SEO ist Unternehmensentwicklung …? [Search Camp 163]

9. Februar 2021 | Von in Search Camp + Alles auf Start, SEO

Wenn SEO wirklich funktionieren soll, genügt es nicht, sich nur über HTML-Tags Gedanken zu machen. Welches Verständnis brauchen Unternehmen, damit die Zusammenarbeit mit Agentur oder Freelancer funktionieren kann? Und was muss der SEO wissen, damit die Beziehung Früchte tragen kann?

 

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SEO ist Unternehmensentwicklung …?

Markus Hövener: Moin! Da sind wir ja schon wieder mit Search Camp. Heute mit eigentlich einem spannenden Thema, vor allem mal kein technisches Thema oder nicht so ein operatives Thema, sondern „SEO ist Unternehmensentwicklung“. Habe ich mir interessanterweise nicht selbst ausgedacht, sondern ich habe den Stefan in der Leitung. Moin Stefan!

Stefan Godulla: Moin Markus! Grüß dich!

Markus Hövener: Stefan Godulla aus dem wunderschönen Köln. Kennen vielleicht viele von euch. Ich habe gesehen, du bist auch schon so ein Urgestein, also 20 Jahre SEO stand da.

Stefan Godulla: Ja. Zumindest im digitalen Business sozusagen und dann irgendwann natürlich auch SEO.

Markus Hövener: Und ein paar haben dich vielleicht schon mal live gesehen, weil du bist auch Seminarleiter bei SISTRIX und erklärst den Leuten, wie sie da die richtigen Schlüsse rausziehen.

Stefan Godulla: Genau, auch grundsätzlich als Speaker ein bisschen unterwegs auf Konferenzen, so CAMPIXX, SEO Day und so weiter. Auch grad so im Kölner Raum immer auch auf viel Meetups und so weiter unterwegs. Ja, da kann es sein, dass ich dann hier und da schon mal vielleicht irgendwo bei irgendwem auf der Bühne gestanden habe.

Markus Hövener: Und heute online hier mit mir vernetzt. Super!

Stefan Godulla: Genau.

Markus Hövener: Lass uns mal gleich einsteigen in das Thema „SEO ist Unternehmensentwicklung“. Ich habe gesehen, das steht sogar in der Meta Description deiner Startseite. Es muss dir also ein wichtiges Thema sein.

Stefan Godulla: Ja.

Markus Hövener: Sag mal, wie ist dieses Thema in dein Leben getreten?

Stefan Godulla: Ich habe selber 17 Jahre eine Agentur gehabt, also ich habe 2019 gegründet. Ich werde jetzt im Mai 50, also für mich immer noch spät. Nach Angestelltenverhältnis im Vertrieb, habe früher Key Account Management gemacht in der Papierindustrie und aber parallel immer natürlich bin ich mit Rechnern großgeworden und habe dann aufgrund von Unternehmenspolitik in dem Unternehmen den Schritt dann in die Selbstständigkeit gewagt und habe dann damals aus der Webentwicklung heraus eine Agentur aufgebaut, CTS Media in Köln, bis zu 15 Mitarbeiter nachher gehabt. Und wir haben dann so ganzheitlich im Bereich UX, Webdesign, Webentwicklung, spezialisiert auf Contao, Magento, Symphony Frameworks und eben Online-Marketing und SEO. Ich habe dann einfach auch gewisse Verschleißerscheinungen gehabt. Wir haben ja 2009, 2010 die Wirtschaftskrise auch miterlebt, das hat mich dann auch schon ganz schön geschafft und wo ich mir dann den ersten Burnout holte. Irgendwo war ein Punkt erreicht, wo ich gemerkt habe: Nein, es muss sich irgendwas ändern. Um es kurz zu machen, dann mit meinem Kompagnon haben wir uns quasi voneinander gelöst und aber auch absolut im Guten. Und bin mit meinem Teil des Online-Marketings und SEO quasi dann alleine weitergewandert und habe auch gemerkt, dass es für mich einfach das Beste ist. Das heißt, ich habe in dieser Agenturzeit natürlich auch viel erlebt und für mich auch Dinge, was aber auch wirklich sich immer auf mich bezieht, weil jeder führt seine Agentur auch anders. Ich will das nicht verallgemeinern, aber mich hat das nachher schon wahnsinnig gemacht, auch eher umsatzgetrieben zu sein in der Agentur und viele Dinge zu machen, die vielleicht eigentlich auch ein bisschen unsinnig sind, oder viele Dinge zu machen, weil der Kunde das will. Es wird also auch viel Geld verbrannt. Das habe ich dann auch vor allen Dingen gemerkt, als ich dann als Freelancer oder seitdem ich als Freelancer unterwegs bin, dann habe ich nämlich die Schnittstelle besetzt zwischen Agentur und Kunde, das ist so die Mission neben meinem eigentlichen SEO-Dasein, um die Kunden eben halt zu unterstützen dabei, das Thema SEO richtig anzugehen. Weil wir immer auch merken: Was für Angebote finden wir im Markt? Was bieten Agenturen an? Wie machen die das? Und man sagt immer, das kann ja nicht wahr sein, so kann es nicht funktionieren. Wir haben auf der anderen Seite die Kunden, die sagen: Haben wir alles schon gemacht, funktioniert eh nicht. Also das sage ich heute auch so als mein USP, dass ich sage: Ich sorge dafür, dass der Kunde kein Geld verbrennt. Und damit spart er unterm Strich eigentlich immer noch am meisten. Und SEO ist Unternehmensentwicklung, dass ich sage, wenn man unternehmerisch an das Ding rangeht, ich sage immer, es gibt zwei Stufen von Endkundenseite, von Unternehmerseite. Die erste ist zu erkennen: Ich muss mit Experten arbeiten. Also das funktioniert sehr wohl. Ich brauche aber Experten, zu einem Experten gehört auch Erfahrung und so weiter und so fort. Eine gewisse Reife auch der Agentur, mit der ich zusammenarbeite. Und dann kommt die zweite Ebene: Wie finde ich den Experten? Und das ist auch gefährlich. Also früher in der Agentur habe ich so auf Kunden geschimpft, weil ich sagte: Mein Gott, was machen die denn da und was haben die für Vorstellungen? Aber sie wissen es ja auch nicht besser. Und deshalb sage ich, wenn man es richtig macht und die Experten findet, die sich auch Gedanken machen über die Unternehmensziele eines Unternehmers oder eines Unternehmens und damit auch an SEO rangehen, das heißt, auch wirklich den Kunden eben zu involvieren, was für Ziele haben wir denn mit dem, was wir da machen, dann gehen wir in die Richtung Unternehmensentwicklung und nur dann, finde ich, macht SEO auch Sinn und ist auch erfolgreich und vor allen Dingen messbar.

