Studie: 16 % sperren JavaScript oder CSS für Suchmaschinen

28. Oktober 2014 | Von in SEO

In Anlehnung an meinen gestrigen Blogpost (“Du sollst nicht JS und CSS sperren! – Google ändert technische Richtlinien für Webmaster“) haben wir uns kurzfristig einige Hundert Websites angesehen, um zu überprüfen, inwieweit sie bei Google auf Basis der neuen Richtlinien “unter Beobachtung” wären. Das Ergebnis ist überraschend … unter anderem finden sich viele renommierte Websites unter den “Sperrern” …

Wir haben unseren Test mit 625 zufällig ausgewählten Domains gestartet, darunter viele große Websites und Online-Shops. Diese konnten wir erfolgreich crawlen und untersuchen, ob JavaScript-oder CSS-Dateien für Suchmaschinen gesperrt werden.

Das Ergebnis zeigt, dass bei ca. 10 % der geprüften Websites – darunter auch große und bekannte Websites wie www.adac.de, www.sportscheck.com, www.canon.de oder www.ernstings-family.de – sowohl CSS als auch JavaScript vollständig geblockt werden. Bei immerhin 16 % der Websites haben wir festgestellt, dass die Daten teilweise per robots.txt gesperrt werden. Dies kann sich – laut der Ankündigung von Pierre Far bei Google+ gestern – damit zukünftig negativ auf das Ranking der Seiten auswirken.

Die Ergebnisse unseres Tests in Zahlen:

Anzahl überprüfte Domains: 625

Mindestens ein CSS-Element geblockt: 101 (~16 %)
Alle CSS-Elemente geblockt: 65 (~10 %)

Mindestens ein JavaScript-Element geblockt: 133 (~21 %)
Alle JavaScript-Elemente geblockt 68 (~ 11 %)

Bei dieser Studie wurde nicht näher betrachtet, welchen genauen Zweck die CSS-Daten und JavaScripts haben und es wurden auch keine Daten untersucht, die auf externen (Sub-) Domains abgelegt sind.

Sicherlich ist es in Maßen sinnvoll, bestimmte Elemente vom Crawling auszuschließen. Wenn aber für die Darstellung der Website wichtige Elemente vom Crawling durch Suchmaschinen ausgeschlossen werden, könnte das – zumindest beim Branchenprimus Google – künftig von Nachteil sein.

Ob “künftig” dabei “morgen” bedeutet, darf angezweifelt werden. Wie ich gestern schon schrieb, gehe ich nicht davon aus, dass es kurzfristig zu Rankingabfällen kommen wird, weil oben genannte Daten aktuell gesperrt sind. Dennoch sollten Website-Betreiber ihre Internetpräsenz diesbezüglich auf Dauer noch einmal genauer unter die Lupe nehmen – und ggf. die Sperrung lockern oder gar die Aufhebung der Sperren in Betracht ziehen.

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Maik Bruns

Maik Bruns war bis 2017 Berater für SEO und Webanalyse in der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als Online-Marketing-Enthusiast schrieb er zu diesen Themen im Bloofusion-Blog (damals: Die Internetkapitäne), im SEO-, SEA- und E-Commerce-Magazin suchradar und natürlich bei Twitter und Google+.

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