann, wenn man ein Bild benutzt. Aber man kann ein Bild natürlich auch auf verschiedenen Websites benutzen und da kann man auch entsprechend verschiedene Informationen dazu hinterlegen. Das heißt die Onpage-Faktoren sind eher so ein bisschen dynamischer. Dann gibt’s noch Offpage-Faktoren, sowas wie, wie oft wird ein Bild tatsächlich benutzt auf anderen Websites? Das hat sozusagen nichts mit der eigentlichen Website selber zu tun oder mit den Informationen, die ein Webmaster dort einpflegt, sondern das ist die reine Anzahl oder wie viele Webmaster das benutzen. Alle 3 Dinge sind schon wichtig, aber man kann ganz schwer sagen, was jetzt sozusagen wichtiger ist als das andere. Es wirkt eben zusammen. Also wenn man Onpicture sozusagen ganz andere Signale sendet, also wenn der Dateiname heißt schwarzekatze und in Wirklichkeit ist eine weiße Maus auf dem Bild zu sehen und dann setzt man im Alt-Text den Begriff weiße Maus ein, dann ist das ein Widerspruch. Dann steht im Dateiname schwarzekatze und im Alt-Text weiße Maus. Dann passt das nicht. Dann sagt Google sich natürlich irgendwie, was soll das jetzt hier? Also Google will sozusagen wissen, zu welchem Keyword ein Bild ranken soll und in dem Fall, wenn widersprüchliche Signale da sind, dann wird das Bild höchstwahrscheinlich nicht ranken.

Markus Hövener: Zu den Rankingfaktoren kommen wir gleich nochmal. Da habe ich so die größten Sachen mal zusammengestellt, um das bei dir abzufragen. Noch so ein bisschen gucken auf den Algorithmus, so ein paar Fragen dazu. Vor allem natürlich, was ist mit Stockbildern? Kann ich mit Bildern ranken, die 100 andere Leute auch auf ihren Websites haben?

Martin Mißfeldt: Ja. Es ist im Grunde genommen sogar ein Vorteil erstmal aus Sicht der Bildersuche, wenn ein Bild häufig benutzt wird. Die Logik dahinter ist, je öfter es benutzt wird, umso besser scheint ja dieses Bild zu sein. Das ist auch naheliegend. Das Problem ist nur, wenn ich ein Bild benutze, was eben schon sehr oft woanders benutzt wird, des kann immer nur einen Link geben aus der Google-Bildersuche. Es ist natürlich witzlos, wenn ich zwar sagen kann, dass mein Bild auf Position 1 rankt, aber der Link aus der Google-Bildersuche führt auf eine andere Website. Dann habe ich nichts davon. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Link auf eine andere Seite geht, ist natürlich ungleich höher, wenn das Bild sehr oft benutzt wird, als wenn ich quasi ein Bild hochlade und dann benutzt das kein anderer. Dann kann der Link nur zu mir gehen, wenn das Bild vorne wäre. Das heißt das ist immer so eine Abwägungssache. Man muss immer überlegen, benutze ich lieber Bilder, die sowieso schon aufgrund der schieren Masse bei Google in der Bildersuche weit vorne gelistet werden und leben dann aber mit dem Risiko, dass ich den Link nicht kriege und damit andere unterstütze oder versuche ich eher ein eigenes Bild nach vorne zu bringen, was dann allerdings viel schlechtere Chancen hat wirklich vorne gelistet zu werden, weil es entsprechend keine Kopien davon gibt.

Markus Hövener: Ein anderes Problem, was ich auch noch entdeckt habe bei dir im Buch war die Sprache insgesamt. Du hast ein paar Beispiele aufgeführt, zum Beispiel Rock oder Rock. R O C K tippe ich ein und meine aber das Kleidungsstück oder im Englischen meine ich jetzt halt das Stück Fels. Gibt’s so einen lokalen Bilderindex oder wie geht Google damit um, dass ich trotzdem am Ende, wenn ich in Deutschland suche, eher den Rock bekomme als die Felsformation?

