Das kann Dir kein SEO der Welt sagen – und was SEOs trotzdem wissen müssen! [Search Camp Episode 67]

19. Februar 2019 | Von in Search Camp, SEO

Manchmal wird den SEOs geradezu unmenschliches Wissen unterstellt: Wie viel besser ist Lösung A als Lösung B? Wie viel Geld ist dieser eine Link denn nun genau wert? Kein SEO der Welt kann solche und ähnliche Fragen beantworten – aber das ist auch gar nicht nötig. Warum das so ist und welches Wissen SEOs stattdessen unbedingt haben sollten, klären wir in dieser Episode.

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Shownotes:

Transcript:

So, moin! Da seid ihr ja. Search Camp hier, der Online-Marketing Podcast, Markus Hövener hier auch, wie gewohnt. Ich habe heute das Thema “Das kann dir kein SEO der Welt sagen”. Es geht um Antworten, die manche Unternehmen gerne hätten, die SEOs aber einfach nicht geben können. Und dann geht es um die Frage: Warum ist das eigentlich so? Und es geht auch um die Frage: Was an Wissen haben wir denn wirklich drauf? Weil etwas nicht drauf zu haben, ist immer blöd, aber da muss ja auch irgendwas dagegenstehen, was wir dann an Wert liefern können. Und da möchte ich heute drüber reden. Ich habe 15 Punkte zusammengestellt, was man so wissen sollte als SEO. Und gleich geht’s auch schon los.

Da seid ihr ja immer noch. Schön! Ich habe heute ein Thema mitgebracht, ein bisschen trashiger Titel vielleicht: Das kann dir kein SEO der Welt sagen, und was SEOs eigentlich trotzdem wissen. Woher kommt das Thema? In Workshops, gerade Kunden-Workshops und in einigen Seminaren, dann kommen oft so Fragen wie, hey, wenn ich das und das mache, was bringt mir das eigentlich, was wird der Effekt sein? Oder soll ich das oder das machen? So typische Fragen sind zum Beispiel:

Sieht ein solcher Link noch natürlich aus oder sieht der unnatürlich aus? Überhaupt die Frage ist: Wie wichtig ist eigentlich ein bestimmter Link oder ist der Link eigentlich den Betrag X wert? Oder auch: Ich will irgendwas ändern, ich will irgendwas umstellen, wie stark werden sich die Rankings eigentlich dadurch verbessern? Oder gerade, wenn ich so zwei Lösungswege habe: Hey, ich kann das machen oder ich kann das machen, welche Lösung ist jetzt eigentlich besser und wieviel besser ist sie eigentlich? Und da muss ich immer ganz ehrlich sagen, klar, kann ich jetzt 13 Prozent sagen, ist aber natürlich vollkommener Quatsch.

Also keiner kann solche Fragen beantworten, kein SEO kann solche Fragen beantworten. Ich merke, dass man damit manche Menschen ein bisschen enttäuscht, weil sie irgendwie glaube ich manchmal das Gefühl haben, dass wir sowas wissen sollten. Funktioniert aber noch nicht.

Die Frage natürlich, warum wollen die das eigentlich wissen? Naja, was natürlich klar ist, ist, das wollen alle Menschen, minimales Investment bei maximalem Nutzen. Also alles, was man macht, kostet Geld oder Zeit. Ist ja irgendwie relativ äquivalent heute in der Zeit. Wenn ich mit weniger Aufwand vielleicht den gleichen Nutzen erzielen kann, sollte ich das machen. Und man muss natürlich auch sehen oder anders ausgedrückt, die schönste Lösung, also alles optimal machen, ist einfach oft zu teuer. Man hat doch oft begrenzte IT-Ressourcen. Man muss vielleicht wahnsinnig viel ändern, im Unternehmen in der Datenbank und jetzt sucht man eigentlich eine Lösung wie, hey, was wäre jetzt eigentlich, wenn ich das nur so und so mache, also wenn ich nicht die optimale Lösung wähle, sondern die zweitbeste Lösung, wie viel weniger gut ist die denn?

Und nochmal, das muss ich sagen, solche Fragen können wir natürlich ein bisschen mit Erfahrung untermauern und können in manchen Fällen sagen, okay, das wird ungefähr gleichwertig sein oder das wird irgendwie mehr als doppelt so schlecht sein. Klar, kann man sowas sagen, aber schlussendlich ist das alles Kaffeesatzleserei und das führt eigentlich zu nichts.

