Sollte ich SEO einer Agentur/einem Freelancer überlassen? [Alles auf Start Episode 5]

20. Februar 2020 | Von in Search Camp + Alles auf Start, SEO

In dieser Episode geht es um die Betreuung von Startups und KMU in Sachen Suchmaschinenoptimierung: Kann eine SEO-Agentur/ein SEO-Freelancer etwas besser oder schneller als ich? Welche Gefahren gibt es, wenn ich nicht von SEO-Profis betreut werde? Und wie kann ich eigentlich eine gute Agentur oder einen guten Freelancer erkennen?

 

 

Transcript

Moin und herzlich willkommen zur 5. Episode von „Alles auf Start“. Die Frage ist heute: Sollte ich SEO einer Agentur oder einem Freelancer überlassen? Und das natürlich vor allem unter dem Aspekt, dass du Start-up bist oder KMU.

Zunächst muss ich sagen: Ich bin befangen. Ich habe eine Agentur, die heißt Bloofusion und wir betreuen natürlich Unternehmen in Sachen SEO. Das heißt, hundertprozentig objektiv bin ich vielleicht nicht unbedingt. Ich versuche das aber heute zu sein. Und vor allem könnt ihr wie glaube ich sonst auch einfach ehrliche und offene Worte von mir erwarten.

Noch ein Hinweis: Im Folgenden wird mir oft das Wort Agentur über die Lippe kommen. Ich meine das dann immer synonym auch mit SEO Freelancer. Beides ist gleich gut, zumindest in der Theorie. Manchmal ist eine Agentur in dem einen Aspekt besser, in dem anderen ist vielleicht ein Freelancer besser. Wie auch immer, wahrscheinlich geht der Vergleich ungefähr gleich aus. Ich weiß, dass viele da draußen, gerade kleine Unternehmen, sich dann eher einen Freelancer suchen und nicht unbedingt eine Agentur. Whatever! Also ich möchte mich dieser Frage jetzt mal nähern und ich habe insgesamt 5 grundlegende Fragen zusammengetragen, die dabei helfen sollen, diese Frage zu beantworten.

 

Frage Nummer 1: Kann eine Agentur etwas besser als ich?

Und da muss ich ganz ehrlich sagen: nicht unbedingt. Es ist grundsätzlich so, SEO ist kein Hexenwerk, das Wissen ist faktisch verfügbar. Ihr könnt euch gerne durch die 1000 Seiten der SEO-Bibel vom Sebastian Erlhofer durcharbeiten. Ihr könnt das machen, es kostet natürlich wahnsinnig viel Zeit.

Ich vergleiche das immer mit einem Handwerker. Ich als SEO könnte jetzt auch lernen wie man einen Tisch baut. Die Werkzeuge sind dafür verfügbar, irgendein Online-Shop wird mir wohl eine Säge und Schleifpapier und sowas verkaufen, überhaupt keine Frage. Aber trotzdem, der Tischler, der das seit 20 Jahren macht, der wird das schneller machen und der wird es auch besser hinbekommen. Und dann gibt es natürlich noch so einen wirtschaftlichen Effekt, dass der Tischler seine Tools, die er sich da anschafft, über 100, über 1000 Kunden nutzen kann, und ich, wenn ich mir das alles besorge, nur über einen Kunden, nämlich mich selber.

Vielleicht auch noch ein Aspekt bei der Frage: Kann eine Agentur etwas besser als ich? Es gibt ja das Mantra „Content ist King“. Das heißt, Text ist wirklich wichtig. Grundsätzlich bin ich der festen Überzeugung, Text kann der am besten, der am Thema wirklich nah dran ist. Das stimmt nicht unbedingt, denn es gibt natürlich auch viele Koryphäen da draußen, die ein sehr hohes thematisches Wissen haben, aber das einfach nicht aufs Papier bringen können.

