Warum das Denken in Seitentypen wichtig ist [Alles auf Start 40]

8. Juli 2021 | Von in Podcast "Search Camp", SEO

Für 2 387 Seiten gibt es 43 938 Empfehlungen. Wie behält man denn da den Überblick und entwickelt daraus eine SEO-Strategie? Die Antwort: Indem man nicht mehr in Seiten, sondern in Seitentypen denkt und dann die Empfehlungen clustert.

 

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Warum das Denken in Seitentypen wichtig ist

Ich möchte mit euch über ein Konzept reden, was die meisten SEOs eigentlich verinnerlicht haben, aber viele da draußen eben noch nicht so. Also gerade jemand, der einsteigt, sieht das vielleicht noch nicht. Und zwar geht es um das Konzept der Seitentypen oder auch Segmentierung. Was heißt das Ganze?

Also viele von euch nutzen ja Tools wie Crawler zum Beispiel, um Vorschläge zu generieren für die Verbesserung einer Website. Und relativ schnell erstickst du dann in den Ergebnissen. Das heißt, du hast irgendwie, weiß nicht, 1500 Seiten auf der Website und 370 Empfehlungen und alles kreuz und quer und du weißt gar nicht, wo du anfangen sollst. Eine wichtige Technik ist eben Segmentierung.

Also sehe deine Website nicht als 1500 Websites, sondern gucke dir an, welche Seitentypen hast du denn eigentlich so. Das ist zum Beispiel, wenn du einen Online-Shop hast, dann hast du als Seitentyp eine Startseite, dann hast du Kategorieseiten und dann hast du Produktdetailseiten. Und das kann es schon gewesen sein. Vielleicht hast du auch noch einen Blog, dann hast du noch Seitentypen wie eine Blog-Detailseite und eine Blog-Kategorieseite vielleicht. Das hängt immer davon ab.

Oder fällt mir ein gutes Beispiel ein, du bist vielleicht eine Bäckereikette, was hast du dann an Seitentypen? Du hast zum Beispiel für jede Filiale eine Seite, also hast du einen Seitentyp Filialseite.

 

Warum sollte man das machen?

Jetzt fragt man sich natürlich, was soll das Ganze? Also erstmal, ich bekomme eine Übersicht, aus 1500 Seiten mache ich vielleicht 4 Cluster, wenn man so möchte. Und was ich immer in der Praxis sehe: Viele Probleme sind systematischer Natur. Das heißt, wenn eine Filialseite schlecht optimiert ist, dann sind es die anderen 19 auch. Und deswegen ist es schon sinnvoll, sich eben Seitentypen anzugucken und dann allgemeine Muster dafür zu finden, wie du diesen Seitentyp nach vorne bringen kannst.

Wenn du so einen Seitentyp identifiziert hast, sagen wir mal Filialseite, was musst du dir dann angucken?

 

SEO-Relevanz?

Du solltest natürlich erst mal gucken, ob diese Seite überhaupt SEO-relevant ist. Das heißt, wenn keiner nach Filialen sucht, warum sollten diese Seiten dann im Google Index vorkommen? Im Fall einer Filialseite ist das natürlich so, aber es könnte ja andere Seitentypen geben, für die das nicht gilt, und dann würdest du diese Seiten per noindex sperren oder per robots.txt.

Einen zweiten Blick, den ich mir auch immer erst mal gönnen würde, ist noch mal zu gucken, wenn ich mir diese Seiten, diesen Seitentyp angucke, wie sind denn so die organischen Daten dafür? Also angenommen ich habe jetzt 20 Filialseiten, wie viele Klicks bringen die denn so im Schnitt? Das hilft einem erst mal, gerade wenn man so Seitentypen nebeneinanderstellt, dann eben auch zu sagen: Welcher Seitentyp ist für mich eigentlich am wichtigsten? Ich denke vielleicht, es sind die Kategorieseiten, aber eigentlich sind es die Filialseiten. In der Regel sollte das nicht so sein, aber das könnte man als Beispiel nehmen. Also gucke dir über Search Console, über Google Analytics an, was generiert wieviel organische Klicks, und versuche natürlich idealerweise, soweit verfügbar, auch Conversion-Daten mit reinzuziehen und dann eben zu bewerten, welcher Seitentyp ist für dich eigentlich eher wichtig und welcher ist für dich eher unwichtig. Um dann eben zu schauen: Wo stecke ich jetzt als erstes meine Energie rein? Das Unwichtige, das kannst du später immer noch machen.

