“Top Search Queries” bei den Google Webmaster Tools: Was kann ich daraus lernen?

19. Februar 2010 | Von in SEO

Manchmal fragen Kunden aber auch Sachen. Dei “Top Search Queries” bei den Google Webmaster Tools habe ich mir nie so richtig angeschaut – bis eben ein Kunde danach fragte, was eigentlich aus den Daten konkret folgt.

Also, worum geht’s erstmal? Die “Top Search Queries” zeigen mir zwei Blöcke mit Informationen (hier fürs suchradar):

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Ich sehe also, wie oft meine Website für bestimmte Suchbegriffe angezeigt wurde und wie oft sie geklickt wurde.

<Impressions: 35% für “amtsgericht berlin”> bedeutet also:
Wenn man sich insgesamt anschaut, für welche Suchanfragen die eigene Website in den Suchergebnissen angezeigt wurde, dann war das in 35% der Fälle die Suchanfrage “amtsgericht berlin”, für die suchradar.de auf der 16. Position zu finden ist.

<Clickthrough: 58% für “suchradar”> bedeutet also:
Wenn man sich anschaut, für welche Suchanfragen die eigene Website wirklich angeklickt wurde, war das in 58% der Fälle die Suchanfrage “suchradar”, für die suchradar.de auf der 1. Position zu finden ist.

Stimmen die Daten?

Die Daten für Impressions kann ich natürlich nicht überprüfen, aber die für Clickthroughs schon. Also: Im Analytics-Tools nachgeschaut und überprüft, ob das auch die Suchanfragen waren, die für Besucher auf der Website gesorgt haben. Es gibt da ein paar kleine Abweichungen, aber im großen und ganzen stimmen die Daten.

Laut Analytics-Daten ist “google maps optimierung” für suchradar. de auf Platz sieben der meistgesuchten Begriffe, bei den Webmaster Tools erscheint es erst auf Platz 24. Aber wie gesagt: Prinzipiell stimmt das alles so ungefähr (Pi mal Daumen).

Schlussfolgerungen

Was folgt jetzt aber aus den Daten – vor allem: Was kann ich daraus ableiten, dass die Ranglisten von Impressions und Clickthroughs so unterschiedlich sind? Ich finde es sehr schwer, hier allgemein gültige Handlungsanweisungen abzuleiten.

Es wird immer Suchbegriffe geben, für die man Impressions erreicht, aber keine Clicks, weil a) die Position sehr schlecht ist oder b) weil man dafür eben keine relevanten Inhalte hat. Beispiel: “amtsgericht berlin”. Würde ich wirklich auf dieses Listing klicken, wenn ich nach dem Amtsgericht in Berlin suche?

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Von diesen Fällen gibt es in der Spalte Impressions leider einige, z.B. “omneda” (peinlicher Vertipper) oder auch “devk versicherung”.

Es gibt auch Keywords, die in der Clickthrough-Spalte weit oben stehen, aber in der Impressions-Spalte nicht. Beispiel: “suchradar” (Clickthroughs #1, Impressions #4). Daraus folgert aber leider nichts, weil es eben so sein kann, dass andere Suchbegriffe wie “amtsgericht berlin” die Statistik stören.

Insgesamt kann man sich die Zahlen aber schon unter folgenden Aspekten anschauen:

  1. Gibt es Suchbegriffe mit einem hohen Impression-Ranking, aber einem niedrigen Clickthrough-Ranking? Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass das Listing für diesen Suchbegriff für Suchende nicht attraktiv ist.
  2. Man kann sich natürlich auch Schwellen-Keywords zusammensuchen, also Suchbegriffe aus der Impressions- oder Clickthrough-Spalte mit einer Position > 10. Vielleicht findet man so Suchbegriffe, für die man mit On- oder Off-Page-Maßnahmen deutlich bessere Rankings erzielen kann. Da habe ich bei einigen Websites direkt Potenziale gefunden, z.B. weil der Suchbegriff im Seitentitel gedreht vorkam.
  3. Spannend ist auch, dass man sich oberhalb der Tabelle noch anschauen kann, aus welchem Segment die Suchen angezeigt werden sollen: “Blogs Search”, “Directory”, “Groups”, “Images”, “Mobile Devices” und “Web Search”. Erscheint meine Website überhaupt für mobile Suchanfragen? Was interessiert mobile Nutzer stärker als stationäre Nutzer? Google zeigt bei der Auswahl übrigens nur die Segmente an, für die auch jeweils Daten existieren. Wenn also eine Website nicht Google Directory drin ist, gibt es diesen Punkt auch gar nicht erst in der Auswahl.

Also: Wieder jede Menge manuelle Arbeit, um manchmal ein paar Potenziale zu finden.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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