Aber wenn wir mal kurz darüber nachdenken, wir haben da draußen jemanden, der thematisch gut drauf ist und der auch noch schreiben kann, dann wäre dieser Unternehmer eigentlich besser geeignet Content zu liefern als eine Agentur oder als ein Freelancer, zumindest in der Theorie. Denn auch das muss man natürlich sagen, so Agenturen, die können sehr gut Sachen skaliert machen, und für manche Start-ups oder KMU ist es dann auch schon zu viel, wenn sie pro Monat einen Beitrag liefern sollen. Also auch da muss man natürlich realistisch bleiben, aber trotzdem, weil die Frage, kann eine Agentur etwas besser als ich, vieles glaube ich, können sie ein bisschen besser, einfach weil sie auch das Wissen haben, dass du dir natürlich aneignen könntest, aber wahrscheinlich ist deine Zeit woanders besser aufgehoben. Aber nochmal, rein theoretisch kannst du dir dieses Wissen drauf schaffen, überhaupt keine Frage.

 

Frage Nummer 2: Kann eine Agentur etwas schneller als ich?

Und da würde ich sagen: Ja, meistens ja. Agenturen haben häufig einen sehr großen Werkzeuggürtel. Das heißt, sie haben mehr Tools, sie haben bessere Tools. Sie haben vielleicht auch etablierte Workflows, um ganz bestimmte Aspekte gut hinzubekommen. Sie haben vielleicht auch Checklisten so wie wir, wir haben manche Checklisten, die basieren auf 100+ Kundenerfahrungen, und kürzt natürlich Sachen ab. Man guckt sich wirklich nur noch das an, was auch wirklich, wirklich wichtig ist.

Und ein bisschen ist das vielleicht wie mit so einem Chefarzt. So ein Chefarzt muss man sagen, also es gibt da draußen ja so Koryphäen, die haben sich nur noch auf ein Thema spezialisiert und die haben da eine unglaublich tiefe Erfahrung. Da kannst du als Patient reinkommen und der muss sich die Befunde gar nicht angucken, der sieht eigentlich schon, was du da hast oder dass du das hast, für das er Koryphäe ist, und hat eigentlich auch gleich den richtigen Tipp dazu. Das ist natürlich der Faktor Erfahrung. Und Erfahrung sorgt natürlich schon manchmal dazu, dass man etwas schneller kann.

Auch beim Thema Linkaufbau muss ich sagen: Ja, Linkaufbau ist schon echt eine Erfahrungssache. Was darf so ein Link eigentlich kosten? Wann ist ein Link, den man aufbaut, auffällig und wann ist er nicht auffällig? Das ist Erfahrungssache. Und klar, kann ich mich jetzt da auch reinfuchsen, aber diese Erfahrung kann ich eigentlich nirgends so richtig gut am Markt kaufen, sondern ich muss es einfach machen. Und nochmal, da haben natürlich Agenturen einen gewissen Vorteil gegenüber Unternehmen, die jetzt einfach noch nie einen Link aufgebaut haben und da vielleicht jetzt auch einfach Geld verschenken.

 

Frage Nummer 3: Welche Gefahren gibt es eigentlich, wenn ich keine Agentur beschäftige, wenn ich keine Agentur habe?