Die Frage ist, warum kann ein SEO das eigentlich nicht wissen? Warum haben wir so ein Wissen nicht drauf? Punkt 1 natürlich: Viele Informationen teilt Google nicht mit uns. Muss man erstmal an dieser Stelle sagen, vielen Dank an John Mueller und Konsorten, auch an Gary und so, die wahnsinnig viel Energie da reinstecken in ihren ganzen Hangouts und so, reales wichtiges Wissen mit uns zu teilen. Dafür bin ich extrem dankbar. Aber vieles sagen sie uns eben nicht, eben zum Beispiel solche Fälle hier. Ich kann A oder B machen, wie viel besser oder wie viel schlechter ist das jetzt?

Vieles weiß Google auch nicht beziehungsweise kann es so pauschal auch gar nicht beantworten, weil es oft von der konkreten Suchanfrage abhängt, von dem konkreten Linkgraphen, von der konkreten Konkurrenzsituation. Das heißt pauschale Antworten kann es hier auch gar nicht mehr geben. Pauschale Antworten ist eh so ein Problem unserer Zeit. Streichen wir dieses politische Thema an dieser Stelle, aber grundsätzlich muss man sagen, selbst wenn Google das mit uns teilen wollen würde, sie könnten es nicht machen. Liegt natürlich auch ehrlich gesagt daran, dass manche Sachen, die SEOs eigentlich gerne hätten, in der Google Search Console nach wie vor nicht ausgewiesen werden, unter anderem, weil Google eben sagt, das würden eben Leute auch falsch interpretieren und es würde den Leuten auch Angst machen. Okay.

Ein weiterer Grund, warum wir manche Sachen nicht wissen, ist, dass es zum Beispiel über Rankingstudien nicht ermittelt werden kann. Über Rankingstudien habe ich mich hier sowieso schon mal ausgelassen. Wenn ihr das nochmal hören wollt, mehr als gerne, aber grundsätzlich kriegt man einfach manches so einfach auch nicht mehr rausgerechnet. Also man kann nicht eben dranschreiben, eine Verbesserung vom Seitentitel an dieser einen Stelle bringt dir so und so viel Prozent Uplift. Geht nicht!

Und selbst, wenn wir das alles wüssten, selbst wenn wir diese Informationen hätten, muss man auch sagen, Tempus fugit, es ist alles im Fluss und das Wissen wäre im selben Augenblick auch schon veraltet, selbst wenn wir es hätten, würde es uns eigentlich nichts helfen. Und deswegen funktioniert das so eben einfach nicht.

Man könnte sich jetzt auch fragen, wenn wir schon mal gesagt haben, was wir alles nicht wissen, was wissen wir denn eigentlich alles oder wo kommt das Wissen her? Also eine Sache sind natürlich erstmal die Google Richtlinien. Die sollte jeder einmal gelesen haben, überhaupt keine Frage, wichtiges Ding. Da stehen allerdings finde ich eher so grundsätzliche Regeln drin. Man muss die natürlich immer sehr vorsichtig lesen. Also zum Beispiel wie bei dem Thema Linktausch oder bei Gastbeiträgen, da steht zum Beispiel, dass es nicht exzessiv genutzt werden kann. Das heißt natürlich, natürlich darfst du es in einer gewissen Beimischung machen, aber eben bitte nicht exzessiv. Aber nochmal, Google Richtlinien sollte jeder draufhaben.

Was ich auch jedem zwangsweise empfehlen muss sind die Quality Rater Guidelines, weil da steht eigentlich die Richtung, in die Google sich hinsichtlich der Bewertung von Inhalten bewegen wird und auch schon seit Jahren bewegt. Das sind ziemlich sperrige Seiten, überhaupt keine Frage. Gibt’s aber auch gute Zusammenfassungen für, sollte man auf jeden Fall gelesen haben. Punkt! Wo kommt noch Wissen her?

Äußerung von Google Personal. Leider widersprechen sich die in einigen Fällen auch. Also das gab’s in der Vergangenheit ein paarmal, gerade so Gary und John Mueller sind so, leben glaube ich einfach auf recht unterschiedlichen Planeten. Oder John Mueller hat auch schon mal Sachen gesagt, die in den Google Richtlinien oder in Developer Dokumenten von Google einfach anders stehen. Okay, gut, passiert. Also auch da muss man grundsätzlich hinreichend vorsichtig sein. Gut.