Martin Mißfeldt: Ja, das ist sehr spannend. Das hat der Ingo Henze, der schnurpsel.de als erster entdeckt und das war, als ich das Buch geschrieben habe, irgendwie unheimlich wertvoll diese Beispiele mir anzugucken oder zu analysieren. Weil es zeigt letztlich, dass es tatsächlich weltweit nur einen Bilderindex gibt. Dieser Bilderindex funktioniert über die Sprachen hinweg. Also es gibt nicht eine Google-Bildersuche für Deutschland und eine Google-Bildersuche für Amerika und eine für Frankreich, das würde auch gar keinen Sinn machen, sondern Bilder sind sprachunabhängig und funktionieren überall. Jetzt ist aber natürlich die Frage, was ist mit solchen Bildern, die in verschiedenen Ländern oder wo der Begriff, der dahintersteckt, in verschiedenen Ländern unterschiedliche Bedeutungen hat? Also zum Beispiel Rock ist im Englischen der Fels oder der Stein irgendwie und im Deutschen Kleidungsstück. Lustigerweise ist es seit einiger Zeit so, dass in Deutschland auch verstärkt die englischsprachigen Ergebnisse angezeigt werden. Das heißt, wenn man heute oder zumindest als ich das Buch geschrieben habe, wenn man da Rock eingibt, tauchen viele Felssteine in den Bildergebnissen vorne auf. So gibt es auch andere Beispiel wie zum Beispiel hell. Wenn man hell eingibt, also h e l l, dann kommt mitnichten Bilder, wo ganz viel Licht zu sehen ist oder die eher hell und weiß sind, sondern da kommen Bilder aus der Hölle, weil das alles rot und mit Feuer und so. Entsprechend ist das auch, es gibt eine ganze Reihe von Begriffen irgendwie, zum Beispiel auch Hut oder Hut irgendwie oder Wand, was im Englischen Zauberstab heißt und hut heißt entsprechend Hütte, da sind die Ergebnisse gemischt. Das ändert sich aber auch. Wenn man das regelmäßig beobachtet, dann stellt man fest, dass die Google Ingenieure da im Hintergrund arbeiten und versuchen immer das entsprechend, die richtige Mischung irgendwie zu bringen. Aber es ist tatsächlich so, die Ingenieure erwarten schon oder glauben, dass deutsche Benutzer auch entsprechende englischsprachige Begriffe sehen wollen. Andersrum ist das viel seltener der Fall. Also, wenn man im englischsprachigen Raum oder in der englischen Bildersuche Rock eingibt, dann taucht nur der Fels auf, dann tauchen keine Kleidungsstücke auf.

Markus Hövener: Noch ein Thema, das du ansprichst, ist Hot Linking. Erklär mal, was das ist und warum das so ein Problem sein kann?

Martin Mißfeldt: Genau, Hot Link ist das, was ich eben schon kurz erwähnt habe. Da geht es um den Link, der aus der Bildersuche auf eine Website verweist. Das Besondere ist, dass man ein Bild kapern kann, was in der Bildersuche schon vorne ist, indem man es einfach auf der eigenen Website verwendet. Also in dem Moment, wo man ein Bild verwendet auf der eigenen Website, wird eine Referenz hergestellt zwischen dem Bild und der eigenen Website. Damit hat man potenziell die Möglichkeit den Link aus der Google-Bildersuche zu bekommen, so dass er auf die eigene Seite zeigt. Solange es nur eine Bildversion gibt, ist das auch alles völlig logisch und normal, aber schon in dem Moment, wo es 2 Webseiten gibt, die das gleiche Bild verwenden, stellt sich natürlich die Frage, welche Seite wird verlinkt aus der Google-Bildersuche? Nur eine kann es sein. Diese Frage irgendwie, welche Seite den Link kriegt, dafür gibt es sehr komplexe Algorithmen. Das ist auch bis heute nicht ganz klar, was da sozusagen den Ausschlag gibt. Das scheint auch so zu sein, als wenn es da mehrere Faktoren gibt, die immer wieder neu gewichtet werden oder ausgependelt werden und insofern verändert sich das auch, welche Seite den Link bekommt. Aber beim Hot Linking geht’s darum beziehungsweise man müsste es ein bisschen weiter noch aufmachen, es gibt Hot Link Farmen, wo jemand oder wo Website-Betreiber tatsächlich hergehen und sagen, sie beuten diese Funktionsweise aus, indem sie die ersten 10 oder 50 Bildergebnisse zu den traffic-starken Keywords alle scrapen, eine eigene Website bauen, wo diese Bilder kurz eingeblendet sind oder irgendwo im unteren Bereich gezeigt werden und im oberen Bereich wird das Ganze nur ganz hart monetarisiert mit Werbung. Dann gewinnen diese Hot Link Farmen die ganzen Links aus der Google-Bildersuche, leiten die Besucher auf ihre eigenen Seiten um, wo nur die geklauten Bilder liegen und monetarisieren sozusagen das ganze System. Das war in der Vergangenheit ein sehr großes Problem, wo teilweise über, man weiß es natürlich nicht genau, aber geschätzt über die Hälfte aller Bilder wurde sozusagen nach dem Prinzip missbraucht. Inzwischen hat Google das Ganze ein bisschen besser im Griff, aber von der Funktionalität, vom Prinzip her, ist das nach wie vor so, dass das funktioniert.