Markus Hövener: Wobei Experten ja erst mal zwei Nachteile haben, also a) sie sind schwer zu finden, weil jeder nennt sich Experte, aber viele sind es einfach nicht. Und dann sind sie auch noch teuer, also wenn sie richtig gut sind.

Stefan Godulla: Genau. Aber wenn es funktioniert, ist es eben halt dann nachher auch ein guter Invest. Das heißt, man muss ja auch, finde ich, als Experte einem Kunden auch erst mal bestätigen oder mit dem Kunden eruieren: Ist SEO jetzt auch der richtige Kanal? Also wir haben ja letztens wieder irgendwie, jetzt ist ja gerade so wieder dieser Vergleich rausgekommen und wie ranken jetzt die SEO Agenturen, die 30 besten SEO Agenturen im Vergleich? Massiv kontroverse Diskussionen, das sagt alles nicht aus, wie gut eine Agentur ist. Also ich habe auch dazu kommentiert, dass für mich zum Beispiel als Solopreneur mehr oder weniger SEO überhaupt kein Kanal ist, weil ich natürlich einen ganz großen Bedacht darauf habe, meine Kunden auch vor zu filtern oder mir ganz wirklich sehr sensibel auszusuchen, mit wem ich arbeite, weil ich eben auch sehr, sehr ausgelastet bin. Da habe ich gar kein Interesse daran, dass ich über SEO ständig irgendwelche Anfragen kriege, die ich nicht bedienen kann oder die ich absagen muss. Es ist natürlich für jeden anders die Situation. Als Experte, finde ich, muss man die Kunden natürlich auch sensibilisieren und sagen: Ist SEO eigentlich dein Kanal? Oder: Wie stark oder wie anteilig groß macht es Sinn, diesen Kanal zu betreiben? Oder: Hast du vielleicht ein viel schnelleres Rechenbeispiel über Kampagnen, über Anzeigen, die du schalten kannst, was sich dann auch rechnet in deinem Umsatz? Und dann finde ich, man hat ja die Situation, dass die Unternehmer sagen, okay, ich brauche SEO, und dann gibt es viele Agenturen, die sagen, okay, ich mache dir ein Angebot. Was eigentlich gar nicht geht, weil ich muss ja als allererstes Mal mit dem Kunden sprechen über das, was wir vorhaben und was seine Unternehmensziele sind und was die Zielgruppen sind und wie wir was monetarisieren, wie wir Ziele angehen, wie wir die messbar machen. Und da fängt es schon an, dass ich ja merke, ich brauche irgendwie einen guten, neutralen Raum, auch einen bezahlten Raum, um diese Dinge mit dem Kunden zu klären. Das heißt, der Kunde hat viele Fragen, ich habe viele Fragen, also sage ich mal, einen ganz groben, eine Art Workshop, der eben dann halt auch, weiß ich nicht, meine eine, zwei, drei Manntage, je nachdem, was Vorbereitung, Nachbereitung ist, kostet. Aber der Kunde hat dann richtig was in der Hand, wo er weiß, das ist jetzt hier mehr oder weniger so ein Konzept, wie ich dann organisches Wachstum eben halt erreichen kann. Und da finde ich, hat man auch schon mal eine gute Weiche, die man sich stellt, geht ein Kunde das mit oder nicht? Ich finde es schwierig, wenn Kunden das halt nicht tun. Weil das führt dann dazu, dass eine Agentur einfach ein Angebot macht, das ist dann eine, wie soll ich sagen, eigentlich gar keine interaktive Arbeit, sondern eine frontale Arbeit. Man sagt, wenn Sie SEO wollen, dann machen wir die und die Analyse, und dann sagen wir Ihnen, was alles nicht gut ist, dann verbessern wir das, dann suchen wir uns selber noch, weiß ich nicht, zehn Keywords aus, wo wir sagen, die verbessern wir jetzt, und der Kunde ist eigentlich gar nicht involviert. Auf der anderen Seite hat man die Kunden, die sich die Zeit auch nicht nehmen, was auch nicht gut ist. Die sagen: Hier hast du Geld und jetzt mach! Wo ich sage, ich brauche aber den Kunden mit seiner Fachkompetenz und mit seinen Unternehmenszielen, um eben gemeinsam auch an so einer Strategie zu arbeiten. Das ist also gar nicht leicht, finde ich, dieses Matching auch hinzubekommen, dass Agentur und Kunde eben halt auch gut zusammenpassen.

Markus Hövener: Ich würde es mal grad ins Praktische ziehen wollen, weil ich sehe das Problem ja jeden Tag in der Praxis. Also angenommen ich bin jetzt wirklich der kleine Mittelständler auf der Wiese, tolle Produkte, ich glaube, wir alle kennen diese Firmen, und die suchen sich jetzt einen SEO-Experten, haben aber von SEO eigentlich keine Ahnung. Also haben die überhaupt eine Chance, zielsicher jemanden zu finden und wie würdest du rangehen?

