SEO Detailwissen: 404 oder 410?

6. Mai 2020 | Von in SEO

Die Detailfrage, ob ein HTTP-Code 404 oder 410 nun besser sei, um Seiten schnell aus dem Index zu entfernen, wird oft gestellt. Was ist nun besser? Und ist das überhaupt relevant?

Was besagen die Codes?

Zunächst: Jede Anfrage an einen Web-Server liefert einen HTTP-Code (Status Code) zurück. Idealerweise ist das dann ein Code 200, der signalisiert, dass die Information wie gewünscht zurückgeliefert werden konnte. Wenn die Information aber nicht unter der gewünschten URL zu finden ist und keine Umleitung eingerichtet ist, kommt ein 4xx-Code zurück.

Bei der Frage, ob es nun 404 oder 410 sein muss, sollte man genau hinschauen, was die Codes jeweils bedeuten:

404 = Not Found: Der Inhalt wurde nicht gefunden.

410 = Gone: Der Inhalt wurde nicht gefunden, weil er weg ist.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede: 404 vs. 410

Fangen wir mit den Gemeinsamkeiten an. Der Crawler (Googlebot) wird eine URL abrufen und einen 404 oder 410 zurückgeliefert bekommen. Die Seite verschwindet dann sehr schnell aus den Suchergebnislisten. Es ist also relativ unwahrscheinlich, dass man in Google-Ergebnissen auf eine nicht mehr existente URL klickt.

Der Unterschied liegt aber in der Bedeutung und dem Crawler-Verhalten. Beim 410 ist klar: Die Ressource ist weg und wird auch nicht wiederkommen. 404 bedeutet: Sie ist weg, aber damit wird nicht ausgesagt, ob das vielleicht unabsichtlich passiert ist und ob es die Ressource morgen wieder geben wird.

Google hat in der Vergangenheit mal kommuniziert, dass eine Seite, die seit dem letzten Crawl erstmalig einen Code 404 hat, noch einen kurzen “Schutz” erhält. Also: Der Crawler “glaubt” diesem Code erstmal nicht und überprüft ihn zeitnah nochmal. Bei einem 410 werde aber davon ausgegangen, dass dieser schon korrekt sei. Im Zweifelsfall kann ein 410 also dabei helfen, eine Seite schneller aus dem Index zu bekommen.

Bei einem 404 wird der Crawler noch ein paar Mal (in den folgenden Tagen/Wochen/Monaten) prüfen, ob es die Ressource nicht doch noch gibt. Bei einem 410 passiert das auch, aber evtl. etwas seltener.

Die Frage, ob ein 404 oder 410 zum Einsatz kommt, hat also keinen Einfluss auf das Endergebnis (Seite erscheint nicht mehr in den Suchergebnissen), sondern nur darauf, wie viel Crawl-Budget auf die nicht mehr existenten Seiten verschwendet wird.

Wenn es also um den typischen Fall geht, dass man zwei HTML-Seiten oder drei PDF-Dokumente löscht, wird der Mehraufwand (404 vs. 410) für den Crawler so gering sein, dass das faktisch überhaupt keinen Einfluss auf das Crawl-Budget hat. Wer auf einmal zig Tausende Seiten löscht, könnte mit einem HTTP-Code 410 bessere Ergebnisse erzielen – aber immer bezogen auf das Crawl-Budget. Und das ist für die meisten Websites ein zu vernachlässigendes Thema.

Mehr zum Thema

Noch mehr zum Thema Crawl-Budget:

Crawl-Budget-Optimierung: Wie Du Dein Budget optimal ausnutzt!

Mehr über technische SEO-Themen lernen:

Technical SEO für Einsteiger (bei OMCampus)

The following two tabs change content below.

Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

Kommentieren