SEO ist keine Black-Box: Das ganze Unternehmen muss da ran! [Alles auf Start 49]

11. November 2021 | Von in Search Camp + Alles auf Start, SEO

SEO funktioniert dann am besten, wenn alle im Unternehmen mithelfen und alle in die richtige Richtung arbeiten. Denn für Google & Co. kann jeder seinen Beitrag leisten – wenn die Mitarbeiter:innen denn das nötige Wissen haben. Wie kann das alles funktionieren? Worüber sollte man dabei nachdenken?

 

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SEO ist keine Black Box!

Moin! Da seid ihr ja wieder bei „Alles auf Start“. Heute mit einem, was ich eigentlich ein Softthema nenne, also etwas, wo es jetzt nicht hardcore um SEO geht, sondern eher um: Wie macht man das eigentlich richtig im Unternehmen?

Bevor ich anfange, möchte ich kurz einen Ausritt in die Vergangenheit bieten. Ich mach SEO jetzt seit 20 Jahren und da habe ich natürlich gerade am Anfang ein paar Sachen gesehen, die es heute so nicht mehr gibt. Da gab‘s relativ oft so ein Blackbox SEO, habe ich das immer genannt. Also früher gab‘s eine Agentur, gab’s natürlich verschiedene, da bist du mit deiner Website hingekommen, die haben deine Website an sich aber gar nicht angefasst, sondern haben stattdessen zum Beispiel für 10 Keywords, die du angegeben hast, haben sie dann 10 Seiten erstellt auf deiner Website, haben die unten über den Footer intern verlinkt. Was dann als Traffic reinkam, wurde erfolgsbasiert abgerechnet. Vielleicht haben die noch irgendwie ein paar Backlinks aufgebaut, war damals alles ein bisschen leichter als heute, kann alles sein.

War das gutes SEO? Na ja, wenn man es auf den Effekt bezieht, dann muss man sagen: Ja, das hat oft gut funktioniert. War das nachhaltig? Nein. War das langfristig gesehen? Nö, war es auch nicht. Man hatte halt 10 optimierte Seiten auf einmal auf der Website. Man hätte aber auch 1000 haben können, wenn man seine echte Website angefasst hätte.

Aber so war es nicht gewünscht, das war wirklich Blackbox SEO. Das konnte man auch vertrieblich natürlich gut verkaufen. Also keiner in dem Unternehmen musste die Website anfassen und man hatte trotzdem SEO gemacht und man hatte mehr Traffic, man hatte mehr Sichtbarkeit.

Ich glaube, dass das zu einem gewissen Grad natürlich heute noch so funktioniert. Ich mag es nur einfach nicht. Ich glaube auch, dass es wirklich niemanden zum Ziel bringt.

Meine These ist: SEO funktioniert dann gut, wenn es integral im Unternehmen eingebunden ist. Also wenn jetzt eben nicht da so eine Blackbox ist, keiner weiß, was diese Agentur da macht, und wir als Unternehmen müssen uns nicht anstrengen. Wie gesagt, führt einfach nicht zum Erfolg.

 

Beispiele: Was ist möglich?

Vielleicht mal so ein paar Beispiele, was man eigentlich machen könnte, wenn alle im Unternehmen denn wissen, worum es eigentlich geht. Angenommen, wir haben eine HR-Abteilung und die haben grad eine Kooperation mit der Uni, keine Ahnung, irgendein Projekt, um Absolventen zu umwerben. Wenn diese HR-Abteilung weiß, dass ein Backlink von einer Uni jetzt gar nicht mal so unwichtig ist, dann würden sie eben anfragen, ob wir den kriegen können.

Oder meine Redaktion, die ich inhouse habe, vielleicht ist es auch nur eine Person, die das macht, eine Redaktion klingt immer so groß, aber weil diese Person sich mit SEO auskennt, hat diese Person vor dem Verfassen des Artikels Keyword-Recherche betrieben, hat ein spannendes Thema festgestellt und hat Content geschrieben, der richtig viel Traffic reingebracht hat. Die Alternative wäre gewesen, man hätte über irgendwas geschrieben, was dann eben wieder keinen interessiert.

Oder: Das Unternehmen stellt auf einer Fachmesse aus und der Vertrieb weiß, dass die Website, die dazugehört, dass die stark ist, dass die wichtig ist, und man kümmert sich darum, dass dort gute Inhalte platziert werden, dass in der Folge auch ein schöner Link entsteht, sowohl auf die Startseite als vielleicht auch auf eine wichtige Produktseite.