Und natürlich, wo kommt auch noch Wissen her? Dieses ganze Thema Analysen und Studien. Da wie gesagt immer kritisch bleiben und vor allem ist es natürlich auch Wissen mit einer ganz gewissen Halbwertszeit. Wenn diese ganzen Rankingstudien da oder Rankingfaktorstudien, da halte ich persönlich relativ wenig von, aber es gibt ja auch sonst Studien, die halt zum Beispiel mal ermittelt haben, wenn du Sternchen-Bewertungen hast in den organischen Ergebnissen, dann bringt es 13 Prozent bessere Klickrate in den Suchergebnissen. Gut, das ist erstmal eine Studie. Ist ja auch vollkommen egal, ob es jetzt irgendwann mal 12 oder 14 sind oder 11 oder 15 oder was auch immer, vollkommen egal, wichtig ist eigentlich nur, dass das mal bewiesen wurde, dass das auch einen Uplift bringt.

So und jetzt habe ich mir zum Schluss noch mal überlegt, weil jetzt war eigentlich relativ viel so, warum das alles nicht geht und das blöd ist und so, okay, ja, gebe ich zu. Ich habe mir mal 15 Sachen aufgeschrieben, von denen ich glaube, dass sie zum Kernwissen eines SEOs gehören sollten. Und diese Liste könnte man noch relativ vervollständigen, als ich die 15 fertig hatte, dachte ich auch so, ja, hier die 16. könnte man vielleicht auch noch. Also hat jetzt keinen absoluten Anspruch auf Vollständigkeit, aber trotzdem diese 15 Themen würde ich denken, gehören für mich so eher zu dem inneren Kern, wenn ich jetzt wirklich SEO für Google und für Bing und so machen möchte.

Numero eins, was muss ein SEO draufhaben? Er muss wirklich alle diese Richtlinien und Dokumente kennen. Er muss einfach abschätzen können, was ist erlaubt und was ist nicht erlaubt. Es geht da um das Thema, langfristigen Erfolg zu sichern, und vor allem, was will Google heute, noch wichtiger, wo will Google eigentlich langfristig hin? Und gerade nochmal, die Quality Rater Guidelines sind eigentlich ein Dokument, was hervorragend in diese Kategorie fällt. Gerade so Themen wie EAT, also Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness, das sind so Konzepte, die man einfach verstehen muss, die man einfach draufhaben muss.

Numero 2, was muss ein SEO können? Ich finde, ein SEO sollte alle relevanten Tools und KPIs kennen. Gerade Tools so SEO Index Tool, ein Ranking Tool, ja, Search Console und, und, und. Er sollte natürlich auch die Schwachstellen der jeweiligen Tools kennen, er sollte in der Lage sein, Daten aus den Tools zusammenzuführen, zum Beispiel einen Crawl mit Traffic-Daten. Er sollte auch in der Lage sein, sich bei den SEA-Kollegen zu bedienen, um aus denen wichtige SEO-Daten zu generieren.

Wissen Nummer 3: Er sollte wissen erst mal, wie sich Crawling und Indexierung unterscheiden und welche Konzepte es eigentlich gibt und das Ganze bestmöglich hinzubringen. Das sind Themen wie XML Sitemaps, das sind Themen wie Rendering, überhaupt dieses ganze JavaScript-Thema, das ist Klicktiefe, Canonical Tag, URL Parameter, Lebenszyklus von Seiten. Alle diese ganzen Themen, wenn du so einen SEO nachts um 3 Uhr aus dem Bett holst, muss er dir das einfach runterbeten können. Das sind auch so Sachen wie HTTP Codes, überhaupt den HTTP-Header zu kennen, robots.txt, all das muss der einfach draufhaben. Das sind technische Faktoren, die in der Tat zu Problemen führen können und das muss der einfach können. Punkt!

Numero 4: Die optimale Darstellung der Inhalte in den Suchmaschinen sicherstellen. Das ist so der Standard, erstmal über Seitentitel und Meta-Description, aber auch über Markup dafür zu sorgen, dass diese Seite für eine konkrete Suchanfrage für einen konkreten Search Intent optimal repräsentiert ist in den Suchmaschinen. Denn Ranking ist das eine, Klick ist das andere. Du willst den Klick haben. Punkt!

