SEO ohne Suchvolumen: Das größte Problem innovativer Unternehmen! [Alles auf Start 12]

28. Mai 2020 | Von in Search Camp + Alles auf Start, SEO

SEO kann faktisch nur dann funktionieren, wenn es auch einen Suchbegriff gibt, auf den man optimieren kann. Es gibt aber – gerade bei innovativen Unternehmen – oft das Problem, dass es genau daran hapert. Wie geht man mit diesen Fällen um? Ist SEO dann überhaupt noch möglich?

 

 

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Transcript

Hallo! Schön, dass ihr wieder einschaltet bei „Alles auf Start“. Ich habe heute ein Thema mitgebracht, das heißt „SEO ohne Suchvolumen – das größte Problem von innovativen Unternehmen“. Alles auf Start ist ein Podcast, der sich speziell an Start-ups und KMU richtet. Und heute ist es zum größten Teil eher ein Start-up-Thema als ein KMU-Thema.

 

Am Anfang steht immer der Suchbegriff

Also worum geht es heute? Bei SEO ist es immer so, am Anfang von SEO steht immer ein Suchbegriff. Also irgendjemand tippt etwas in eine Suchmaschine ein und deine Website soll da erscheinen. Jetzt gibt es nämlich einen gar nicht mal so seltenen Fall, wo das einfach gar nicht funktionieren kann. Und das unabhängig von dem, was auf deiner Website drauf ist, sondern es fehlt schon diese Vorbedingung.

Es tippt eben niemand etwas nicht ein in einen Suchschlitz. Es kann in relativ vielen Fällen passieren, zum Beispiel gibt es manche Sachen, da gibt es keinen etablierten Begriff für etwas, was du da auf deiner Website verkaufst. Eines meiner Lieblingsbeispiele ist der Ecocut Pro, den kennen vielleicht manche noch aus Höhle der Löwen. Ist ein relativ neuartiges Gerät, mit dem man Scheibenwischer wieder flottmachen kann. Man zieht dann gebrauchte Scheibenwischer über so eine Art Klinge und hat dann wieder einen neuen Scheibenwischer. Aber jetzt ist die Frage: Was tippt man denn in Google ein, um dieses Ding zu finden? Ist es ein Scheibenwischer-Schneider, ein Scheibenwischer-Aufbereiter, ein Scheibenwischer-Neumacher? Ich finde das relativ schwer. Und das ist eben genau das, was ich meine.

Es gibt manche Sachen, für die haben wir keinen definierten Begriff. Ein Sneaker ist für jeden ein Sneaker, und auch für andere Sachen, für einen Basketball, da gibt es einfach ein Wort dafür. Bei manchen anderen Sachen wie dem Ecocut Pro geht das aber nicht.

Ähnlich gelagert ist vielleicht auch manchmal, dass es Synonyme gibt. Für manche ist es ein Hausmeister-Dienst, für andere ein Hausmeister-Service, für manche ein Hauswart-Service, und noch diverse andere Kombinationen daraus.

Dann gibt es den Fall, es gibt zwar vielleicht eine Suchanfrage, aber es gibt keine Suchnachfrage. Das heißt noch mal, wo ist der Unterschied? Suchanfrage heißt eben, angenommen du hast eine mobile Katzen-Waschanlage erfunden. Also ich komme zu dir nach Hause und du steckst deine Katze vorne rein saudreckig und hinten kommt sie natürlich vollkommen korrekt und so sauber wieder raus. Fiktives Beispiel, ich habe extra nachgeguckt, ob es das gibt, gibt es nicht. Angenommen du wüsstest, dass es eine mobile Katzen-Waschanlage gibt, dann würdest du wahrscheinlich genau das eintippen. Das heißt, es gibt eine Suchanfrage dafür, aber weil es noch nicht bei mir angekommen ist, dass es das gibt, gibt es keine Suchnachfrage dafür. Das heißt, ich tippe das gar nicht erst in den Google-Schlitz ein. Außer jetzt so Verrückte wie ich, die das einfach mal gucken, ob es das gibt. Das ist dann eben auch schwierig. Das heißt, wenn du jemandem erklärst, was du da hast, dann versteht er das auch, er wäre nur einfach nie auf die Idee gekommen, das auch in den Schlitz einzutippen, weil er nicht wusste, dass es das gibt.