Stefan Godulla: Alleine ist es, glaube ich, relativ schwer und ein bisschen Glückssache. Ich finde, das erste, was ich einem Unternehmer oder in der Form raten würde, ist, weil sie ja fragen, wie erkenne ich jetzt eine gute Agentur, und ich finde, der erste Impuls muss wirklich sein, dass die Agentur sich für mich, mein Unternehmen und meine Unternehmensziele interessiert. Also, dass sie einfach sagt: Was wollen Sie erreichen? Weil das zeigt schon, dass die Agentur selber einen Anspruch, oder der Freelancer, ich möchte da keinen Unterschied machen. Ich mache für mich auch keinen Unterschied, ich bin Freelancer, aber trotzdem glaube ich, kann ich eine Menge bewegen. Aber das ist schwer für mich, der erste Impuls, dass einer sagt, okay, Sie wollen SEO, dann haben wir die und die Pakete oder das und das können wir Ihnen anbieten oder hier ist der Vertrag, für 12 Monate erst mal unterschreiben. Und das ist ja gerade bei diesem absoluten Kleinstkunden, zum Beispiel im Handwerksbereich oder so, da hat man ja auch noch mit Ängsten zu tun, die dann irgendwie sagen so: Mein Gott, ich habe gar keine Ahnung. Ich muss irgendwie auf den Bau, also ich darf das sagen, ich bin selber gelernter Dachdecker, deshalb weiß ich, wovon ich rede, aber ich muss irgendwie auf den Bau und ich will das Thema erledigt haben. Und dann hat man mit so einem sanften Preis wie, weiß ich nicht, 199 Euro im Monat das Thema von der Backe und man merkt dann aber nach ein, zwei Jahren, dass da irgendwie dann doch nichts passiert und dann sind trotzdem 1.000 oder 2.000 Euro weg. Also ich fände es gut oder finde ich es als positives Zeichen, wenn die Agentur als erstes Mal Fragen hat und irgendwo sagt: Was ist das Ziel der ganzen Sache? Weil man kommt ja automatisch in die Situation, wenn man dann in der Zusammenarbeit ist, dann will ja meistens der Kunde irgendwann irgendwie was wissen oder was sehen und sagt: Was passiert denn jetzt oder wo stehen wir denn jetzt? Und so weiter. Deshalb ist es natürlich wichtig, messbare Ziele zu vereinbaren. Und das würde ich Unternehmern oder Kunden raten zu sagen, der erste Eindruck entsteht dadurch, dass sich die Agentur mal dafür interessiert, was wir eigentlich vorhaben, was die Ziele sind und welche Unternehmensbereiche zum Beispiel Entwicklung benötigen, wo liegen große Margen, in welchen Produkten gibt es vielleicht Mitarbeiter, die sich langweilen, wo hat man Expandierungspläne? Und dann kann man gezielt ja hingehen und auch, was dann die Arbeit ist, zu gucken: Was brauchen wir für Content-Formate? Dann geht man ja in die Zielgruppengeschichten rein. Also sobald ich irgendwas Fixes vorgelegt kriege mit irgendwelchen Paketen oder sonst was, kann das eigentlich schon nicht wirklich funktionieren. Es sei denn, man hat eben den Local-SEO-Aspekt, dass man sagt, hey, du brauchst jetzt als Friseur nicht organisches SEO machen und jetzt 50 Seiten über Frisuren schreiben. Auch da haben wir ja Spezialisten, die sehr gut eben auf Local SEO eben alle möglichen Kniffe und Tricks kennen. Aber da habe ich vieles, was ich auch selber machen kann und muss einfach wirklich gute Daten pflegen. Da mache ich vielleicht lieber einen Tag der offenen Tür und versuche, meine Kunden rund um meinen Ort an mich zu binden, mich kennen zu lernen. Genau wie in der Gastronomie oder beim Friseur, da geht man hin, auch fürs Gespräch, und weil man einfach ein nettes Gefühl braucht. Und da ist halt die Frage, wo fängt jetzt da der Dienstleister an, trotzdem ein Geschäft draus zu machen, obwohl das eigentlich wahrscheinlich nicht viel bringen wird. Oder sagt jemand: Mensch, mach es lieber auf einem ganz anderen Weg. Oder weißt du was, wir machen hier eine wirklich tolle Landingpage, lass uns lieber ein paar Anzeigen schalten, und Hauptsache, wenn die Leute draufkommen, konvertiert es. Und da ist eben die Frage: Wo nehme ich mich zurück als Dienstleister, weil ich vielleicht den Umsatz auch brauche? Ich persönlich bin sehr sensibel und harmoniebedürftig. Es gibt andere, die können mit schwierigen Situationen oder mit solchen Sachen gut umgehen und machen da vielleicht noch ein Geschäft draus. Ich bin immer froh, wenn man in einer gewissen Harmonie auch zusammenarbeiten kann und für beide Seiten klar ist, was ist das gemeinsame Ziel, und das eben halt auch messbar ist.

Markus Hövener: Ein beliebtes Stichwort ist ja heutzutage auch vor allem Mindset.

Stefan Godulla: Ja.

Markus Hövener: Was muss da im Unternehmen passieren, damit Unternehmen und SEO oder SEO-Agentur dann erfolgreich zusammenarbeiten können?