Oder: Die Azubis, die machen jetzt einen Azubi-Podcast, um damit stärker Erwähnungen im eigenen Themengebiet aufzubauen.

Oder: Der Chef des Unternehmens hält einen Vortrag bei der IHK, und der sorgt dafür, dass auf der Seite der IHK, die da geschaltet wird, dass da eben auch das Unternehmen erwähnt und verlinkt wird.

Oder: Das Unternehmen wird 50 Jahre alt und man macht eine Landingpage. Aber die packt man nicht auf irgendein x-beliebige Domain, sondern als Unterordner auf die Unternehmens-Websites, damit sie – gut, Ranking ist nicht so wichtig -, aber diese Website wird vielleicht oft verlinkt und so zahlen diese Verlinkungen für diese Landingpage eben auch auf die gesamte Website ein.

Oder was kann man noch machen? Der Vertrieb startet zum Beispiel eine kleine Videoreihe, in der wichtige Fragen aus dem Presales-Bereich ausführlich erklärt werden. Das bringt wertvolle Rankings auf YouTube, aber auch in Google, weil sie natürlich dazu auch jeweils noch einen Blogbeitrag geschrieben haben. Oder, oder, oder.

Also es gibt viele im Unternehmen, die ganz bestimmte Sachen machen können, die entweder in die richtige oder in die falsche Richtung laufen, natürlich jeweils nur in Bezug auf SEO. Deswegen ist es eben so wichtig, dass Alle Bescheid wissen, dass alle wissen, was für SEO wichtig ist. Und dafür, glaube ich, sind ein paar Schritte notwendig im Unternehmen.

 

Was muss im Unternehmen passieren?

#1: SEO-Grundkenntnisse

Punkt Nummer 1, fange ich mal damit an. Erstmal sollte jeder, finde ich, zumindest gewisse Grundkenntnisse haben. Das heißt, das werden alles keine SEO-Profis werden, das muss ja auch gar nicht. Aber jeder, der irgendwie Kontakt hat mit anderen, der muss Basics wissen wie, Backlinks sind extrem wichtig.

Da ein Gehirn eine begrenzte Aufnahmekapazität hat, muss man sich auf wenige wertvolle und starke Botschaften beschränken. Das heißt, fangt jetzt nicht an und erklärt denen jetzt, was eine Meta Description ist und wie lang die sein muss. Ist auch vollkommen unnötig, dass die das verstehen. Sondern sie müssen einfach nur ganz bestimmte Regeln wissen, wie zum Beispiel, Backlinks sind wichtig, oder, bevor du einen Artikel schreibst, guck in einer Keyword-Datenbank nach oder frag jemanden, der Zugriff auf eine Keyword-Datenbank hat.

#2: Jeder muss wissen, was sinnvoll ist!

Jede Position im Unternehmen oder für jede Position im Unternehmen muss die Frage beantwortet sein: Was kann diese Position in Bezug auf SEO Positives machen? Das kann die Position sich natürlich selber überlegen, besser ist es natürlich, wenn es eben einen Menschen gibt, der sich das einmal überlegt hat. Also was kann jemand aus der HR-Abteilung in Bezug auf SEO positiv machen? Das muss irgendwo stehen.

#3: Zugang zu Tools

Die Mitarbeiter brauchen, soweit nötig und sinnvoll, dann auch Zugang zu Tools. Zum Beispiel zu einer Keyword-Datenbank oder zum Beispiel zum Ahrefs Content Explorer, um herauszufinden, welche Content-Ideen haben denn in der Vergangenheit mal gut funktioniert. Oder eben in einer Keyword-Datenbank, um herauszufinden, welches Keyword eigentlich sinnvoll ist.

#4: Ansprechpartner für Rückfragen

Punkt 4: Es sollte einen Inhouse-Ansprechpartner für Rückfragen geben. Vor allem jemanden, den ich bei strategischen Fragen fragen kann, aber auch bei einer kleinen operativen Frage. Aber nochmal: Ich glaube, dass es eher so strategische Themen manchmal sind wie: Hey, mit YouTube, sollen wir das eigentlich machen? Taugt das was für SEO oder nicht? Oder das mit dem Podcast, sollen wir das machen oder sollen wir das nicht machen? Oder natürlich die ewig beliebte Frage: Wir haben zwei Möglichkeiten, wir können YouTube machen oder Podcast. Was bringt uns mehr?