 

Darstellung in Suchergebnissen?

Wenn du dich jetzt entschieden hast, hier ist ein Seitentyp, der ist für mich wichtig und er ist SEO-relevant, also ich sperre ihn nicht, dann solltest du dir erst mal angucken: Wie wird der in Suchergebnissen dargestellt? Da sind vor allem die Elemente Seitentitel und Meta Description.

Da gibt’s die üblichen Vorgaben dafür, vor allem Seitentitel, ist halt wichtig, dass er relativ kompakt ist. Du hast so ungefähr 50 bis 60 Zeichen Platz, um dort alles herein zu bringen, um was es auf der Seite geht. Keine sinnvollen Keyword-Auffüllungen verwenden, sondern wirklich, wenn das die Filiale von Meier-Schmidt in Köln ist, dann könnte da sowas stehen wie „Meier-Schmidt, Buchhandlung in Köln“. Das wäre schon vollkommen ausreichend, und wie gesagt, du hast eine begrenzte Zeichenzahl.

Und die Meta Description, da hast du so 150, 160 Zeichen, dass du da halt vor allem Klick-Argumente platzierst, dass du zum Beispiel mit Sonderzeichen arbeitest, dass das Ganze eben einfach gut aussieht und gut klickt.

 

Content?

Als nächstes würde ich mir natürlich den Content angucken, also: Wie stark sind die Inhalte? Was habe ich so im Schnitt an Umfang? Das heißt jetzt nicht, dass eine bestimmte Wortzahl angestrebt wird, aber trotzdem habe ich ja vielleicht Seitentypen, wo ich merke, boah, da stehen aber nur 20 Wörter drauf. Das wird nie reichen, auch wenn die Seiten, die Wortzahl nicht das alles entscheidende Kriterium ist. Aber trotzdem, mit 20 Wörtern, würde ich denken, kommt man in der Regel nicht sonderlich weit.

Also Umfang, Qualitätsbeurteilung wäre natürlich auch noch schön, also: Wie gut ist das, was da geschrieben wird? Ist das effizient erfassbar? Sind da Links drin? Ist es gut strukturiert? Passt es vor allem zum Search Intent, also das, was der Nutzer mit seiner Suchanfrage beabsichtigt? Ist der Content vollumfänglich dafür geeignet, diesen Search Intent zu erfüllen? Beantwortet er die Frage hinter der Suchanfrage vollständig?

Das wären so typische Aspekte, die man sich anguckt. Da muss man natürlich ein bisschen selbstkritisch sein. So in Kunden-Workshops kommt dann oft heraus so: Ja, wir haben da jetzt auch keinen guten Text drauf und den haben wir auch nur da kopiert. Und da haben wir eigentlich noch nie was für geschrieben. Also da ruhig selbstkritisch sein. Es bringt nichts, wenn man sich in diesem Schritt was in die Tasche lügt.

 

Bilder?

Wenn ich mit dem Content fertig bin … Content würde übrigens auch zum Beispiel, kurzer Einschub noch, auch das Thema Bilder beinhalten, weil auch die Bildersuche kann für mich wichtig sein. Also haben die Bilder ein ordentliches Alt-Attribut, vor allem die wichtigen Bilder? Oder auch Videos, auch da kann man sich angucken, gerade, wenn man das selber hostet, was hat man da alles? Hat man das alles auch da mit den richtigen Keywords verdrahtet und so?

Das wäre so das Thema Content. PDF-Dateien wäre vielleicht noch mal so ein Thema, aber ich will es jetzt nicht zu kompliziert machen.

 

Markup?

Angenommen mit dem Content sind wir durch, dann würde ich mir noch das Thema Markup angucken. Markup kann ja verschiedene Effekte haben. In der Regel ist das Ziel einfach, dass ich noch stärker in Suchergebnissen dargestellt werde, weil ich zum Beispiel Sternchen kriege.

Oder, was eben auch geht oder ein Effekt von Markup sein kann, dass ich in ganz speziellen Google-Suchen hereinrutsche. So gibt es ja die Google Job Suche und da kann ich hereinrutschen, wenn ich das Markup für JobPosting implementiere.