Stefan Godulla: Ich glaube, man muss das Thema in einer gewissen Art und Weise ernst nehmen. Also ich will natürlich auch nicht jetzt da alle in einen Topf werfen, weil es gibt ja Kunden, also wir haben ja zum Glück auch Kunden, mit denen man fantastisch arbeiten kann und die das Ganze richtig lagern. Je höher man geht, also in die Konzernstrukturen kommt, da ist dann weniger der finanzielle Aspekt ein Problem, dann haben wir die strukturellen Probleme. Dann haben wir Prozesse, die nicht zu Ende gehen, die nicht vorankommen, Dinge, die passieren, ohne dass man involviert ist. Das ist dann eine ganz andere Problematik als dann vielleicht im unteren Kundensegment. Und ich finde, dass man wirklich das Ganze etwas professioneller und etwas ernster nehmen sollte, was aber damit in Verbindung steht, dass ich einfach auch einen guten Berater oder eben halt auch Experten brauche, die mich da irgendwo an die Hand nehmen. Und dass man vor allem Budgets dafür erst mal irgendwo schafft, vielleicht andere Dinge etwas runterfährt. Vielleicht auch jetzt nicht sich wieder irgendwie den dicksten Dienstwagen da hinstellt, sondern sagt: Mensch, schlussendlich muss ich ja auch sehen, wie ich langfristig weiter mein Angebot aufrechterhalte, auch erst mal zu eruieren, überhaupt zu wissen, was steckt da draußen überhaupt für ein Potenzial? Wir machen das bisher über unsere Handelsvertreter oder wir haben irgendwelche Anrufaktionen oder was weiß ich. Wir haben Stammkunden, die werden dann vielleicht auch immer weniger. Sondern auch überlegen: Wie kann ich überhaupt die Prozesse, die ich da habe, digitalisieren und wo steckt da überhaupt Potenzial? Und auf jeden Fall schon mal wegzukommen von einem gewissen Mythos oder die Mythen, die man ja erkennt, dass das alles irgendwie kein großes Problem ist, weil das alles, gerade so die jungen Leute, die Hacker, die bringt man mit allem in Verbindung, die kennen die Tricks und Kniffe und der programmiert da was und dann sind wir voll drin, sondern das Bewusstsein überhaupt mal zu schaffen, wir reden hier eigentlich über ein klassisches Marketing, wir reden über Zielgruppen, wir müssen für den Nutzer was tun. Es geht nicht mehr so, vor allem dieser Wechsel halt von dem eigentlichen selbst beweihräuchernden Content, sich völlig auch zurückzunehmen und zu sagen, ich zeige hier dem Nutzer, was ich ihm bieten kann, ohne dass ich erst mal sage, guck mal, wie toll wir sind, wie lange wir das schon machen, wie wunderbar wir das alles machen und besser als andere. Ich glaub, da ist ganz, ganz viel Wandel auch noch nötig, um eben richtig damit an den Start zu gehen. Und da ist es schon richtig, die Problematik sehe ich schon da drin, dass das alles selbst von ganz alleine in dem Unternehmer, in der Führungsposition, grad so inhabergeführte Unternehmen, Familienbetriebe oder so, da ist es, glaube ich, ein großer Change, da, wie du sagst, ein anderes Mindset zu bekommen. Und das kann natürlich durch verschiedene Auslöser passieren. Sei es jetzt einfach mal durch einen Berater oder durch einen Generationswechsel oder einfach auch die Konkurrenz, die natürlich auch nicht schläft, und man irgendwann sieht: Verdammt! Wo gehen unsere Kunden hin? Und dann hat man aber das Problem, dass es dann schnell gehen muss, dann ist eine gewisse Not da und dann weiß man, bei SEO ist das natürlich mit Schnelligkeit so eine Sache. Ich sag immer so den Kunden, ich vergleiche das immer mit so einer Fastlane am Flughafen, diese horizontalen Rolltreppen, wo man mit einem Koffer sich draufstellt. Wenn man da einen Koffer draufstellt, das Ding läuft immer weiter. Also jeden Tag, wo man das nicht macht, wird die Entfernung immer größer und den Faktor Zeit kann ich mir mit Geld halt nicht kaufen. Und das ist, glaube ich, ganz wichtig zu erkennen, wer schlau ist auch als Unternehmer, sich ein bisschen ernsthafter damit auseinanderzusetzen, zielführender und zu sagen: Okay! Das ist nicht die Sache von jetzt irgendwelchen jungen Hackern oder so. Ich kann natürlich kompetente Leute, auch wenn sie jung sind, in den ganzen Prozess sehr gut einbinden und unterbringen, aber wir brauchen, glaube ich, auch hier natürlich, und das, glaube ich, sollten Unternehmer als nächstes sehen, um das zu interpretieren, nämlich Erfahrung. Also wie jeder Job, wenn irgendwas mit Elektrik ist oder mit Sanitär oder so, da gehen die ja nicht runter und fangen jetzt an, selber dran rum zu schrauben, dann holen die einen Fachbetrieb, weil die wissen, Elektrik packe ich nicht an. Aber sobald das onlinegeht, kann das natürlich jeder. Also ich glaube, diese Zeiten müssen echt vorbei sein, dass man auch da weiß, ich brauche jemanden mit Erfahrung, damit jemand für uns die richtigen Entscheidungen trifft und wir gerne angemessenes Geld bezahlen, aber wichtig ist, dass wir keines verbrennen. Und das ist immer so mein Ansatz in diesen ersten Gesprächen, um dem Kunden da das Gefühl zu geben, dass er da sicher sein kann, dass wir das nicht tun. Und in dieser Zusammenarbeit, wo er merkt, wie er an die Hand genommen wird und dass ich mich vor allem für sein Business erstmal interessiere, um da auch irgendwie rein zu wachsen, um mir eine Vorstellung zu machen, wie wir dort agieren können, hat man auch relativ schnell eigentlich da so ein Vertrauensverhältnis. Aber klar, ein Invest muss schon da sein, sonst kommt man natürlich wahrscheinlich nicht besonders weit.

Markus Hövener: Ein Problem bei SEO ist natürlich auch immer, es dauert einfach. Du hast ja eben schon gesagt, klar, kannst du auch Google Ads schalten, dann hast du morgen Traffic. Aber wenn die Kreditkarte dann leergelaufen ist, dann ist auch keiner mehr da. Dieses ganze Thema Kontinuität oder hey, wir machen jetzt was und in 12 Monaten haben wir vielleicht einen Effekt, ist das ein häufiges Problem?