Und da sehe ich eigentlich primär 3 Gefahren. Gefahr Nummer 1 ist die, dass man sich mit irrelevanten Aspekten beschäftigt. Das ist manchmal schwer zu sagen, weil da sind sich manchmal die SEOs nicht mal einig. Ich habe das ganz oft, dann kriege ich mit, wenn wir eine Website analysieren, was vielleicht eine Agentur davor alles gemacht hat. Und manchmal schlage ich schon die Hände über den Kopf zusammen, weil man bei einigen Sachen sagen muss oder als Best Practice ist es natürlich sinnvoll manche Sachen zu machen. Aber gerade, wenn man sich dann auch noch anguckt, wieviel Geld man in die Umsetzung dieses einen Aspektes steckt, muss man sagen, ist es oft gar nicht sinnvoll. Also dann ist es einfach eine Verschwendung von Zeit und Geld. Und Zeit und Geld haben halt die wenigsten Unternehmen jetzt wirklich so im absoluten Überfluss. Vor allem gerade, wenn man jetzt zum Beispiel Start-up ist, dann muss man sagen: Die Time to Market verlängert sich natürlich auch, weil die wichtigen Sachen einfach nicht priorisiert wurden. Man macht erst unwichtiges technisches Zeug und dann vielleicht produziert man erst guten Content. Oder man hat halt die ganze Zeit minderwertige Links aufgebaut und steht am Ende eigentlich wirklich mit keinem Ergebnis da, obwohl man jetzt irgendwie 3 oder 6 Monate irgendwas gemacht hat. Und nochmal, diese Gefahr sehe ich auf jeden Fall.

Die zweite Gefahr, die ich sehe, ist natürlich die Gefahr einer Abstrafung. Abstrafung heißt ja: Man verstößt gegen Google-Richtlinien. Mit dem richtigen Wissen ist das kein Problem. Das ist auch hier wieder ein Wissensthema, nämlich kenne die Google-Richtlinien. So Sachen wie weißer Text auf weißem Grund, das machen wir bitte nicht. Wenn du eine Abstrafung hast, dann wirst du von Google benachrichtig über die Google Search Console, dann kannst du das beheben. Dann schreibst du Google noch mal an und dann heben sie hoffentlich diese Abstrafung auf. Aber trotzdem, diese Gefahr besteht, sie ist relativ niedrig die Gefahr finde ich, aber trotzdem, ich habe es leider schon ein paar Mal gesehen, dass gerade Start-ups sich da in Sachen hereinmanövriert haben oder dachten, sie seien superschlau und das hat dann eben einfach nicht funktioniert.

Und Gefahr Nummer 3 ist die Gefahr, dass es einen nachhaltigen Schaden dadurch gibt, dass man etwas übersieht. Angenommen ein Startup holt sich eine brandneue Domain, hat aber übersehen, dass da vorher mal eine Porno-Website drauf war. Irgendwas ganz Schlimmes, was eine richtig schlechte Historie hatte. Und da gibt es ganz schöne Fallstudien dazu, dass solche Websites, selbst wenn sie jetzt den Besitzer wechseln und selbst, wenn da jetzt auf einmal was ganz anderes drauf ist, dass sie trotzdem immer noch schlecht performen. Eine SEO Agentur hätte das vielleicht geprüft und man selber ist einfach nur froh darüber, dass man jetzt hier mit einer coolen Domain an den Start geht und man kommt einfach nicht vom Fleck.

Andere Sachen sehe ich auch immer wieder, irgendjemand macht einen Relaunch und vergisst die 301-Weiterleitungen, die halt so wichtig sind. Oder auch das total beliebt: Die gesamte Website ist für Suchmaschinen gesperrt. Ja, habe ich immer so ein, zwei Fälle im Jahr, die das hinbekommen. Das ist einfach wirklich dann auch ein nachhaltiger Schaden. Gerade wenn ich so einen Relaunch mache und ich habe die 301-Umleitung vergessen, muss man sagen, das kann man nicht mehr lange retten, sondern irgendwann, wenn jetzt ein paar Wochen ins Land gegangen sind, ist der Schaden da und der kann auch nicht mehr repariert werden. Wenn ich da die richtige Betreuung gehabt hätte, dann natürlich hätte ich diesen Schaden, der auch noch nachhaltig ist, verhindert.

 

Frage Nummer 4: Brauche ich eine laufende Agentur-Betreuung?