Und wer sich mit dem Thema Markup noch nicht so auskennt, es gibt von Google die sogenannte Search Gallery, da stehen alle Markups drin, die Google-relevant sind. Und die kann ich einfach von oben nach unten durchgehen und sagen: Für mein Geschäftsmodell, für meine Website und vor allem für diesen Seitentyp greift eben das. Das heißt, wenn ich einen Seitentyp Stellenangebot habe, dann brauche ich das Markup JobPosting. Wenn ich einen Seitentyp „Termin von etwas“ habe, dann ist zum Beispiel das Event Markup sicherlich sinnvoll.

 

Interne Verlinkung?

Wenn ich mir das angeguckt habe, würde ich mir noch das Thema Klicktiefe und interne Verlinkung angucken. Also grundsätzlich Seitentypen, da geht’s natürlich erst mal so um die inhaltlichen Aspekte und sowas, aber alle meine Seiten müssen innerhalb der Website auch sinnvoll verlinkt werden. Also erst mal überhaupt verlinken und dann noch, dass die wichtigen Seiten mehr Linkenergie als die unwichtigen abkriegen.

Und auch das kann ich mir angucken, kann eben zum Beispiel gucken: Meine Startseite, also Seitentyp Startseite, die Startseite hat traditionell immer viel Link Juice, viel Link-Gewicht. Auf was verlinkt die Startseite eigentlich? Sie sollte zum Beispiel auf die Top 5 Blog-Beiträge verlinken, erst mal, um ihnen viel Link Juice zu geben und natürlich, um eventuell dafür zu sorgen, dass Nutzer, die auf der Startseite sind, auch auf die wichtigsten Blogbeiträge kommen.

Und auch diese interne Verlinkung kann man sich sehr gut auf der Basis von Seitentypen überlegen. Also zum Beispiel bei einem Shop, ich habe eine Kategorieseite und eine Kategorieseite erster Ordnung sollte auf die wichtigsten Produkte innerhalb der Kategorie verlinken, um eben viel Link Juice auf diese Produktseiten zu schaufeln. Oder eine Kategorieseite erster Ordnung sollte auf die wichtigsten Kategorieseiten dritter Ordnung verlinken, um eben auch da noch mehr Linkgewicht hin zu schaufeln.

Also auch das kann man sich eben überlegen, aber das kann man sich eben wie gesagt besser überlegen, wenn man angefangen hat, in Seitentypen zu denken und nicht einfach nur in 1500 Seiten. Und dann fange ich an, mir eben Muster aufzubauen und zu sagen: Dieser Seitentyp muss eben immer auf das und das verlinken.

Ich suche mir immer das und das raus, was am wichtigsten ist, und das verlinke ich verstärkt. Und das, was unwichtig ist, verlinke ich eben – ja, das Gegenteil von verstärkt – also deutlich weniger. Das wäre so das, was ich prüfen würde.

 

Programmierung/Umsetzung

Und dann geht’s natürlich in die Umsetzung. Umsetzung kann eben manchmal einfach sein, dass irgendwas programmiert werden muss. Und da schließt sich der Kreis wieder, weil Seitentyp hat oft sehr viel mit Programmierung zu tun. Weil auch in der Programmierung der Website wird in Seitentypen gedacht, sodass ich relativ einfach hingehen kann und kann sagen: Dieser Seitentyp, zum Beispiel die Filialseite, braucht jetzt noch Local Markup. Und dadurch, dass ich eben in Seitentypen denke, habe ich es dem Programmierer jetzt schon ganz besonders leichtgemacht und ihm eben gesagt: Dieser Seitentyp braucht das und das.

 

Finale

Das war eigentlich das, was ich dir in dieser Folge sagen möchte. Ich kann schon mal ankündigen, dass es in der nächsten Folge, also in „Alles auf Start“ 41 ungefähr mit dem Thema weitergeht. Das heißt, diese beiden Folgen hängen zusammen. Aber bis dahin haben wir noch einen kleinen Cliffhanger, zwei Wochen musst du noch rumkriegen.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und SEO Advocate der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor, Podcaster und Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO.

Markus hat vier Kinder, spielt in seiner Freizeit gerne Klavier (vor allem Jazz) und genießt das Leben.

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