Stefan Godulla: Ich denke, ja. Ich sag mal, es gibt ja auch immer so ein paar veranschaulichte Grafiken, die wir seit vielen Jahren kennen, auch immer wieder in Präsentationen vorkommen: Was ist die Erwartungshaltung des Kunden? Wann springen Kunden auch ab? Dass man sagt, jetzt machen wir das schon ein Jahr und irgendwie, ach, bevor es dann losgeht, springen sie dann doch ab. Und ich lobe die Kunden wirklich immer dafür, dass sie weiter da am Ball bleiben. Also ich gebe ihnen auch das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich zeige, ich schaffe auch die Transparenz in dieser Ranking-Entwicklung und erkläre auch den Kunden, dass es einfach wahnsinnig schwer ist, diesen Schritt auf Seite 1 zu schaffen. Denn das ist das, worum es geht. Also wir kennen das ja aus etlichen CTR-Studien und sonst was, dass da auf Seite 1, am besten nicht grad Position 10, sondern was drüber irgendwo der Traffic beginnt. Und dann zeige ich halt, die Entwicklung ist bereits sehr, sehr gut, aber den Traffic, die Conversions und das, dass sie es merken, das findet auf Seite 1 statt. Und wir sind davor, aber es braucht eben Zeit, bis wir auch Google gegenüber die Autorität erbracht haben, das Vertrauen erbracht haben über kontinuierliche gute Nutzersignale, und weiter daran arbeiten, dass wir das schaffen. Und solange man das, glaube ich, ganz gut abbilden kann, ist das wichtig. Und je früher man natürlich den Kunden darüber informiert, dass das aus ganz klar nachvollziehbaren Gründen ein längerer Weg ist, denn wenn man die Logik von Google mit reinbringt, dass sie um alles in der Welt natürlich auf gar keinen Fall irgendwas ranken lassen wollen, was inhaltlich völliger Käse ist, gerade wenn wir über E-A-T sprechen, wenn es um Medizin, über sensible Themen geht, da kennen wir da noch viele andere Abhängigkeiten, dass ich Expertise brauche, oder dass ich jetzt, wie gesagt, mit der Kooperation mit dem Bund dann selber noch mal im medizinischen Thema erst mal eine große Kachel da hinwerfe, ist es einfach wichtig, mit dem Kunden auch wirklich das Vertrauen zu gewinnen und zu sagen, du musst einfach auch mal anfangen und die Zeit geht auch schnell vorbei, wenn du dich mal nach zwei, drei Jahren umdrehst und guckst, was wir da alles geschafft haben, dann stellen sich auch so Situationen ein, dass man sagt, guck mal, die Position haben wir uns erarbeitet, und da sind wir jetzt auch froh, dass nicht einer vielleicht kurz mit einem Koffer Geld kommt und ist in drei Wochen an uns vorbei, sondern ich muss mich da auch hinarbeiten. Also lass uns arbeiten, lass uns was für den Nutzer tun, lass uns überlegen, wie wir die Sachen noch besser machen können. Und ich finde, dann kann auch ein Mindset, nehmen wir es nochmal so auf, auch sehr viel Spaß machen, auf einmal an seinem Content zu arbeiten und auch zu gucken, wie der Nutzer darauf reagiert. Aber es ist, glaube ich, schon wichtig, in einer gewissen absehbaren Zeit auch erste merkbare Erfolge einzufahren, um dann eben auch zu sehen, guck mal, du siehst, es klappt, und jetzt gucken wir, dass wir das nach und nach immer besser machen. Und aus diesem Kreislauf der ständigen Analyse die Dinge interpretieren, optimieren, aber auch dann nachweislich sehen, dass der Trend, den wir zumindest gemeinsam gehen, der sollte schon eine Entwicklung haben. Also ein Stillstand ist, glaube ich, nie so gut, aber wenn man sieht, wir klopfen immer stärker an Seite 1 und kriegen immer mehr und mehr das Vertrauen, und huschen dann wirklich mal da rein, und dann merkt man auf einmal, ui, jetzt kommt aber Fahrt ins Getriebe. Ich glaube, dass das so die Brücke ist, die man dann schon versuchen muss zu schaffen. Aber es ist natürlich auch total projektabhängig und auch zu gucken, fange ich da irgendwo bei null an oder habe ich auch schon eine gute Domain, ein gutes Projekt, was schon irgendwo auch Autorität hat. Wir haben ja manchmal mit ein paar Handgriffen sehr viel losgelöst und manchmal muss man wirklich alles noch mal übern Haufen schmeißen. Da haben wir natürlich eine große Bandbreite in dem, was dann unsere Ausgangssituation sein kann.

Markus Hövener: Aber dann ist doch ein zentrales Thema auf jeden Fall auch Erwartungsmanagement, von beiden Seiten aus so, was kann in 6, 9, 12 Monaten passieren?

Stefan Godulla: Absolut!

Markus Hövener: Damit die Leute einfach durchhalten.

Stefan Godulla: Absolut! Und da finde ich das halt, wie soll ich das nennen, eine professionelle Vorgehensweise, weil ich als Dienstleister selber nur unter solchen Umständen gerne arbeiten möchte und auch ja weiß als Experte, es geht nur so, dem Kunden eben gar nicht durch so ein offensives Verhalten mit einer totalen euphorischen Zieldefinition, die natürlich gar kein Problem ist und das darin abwiegele, dass ich sage, für soundso viele Keywords innerhalb von soundso viel Wochen auf irgendwas. Und irgendwann merkt der Kunde, okay, das sind jetzt ein paar Keywords, aber die sind für uns gar nicht irgendwie interessant. Und warum merke ich das jetzt, weil die kein Suchvolumen haben et cetera? Sondern wirklich, ich muss es ja nicht depressiv rüberbringen, sondern eher neugierig machen. Und wie du schon sagst, die Erwartungshaltung, schon dem Kunden sagen, ey, wenn du es richtigmachst und interessiere dich doch auch mal bei dieser Sache für eine Art Reputation. Also ich meine, für jeden, wenn ihr Personal einstellt oder so, immer will man wissen, was haben die gemacht, wie gut sind die, können die das wirklich, und dann geht man auf einmal in dieses Online-Thema rein oder SEO oder so, und auf einmal interessiert man sich nur noch fürs günstigste Angebot. Sondern gerade da muss ich doch auch mal hören, wie überzeugst du mich denn jetzt, dass ich dir vertraue? Und ich finde, da gehört auch eine gewisse Erfahrung und Reputation dazu, dass man auch mal sagen kann, googele doch mal und dann siehst du, dass ich vielleicht auch jetzt irgendwo nicht nur Blödsinn erzähle und habe vielleicht auch mal selber nach und nach meine Veröffentlichungen gemacht. Und das hilft natürlich auch dabei, Vertrauen zu erwecken, aber ich kann das auch alleine durch so Dinge, wie ich es zumindest mache, dass ich jetzt keine Vertragsbindung oder sowas mache. Das heißt, es gibt einen Beratervertrag, es gibt einen Stundensatz oder wir machen ein konkretes Angebot über ein Audit, der in dem und dem Umfang ablaufen soll. Aber du hast keine Abhängigkeit, du kannst jederzeit auch sagen: Hey! Ich will die Zusammenarbeit nicht mehr. Das will ich ja auch selber nicht, wenn der Kunde eigentlich nicht mehr will und ich zwinge den jetzt noch sechs Monate bei mir zu bleiben. Also das kann ja einfach nicht die Grundlage sein. Und ich glaube, es gibt viele Elemente in dem Bereich, dem Kunden da ein gutes Gefühl zu geben und auch zu sagen: Hey! Du bist hier nicht gefangen, du unterschreibst hier keinen Vertrag, aber jede Stunde, die ich arbeite, kostet dich eben soundso viel. Mal ganz unabhängig jetzt von Pricing und Abrechnungsfaktoren, weil es natürlich auch diese wertebasierenden Geschichten gibt und so weiter. Das ist dann noch eine ganz andere Geschichte. Aber genau, das Erwartungsmanagement sehe ich auch so. Das ist mal so die Grundlage, dass auch die Arbeit Spaß macht. Ich will mich ja nicht vom ersten Tag hinsetzen und sagen: Oh! In drei Tagen ruft der schon an. Was erzählst du dem dann?

