So war die Google Analytics Konferenz in Wien

15. April 2019 | Von in Google Analytics

Ein vollgepackter Tag in Wien mit Vorträgen auf Deutsch und Englisch. Es gab einen informativen Rundumblick über die Webanalyse, Test-Tools und Tag Management-Systeme. Hier sind die besten Erkenntnisse, die ich von dem Tag mitnehmen konnte.

Hackt es schon?

Bei Maik Bruns von Metrika auf jeden Fall. Denn er brachte den Zuhörern in einem energiegeladenen Vortrag zahlreiche Hacks für den Google Tag Manager (GTM) mit. Es waren Tipps für Einsteiger bis Profis dabei, sodass sich jeder wiederfinden konnte. Ich habe ihm gerne zugehört und konnte so einiges lernen.

Maik Bruns von Metrika gab reichlich GTM-Tipps

Beispielsweise befasste er sich mit dem Tracking der Scrolltiefe mit dem GTM. Ein Problem sei z. B., dass bei sehr langsam ladenden Seiten („Lazy Load“) eine 100 %-ige Scrolltiefe übermittelt wird, die aber keinen echten 100 % entsprechen. Hier empfiehlt Maik, neue Trigger zu setzen.

Bei Traffic-reichen Websites kann man mit Scrolltracking und damit übermittelten Ereignissen schnell an die Grenze der kostenfreien Google Analytics-Version gelangen. Um das zu vermeiden, zeigte Maik, wie man lediglich die größte Scrolltiefe einmalig an GA übergeben kann. Dazu muss man auf Eigenschaften des Browsers zurückgreifen („before unload“) sowie ein Beacon (HTML) nutzen.

Wen interessiert, welche Textinhalte sich die Seitenbesucher kopieren, kann auch den GTM nutzen. Hierzu verwendet Maik ein auf die Kopierfunktion reagierenden Trigger, der die Information in den Data Layer Push drückt. Aufpassen sollte man hier jedoch, dass keine persönlich identifizierbaren Inhalte (PII) an Google Analytics übermittelt werden.

Google Analytics ♥ Google Optimize: Theorie und ein Praxisbeispiel

Sophie Kubec vom Konferenzveranstalter e-dialog sowie Thomas Glössner von Alpinresorts gaben in Ihrem Vortrag Tipps von der Entwicklung eines Tests bis hin zur Auswertung. In einem Praxistest zeigten sie eindrucksvoll, wie falsch man mit seiner eigenen Meinung liegen kann.

Die Conversion Optimierung-Verantwortliche von e-dialog Sophie Kubec gab zunächst einen Überblick über gängige Probleme. Beispielsweise gebe es sehr häufig Silodenken der einzelnen Abteilungen innerhalb eines Unternehmens, welche Maßnahme oder welche Veränderung auf der Website am besten performen wird.

Sophies idealtypischer Testablauf sieht wie folgt aus:

  1. Probleme identifizieren
  2. Testideen generieren
  3. Testideen priorisieren
  4. Tests durchführen
  5. Tests interpretieren

Thomas regte an, im eigenen Unternehmen eine Test-Kultur zu etablieren. Bei Alpinresorts musste er sich anschließend aktiv dafür einsetzen, genügend Zeit für die Testversionen zu haben. Oft habe sich erst nach einigen Wochen ein klares Ergebnis herausgestellt. Vorab sollte man die erforderlichen Testgrößen kennen, um signifikante Ergebnisse zu erhalten.

Sophie Kubec von e-dialog gab eine Einführung in Google Optimize

In einem Live-Experiment mit drei Freiwilligen aus dem Publikum (inklusive mir) zeigte uns Sophie drei Website-Tests mit jeweils zwei bis drei Versionen. Wir sollten dabei schätzen, welche Version besser performte und anschließend um wie viel Prozent. Ich lag bei allen drei Websites daneben und mir wurde damit noch einmal deutlich gezeigt, dass Erfahrung und die eigene Meinung eben doch keinen verlässlichen Test ersetzen können.

Einsatz einer Customer Data Platform

Michaela Linhart von e-dialog und Timo von Focht gaben in ihren Vorträgen Tipps zu einer Customer Data Platform (CDP). Bei von Focht hatte der Vortrag einen sehr werblichen Charakter, weswegen ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen werde. Das einzig Nützliche, was ich mitnehmen konnte, war die Übersicht von CDP, DMP, CRM und DWH.

Timo von Focht zeigte eine Übersicht der verschiedenen Systeme

Michaela erklärte noch einmal die Grundlagen von CDPs und die Einsatzmöglichkeiten innerhalb eines Unternehmens. Ich hätte es besser gefunden, wenn ihr Vortrag an erster Stelle gewesen wäre. So wäre es vom Überblick hin zu einem speziellen Anbieter gekommen.

Ich denke, dass CDPs in Zukunft auch für mittelständische Unternehmen eine zunehmend wichtige Rolle spielen werden. Denn es werden zwar an verschiedenen Stellen Daten gesammelt und genutzt, eine vereinheitlichte Nutzung, die dann auch noch datenschutzkonform ist, gibt es jedoch bisher selten.

Michaela Linhart von e-dialog gab eine übersichtliche Einführung in CDPs

Besonders interessant war der Einsatz von Google Analytics als CDP. Hierzu ist auch einiger Abstimmungsaufwand zwischen den Tools nötig, scheint für Michaela aber eine vergleichsweise günstige Lösung zu sein. Sie zeigte aber auch noch weitere Lösungen mit ergänzenden Tools, denen ein allumfassenden 360 °-Ansatz zu Grunde liegt (siehe Bild).

Einen kleinen, aber feinen CPD-Spickzettel gab uns Michaela Linhart ebenfalls mit.

Rundherum

Ich hatte einen wunderschönen Tag bei der Google Analytics Konferenz in Wien. Besonders wertvoll finde ich auch immer den praxisnahen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Branche. Da macht das Lernen noch viel mehr Spaß. Großartiges Essen und eine super Organisation gab es ebenfalls. Ich freue mich schon auf das nächste Event mit e-dialog! Zum Beispiel im Juni in Köln?!

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Helen Ramm

Helen Ramm war Teamleiterin des SEA-Teams in der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Ihr Steckenpferd war außerdem die Datenanalyse mit Google Analytics.

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