Markus Hövener: Ich kann mich da auch nicht gegen schützen? Also ich kann nicht mit dem robots.txt Metatag irgendwas vergeben, um das wegzu…?

Martin Mißfeldt: Doch, das kann man machen, aber du kannst dich im Grunde erst dann dagegen schützen, wenn du weißt gegen wen konkret. Also du musst quasi die Seite benennen irgendwie, die dein Bild einbindet, ohne dass das gestattet ist. Aber in dem Moment, wo du das weißt, ist es eigentlich schon zu spät, weil du findest es in aller Regel nur deswegen raus, weil die Bilder in der Google-Bildersuche auf die andere Seite verlinken. Wenn das dann schon passiert ist, dann ist es zu spät. Es gibt eine kleine Ausnahme, der Ingo Henze hat festgestellt irgendwie, da der da sich auch mit seinem, der hat so ein öffentliches Tool, den Bidox, Bilder-Domain-Index, und da hat er festgestellt, dass es bestimmte Domainendungen gibt, die dafür besonders gerne benutzt wurden, zum Beispiel diese .tk Endung. Das hat jetzt dazu geführt, dass Google vor einiger Zeit gesagt hat irgendwie, es werden alle Domains, die die Endung .tk haben, werden aus der Google-Bildersuche sozusagen entfernt als Linkziel. Das heißt die werden nicht mehr verlinkt. Wenn du heute eine Domain aufbaust und Bilder hast auf einer .tk Domain, dann wirst du keinen Traffic aus der Google-Bildersuche kriegen. Weil das waren sozusagen die vorrangigen Spam-Seiten. Aber jetzt gehen die Spammer natürlich sozusagen auf andere Domains. Das heißt du kannst es immer erst dann unterbinden, wenn es schon zu spät ist.

Markus Hövener: Lass uns nochmal über ein paar Rankingfaktoren sprechen. Ich habe mir so 15 Stichpunkte glaube ich hier gemacht. Vielleicht jeweils einfach relativ kurz antworten, was dazu wichtig ist. Punkt 1: Bildformat, Hochformat versus Querformat.

Martin Mißfeldt: Das ist kein echter Rankingfaktor, sondern oder nur ein indirekter, weil bislang ist die Desktop-Bildersuche so organisiert, dass Querformate einen Vorteil haben. Durch die einheitliche Höhe sind Querformate einfach größer dargestellt und entsprechend ästhetisch besser. Man sieht mehr Details und entsprechend haben sie eine bessere Klickrate. Das merkt man auch, dass sich im Laufe der Monate und Jahre tatsächlich Querformate bei ganz vielen Keywords durchgesetzt haben. Aber die Desktop-Suche ist sozusagen im Grunde schon jetzt wieder ein Dinosaurier, das heißt die mobile Suche setzt sich immer mehr durch und da sind die Hochformate meistens im Vorteil. Im Grunde kann man sozusagen gar nicht sagen, was, also es ist immer für eine bestimmte Zeit, je nachdem wie die Bilder dargestellt werden, kann das eine oder das andere einen Vorteil haben. Aber es hat jetzt … und über die Klickwahrscheinlichkeit wirkt dann sozusagen das Ganze als indirekter Rankingfaktor. Aber an sich ist das Format kein Rankingfaktor.