Markus Hövener: Macht er trotzdem, keine Frage.

Stefan Godulla: Ja, natürlich.

Markus Hövener: Jetzt hattest du eben schon das Stichwort E-A-T genannt. Das ist natürlich absolut perfekt, weil ich finde, vieles von dem, was du erzählt hast, hat auf Kundenseite eher was mit Verständnis von Themen zu tun. Du musst wissen, Content braucht und Blablabla, alles gut. Aber ich finde, E-A-T hat eigentlich, und auch so ein paar andere Sachen wie, dass Google eigentlich möchte, dass du eine Marke bist, hat für mich die Fähigkeit, ein Unternehmen wirklich zu verändern. Weil auf einmal musst du vielleicht auf einmal einen Experten ausbilden oder du musst jemanden haben, der rausgeht, der seine Nase in den Wind hält, was eben vorher keiner gemacht hat. Siehst du das auch so, dass E-A-T, wenn man es richtig mal ernst nimmt, eigentlich eine spannende Konsequenz hat?

Stefan Godulla: Ja, absolut! Ich finde, ich bin einer derjenigen, ich will nicht sagen, der wenigen, sondern derjenigen, die SEO sowieso weiter unfassbar spannend findet. Und ich finde, dass die Logik, die für mich hinter Google steckt auch als Unternehmen und mit den Zielen, die Google hat, vielleicht schmecken die uns manchmal nicht so, aber die sind doch aus Nutzersicht alle komplett völlig nachvollziehbar und aus Unternehmersicht von Google auch. Und das finde ich so spannend, dass man, jetzt mal etwas nicht ganz so krass gemeint, gezwungen wird, jetzt endlich diese Dinge auch umzusetzen. Also auch Core Web Vitals und so, was da ansteht. Dann sprechen die einen wieder von irgendeinem temporären Hype. Und ich mag das auch nicht, das im Zusammenhang mit Pagespeed zu bringen, sondern es geht darum, jetzt endlich mal nutzerfreundliche Seiten zu machen. Und bei E-A-T eben auch, und genau das meine ich auch bei Unternehmen. Ich sag immer so digitale Schnittstelle, wenn sie nicht da ist, versuche ich, sie auch interimsmäßig ein bisschen zu besetzen. Aber das ist natürlich ein ganz wichtiger Schritt, bei dem Kunden das auch zu installieren. Also eben weg von diesem, gehe doch mal auf das Seminar, damit wir das dann selber können. Sondern ich brauche einfach eine Schnittstelle im Unternehmen, die zumindest unser Potenzial zu eruieren weiß und die auch weiß, draußen, was brauchen wir und welcher Dienstleister davon passt zu uns. Stelle ich mir einen Expertenteam zusammen? Arbeite ich mit einer ganzheitlichen Agentur? Was sind dabei die Vorteile, was sind die Nachteile? Dafür muss ich das nicht alles selber beherrschen. Das finde ich ganz wichtig, dass man da im Unternehmen so eine digitale Schnittstelle hat. Und gerade bei den Gruppen, wenn wir von E-A-T sprechen, so rechtliche Themen, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Anwälte, da wird ja viel auch über die Assistentinnen, Sekretärinnen und weiß nicht was ausgelagert. Ich glaube, da tut man sich sehr, sehr gut dran, das eben nicht so zu machen, sondern wirklich eine digitale Instanz, sage ich mal, im Unternehmen zu verankern, die eben halt das verbindet. Das, was ich als Unternehmen zu kommunizieren habe, das, was mich ausmacht und mich eben auch zur Marke macht nach außen. Das schaffe ich ja nur, wenn ich auch kommuniziere, wenn ich Brand Awareness schaffe irgendwie und über mich rede und versuche, überhaupt mal eine Marke zu sein, dann brauche ich verschiedene Kanäle, und gerade beim SEO wird es eben auch immer wichtiger. Und dann ist, glaube ich, das Verständnis, was ich dafür haben muss, in der grundsätzlichen Belegschaft eines Unternehmens eigentlich erst mal nicht so vorhanden oder nur partiell vorhanden. Und deshalb finde ich auf jeden Fall, dass man diese, wie ich sage, digitale Schnittstelle im Unternehmen auf jeden Fall haben muss. Wenn nicht, muss man sie definitiv installieren. Damit dieser Prozess auch im Unternehmen irgendwo auch mal vorangetrieben wird, weil das meiste bleibt ja dann aus Zeit irgendwo liegen oder wird dann doch nicht gemacht vor lauter Arbeit. Natürlich hat man auch immer noch so das Ego-Thema. Also man hat gewisse Branchen, will ich gar nicht zu sehr ins Detail gehen, aber da ist es für manche immer noch schöner, eine Plakatwerbung für ein Jahr zu buchen, weil, wenn man morgens ins Büro fährt, fährt man immer daran vorbei, dann sieht man sich selber, dann findet man das super. Oder halt 20.000 Siegel auf die Seite zu packen und immer zu sagen: Guck mal, wie toll wir sind. Sondern wirklich eben zu verstehen, wenn ich in meinem Geschäft verkaufen will oder Kunden haben möchte, dann muss ich eben halt auch nach draußen was aufbauen, eine Instanz sein, und dafür brauche ich einfach jemanden. Dass es halt nicht so punktiert ist, dass du nicht aus einer Not heraus sagst: Ich brauche jetzt einen, der irgendwie uns mal im Social Media weiterbringt. Sondern da muss eigentlich davor schon einer sein und sagen: Was bringt euch denn wirklich weiter? Was macht es Sinn, social-media-mäßig zu machen? Wollen wir selber Community Management machen oder machen wir vielleicht noch Facebook Ads mit Links auf unsere Seiten, auf unsere Landingpages? Oder was machen wir im Bereich SEO? Wo schalten wir vielleicht mal eine Anzeige? Weil man muss ja auch Dinge machen, um daraus ja durch die Analyse auch Erfahrungswerte und Erkenntnisse zu sammeln, um so eine Strategie über die Zeit ja dann auch fein zu schleifen. Und klar, da ist E-A-T natürlich jetzt etwas, wo ich es auch machen muss. Wenn ich es nicht tue, habe ich vielleicht dann irgendwo halt auch das Nachsehen. Und das finde ich schon sehr, sehr gut, das Thema dadurch dann eben halt auch ernster zu nehmen.

