Kann meine Website von Markup profitieren? [SEO FAQ #8]

7. Juni 2018 | Von in SEO

Mit Markup kann man Google helfen, die Inhalte einer Website zu verstehen. Aber warum sollte man das eigentlich tun? Welche positiven Effekte kann das geben? Nutzt Google die Informationen direkt für die Berechnung der Rankings?

 

Was ist Markup?

Markup wird benötigt, um einer Suchmaschinen in Bezug auf „Semantik“ auf die Sprünge zu helfen. Grundsätzlich „sieht“ eine Suchmaschine auf einer Seite erstmal nur Text. Ob es auf der Seite um ein Produkt oder ein Kochrezept geht, kann ein Computer zwar lernen – aber zweifelsfrei sicher wäre er dabei wohl nie. Auch die einzelnen Attribute eines Produktes (Name, Beschreibung, Marke, Maße …) könnte ein Computer wohl kaum zielsicher ermitteln.

Mit Markup kann man diese Daten strukturiert übermitteln. Es ist dann möglich, einem bestimmten Bereich einer HTML-Seite einen Typ (Produkt, Organisation, Kochrezept …) und bestimmte Attribute (Produktname, Produktbeschreibung …) zuzuordnen. Google muss dann nicht mehr raten, um welches Produkt es auf einer Produktdetailseite geht.

Ein Beispiel: Im folgenden HTML-Code, der sich auf ein Produkt bezieht, kann Google nur raten, worum es geht:

<h1>Schraubenzieher ABC</h1>

<p>Mit dem Schraubenzieher ABC können Sie …</p>

 

Wenn man aber einige Elemente hinzufügt, die die Darstellung im Browser übrigens nicht beeinflussen, kann Google sofort erkennen, worum es hier geht:

<div itemscope itemtype=“http://schema.org/Product“>

<h1 itemprop=“name“>Schraubenzieher ABC</h1>

<p itemprop=“description“>Mit dem Schraubenzieher ABC können Sie …</p>

</div>

 

Die möglichen Typen (hier: Product) und die verfügbaren Attribute (hier: name und description) sind auf der Website schema.org zu finden. Dort gibt es mehr als 500 verschiedene Typen, von denen sich aber auch viele sehr ähneln. So gibt es z. B. nicht nur den Typ „Event“, sondern auch spezifischere Typen wie „ComedyEvent“ oder „SportsEvent“.

 

Wie können Sie davon profitieren?

Einer der größten Vorteile von Markup liegt darin, dass Google auf Basis der strukturierten Daten oft sogenannte Rich Snippets erzeugt. Die Suchergebnisse werden also um zusätzliche Informationen ergänzt. In den folgenden Beispielen sind diese Rich Snippets jeweils rot markiert.

Besonders beliebt sind sicherlich die Bewertungssternchen. Laut einer Studie (https://conversionxl.com/research-study/review-stars-google-help-click-rate-study/) können diese zu einer erhöhten Klickrate führen (in Westeuropa: +13 %). Durch die Sternchen kann also erreicht werden, dass bei gleichbleibenden Rankings und Impressionen mehr Besucher auf Ihre Website kommen:

 

Auch die Markierung von Events kann dazu führen, dass diese Ereignisse (in diesem Fall: Konzerte) unterhalb des „normalen“ Suchergebnisses angezeigt werden:

 

In beiden Fällen erhält man also ein umfangreicheres Suchergebnis und nimmt so mehr „screen real estate“ (mehr Platz auf dem Bildschirm) ein.

Auch kann es bei einigen Markups (Kochrezepte, Filme …) passieren, dass die einzelnen Objekte in einem sogenannten Karussell angezeigt werden:

 

Durch die Verwendung von Markup kann man also grundsätzlich mehr Aufmerksamkeit erhalten, was sich positiv auf die Klickrate auswirken kann. Einen direkten Ranking-Vorteil verneint Google aber nach wie vor. Zwar hat sich John Mueller von Google im Jahr 2015 (http://www.thesempost.com/structured-markup-does-not-affect-google-search-rankings/) wie folgt geäußert:

„So I think that’s something where you shouldn’t assume that adding structured data markup to a page will significantly change its ranking, but rather I would do this to help us to better understand the content on your page, and of course to make sure that we can pick up things that we could use for rich snippets, because while rich snippets also aren’t a ranking factor, they do make the search result a little bit more interesting and they might attract more people to click on your site, even if it’s not ranking first.“

Seitdem gab es aber kein weiteres Statement mehr, das darauf hindeutet, dass Google nun strukturierte Daten als Ranking-Faktor wertet.

 

Was sollten Sie also tun – und was nicht?

Auch wenn es keinen direkten Ranking-Vorteil gibt, können Sie von strukturierten Daten nur profitieren. Einen Nachteil kann es wg. des Markups jedenfalls nicht geben – von den Kosten abgesehen. Denn der – oft einmalige – Implementierungsaufwand schlägt natürlich zu Buche.

Grundsätzlich müssen Sie in jedem Fall beachten, dass es auch für Markup Richtlinien von Google gibt (https://developers.google.com/search/docs/guides/sd-policies). Wer diese verletzt, muss mit einer Abstrafung rechnen. Es lohnt sich also in jedem Fall, diese vor der Implementierung zu lesen. Denn einige Unternehmen gehen bei der Suche nach Ranking-Vorteilen sehr kreative Wege und fügen an einigen Stellen Markup hinzu, um z. B. die attraktiven Sternchenbewertungen zu erhalten.

Das Markup muss sich aber immer konkret auf die jeweilige Seite beziehen. Wer also z. B. über Produktbewertungen verfügt, kann das entsprechende Markup auf den jeweiligen Produktdetailseiten einbauen – nicht jedoch auf Übersichtsseiten, die mehrere Produkte anzeigen.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (SEO - Die neuen Regeln), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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