Markus Hövener: 2. Punkt sind die EXIF-Daten, das sind Bildinformationen, die in der Bilddatei selbst gespeichert sind.

Martin Mißfeldt: Wird auch immer wieder nach gefragt. Nach allen Analysen, die ich durchgeführt habe und auch von dem, was ich bei anderen gelesen habe, haben die EXIF-Daten keine Auswirkungen auf das Ranking. Man weiß und Google sagt das auch selber, dass die ausgelesen werden und zum Beispiel bei Google Maps werden die auch genutzt, um bei bestimmten Orten entsprechende Bilder auch zu zeigen. Aber in der Bildersuche werden die Daten nicht verwendet.

Markus Hövener: Nummer 3: Bildgröße und Dateigröße.

Martin Mißfeldt: Das ist sehr wichtig. Und zwar lässt sich die Dateigröße, wir wissen alle irgendwie, dass Speed, Pagespeed, ein sehr wichtiger Rankingfaktor ist und entsprechend die Benutzererfahrung verbessert, was Google unbedingt möchte. Das heißt man muss versuchen die Bilddateien so klein wie möglich zu machen, sodass sie entsprechend schnell geladen und angezeigt werden können. Auf der anderen Seite stehen natürlich die Bildmaße, das heißt ein Bild sollte natürlich eine gewisse Größe haben, damit es auch ästhetisch wirklich wirken kann. Man muss also als Webmaster immer versuchen irgendwie den möglichst optimalen Weg zu finden, das Bild groß und attraktiv zu zeigen und auf der anderen Seite aber auch die Dateigröße so stark wie möglich zu verringern, damit das Bild entsprechend schnell geladen werden kann. Umso wichtiger ist, dass man ein geeignetes Kompressionsformat verwendet. Über den Daumen kann man sagen, für Fotografien nehmt JPEGs, für Grafiken PNGs, für Animationen GIF-Format und für flächige Bilder das SVG, also dieses Vektorformat. Das ist allerdings nur bei wirklich Bilddateien sinnvoll, die großflächig sind, also die nicht viele Details haben.

Markus Hövener: Faktor 4: Insgesamt der URL-Pfad bestehend aus dem Ordner und dem Dateinamen.

Martin Mißfeldt: Das wird immer unwichtiger. Also in der Vergangenheit war das mal ein sehr wichtiger Faktor, insbesondere der Dateiname und auch der Ordner, wo ein Bild abgelegt war, konnte sozusagen den Namen noch spezifizieren. Das Beispiel ist immer, wenn man ein Bild hat, das heiß Jaguar, dann ist es sehr wichtig, ob das Bild in einem Ordner liegt, der entweder Katzen heißt oder Tiere oder ob es in einem Ordner liegt, der Autos heißt. Weil Google dann über den Pfad oder über den Ordner erkennen kann, was es denn genau ist. Aber insgesamt spielt das immer weniger eine Rolle, weil Google immer besser darin wird, andere Faktoren entsprechend auszuwerten.

Markus Hövener: Nummer 5: Text im Bild.

Martin Mißfeldt: Text im Bild, das ist sehr spannend, weil während ich am Buch gearbeitet habe, hat sich das geändert. Glaube ich zumindest. Also davor, ich hatte ja verschiedene Testreihen laufen und bislang war es so, dass die Texte, die ich in einem Bild hatte, wurden von Google weitgehend ignoriert. Also ich hatte immer irgendwelche Testbegriffe da drinnen und habe dann versucht diese Testbegriffe in der Google-Bildersuche zu suchen und es wurde nichts angezeigt. Also Google hat sozusagen die Informationen, die im Bild stehen, also nicht für das Ranking benutzt. Dass Google Text in Bildern auslesen kann, das ist sowieso klar. Das ist ja eine Technik, die ist schon uralt, dass man sozusagen Text in Bildern übersetzen kann in echten Text. Die Frage war nur immer, wird das auch fürs Ranking benutzt? Während ich dran geschrieben habe, da hatte glaube ich der Malte Landwehr mir ein Beispiel geschickt und in der Tat auch jetzt bei meinen Testbildern ist es jetzt so, dass man Texte, die im Bild stehen, auch tatsächlich finden kann. Als Beispiel habe ich da auch im Buch genannt, sind so Dinge wie zum Beispiel Texte in Sprechblasen. Wenn man so Comic-Texte hat oder so oder Bilder mit Sprechblasen, wo so Texte drinstehen, die kann man heute, wenn man gezielt danach sucht, auch tatsächlich finden. Aber man kann außerdem oder man kann feststellen, wenn man danach sucht, dass es tatsächlich ein sehr untergeordneter Faktor ist. Das heißt nur dann, wenn es wirklich fast keine anderen Bildergebnisse mit diesen Testtexten gibt, dann werden diese Bilder auch vorne gezeigt. Ansonsten laufen die unter ferner liefen. Also es ist nur minimal. Aber immerhin, Google wertet das inzwischen aus und benutzt das auch fürs Ranking.