Und dann gibt es auch noch zum Beispiel so Produkte, die sind Impulskäufe, so Mitnahmeartikel. Du bist irgendwo an der Kasse und auf einmal gibt es irgendwo, weiß nicht, einen Schokoriegel, der aus Ameisen gemacht wurde. Und du denkst, wow, das ist ja eine pfiffige Idee. Aber ist auch so ein Beispiel dafür, das ist ein Impulskauf. Das heißt, du wärst niemals auf die Idee gekommen, sowas in Google einzutippen wie Schokoriegel, der aus Ameisen gemacht wird, oder Ameisen-Schokoriegel oder sowas. Aber wenn du es siehst, dann ist es trotzdem für dich okay.

Und jetzt die Frage: Worum geht es jetzt eigentlich? Also warum erzähle ich euch das?

Naja, SEO nochmal heißt: Du musst die Suchbegriffe, die von potenziellen Kunden in Google eingetippt werden, in deine Website einbauen. Du musst dann Inhalte dafür bereitstellen, du musst einen Linkaufbau vielleicht dafür betreiben. Aber wichtig ist eben noch mal, es braucht dafür Suchvolumen.

Das heißt, die Frage 1 ist immer: Was tippt jemand ein? Und dann ist eben auch die Frage: Wenn das jemand eintippt und du bist auf Platz 1, dann muss das eben auch noch jemand suchen und dann eben auch noch anklicken. Da kann es eben wirklich passieren, dass deine Website gerade, wenn du ein Start-up bist, du hast eine sehr innovative Lösung, dann kommst du einfach unter die Räder. Das ist das Spannende eigentlich an SEO und auch an SEO, also alles, was suchgetrieben ist, dann ist das immer als Vorbedingung.

 

Warum ist SEO anders als andere Marketingkanäle?

Bei anderen Sachen, bei anderen Marketingkanälen, du kannst immer was an einen Point of Sale stellen. Machst einen Aufsteller hin oder ein Störer oder so und die Leute, weil sie eben gerade an der Kasse sind, sehen das und sagen, wow, das ist ja mal eine tolle Lösung, da habe ich ja noch nie drüber nachgedacht, nehme ich mal direkt mit.

Oder auch in Fußgängerzonen, da gibt’s Laufkundschaft. Egal ob du jetzt 1a, 1b oder 2c oder irgendwas Lage hast, es kommen Leute vorbei. Leute sehen dich, denken so, oh, das ist ja mal eine tolle Idee, da könnte ich mal reingehen. Bei SEO und SEA hast du keine Laufkundschaft, es gibt keine Fußgängerzone, es gibt nicht Leute, die mal aus Versehen über Google bei dir vorbeikommen, sondern die tippen eben erst was ein.

Deswegen ist ganz, ganz, ganz wichtig, dein Hauptwerkzeug für alles, was du machst, ist immer eine Keyword-Datenbank. Da werde ich demnächst noch mal eine Folge zu machen, um euch noch mal einen Überblick zu geben. Keyword-Datenbank heißt eben, ihr könnt wirklich herausfinden, sowas wie mobile Katzen-Waschanlage, wird das in Google eingetippt oder nicht? Wenn das eingetippt wird, sagt es eben auch noch, wie oft es im Schnitt bezogen auf die letzten 12 Monate in der Regel eingetippt wird. Das heißt, auch dann kannst du noch mal rausfinden, hey, das geben 10.000 Leute ein, wow, das ist der Hammer. Wenn ich da auf Platz 1 bin, bringt mir das richtig was. Oder es kann eben sein, es wird fünfmal im Monat gesucht, dann weißt du schon so, das wird hier vielleicht nichts mit uns.

 

Wie kann man auch ohne Suchvolumen SEO machen?

Jetzt ist die Frage: Angenommen, du hast über die Keyword-Datenbank herausgefunden, dass das, was du da hast, nämlich diese mobile Katzen-Waschanlage, das sucht kein Mensch. Also Katze wahrscheinlich auch nicht, aber ein Mensch vor allem schon mal gar nicht. Dann ist die Frage: Was machst du denn dann, vor allem mit SEO?