Nummer 5, was du draufhaben musst, finde ich, ist, du musst eine sinnvolle Domain- und Website-Struktur herleiten können, gerade bei komplexeren Umgebungen. Gerade auch bei internationalen Websites. Wo kommen Bloginhalte hin, wo platzierst du ein Forum, wo platzierst du deine Video-Sektion? Wo packst du alles hin, dass sich alles möglichst, bestmöglich ergänzt?

Numero 6: Du solltest alle Google Verticals kennen. Das sind vor allem Google News und natürlich Google Maps oder respektive die lokale Suche. Google News muss ich zugeben, haben wir nicht zu viele Kunden, die das nutzen, Google Local auch nicht so viel, aber trotzdem, gerade Google My Business musst du halt können. Eine Google News Sitemap solltest du kennen, du solltest die Aufnahmekriterien kennen überhaupt für Google News. Wie funktioniert das Ding, selbst wenn du es nicht machst, so Party-Wissen kann man sich relativ schnell drauf schaffen.

Thema Nummer 7: Kenntnis aller Mobil-Themen und das schließt auch AMP ein als Technologie, die von Google favorisiert und gepusht wird. Kann man andere Meinung zu haben, aber zumindest sollte man es kennen. Auch PWA, also Progressive Web Apps, wird ein größeres Thema werden. Das heißt, auch da sollte man sich mit auskennen. Ich habe das mal zu den Mobil-Themen dazu gepackt

Numero 8: Themenrecherche und Content-Erstellung. Na, das sind erstmal, also überhaupt Themenrecherche, also Keyword-Datenbanken, Themen wie Search Intent. Welchen Umfang von Inhalten brauche ich? Wie gehe ich überhaupt mit internen Konkurrenzsituationen um? Also ich habe zwei Inhalte zum gleichen Thema, wie gehe ich damit um? Sollte natürlich nicht passieren. Also alles solche Sachen, sprich, wenn dir jemand sagt, hallo, ich brauche 100 Themen für meinen Blog, musst du die Schublade aufreißen können und sagen, jo, hier ist die Liste, schreib los.

Numero 9 ist jetzt ein bisschen schwammig, aber ich habe es mal umtitelt mit Maßnahmen und deren Relevanz bewerten. Auf Basis ganz bestimmter Ziele natürlich immer. Also viele Kunden oder ich würde mal behaupten alle haben irgendwie ein begrenztes Budget. Und immer ist die Frage, wo stecke ich das jetzt rein? Und da kannst du dich natürlich damit aufhalten, dass du sagst, ich möchte jetzt gerne 100.000 Meta-Descriptions per Hand neu schreiben und wirst am Ende feststellen, das hat dir eigentlich so 0 gebracht oder 0,5, hättest du das Geld doch woanders reingesteckt. Also das musst du natürlich irgendwie draufhaben, ich weiß, das ist immer Milchmädchenrechnung und so weiter und so fort, weil du eben Sachen antizipierst, aber vieles kannst du eben auch aus der Vergangenheit herausholen, kannst eben sagen, hier, du hast doch schon 100 Blogbeiträge gehabt, die haben doch super funktioniert, bringen dir so und so viele Kunden rein, warum machst du nicht noch mal 100 davon anstatt jetzt irgendwie diese andere Maßnahme zu machen, die viel mehr Zeit kostet, aber dir viel weniger bringt? Also bewerten ist wichtig.

Punkt 10 geht in eine ähnliche Richtung. Ich habe es mal genannt, Fehler von Websites analysieren und daraus einen Gesamtplan entwickeln. Das geht in eine ähnliche Richtung wie der Punkt 9 davor. Da zählt auch noch so dieses ganze Thema Projektmanagement mit rein. Es hilft dir jetzt nichts, wenn du einen Plan machen kannst, wo 100 verschiedene Fehler drinstehen, sondern dir muss natürlich auch klar sein, dass sowas irgendwie wieder umgesetzt werden muss in einem Unternehmen. Und auch da finde ich, gibt’s ein paar Möglichkeiten, wie man das Ganze gut und wie man das Ganze schlecht machen kann. Zum Beispiel, wenn so ein Dokument eine Executive Summary am Anfang hat, wenn die 3 wichtigsten Maßnahmen nochmal hervorgehoben sind, dass der Kunde einfach weiß, ah ja, das muss ich jetzt machen.