Markus Hövener: Numero 6: Das Alt-Attribut und das Title-Attribut.

Martin Mißfeldt: Habe ich auch gerade wieder einen Blogartikel drüber geschrieben, weil es da auch immer wieder Fragen gibt. Also das Alt-Attribut ist fundamental wichtig und zwar nicht nur aus SEO-Gründen, also nicht nur, weil das für die Google-Bildersuche wichtig ist, sondern weil es insgesamt wichtig ist. Für alle Menschen, die eine Sehbehinderung haben oder auch wenn man technische Probleme hat oder wenn man das im Browser einstellt, dass Bilder nicht angezeigt werden, genau dann wird immer der Alt-Text benutzt oder gezeigt. Und weil dieser Alt-Text weit über SEO hinaus sozusagen von fundamentaler Bedeutung für Bilder ist, nutzt Google ihn auch als ein sehr wichtiges Signal, weil Google davon ausgehen muss, dass der Alt-Text das Signal ist, was im Grunde alle setzen, wo jeder was reinschreibt. Das wird durchs W3C vorgegeben und das hat sich auch weitgehend so etabliert. Das heißt man kann davon ausgehen, dass das ein Text ist, der das Bild beschreibt und der weitgehend bei fast allen Bildern auch benutzt wird. Entsprechend wichtig ist das auch als Ranking-Signal. Bei dem Title-Attribut, das ist eigentlich weitgehend unwichtig. Das kann dann wichtig sein, wenn das Bild verlinkt wird, wenn man einen Link setzt. Allerdings wird, wenn ein Bild verlinkt wird, in aller Regel der Alt-Text des Bildes als Ankertext benutzt. Wir wissen aus SEO-Zusammenhängen, dass der Ankertext sehr wichtig ist, und wenn ein Bild verlinkt wird, dann ist der Alt-Text des Bildes quasi der Ankertext. Macht ja auch Sinn, ist auch logisch. Das Title-Attribut ist im Grunde dann gar nicht mehr nötig. Also, wenn man einen Link setzt, dann sollte man den Ankertext so benennen, dass das Keyword sozusagen was Wichtiges irgendwie auch auftaucht. Wenn das der Fall ist, dann braucht man kein Title-Attribut. Das Title-Attribut wird immer eigentlich nur dann wichtig, wenn man zum Beispiel sowas verlinkt irgendwie „Klicken Sie hier“. Klicken Sie hier ist völlig nichtssagend und weil das nichtssagend ist, wird dann geguckt, was steht denn im Title-Attribut. Und es gibt ein paar ganz wenige Zusammenhänge, wo das vielleicht mal wichtig sein könnte, aber in aller Regel ist das Title-Attribut SEO-technisch völlig irrelevant. Es macht für den Benutzer dann Sinn oder deswegen Sinn, weil es ein sogenanntes, so ein Tooltip erzeugt. Das heißt, wenn man auf das Bild raufrollt, dann wird der Text des Title-Attributs angezeigt in so einem kleinen Fensterchen. Das kann für die Benutzer aus Usability-Gründen hilfreich sein, wenn man da noch Informationen geben will über das Bild. Das ist vor allen Dingen dann hilfreich, wenn das Bild selber keine Bilderunterschrift hat, so eine Caption. Also normalerweise hat ein Bild eine Bildunterschrift und dann ist der Tooltip oder das Title-Attribut überhaupt nicht nötig. Wenn das Bild keine Bildunterschrift haben kann, dann kann der Tooltip durchaus sinnvoll sein.