Erstmal, worüber man wirklich nachdenken kann, ist, dann eben andere Marketingkanäle zu benutzen. Das heißt, du kannst zum Beispiel Displaywerbung schalten, du kannst auf bestimmten Websites, auf katzenfreunde.de oder wie auch immer die ganzen Katzenportale heißen, da kannst du dich herumtreiben, kannst du Werbung schalten und kannst sagen, hey, ich komme zu euch und wasche eure Katzen. Oder du kannst Social Ads schalten auf Facebook, auf Insta, was auch immer. Das heißt, wenn du zum Beispiel ein Targeting hast, da ist ein Katzenliebhaber, und du schaltest vielleicht in Hamburg und 50 Kilometer Umkreis dann Werbung, weil du in Hamburg bist, dann wäre das sicherlich ein sinnvoller Kanal. Ob das Ganze für dich profitabel ist, steht auf einem anderen Blatt, aber erstmal kannst du werben.

Trotzdem ist das hier ein SEO-Podcast, also klar, ich sag auch gerne mal so, was links und rechts des Weges, aber trotzdem, was könnt ich jetzt eigentlich in Bezug auf SEO machen? Also wenn es so ist, dass niemand mobile Katzen-Waschanlage sucht, dann könntest du trotzdem immer noch über Suchbegriffe schreiben, die das Problem bezeichnen. Also Menschen suchen durchaus nach „Katzen waschen“ oder auch da noch ganz bestimmte Informationen, zum Beispiel sucht jemand nach „Katzen waschen welches Shampoo“. Und da kannst du natürlich, bitte nicht in den Werbemodus sofort gehen, sondern du beantwortest diese Frage im Rahmen eines Beitrags. Sagst zum Beispiel, welche drei Arten von Shampoo es grundsätzlich so gibt. Und sagst dann natürlich, hey, wenn du dich damit überhaupt nicht mehr rumärgern willst, dass deine Katze da irgendwie einen Riesenterz macht und du auch noch das Shampoo besorgen musst, ruf an, ich komme vorbei, wasche deine Katze, überhaupt kein Problem.

Dann gibt’s noch so ein paar andere Suchanfragen, das würdest du dann alles finden, wenn du so eine Keyword-Datenbank hast. Die Leute suchen zum Beispiel nach „Katzen waschen bei Flohbefall“. Auch dann kannst du sagen: Wenn Flohbefall ist, dann bitte dieses Shampoo. Oder nochmal: Wusstest du schon, dass es eine mobile Katzen-Waschanlage gibt?

Du kannst natürlich auch auf Suchbegriffe abzielen, die auf ähnliche Produkte oder Dienstleistungen abzielen. Es suchen zum Beispiel Leute nach „Katzen-Shampoo“ oder auch zum Beispiel nach „Katzen-Shampoo Alternative“. Und auch da kannst du dann sagen: Was ist denn das so? Was sind denn Alternativen für Katzen-Shampoo? Und natürlich nochmal, erst immer die Frage beantworten, quasi losgelöst von dem, was du so machst, und dann kannst du gerne immer in den Verkaufsmodus übergehen.

Grundsätzlich muss man sagen, natürlich, ich habe es eben schon gesagt, du brauchst eine Keyword-Datenbank, weil solche Themen wirst du selber wahrscheinlich nicht mehr finden können also allein durch angestrengtes Nachdenken. Sondern Keyword-Datenbanken liefern dir das und welche auch immer du jetzt benutzt, das ist eigentlich fast egal, Hauptsache du benutzt eine, um eben solche Themen zu identifizieren, um dir einen Redaktionsplan zu machen und um dann eben das Ganze auch mit Leben zu füllen.

Jetzt muss man noch eine wichtige Sache sagen: Gerade du ein Start-up bist, dann wird deine Website in der Regel nicht gut verlinkt sein. Da haben wir hier bei „Alles auf Start“ auch schon mal eine Episode zu gemacht zum Thema Linkaufbau. Google bewertet eine Website nicht nur nach dem Content und der Technik und Struktur und sowas alles, sondern auch danach, wieviel andere Websites darauf verlinken. Jetzt muss man leider sagen, wenn du am Anfang bist von dem, was du da machst, wird wahrscheinlich kein anderer auf dich verlinken. Du hast also eine sogenannte Domain Popularity gleich null, keiner verlinkt auf dich.

Dann muss man ehrlicherweise sagen, was immer du dann da an Content schreibst, du kannst dir den absoluten Wolf schreiben, du wirst wahrscheinlich nicht sonderlich stark nach oben kommen, weil dir eben diese Verlinkungen fehlen.