Thema Nummer 11, was man draufhaben sollte. Finde ich auch, ich habe das mit Schulungen überschrieben, weil die Anfrage kriegen wir eigentlich relativ oft, da sitzen so ein paar Redakteure rum, bringen Sie denen das doch mal bei mit diesem Seitentitel und Meta Description und Themenrecherche und so WDF-IDF. Das muss man nicht immer zwangsweise selber draufhaben, aber zumindest sollte man erkennen, dass es diesen Bedarf gibt, ihn dann natürlich auch decken, weil schlussendlich finde ich nach wie vor, SEO ist halt nichts, was irgendwie so einer macht oder vielleicht zwei, dann hier gibt’s den Inhouse und dann gibt’s den Agentur-SEO und die kaspern den ganzen Quatsch schon zwischen sich aus. Sehe ich nicht so, sondern wirklich, wenn du es schaffst, das ganze Unternehmen zum Thema SEO hinzubringen, dann hast du eigentlich glaube ich fast alles richtiggemacht.

Thema Nummer 12: Habe ich nochmal, das fand ich von der Abgrenzung her schwer, das Thema Implementierungen begleiten. Also eben auch da zu antizipieren, wir haben es relativ oft, dass man die Vorgaben macht, die dann relativ rigoros komplett missachtet werden. Also auch sowas zu antizipieren, das ist für mich ein Teil vom Projektmanagement, dass man versteht auch, was muss der andere wissen, um das Ganze umzusetzen. Wir haben das relativ oft in der Praxis, dass man irgendwas rüberschickt und der andere sagt, ja, ihr wolltet das und das haben, wir haben das jetzt nicht gemacht, weil wir glauben, dass es so besser ist. Das hat zwei Komponenten. Das hat einmal die Komponente, erstmal zu klären, wer hier eigentlich das Sagen hat und das klingt jetzt irgendwie ziemlich hart, aber das muss man eben einmal klarmachen, das ist eine Vorgabe von uns, vom SEO und das möchte ich jetzt auch nicht, dass das anders gemacht wird, oder wenn, dann nur nach Rücksprache. Und das andere ist eben, dem Gegenüber zu erklären, wofür er das Ganze eigentlich machen soll, weil dann wird es ihm viel leichter fallen irgendwie auch die Relevanz dessen zu verstehen.

Thema Nummer 13: Wir verlassen ein bisschen den Bereich des SEOs. Das Thema Social Media mitbedenken. Ich finde, gerade so beim Thema Content-Erstellung, dass man auch überlegt, was sind Inhalte, die sich gut teilen lassen oder auch so überhaupt Open Graph Tags, Twitter Cards und solche Sachen in die Seiten einzubauen, finde ich, kann ein relevanter Baustein sein. Hat jetzt für SEO keine direkten Implikationen, aber ich finde, dass es da eine klare Schnittstelle gibt und dass es in meinen Augen töricht wäre, das jetzt nicht mit zu bedenken.

Thema 14, was man draufhaben sollte, ist natürlich auch Thema, externe Verlinkungen aufbauen und überwachen. Das kann sowas sein wie, dass man alte schlechte Links, die es da noch gibt, disavowt, dass man Broken Links checkt und per 301 auf die möglichst passende Seite umleitet und, und, und. Das ist eigentlich ein relativ kurzer Punkt für ein relativ komplexes Thema. Gleichwohl haargenau, das muss da drunter zu verstehen sein, also externe Links aufbauen, dass du Link-Datenbanken verstehst, dass du Outreach Tools draufhast, dass du überhaupt verstehst, welche Inhalte werden denn gerne verlinkt und welche Links muss ich jetzt eigentlich oder welche Inhalte muss ich aufbauen, um dann später auch Links zu bekommen.

Und Thema Nummer 15: Das habe ich mal mit Reporting überschrieben. Klar kannst du sagen, na, ich habe mit dem und dem drüber gesprochen. Manchmal will die Chefetage natürlich auch was sehen und das auch vollkommen zu recht und das ist auch absolut sinnvoll deswegen sich zu überlegen, was sind KPIs, was sind aussagekräftige Zahlen? An allem gibt’s eigentlich was rumzudoktern, am Ende zählt nur die Conversion und am Ende zählt eigentlich auch nur das, was ich in SEO reingesteckt habe, habe ich das irgendeiner Form wieder rausbekommen? Und das muss ich reporten können. Und natürlich eben auch finde ich immer, wenn jetzt neue Maßnahmen waren, angenommen ich habe jetzt 100 neue Blogbeiträge geschrieben, eben auch da reporten zu können, dass diese konkrete Maßnahme, in die konkretes Budget XYZ reingeflossen ist, dass das eben auch wirklich was gebracht hat.