Markus Hövener: Ich sehe natürlich schon immer so ein bisschen das Problem, ich habe komischerweise im Kopf grad so diesen typischen deutschen Mittelständler. Und du gehst dahin oder die kommen zu dir, haben wir auch darüber gesprochen, sagen, hey, ich will SEO machen. Und eigentlich hast du in deinem Kopf den Plan: Hey! Geiler laden hier, eigentlich müsst ihr alles anders machen und grad das E-A-T und so. Und die sagen so: Ja. Ja, ja, nein, finden wir auch super. Und wir alle wissen, dass dann relativ wenig passiert, weil die hatten alle auch schon, bevor der Stefan kam, hatten die alle auch schon gut zu tun. Und jetzt kommst du noch dahin uns sagst so: Der muss jetzt aber auch noch, um seinen Expertenstatus aufzubauen, muss er noch, weiß nicht, drei Vorträge im Jahr auf Fachmessen halten oder sowas. Die fallen dir ja nicht gerade um den Hals, ne?

Stefan Godulla: Nein. Vor allen Dingen, da ist halt sowieso schon das Grundproblem. Wie gesagt, ich kenne das halt so aus der Richtung, so Steuerrecht oder Wirtschaftsrecht oder sowas, dass die sich überhaupt beteiligen an dem Prozess, das ist schon überhaupt eine Kunst. Und das tun sie halt oft nicht. Also ich bin manchmal schon sauer darüber, dass sie ihren Verpflichtungen gar nicht nachkommen. Ich habe dann halt oft nur das Glück, dass in diesem Segment, in diesem Bereich halt vieles schon existiert. Das heißt, die haben viele Veröffentlichungen gemacht, die haben irgendwo ihre PDFs rumliegen, haben Bücher geschrieben, haben dies und jenes gemacht, wo ich dann irgendwann gesagt habe: Also ich nehme mir jetzt einfach die Sachen, die da irgendwie rumliegen, und dann machen wir da ein Content-Format draus. Ich sage: Ihr seid da der Urheber, das habt ihr für dieses Magazin gemacht, für das Magazin gemacht. Und lasse mir dann was einfallen, um darüber eben halt auch Dinge zu generieren. Und jetzt passieren auf einmal gerade auch mit Corona spontan Sachen, aus Sanierung wird Restrukturierung und so weiter, und ganz schnell müssen wir jetzt dafür gefunden werden. Und dann heißt es auch schon mal so: Ja. Da und dazu erscheint bei uns gar nichts, wenn wir bei Google suchen. Das darf so bitte nicht sein. Und dann sage ich mir: Okay! Aber wie wär‘s, wenn von euch mal jemand vielleicht mir irgendwas liefert oder wenn ihr mir mal was erzählt oder irgendwas? Und das ist, glaube ich, gerade da, wo eben – ich sag’s mal so platt und das ist überhaupt nicht böse gemeint – wirklich mal rein gar keine finanzielle Not ist und man auch denkt: Naja, uns fliegt ja alles zu. Was ja auch oft so ist, es ist oft noch so ein Face-To-Face-Geschäft et cetera pp. Aber die Frage ist immer: Wie viel weiß das Unternehmen selber eigentlich wirklich bereits jetzt über die Kanäle, über die der Umsatz kommt, über die Potenziale, die vielleicht online da sind, über die Zielgruppen überhaupt? Gibt’s vielleicht welche, die wir noch gar nicht angegangen sind? Und ich glaube, dass man je nach Gewerk, sag ich mal, auch aufpassen muss, dass man sich als Unternehmen dann einfach auch mal darauf einlässt, dass man das nicht immer so als Marketing-Blabla hinstellt oder so: Ach! Jetzt erzählt der mir irgendwas hier von einer Customer Journey und so weiter. Ich glaube, da muss man selber schon auch ein bisschen offener sein, aber am Ende gehört immer auch ein bisschen viel Glück dazu, da auch den Richtigen zu finden. Ich finde, ja, das ist schwer, also dass sie sich da zeitmanagementmäßig irgendwie was einrichten, daran teilzunehmen. Aber das finde ich eine Schlüsselfrage, dass das den Erfolg entweder überhaupt erst möglich macht, wenn sie das tun.

Markus Hövener: Stefan, ich könnte dir noch stundenlang zuhören, gleichwohl müssen wir langsam zum Schluss kommen. Haben wir noch irgendeinen wichtigen Punkt vergessen, wo du sagst, das brennt mir noch auf dem Herzen?