Dann hast du im Prinzip zwei Möglichkeiten, du kannst sagen, okay, ich weiß, dass ich die Verlinkungen nicht habe, ich fange aber an die aufzubauen. Ich verlinke mich zum Beispiel mit anderen Katzenportalen, ich schreibe die an und sage, hallo, hier ist der katzenwäschespezialist.de und verlinke doch bitte auf mich.

 

SEO braucht immer Zeit!

Oder du kannst eben einfach sagen: So viel Zeit habe ich nicht. Denn das muss man ehrlicherweise sagen, es wird Zeit brauchen, es wird Zeit brauchen, bis du hinreichend viele Verlinkungen zusammen hast. Es wird Zeit brauchen, bis Google die alle bekommen hat. Es wird Zeit brauchen, bis Google das Ganze auch honoriert und sich das Ganze in Rankings auszahlt. Es wird dauern.

Das heißt, wenn du sagst, ich habe vielleicht jetzt nur ein halbes Jahr Zeit, dann bin ich pleite, dann ist SEO definitiv nicht die richtige Wahl für dich. Dann musst du eben wirklich das Vorgenannte machen, Displaywerbung oder Social Ads würde ich hier fast bevorzugen. Dass du dann lieber gezielt Werbung schaltest, denn SEO ist immer ein Marathon, da geht es immer um nachhaltig Wert aufbauen, aber in der Regel so, dass du heute oder morgen davon nicht profitieren wirst. Ist übrigens absolut keine Schande, also einfach mal zu sagen, SEO ist für mich kein Kanal. Ich biete regelmäßig die SEO-Sprechstunde an unter www.seosprechstunde.de und das letzte Mal waren zwei dabei, wo ich im Nachhinein oder wo wir dann relativ schnell festgestellt haben, SEO ist für dich kein sinnvoller Kanal. Entweder weil du sehr schnell Ergebnisse brauchst oder weil die Konkurrenz übermenschlich ist oder weil du eben einfach eine Sache hast, die so keiner sucht. Oder weil du vielleicht auch nicht das nötige Geld hast, um dieses Delta, was da existiert, dann auch mit Leben zu füllen. Es ist absolut keine Schande. Sich dann einfach in andere Marketingmaßnahmen zu investieren, ist dann wirklich die beste Wahl.

Also das Schlimmste, was du machen kannst, ist auf Biegen und Brechen zu versuchen in SEO irgendwie nach oben zu kommen. Leider ist das, wie gesagt, manchmal und gerade bei Start-ups so, bei sehr innovativen Produkten hast du keine Chance, weil einfach das Suchvolumen fehlt, weil noch nichts existiert, was in einen Suchschlitz eingegeben wird, auf das du optimieren könntest.

Okay, das war‘s mit Episode 12. Ich muss natürlich von meiner Warte aus sagen, wenn solche Situationen sind, fühlt sich das für mich immer ein bisschen komisch an, weil eigentlich habe ich schon so ein bisschen wahrscheinlich so dieses Helfergen oder auch als Agenturmensch, man will die Leute weiterbringen. Bei uns in der Agentur ist das kein Problem, weil dann können wir auch Social Ads anbieten und so, alles gut. Aber manchmal ist es dann schon einfach blöd, wenn man sagen muss, das, was du dir da überlegt hast mit deiner Website und da, wo du viel Energie reingesteckt hast, das macht so in Bezug auf SEO erst mal keinen Sinn. Aber nicht, weil du irgendwas falschgemacht hast oder absichtlich oder wie auch immer, sondern weil das Suchvolumen fehlt.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor, Podcaster, Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und verantwortlich für das suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und genießt das Leben.

Ein Kommentar zu “SEO ohne Suchvolumen: Das größte Problem innovativer Unternehmen! [Alles auf Start 12]”

  1. Christian

    Hallo Markus,
    mit dieser Episode hast du wieder ein häufig übersehenes Problem auf den Punkt gebracht. Wenn die Wettbewerbssituation es nicht zulässt für hart umkämpfte Keywords auf Position 1 zu kommen, es aber auch keine relevanten Longtails gibt, die ausreichend Suchanfragen haben, dann ist SEO nicht der richtige Kanal. Und dann muss man dies als SEO-Agentur einem Kunden gegenüber auch zugeben – auch wenn man riskiert auf einen Auftrag und Umsatz zu verzichten.
    Ich freue mich schon auf die Folge zum Thema Keyword-Datenbank!
    Gruß Christian

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