So, das waren so 15 Punkte, von denen ich glaube, dass sie bei SEOs wirklich vorhanden sein sollten, dass sie in meiner Praxis wichtig sind. Wie gesagt man hätte die Liste jetzt noch ein bisschen fortführen können, aber ich hoffe, ich habe jetzt nichts allzu Schlimmes übersehen, ansonsten sagt es mir bitte. Wichtig finde ich natürlich auch ganz ehrlich dieses ganze Zwischenmenschliche. Auch das habe ich leider schon relativ oft gesehen und gemerkt, wir haben gerade wieder einen Fall, wo wir eine andere Agentur abgelöst haben bei einem Kunden, wir haben auch die oder einen Teil der Dokumente gesehen, die da vorher erstellt wurden, und jetzt im Gespräch mit dem Kunden kam heraus, also die Dokumente waren prima, da stand eigentlich alles drin, der Kunde hat es einfach nur nicht verstanden. Und das finde ich, ist nach wie vor ein häufiges Problem, was du halt hast, wenn du jetzt nicht mit den Hardcore SEO-Kunden zusammenarbeitest. Es gibt natürlich diese Läden, wo du hingehst und alle wissen super Bescheid, was das alles ist und Canonical Tag und hier bauen wir alles direkt ein und Markup hier und Markup da, überhaupt keine Frage. Aber trotzdem, gerade wenn du mit kleinen und mittleren Kunden arbeitest, dann musst du natürlich auch erstmal in die Rolle des Übersetzers reinkommen und dem Gegenüber erstmal sagen, was ihm fehlt. Das ist eigentlich fast wie bei einem Arzt, wenn du da reingehst und er haut dir jetzt erstmal die lateinischen Wörter um die Ohren, sagst du, okay, ich könnte jetzt todkrank sein, ich hätte es jetzt gerade nicht verstanden. Man muss halt auch wirklich Übersetzer sein und man muss in der Lage sein eben zu sagen, das und das hast du und so und so könnte man das Ganze eben reparieren und mit dem und dem Aufwand. Und ja, das Ganze eben in die Sprache des Kunden übersetzen und auch vor allem seine Organisation zu verstehen, wer kann da was machen, was haben die in der Vergangenheit gemacht und vor allem auch niemand zu erfordern, weil auch das ist immer blöd, wenn du hinkommst und sagst, hier, ihr müsst in diesem Monat 1000 Beiträge schreiben, dann werden die ziemlich genau alles machen außer 1000 Beiträge zu schreiben. Also diese ganzen Soft Skills sind wahnsinnig wichtig, finde ich. Und solange wir, es gibt so ein paar SEOs, die ich in der Vergangenheit kennengelernt hatte, die auf diesen ganzen technischen Sachen unglaublich gut waren, aber die es halt einfach nicht übersetzen konnten. Und das ist halt wirklich wichtig, die Sprache des Kunden zu sprechen und zu verstehen, wie die ticken. Da gibt es gerade in der Psychologie natürlich spannende Modelle, ist das eher ein zahlenorientierter Mensch oder eben nicht und wie muss ich dem jetzt mit welchem Report vielleicht entgegentreten, damit er eben genau das macht. Nicht, was ich möchte, sondern was wirklich objektiv gesehen für ihn in Bezug auf SEO auch das Beste ist. So, puh! Waren das lange und viele Worte, ich hoffe, ihr konntet was damit anfangen und ich hoffe, ich habe euch ein bisschen weitergebracht. Wenn ihr dazu Kommentare habt, wie gesagt, freue mich immer drüber. Meldet euch, diskutiert mit mir. Wir werden uns hoffentlich auf der einen oder anderen Veranstaltung in diesem Jahr sehen, zum Beispiel auf der SEO Campixx, zum Beispiel auf der SMX oder auch in meinen diversen Seminaren oder Bootcamps. Guckt einfach mal bei omcampus.de rein, wenn ihr mal noch ein bisschen Wissensvorsprung braucht in diesem Jahr, kommt vorbei. Oder vieles machen wir auch mittlerweile auch online, ihr müsst euer Büro gar nicht mehr verlassen und kriegt trotzdem die Dosis Markus Hövener, die ihr für den Tag braucht. So, also this is it! Danke für euer Zuhören. Ich wünsche euch eine verdammt gute Zeit und bis bald.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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