Markus Hövener: Punkt 7, du hast es gerade schon gesagt: Bildunterschrift. Brauche ich unbedingt oder?

Martin Mißfeldt: Ja, es ist schon von zentraler Bedeutung neben dem Alt-Text, weil man natürlich davon ausgehen muss oder weil die Bildunterschrift, also schon vom Quellcode gesehen, natürlich sehr eng beim Bild steht. Und Google kann dann davon ausgehen, dass das, was in dieser Bildunterschrift steht, hat ganz viel mit dem Bild zu tun. In aller Regel erklärt man sozusagen in der Bildunterschrift was zu sehen ist und warum es zu sehen ist. Das ist auch genau das, was Google wissen will, um das Bild entsprechend ranken zu können. Das heißt, wenn es irgendwie möglich ist, dann sollte man diese Bildunterschrift setzen und auch verwenden.

Markus Hövener: Nummer 8: Umliegender Text.

Martin Mißfeldt: Auch der umliegende Text ist ähnlich wie die Bildunterschrift sehr wichtig, weil Google seit ewigen Zeiten versucht aus den Texten, die auf einer Website sind, rückzuschließen, was auf einem Bild zu sehen sein könnte. Da eine Website auch mehrere Bilder haben kann, versucht Google immer den Text zu nehmen oder die Passage zu nehmen, die möglichst nahe am Bild ist. Logisch, wenn ein Text am Anfang, in der Mitte und hinten ein Bild hat, dann wird der Text am Anfang sich eher auf das erste Bild beziehen, der Text in der Mitte auf das zweite und so weiter. Das heißt man kann eigentlich immer davon ausgehen, dass es so der Absatz ist, in dem ein Bild eingebettet ist. Wenn man sozusagen in normaler Textstruktur denkt, dann ist der eingeteilt in Absätze und ein Bild taucht im Zusammenhang mit einem Absatz auf. Entweder direkt vor einem Absatz oder nach einem Absatz oder idealerweise sogar im Absatz. Dann ist dieser Text, wo das Bild auftaucht, natürlich sehr wichtig und alle Keywords, die da sozusagen auftauchen, haben mit dem Bild zu tun und idealerweise gibt im Alt-Text, in der Bildunterschrift, bestimmte Begriffe oder auch im Dateinamen bestimmte Begriffe, die sich wiederholen und die dann auch in diesem umliegenden Text aufgegriffen werden und das sind für Google dann schon relativ klare Signale, dass das Bild selber mit diesen Begriffen zu tun hat.

Markus Hövener: Dann hätet ich noch Faktor 9: XML-Sitemap.

Martin Mißfeldt: Entschuldigung, wenn ich ganz kurz unterbreche. Ich glaube, das hast du jetzt nicht gefragt, aber in diesem Zusammenhang ist die Überschrift des Absatzes auch sehr wichtig. Das heißt jeder Absatz hat ja irgendwann vorher mal eine Überschrift und diese Überschrift, die ist auch von wichtiger Bedeutung, weil genau wie alles das, was ich vorher gesagt habe, ist es natürlich auch ein hilfreiches Signal, wenn die entsprechenden Keywords oder das Keyword auch in der Überschrift vor dem Absatz auftaucht. So Entschuldigung.

Markus Hövener: Also Faktor 9 war: XML-Sitemap.

Martin Mißfeldt: XML-Sitemap ist fürs Ranking irrelevant. Das ist so wie auch in der organischen Suche. Die Sitemap ist ausschließlich für das Crawling wichtig. Da geht’s nur darum, dass man dem Google-Bot hilft die Inhalte zu entdecken oder auch Veränderungen entsprechend festzustellen. Insofern fürs Crawling irrelevant. Sitemap macht erst dann Sinn, wenn man tatsächlich eine bestimmte Anzahl von Bildern hat. Also ab 10.000 ungefähr.

Markus Hövener: Und den letzten, den 10. Faktor, den ich mir aufgeschrieben habe, wäre noch: Markup. Also es gibt schema.org/imageobject, bringt das …?

Martin Mißfeldt: Da laufen sozusagen auch noch die Tests. Im Moment deutet noch nicht so viel darauf hin, dass das wichtig wäre. Aber die Politik von Google legt nahe, dass das sozusagen wichtiger werden könnte. Aber zurzeit ist das so, dass das bisher nicht ausgewertet wird und keine Vorteile bringt.