Das hängt davon ab. Es gibt nicht unbedingt die eine Art der Betreuung. Eine Option, über die ihr da draußen nachdenken solltet, ist, ob ich mir eine Betreuung in neuralgischen Phasen suche. Man muss natürlich erstmal sagen: Agenturen bieten lieber eine Vollbetreuung an. Natürlich erstmal einfach, weil sie dadurch natürlich erstmal intern gedacht, Geld verdienen und eben auch Personal für so ein Projekt allokieren können. Aber natürlich auch im Sinne des Kunden gedacht, denn es macht manchmal nicht so viel Sinn, einen Monat lang wird irgendwas gemacht und danach rennt man weg. Gerade dann kommen die komischen Fragen oder man hätte irgendwas übersehen sollen. Also: Vollbetreuung, wenn man sie sich den leisten kann, ist im Allgemeinen keine schlechte Wahl für beide Seiten.

Trotzdem kann man eben, wie gesagt, hingehen, dass man in neuralgischen Phasen sich Beratung holt, nämlich zum Beispiel, wenn man die Website erstellt oder wenn man eben einen Relaunch macht. Oder wenn man über so wichtige neue Schritte nachdenkt wie Linkaufbau oder wir befüllen ein Magazin mal mit Content.

Grundsätzlich ein wichtiges Thema ist sowieso Arbeitsteilung. Also: Wie sieht die Arbeitsteilung aus zwischen Agentur und Unternehmen? Man kann sich auch Coaching-Modelle überlegen, das heißt, die Agentur gibt dem Start-up Aufgaben, die schlauen das Start-up auf und in der Folge ist dann das Start-up eigentlich die Werkbank und die Agentur ist so ein bisschen der Anleiter. Das heißt viel Umsetzung im Unternehmen, das heißt, das Unternehmen lernt was, aber durch die Anleitung der Agentur läuft das Ganze in die richtige Richtung. Und das ist eben so wahnsinnig wichtig.

Klassisches Beispiel für mich, was ich wirklich also mehrfachst im Monat sehe: Einen Blog mit Inhalt füllen. Das kann die Agentur natürlich einfach machen. Ich halte das nicht immer so für sinnvoll. Eventuell in manchen Setups ist es viel besser, die Agentur schlägt 20 gute Themen vor und das Unternehmen schreibt dann einen Beitrag pro Woche, sucht sich also ein Thema raus. Was braucht sie dafür, um das gut machen zu können? Auf jeden Fall eine kleine Schulung. Also bei uns ist das ein halber bis ein ganzer Tag, je nachdem welches Vorwissen so existiert. Nämlich wie schreibt man eigentlich für Suchmaschinen und für Nutzer gleichermaßen? Wir bieten übrigens an dieser Stelle, ein kurzer Werbehinweis, über OMCampus bieten wir auch selber ein Online-Seminar an. Das heißt „Der perfekte Content“. Da geht’s genau um dieses Thema, nämlich wie finde ich gute Themen und wie schreibe ich dann für ein ausgewähltes Thema?

 

Frage Numero 5: Wie kann ich denn eigentlich eine gute Agentur erkennen?

Das ist echt ein total blödes Thema, da gibt’s auch viele Beiträge dazu, einen Podcast und so. Also auch da könnte man jetzt eine eigene Folge zu machen. Aber faktisch muss ich immer sagen, wenn du selber kaum oder wenig Ahnung von SEO hast, hast du eigentlich faktisch keine Chance, eine gute von einer schlechten Agentur zu unterscheiden. Muss man ganz ehrlich sagen. Wenn du nicht die richtigen Fragen stellen kannst und dann die Antworten der Agentur noch bewerten kannst, hast du eigentlich faktisch keine Chance.