#5: Feedback

Es sollte regelmäßiges Feedback ans Team geben, um alle motiviert und bei Laune zu halten. Also typische Frage: Was hat eigentlich besonders gut funktioniert in letzter Zeit? Natürlich können wir auf das Negative gucken, also was haben wir eigentlich alles verbockt. Das macht aber keinen Spaß. Viel besser ist es zu gucken: Was hat besonders gut funktioniert? Zum Beispiel: Habt ihr schon gesehen, dass wir einen neuen Backlink von der Uni X bekommen haben? Und der war nicht nur gut für Google, sondern über den sind auch fünf Bewerbungen später reingekommen.

#6: Reporting

Dann gibt’s noch Punkt Nummer 6: Insgesamt das Thema Reporting, zum Beispiel Dashboards bereitstellen, damit eben alle regelmäßig noch mal sehen, wie wichtig der Kanal eigentlich ist. Man kann einfach im Eingangsbereich noch mal so einen Monitor mit Dashboard aufhängen oder was auch immer so für euch funktioniert, keine Ahnung.

 

Internationalisierung: nicht einfach

Das waren insgesamt 6 Tipps. Eine Sache ist mir natürlich noch wichtig. Das, was ich eben erzählt habe, das geht oft davon aus, dass man einen Unternehmensstandort hat. Das ist natürlich viel schwieriger das ganze Thema, wenn ich an fünf Standorten verteilt bin, die Hälfte davon noch im Home-Office ist.

Und, dann kommt das Schwierige: Ich habe auch noch zehn Auslandsvertretungen. Die alle in die Spur zu bringen und denen auch in dem jeweiligen Land dann oder der jeweiligen Sprache dann auch beizubringen, was sie eigentlich Positives für SEO machen können, das ist dann der Königsweg. Das habe ich auch schon mehrfach gemacht in der Vergangenheit. Das ist nicht einfach, weil jedes Land dann eben hat auch wieder seine ganz eigenen Besonderheiten und auch kulturell ist das manchmal vielleicht ein bisschen schwieriger. Aber wer hat gesagt, dass es einfach ist?

 

Finale

Das soll‘s auch gewesen sein für heute. Kleine Zusammenfassung: Ich glaube, dass SEO in dem Augenblick am besten funktioniert, wenn alle im Unternehmen mit anpacken. Dafür müssen nicht alle SEO-Profis sein im Unternehmen, das muss nicht sein und das kriegen wir auch sowieso gar nicht hin, die haben was anderes zu tun. Aber jeder muss wissen, welchen Beitrag er leisten kann.

Und muss natürlich auch regelmäßig wieder, ich sag mal, an die Schippe geholt werden, dass man ihn zum Beispiel durch regelmäßiges Reporting oder auch durch verschiedene Boni-Systeme oder wie auch immer, dass man ihnen klar macht: Hier habt ihr was gut gemacht. Wie wäre es denn, wenn ihr noch mehr von diesem Guten macht?

Ich muss sagen, das ist natürlich schwierig, all das zu machen, aber ich habe schon mehrfach gesehen, dass es gut funktioniert. Das hängt natürlich immer ein bisschen von der Unternehmenskultur ab. Aber es kann funktionieren und ich kann euch nur empfehlen, diese Chancen auszuloten und versuchen, sie bestmöglich zu nutzen. Natürlich, wenn ihr ein kleines Unternehmen seid, Start-up, wie auch immer, ist vieles leichter, aber auch mit 20 Mitarbeitern, was eigentlich immer noch ein kleines Unternehmen ist, auch da gibt’s oft schon Potenziale, wo verschiedene Menschen, verschiedene Positionen richtig was Gutes zu SEO beitragen können. Und das alles in die Spur zu bringen, das macht mir immer ganz besonders viel Spaß, ist allerdings auch wirklich manchmal ein ziemlich dickes Brett, was man da bohren muss.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor, Podcaster, Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und verantwortlich für das suchradar.

Markus hat vier Kinder, spielt in seiner Freizeit gerne Klavier (vor allem Jazz) und genießt das Leben.

Ein Kommentar zu “SEO ist keine Black-Box: Das ganze Unternehmen muss da ran! [Alles auf Start 49]”

  1. Marketingmensch

    Die enorme Auswahl und Nutzung von Maßnahmen und Dienstleister machen die Koordination der einzelnen Maßnahmen zur (zeitlichen) Herausforderung im Alltag. Das Tagesgeschäft ist mit einzelnen Maßnahmen nicht mehr zu erreichen. Wie erfolgreich du Kunden erreichst und gleichzeitig deine Reichweite Stärken kannst, hängt zunehmend davon ab, wie die Kombination und Koordinierung der Werbe-Werkzeuge funktioniert.

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