Markus Hövener: Das waren so die 10 Rankingfaktoren, die ich mir aufgeschrieben hatte. Also Offpage habe ich jetzt mal etwas seinlassen ehrlichgesagt. Ich hätte zum Schluss noch so 2 Praxisfragen. Vielleicht mit der Bitte um kurze Antwort. Erstmal im Falle eines Relaunches. Bilder auch 301 umleiten oder nicht?

Martin Mißfeldt: Nee. Im Falle eines Relaunches sollte man, das hängt von der Masse der Bilder ab, aber sollte man möglichst die alten Bilder bestehen lassen, genau an den Orten lassen, wo sie sind. Und stattdessen auf den neuen Seiten neue Bilder einbetten, ohne dass man die alten Bilder ersetzt, ohne dass man die URL verändert. Letztlich geht es immer um die physikalische oder um die URL, die sozusagen physikalisch, wo sich physikalisch ein Bild verbirgt. Das Problem beim Relaunch ist, über eine 301-Weiterleitung gibt man Google das Signal, das Bild hat sich verändert und ist neu. In dem Moment, wo man das tut, wird das alte Bild quasi Google-intern gelöscht und das neue Bild wird neu indexiert. Das ist ein Prozess, der dauert. Das habe ich in meinem Buch hoffentlich auch plausibel zeigen können. Das dauert ungefähr 1 bis 4 Wochen, je nachdem. Wenn man das für einzelne Bilder macht, dann ist das auch kein Problem, dann kann man das in aller Regel abwarten. Problematisch wird es dann, wenn man das für eine ganze Domain macht und das sehr viele Bilder betrifft. Weil in dem Moment kommt der Google-Bot einfach nicht mehr hinterher. Das heißt es fliegen dann in kürzester Zeit alle Bilder aus dem Index und es dauert oft Monate oder Jahre bis die alle wieder aufgearbeitet wurden. Besser ist daher die Strategie, die alten Bilder zu belassen und wenn der Google-Bot dann die alten Bilder findet, dann sieht er, sie sind noch da und die verlinken dann weiter auf die neue Seite. Auf den neuen Seiten entdeckt der Google-Bot dann aber neue Bilder. Ohne dass die alten gelöscht werden, also werden zusätzlich neue Bilder indexiert und diese neuen Bilder tauchen dann nach und nach, je nachdem wie schnell der Google-Bot ist, was wieder von der Crawling-Frequenz abhängt und so weiter. Aber so nach und nach werden dann die alten Bilder durch die neuen ersetzt. Aber man verliert nicht die alten Bilder, sondern man gewinnt sozusagen nach und nach im Laufe der Monate und Jahre dann die neuen Bilder-Rankings. Die behalten in aller Regel auch ihre alten Positionen, das heißt sie verlieren nicht ihre Rankings. Man sollte also nicht von Anfang mit Weiterleitungen arbeiten, weil das bedeutet für Google, alle alten Bilder sind gelöscht, sondern man sollte nur die Seiten weiterleiten, aber nicht die Bilder. Ist ein bisschen komplex und ein bisschen schwierig. Habe ich im Buch hoffentlich sehr klar und deutlich beschrieben. Es liegt letztendlich am Crawlingbudget und wenn man von heute auf morgen alles löscht, dann ist das Crawlingbudget normalerweise nicht groß genug, dass man in kurzer Zeit alle Bilder sofort wieder vorne reinkriegt.

Markus Hövener: 2. Praxisfrage. Sollte oder kann und sollte man Bilder eigentlich in ein CDN auslagern?