Das ist natürlich eh so eine Frage: Was ist denn jetzt eigentlich gut? Indizien für mich ist immer zum Beispiel erstmal ein verständliches Angebot. Wenn so eine Agentur mit ihrer Fachsprache rum haut und nicht in der Lage ist, dir eigentlich zu erklären, was sie da eigentlich jetzt konkret machen wollen, würde ich immer die Finger davon lassen. Wenn der Kunde nicht eingebunden wird, sei es, dass es mindestens monatlich einen Call gibt, dass es überhaupt eine Art von Kollaboration gibt, ich würde auch eher die Finger davon lassen. Solche harten Projekte gibt’s eigentlich finde ich zum Glück ein bisschen weniger, das war früher ein Riesenthema. Man hat einfach irgendwo Geld abgeladen und die SEO Agentur hat dann irgendwas gemacht, ohne dass irgendjemand wusste, was die da eigentlich machen. Das konnte eigentlich nur schiefgehen.

Manche gucken natürlich auch ein bisschen auf Siegel. Da gibt es ja zum Beispiel vom BVDW ein Siegel. Ich bin da sehr kritisch zu diesem Thema, auch weil ich natürlich, ich sag mal, ein paar Agenturen kenne. Ich weiß auch so, wer zertifiziert ist. Und ich finde das nicht immer aussagekräftig, um es ganz vorsichtig zu sagen.

Es ist natürlich immer gut sich auch mal Referenzen zeigen zu lassen, aber das sind Positivfälle. Auch bei der Zertifizierung über das Siegel, auch da werden halt Positivfälle eingereicht. Das heißt, da haben Sachen gut funktioniert. Das sagt aber erstmal nichts darüber aus, dass 100 Prozent der Projekte gut funktioniert haben.

Ein Problem, was ich auch mit Referenzen habe, ich meine, wir spielen das Spiel ja selber auch, aber eine Referenz ist erstmal nur die Nennung eines Namens: Also hey, wir haben für Daimler Benz gearbeitet. Was konkret wurde denn da eigentlich gemacht? Nein, da ist wieder so ein Problem, das dürfen wir zum Beispiel auch nicht sagen, weil es natürlich eine Geheimhaltungsvereinbarung gibt. Aber oft ist es so, man hat eben nur für einen Teil des Konzerns gearbeitet, nennt aber einfach den ganzen Konzern. Oder das Ding war vor 10 Jahren und war damals auch ein Miniprojekt. Manchmal geht es nicht anders, ist leider wirklich so, denn wenn wir Referenzen aufführen wollen, dann zumindest wir jetzt als SEO Agentur dürfen auch nicht mehr darüber erzählen. So ist einfach auch die vertragliche Situation. Wir dürfen das Unternehmen als Referenz nennen, wenn der Kunde es uns vertraglich gestattet. Dann tun wir das auch, aber ansonsten eben dürfen wir das nicht. Das ist natürlich irgendwie blöd. Aber auch sonst, weiß nicht, ihr fragt bei uns, bei Bloofusion, an: Hey, wie sieht‘s aus? Und wir sagen: Hey, wir haben hier 3 starke Referenzen für dich. Und das sind dann eben wieder 3 Fälle, wo es gut funktioniert hat, aber vielleicht haben wir ja irgendwie 100 vorher verbockt – haben wir jetzt nicht. Aber da muss man eben sehr kritisch rangehen und damit würde ich auch fast schließen, wenn es da nicht noch ein Standardproblem gäbe, das es bei Agenturen eigentlich immer gibt, das es bei Freelancern zum Glück nicht gibt, nämlich wer konkret wird mich eigentlich betreuen?

Agentur ist ein People-Business, das heißt, wenn ihr mal auf irgendeine Veranstaltung geht, ihr geht auf eine Konferenz oder so ein IHK-Ding oder so, da oben steht halt jemand und erzählt was über SEO und du denkst: Boah! Das ist aber ein kluger Kopf. Der hat das echt gut präsentiert. Von denen lasse ich mich jetzt mal betreuen. Erstmal grundsätzlich gut gedacht, aber welcher Mitarbeiter aus diesem Unternehmen wird mich denn dann später wirklich betreuen? Die Agentur an sich kann top sein oder die Geschäftsführung kann top sein, können Top-Referenzen haben, aber natürlich betreut mich dann irgendein Praktikant. Und deswegen lohnt es sich schon mal nachzufragen: Wer konkret wird mich denn betreuen? Seit wann ist der da? Wofür ist der denn jetzt eigentlich Spezialist und welche Kunden betreut er eigentlich sonst noch so?

