Twittern ist schlecht für SEO

30. Mai 2009 | Von in SEO

Ich warte auf meinen Flug nach Seattle (-> SMX Advanced) und habe noch ein wenig Zeit, um etwas zu schreiben, was mir schon seit Tagen auf dem Herzen liegen.

Twitter – dieser SMS-artige Dienst, dem bisweilen allheilende Wirkung nachgesprochen wird – ist prinzipiell echt gut. Ich bin zwar kein aktiver Teilnehmer, aber ich “followe” sehr vielen aus dem SEO-/SEM-Bereich. Es gibt da zwar auch viel Rauschen, Selbstdarstellung und Sonstiges (X geht gerade zum Zahnarzt, Y ist den Halbmarathon in 1:59h gelaufen, Z geht jetzt zum Pferderennen). Es gibt aber auch viele interessante Beiträge.

Ich nehme Twitter derzeit z.T. als eine Art “Stumble upon” wahr: Ein Link auf eine interessante Studie hier, da eine spannende Pressemitteilung, ein neuer Blog-Post, ein White Paper, ein Artikel. Schnell draufgeklickt, angeschaut und irgendwas mit gemacht. Für diesen Zweck scheint mir Twitter auch super geeignet.

Eine Sache fällt durch Twitter aber meiner Meinung nach: Für einige dieser Beiträge hätte man früher einen Blog-Beitrag geschrieben. Und da schließt sich der Kreis, warum ich glaube, dass Twitter schlecht für SEO ist. Früher hätte es eben einen Blog-Beitrag für etwas interessantes gegeben – und damit eben auch einen Link. Mit Twitter fällt der Link erstmal weg. Und Links sind wichtig für SEO.

Jetzt könnte man argumentieren, dass die vielen Follower das alles lesen und ihrerseits daraus einen Blog-Beitrag machen. In den Fällen, die ich online beobachtet habe, war das aber (zumindest gefühlt) nicht der Fall. Stattdessen “re-tweetet” man den Beitrag einfach.

Wie gesagt: Das ist nur meine Meinung und basiert auf keinen konkreten Studien oder ausführlichen Analysen. Vielleicht hat jemand hier eine andere Meinung oder auch konkrete Beispiel für oder gegen meine These. Freue mich auf den Dialog…

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

13 Kommentare zu “Twittern ist schlecht für SEO”

  1. Sasa

    Ich stimme 100% zu. Da sind wir auch in guter Gesellschaft:

    * How Much of YOUR PageRank Are You Wasting on Twitter?
    * How Twitter Can be Corrosive to Online Marketing
    * Links & Relationships vs the ‘Social’ Media Monster

    Ich mache auch erst seit ein paar Tagen mit. Als Networking Tool ist Twitter wirklich interessant. Beim nächsten Event kannste die entsprechende Person dann befragen, wie es beim Zahnarzt war. Das bricht natürlich direkt das Eis, was prima ist.

    Aber für den Linkaufbau ist es reines Gift. Beim letzen Whiteboard Friday – Path to Conversion sagte Rand ganz am Schluß, wie interessant er die Tatsache findet, dass man heute statt 50 Links auf einen Blogpost nur noch 2 bekommt und dafür 500 Follower hat, die alles retweeten.

    Interessant an dieser Tatsache wird sein, was Google damit macht. Denn wenn über 90% der guten Links wegfallen, dann gehen ja auch gleichzeitig wichtige Qualitätssignale verloren. Es ist also nicht nur schlecht für die Suchmaschinenoptimierung, sondern auch schlecht für die Suchmaschinen. Falls sie dann dann doch dazu übergehen Twitter in die Bewertung mit aufzunehmen, ja dann ist es doch wiederum gut 🙂

    Ich konnte übrigens keinen Markus Hövener bei Twitter finden. Viel Spaß bei der SMX Advanced!

    Viele Grüße
    Sasa

  2. swapy

    Ich finde, dass Twitter viel Müll enthält. Ob es für SEO schlecht ist oder gut kann derzeit nur schlecht einschätzen. Bleibt abzuwarten wie die Suchmschinen Twitter bewerten werden

  3. Paul

    Komisch, irgend wie fühle ich mich ein wenig mit angesprochen. Genau das was im Artikel schön beschrieben wird, erging mir, als ich mit Twitter angefangen habe^^.

  4. ShopTrainer

    Sehr spannender Artikel – vielen Dank dafür. Unsere Philosophie ist eine Andere. Wir schreiben oft neue Artikel für den Blog und tweeten den Link gleich danach. Das wird gut angenommen und Seo freut sich auch :-). Oft ergeben sich daraus auch interessante Synergieeffekte. Andersherum, erst twittern und dann in Ruhe den Blog schreiben, lassen wir lieber sein.