Martin Mißfeldt: Ja. Also zumindest spricht nichts dagegen und man sieht auch, dass die großen Player das alle machen. Bei kleinen Seiten ist das wahrscheinlich auch wieder also ein bisschen übertrieben, aber ab einer bestimmten Anzahl von Bilddateien macht das durchaus Sinn. Der Vorteil ist, das liegt vor allen Dingen in der Ladegeschwindigkeit, das heißt Bilder können dann asynchron nachgeladen werden und verstopfen einem nicht sozusagen die Kanäle. Deswegen machen die Großen das ja auch alle. Man kann das auch auf einem CDN sozusagen oft besser organisieren und strukturieren und übersichtlicher, gerade wenn man mit vielen Leuten dran arbeitet, dann ist das oft übersichtlicher zu verwalten. Ansonsten weil das sozusagen möglich ist, funktioniert auch nur dieses Prinzip des Hot Linkings. Deswegen kann Google nicht sagen, wir nehmen nur Linkziele von Bildern, die auch auf derselben Domain liegen. Das heißt CDN sollte man gerade, wenn man größere Seiten hat, auf jeden Fall machen. Ja.

Markus Hövener: Gut. Die Zeit ist leider rum. Ich ahne schon, wir könnten noch ein paar Stunden drüber reden. Aber ich glaube, so die wichtigsten Faktoren haben wir aufgearbeitet. Also gerade das, was man so in der gängigen Praxis auch wirklich braucht.

Martin Mißfeldt: Wenn ich ganz kurz, eine Sache. Die Zeit drängelt, aber eine Sache ist mir doch noch wichtig und zwar der Faktor Konsistenz. Also ganz wichtig ist, dass man sozusagen darauf achtet, dass es keine widersprüchlichen Signale gibt zu einem Bild. Das erklärt auch in ganz vielen Fällen, warum gut rankende Bilder plötzlich abrutschen. Wenn nämlich zum Beispiel andere Website-Betreiber kommen, die das gleiche Bild verwenden, aber andere Signale aussenden. Der Alt-Text heißt dann so wie im eingangs genannten Beispiel nicht schwarze Katze, sondern weiße Mäuse. Und dann kommt Google durcheinander. Das heißt man hat die Onpage-Signale nicht immer nur selber als Urheber eines Bildes im Griff, sondern sobald das woanders benutzt wird, können widersprüchliche Signale reinkommen. Da sollte man dann entsprechend versuchen einzugreifen und gleich von vornherein dafür zu sorgen, dass es diese Konsistenz der Bildsignale gibt. Das war mir so da noch wichtig.

Markus Hövener: Das waren noch mahnende Worte für das Volk.

Martin Mißfeldt: Genau.

Markus Hövener: Wer echt noch nicht genug hat von dem Thema, den Link zum Buch, Bilder SEO, wie gesagt 168 Seiten für einen sehr moderaten Kurs, packe ich natürlich in die Shownotes mit rein. Klickt euch da rein, schnell runtergeladen. Kann man auch wirklich sehr angenehm lesen, kann ich sagen. Also ist jetzt nicht so akademisch, wie es vielleicht klingen mag, sondern großen Respekt für das Referenzwerk.

Martin Mißfeldt: Dankeschön. Sehr gerne.

Markus Hövener: Also schön, dass du da warst, Martin. War sowieso mal an der Zeit. Ich meine, wir sind glaube ich beide relative Urgesteine und man sieht sich immer auf einer Konferenz, haben wir aber noch nie was glaube ich zusammen gemacht.

Martin Mißfeldt: Ja. Richtig.

Markus Hövener: Schön, dass wir es jetzt nochmal geschafft haben. Dann nochmal vielen Dank.

Martin Mißfeldt: Ja gerne.

Markus Hövener: Vielen Dank euch allen da draußen fürs Zuhören und schaltet oder hört wieder rein. Vielen dank und bis bald! Ciao!

Martin Mißfeldt: Tschüss!

Unser nächstes Webinar am 29. Juni 2018:
Anzeigenoptimierung mit Google AdWords – Wo alle falsch liegen und wie es richtig geht

Anzeigentests kann man nicht Google überlassen, da ist sich die Branche einig. Deshalb werden Anzeigen im Wechsel geschaltet, um statistisch signifikante Gewinner zu ermitteln. Was seit einem Jahrzehnt allgemein als Königsweg akzeptiert wird, ist durchaus fundiert und klingt eindrucksvoll, ist in Wahrheit aber Unsinn.

Jetzt kostenlos anmelden:
Anzeigenoptimierung mit Google AdWords – Wo alle falsch liegen und wie es richtig geht

Alle kommenden Webinare:
Bloofusion- und suchradar-Webinare im Überblick

The following two tabs change content below.

Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

Leave a Reply