Stefan Godulla: Ja, ich denke, aus der SEO-Sicht ist es wirklich wichtig, also man muss immer aus der SEO-Sicht, finde ich, wissen, was sind so meine Kundenlandschaften? Ich finde, dass es schon wichtig, auch ein unternehmerisches Denken mitzubringen. Dafür muss man nicht selber jetzt, wie es bei uns vielleicht ist, auch schon lange selbst Unternehmer sein, das ist natürlich ein Vorteil, aber man sollte sich wirklich als erstes, also wenn man SEO ist, dafür interessieren, was der Kunde da für Ziele hat mit seinem Unternehmen. Und wirklich ganz klar auch für sich selber Ziele mit einbauen, dass wir sagen: Wenn wir das jetzt machen, was sollen Ziele sein? Die überhaupt mal zu definieren, das finde ich schon mal ganz wichtig. Der Kunde, wie gesagt, sollte sich dahingehend sensibilisiert fühlen, dass er mal sagt: Wenn ich jetzt einen Anbieter suche, wenn ich einen Partner suche für SEO oder für Online-Marketing, dann ist es ein gutes Zeichen, wenn die sich eben für mich als Kunden interessieren, was meine Ziele sind. Dass sie eben auch ganz konkret wirklich messbare Ziele aufbauen wollen, die eben halt für mich auch Unternehmensentwicklung darstellen. Und mir nicht eigentlich ohne Rückfrage ein Angebot schicken, wo drinsteht, was sie gerne machen würden, obwohl sie eigentlich überhaupt gar nichts wissen. Da wäre ich also schon sehr skeptisch. Und wie gesagt, das Ziel wirklich immer, wenn man kein Geld verbrennt, ist mit Sicherheit schon viel gespart. Und ich habe es gerade erst, vielleicht als kleine Anekdote zum Schluss, erlebt, wo wir auch in der Szene oft drüber gesprochen haben, ich glaube, der Jens Fauldrath hat es auch oft erwähnt, bei einem großen Konzern mit der Abteilung selber den SEO-Audit vereinbart, aber die sagten schon, das kommt jetzt über den Einkauf bei uns. Und der Einkauf dann sagte: Ja, vielen Dank für Angebot, aber wir haben hier einige Anbieter, die sind günstiger als Sie. Und da habe ich auch gesagt: Ja, aber die will man ja nicht. Darum holt man ja mich, weil die wahrscheinlich ihren Dingen nicht gerecht werden. Und ich muss Ihnen sagen, das ist leider nicht verhandelbar. Weil das geht ja nicht wie jetzt irgendwie palettenweise SEO, was ich jetzt brauche für den und den Preis. Und dann haben sie auch gesagt: Naja, müssen wir mal gucken. Wir haben auf jeden Fall welche, die sind günstiger. Und wir besprechen das noch mal. Schlussendlich, klar, haben sie das natürlich erteilt, aber das ist dann wieder diese Konzernebene, wo man wirklich sagen muss, also das sind eigentlich nur Strukturen und Prozesse, die man da einfach ein bisschen aufbrechen muss. Denn an sowas kann es ja dann nachher auch mal scheitern.

Markus Hövener: Absolut! Ja.

Stefan Godulla: Weil wenn ich dann wirklich nach dem Preis entscheide, dann habe ich wieder Geld verbrannt, weil wahrscheinlich da auch nichts bei rumkommen wird. Also deshalb, wie gesagt, die Erkenntnis mit Experten zu arbeiten, die sollten das Ziel haben, dem Kunden sein Geld nicht zu verbrennen, aber einer angemessenen Bezahlung. Dann über sein Ego springen und gucken, dass man für den Nutzer, für den Kunden wirklich das Angebot macht im Internet und auf jeden Fall immer messbare Ziele zu haben. Und ich darf als Kunde auch durchaus mal vielleicht nach einer Reputation fragen, oder einfach der Agentur, dem Anbieter, die Aufgabe stellen, vermittele mir doch einfach mal ein gutes Gefühl. Ich glaube, dann hat man schon viel erreicht. Und das muss man dann auch erst mal schaffen beim Kunden.

Markus Hövener: Das stimmt. Yo! Du, Stefan, vielen, vielen Dank!

Stefan Godulla: Sehr gerne. Ich danke dir, dass ich dabei sein durfte. Es ist mir eine Ehre, in deiner Podcast-Reihe mit dabei zu sein.

Markus Hövener: Immer gerne. Ich glaube, wir sind uns auch noch nicht so wahnsinnig oft über den Weg gelaufen, obwohl wir es hätten tun sollen.

Stefan Godulla: Ja, das stimmt. Oder eben halt auf Veranstaltungen wie CAMPIXX beim Einchecken kurz gesehen und dann zwei Tage nicht mehr. Das ist immer die Frage, was man da so macht, was jeder für sich da so macht. Und jetzt hoffen wir, dass wir vor allen Dingen bald dann wieder eine Zeit haben, wo das überhaupt möglich ist. Das wäre schön.

Markus Hövener: Ich habe so den ersten bestätigten Veranstaltungstermin, was immer das heißt, im Oktober.

Stefan Godulla: Okay!

Markus Hövener: Ich glaube, die CAMPIXX ist ja erst mal in den Sommer verlegt jetzt.

Stefan Godulla: Genau!

Markus Hövener: Ich weiß nicht, ich glaube, Ende August war es jetzt. Ich bin mal gespannt, ob wir dann schon alle zweimal die Spritze im Arm gehabt haben und dann sagen so: Jetzt ist wieder alles tippi-toppi. Ich weiß es nicht.

Stefan Godulla: Ich würde s mir wünschen.

Markus Hövener: Wünschen würde ich es mir auch. Ja genau. Und dann trinken wir einfach schamlos irgendwas an der Captains Bar.

Stefan Godulla: Das definitiv. Ganz schamlos.

Markus Hövener: Ganz schamlos. Gut. Also vielen Dank noch mal.

Stefan Godulla: Sehr gerne.

Markus Hövener: Ich wünsche dir was, ich wünsche euch was da draußen. Danke fürs Zuhören! Nächstes Mal wieder einschalten, ist klar. Und macht euch eine gute Zeit und bleibt gesund! Ciao!

Stefan Godulla: Ciao!

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor, Podcaster, Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und verantwortlich für das suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und genießt das Leben.

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