Und vor allem einfach mal hinfahren und sich mit der Person zusammensetzen, denn schlussendlich ist das Gelingen eines Projektes nicht nur daran gekoppelt, ob es fachlich auf der anderen Seite stimmt, sondern eben auch daran, ob ihr menschlich miteinander könnt. Und ich hatte schon echt seltsame Meetings, oder was heißt seltsam. Ich bin eigentlich jemand, der sehr gerne effiziente Meetings hat. Wir hatten zum Beispiel im letzten Jahr einen Neukunden, die kamen vorbei und wir haben über Gott und die Welt geredet. Wir haben über alles gesprochen, nur nicht über SEO, und dann ist der Kunde wieder abgedämpft. Der wollte einfach nur gucken, ob wir menschlich miteinander können. Haben wir dann positiv herausgefunden und dann konnte der Vertrag auch unterschrieben werden, aber vorher ging das auf gar keinen Fall. Und natürlich, ich kann das nur empfehlen. Also guckt euch an, wer euch da betreut.

Ansonsten trotzdem nochmal, wenn ihr an einen Schaumschläger geratet, muss ich nach wie vor ganz ehrlich sagen, habt ihr eigentlich keine Chance das vorab zu erkennen.

Ein anderes Thema, wo ich natürlich auch immer vorsichtig wäre, oder ist ein altes Streitthema zwischen Kunden und Agenturen, ist nämlich die Vertragsdauer. Wenn es jetzt mal nicht läuft, wann könnt ihr kündigen? Bei Arbeitsverträgen gibt es interessanterweise sowas wie eine Probezeit, bei Agenturverträgen in der Regel nicht. Wäre aber eigentlich ganz gut, wenn es das gäbe. Also machen wir jetzt auch nicht, aber es gibt hinreichend viele Anbieter, wo du auch einen 12-Monats-Vertrag unterschreibst und da vorher auch gar nicht rauskommst, aber trotzdem stellst du vielleicht nach einem Monat fest, das hier war‘s nicht. Also auch da, mein Eindruck ist, dass die, die sich eher auf eine kurzfristige Kündigungsfrist einlassen, dass die auch sehr überzeugt davon sind, dass sie hier auch eine gute Leistung erbringen und dass die, die eher langfristige Sachen haben, vielleicht jetzt eben nicht so viel Vertrauen haben zu dem, was sie da so leisten werden wollen und können.

So, das waren so insgesamt meine Gedanken zu dem Thema, zu der grundsätzlichen Frage: Solltest du SEO einer Agentur oder einem Freelancer überlassen? Ich könnte jetzt noch ein Fazit ziehen, aber wie ihr schon, glaube ich, zwischen den ganzen Zeilen gehört habt: Es hängt immer davon ab. Es hängt vor allem davon ab, wie viel Wissen du da draußen bereits hast, und es hängt auch ein bisschen davon ab, wieviel Wissen du aufbauen möchtest. Und es hängt auch davon ab, wieviel an der SEO-Arbeit möchtest du selber eigentlich mit deinem Team leisten?

Und dann kannst du eben entscheiden, wenn du sagst, ich will kein Wissen aufbauen, ich habe kein Wissen, dann ist es vielleicht eher so, dass man sowas einer Agentur überlässt oder einem Freelancer. Ansonsten, wenn du sagst, ja, ich will Wissen aufbauen, ich will auch viel machen, ich kann auch viel machen, dann ist es vielleicht eher so eine Sache, dass man in neuralgischen Phasen sich was sucht und dass man vor allem diesen Weiterbildungsweg konsequent beschreitet.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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