Sind PDF-Rankings gut oder schlecht in Bezug auf SEO? [SEO FAQ #7]

22. Mai 2018 | Von in SEO

Google indexiert nicht nur HTML-Seiten, sondern seit Langem auch PDF-Dateien. Diese erscheinen dann auch in den Suchergebnissen. Kann das zu Problemen führen? Worüber muss man nachdenken, um hier eine Lösung zu finden?

Wo liegen die Probleme?

Grundsätzlich ist natürlich jedes Ranking erstmal gut. Mehr organischer Traffic ist sicherlich immer willkommen. Aus den folgenden drei Gründen können PDF-Rankings aber dennoch nachteilig sein:

  1. Die Nutzererfahrung ist nicht unbedingt gut – vor allem auf Mobilgeräten. Ein Nutzer landet auf einem PDF-Dokument und hat z. B. keinen Zugriff auf ein Menü, um auf andere weitergehende Seiten zu gelangen. Theoretisch kann man das natürlich in das PDF einbauen. In der Praxis liegen PDF-Dateien aber oftmals außerhalb des eigenen Einflusses (z. B. Handbücher).
  2. Wenn es sehr viele und sehr große PDF-Dateien gibt, kann das zulasten des Crawl-Budgets gehen. Der Crawler der Suchmaschinen ist dann viel mit den PDF-Inhalten beschäftigt, sodass evtl. ein großer Teil des Crawl-Budgets für irrelevante Inhalte verbraucht wird. Unter Umständen können die vielen heruntergeladenen Dateien auch zu einer erhöhten Server-Last führen.
  3. Web-Analyse-Dienste wie Google Analytics funktionieren über einen JavaScript-basierten Tracking-Code. In einer PDF-Datei wird dieser Code aber nicht ausgeführt, sodass es theoretisch sehr viele Besucher geben kann, die eine PDF-Datei in den Suchergebnissen anklicken, ohne dass man das in den Statistiken sehen könnte. Die Messbarkeit von Conversions bzw. die Attribution funktioniert an diesem Punkt natürlich auch nicht mehr.

Habe ich damit überhaupt ein Problem?

Über zwei Methoden kann man herausfinden, ob es hier für die eigene Website überhaupt Handlungsbedarf gibt.

Über die Google-Suchanfrage „filetype:pdf site:www.meinewebsite.de“ kann man ermitteln lassen, welche und wie viele PDF-Dateien Google auf der eigenen Website indexiert hat. Die ausgegebene Zahl ist immer nur als grobe Schätzung zu verstehen – wie hier am Beispiel der Website cern.ch:

Wie schon gesagt wurde, kann man den Status quo (Anzahl der Besucher) leider nicht in der Web-Analyse abrufen. In der Google Search Console werden Klicks auf PDF-Dateien aber sehr wohl aufgeführt. Dort kann man dann über einen Filter alle Aufrufe von PDF-Dateien ermitteln, um zu prüfen, wie hoch der Anteil der Besucher ist:

Wann ist es „schlimm“?

Wenn der Anteil – wie im Beispiel – sehr gering ist (479 Klicks in 90 Tagen), kann man das Problem durchaus ignorieren. Falls es nur wenige PDF-Dateien im Index gibt, muss man nicht unbedingt etwas unternehmen.

Und noch ein weiterer Fall sollte geprüft werden: Konkurrieren die PDF-Inhalte mit HTML-Inhalten? Angenommen, ein Onlineshop hat auf seinen Produktdetailseiten eine Funktion, um die Inhalte der HTML-Seite im PDF-Format zu exportieren. Dann gäbe es keinen Mehrwert der PDF-Dateien, da es eigentlich immer besser wäre, dass Nutzer auf den HTML-Inhalten landen.

Wie sollte man weiter vorgehen?

Falls man festgestellt hat, dass die PDF-Dateien keinen echten Mehrwert liefern oder dass sie auch in Bezug auf den Traffic nicht relevant sind, kann man diese per robots.txt sperren lassen (z. B. per „Disallow: *pdf“). Dann kann Google die PDF-Inhalte nicht mehr crawlen.

Auch sollte man in der Google Search Console (siehe oben) nachsehen, für welche Suchbegriffe die PDF-Dateien derzeit gefunden und angeklickt werden. Falls es sich um relevante Suchbegriffe handelt, sollte man darüber nachdenken, entsprechende HTML-Seiten für diese Suchbegriffe zu erstellen, um die Benutzer bestmöglich zufrieden zu stellen.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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