  5. ChiliConCharme

    Dass Twitter für SEO nichts ist, ist eigentlich nichts Neues. Ich bin erst seit einem knappen Monat dabei und habe einen recht positiven Eindruck bisher. Meiner Meinung nach gibt es viele Beträge, so sich ein kompletter Blogeintrag auch gar nicht lohnt – beachtet man doch auch die Zeit, die man in so einen Beitrag stecken sollte. Wo ich Recht geben muss ist, dass es ein erhebliches Grundrauschen gibt von Beiträgen, die wirklich niemanden interessieren. Hier bietet sich aber die Möglichkeit des Filters über die Suche an, die bekanntlich auch als RSS abonniert werden kann.

    Persönlich erachte ich Twitter auch als eine nette Art mit Leuten ins Gespräch zu kommen, gerade weil sie ein paar persönliche Dinge schreiben. Warum immer nur den Infos hinterher hechten, das „Menscheln“ finde ich auch wichtig.

  6. Tobias

    Ich stimme Dir zu, dass ein Blogbeitrag sicherlich mehr Erfolg hinsichtlich SEO hat als ein Twitterbeitrag der mehrmals re-tweetet wird. Twitter als zusätzlichen Kanal zu nutzen um im Netz “mitzulauschen” und seine eigenen Posts zu “promoten” ist sicherlich kein Fehler. Und wie @ChiliConCharme ist auch mir das “Menscheln” wichtig.

    Fazit: Deinen Beitrag finde ich etwas zu twitterverneinend – die positiven Nebeneffekte hast Du leider gar nicht erwähnt.

  7. Markus

    Ja, sorry, aber mit Headlines dieser Art bekommt man einfach mehr Traffic 🙂

    Nein, ich finde Twitter als Kommunikationstool ja auch ganz witzig. Und streng genommen stimmt die Headline ja nicht: Wer twittert, bekommt immerhin einen schönen Dofollow-Link von twittercounter.com.

  8. Ulrich

    Guter Beitrag, dessen Inhalt ich nachvollziehen kann. In der Tat sammelt sich vieles an Ideen und Verweisen mittlerweile in Twitter – das ist allerdings auch Google nicht verborgen geblieben. Auch wenn die Suchmaschinen dieses wertvolle Wissen um Zusammenhänge und Empfehlungen heute wohl noch nicht in ihre Suchergebnisse einbeziehen, könnte dies irgendwann der Fall sein. Insofern ist eine bewusste zweigleisige Strategie vielleicht der beste Weg…

  9. Roman

    Dazu passt auch, dass die durchschnittliche Lebensdauer eines Tweets nur fünf Minuten beträgt: http://tr.im/owgA

  10. SEOux Indianer

    Da gab’s nen Beitrag der “Twitter is cannibalizing our backlinks” oder so geheißen hat. Wer seine News nur twittert ist selber Schuld. Andererseits hat man allerdings momentan diesem Hype zu folgen, wenn man seine Bekanntheit aufrecht erhalten möchte. Nur noch bloggen tut’s nicht und inzwischen kommen sogar die Hälfte meiner Visits über Twitter und Twitter Applikationen auf mein Blog. Fachleute vermuten, Twitter klappt irgendwann zusammen. Davon abgesehen steigen Tweets in Google Rankings auf. Was sagt Ihr DAZU? 😉

  11. Markus

    Ich kann mir gut vorstellen, dass Google einen Tweet als ein Signal nimmt – vor allem, wenn QDF (Query Deserves Freshness) greift.

    Muss auch sagen, dass ich’s auch gerne mag, wenn jemand seine Blog-Posts noch mit einem Tweet garniert. Aber irgendwie ist das doch nicht der Sinn von Twitter, oder? Eine Art Push-RSS für meinen Blog?

  12. Paul

    Ich merke es an einigen Blogs von Freunden, dass diese jetzt nur noch twittern und den Blog verwahrlosen lassen. Zudem ist wirklich viel Mist auf Twitter zu lesen und großartig reflektierende Beiträge gibts ja wegen der Länge nicht. SEO könnte das tatsächlich schaden, wenn immer weniger gebloggt und immer mehr getwittert wird. Bei Google glaube ich nicht, dass die damit ein allzugroßes Problem haben. Zumindest keins, was sie nicht lösen können.

  13. Markus

    Guter Tipp… habe seit Tagen nichts im Blog geschrieben (aber dafür auch nix getwittert)

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