Und Google straft weiter ab: Drei Schlussfolgerungen aus dem Fall Overstock.com

24. Februar 2011 | Von in SEO

Vor einigen Tagen gab es ja schon eine öffentlichkeitswirksame Aktion von Google gegen Link-Manipulationen (“Massenhafte Paid Links by J.C. Penney: Warum man keine Links kaufen sollte“). Nun hat es Overstock.com getroffen.

Interessant an diesem Fall ist einiges:

1.) Diesmal hat Google nicht durch einen Zeitungsartikel davon erfahren, sondern durch die Meldung eines Konkurrenten (siehe Artikel aus dem Wall Street Journal):

The change followed a complaint by a competitor last week to Google about Overstock’s actions.

Man könnte hier einen Trend vorhersagen – nämlich, dass Unternehmen Google gerne die Recherchearbeit abnehmen, wenn sie merken, dass ihre Recherchen auch zu den entsprechenden Resultaten führen (also, dass Konkurrenten dann aus den Suchergebnissen entfernt werden). Diese Gewissheit gab es bislang nur bedingt.

2.) Es ging hier nicht wie bei J.C. Penney um gekaufte Links, sondern um Links, die im Rahmen einer Aktion gesetzt wurden. Von derartigen Aktionen gibt es ja immer noch sehr viele, z. B. Gewinnspiele, an denen man teilnimmt, wenn man im Blog etwas drüber schreibt und dann natürlich auf die Website verlinkt.

Auch wenn es bei solchen Aktionen nicht um gekaufte Links geht, muss klar sein, das auch derartige Maßnahmen nicht willkommen sind.

3.) Es wird immer noch jede Menge Stuss erzählt – siehe nochmal der Artikel aus dem Wall Street Journal:

“There is big money in .edu links because they are ‘trusted sites’ in Google’s eyes,” said David Harry, president of Reliable SEO, a SEO specialist based in Canada.

Warum hält sich der Mythos der EDU-Links so verdammt gut? Sicherlich: Ein EDU-Link schadet nicht, aber an eine über andere Links herausgehende Strahlkraft glaube ich nicht. Dafür sind die EDU-Sites auch schon viel zu stark mit irrelevanten Inhalten durchsetzt.

Mein Fazit

Im DIYSEO-Blog steht etwas, was das ganze gut zusammenfasst und meiner Meinung nach vollkommen richtig ist:

Be careful which tactics you implement and whose advice you listen to: your business is valuable, and you don’t want to jeopardize such a potentially valuable traffic stream.

In diesem Sinne…

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

6 Kommentare zu “Und Google straft weiter ab: Drei Schlussfolgerungen aus dem Fall Overstock.com”

  1. Pascal

    Da unterscheidet sich halt der natürliche “Linkbait” von der kommerziell geplanten (und als solche auch erkennbare) Variante. Direkt nach Ankerlinks zu fragen ist halt schon echt dreist.

    Die entsprechende Stelle im Artikel ist:
    “In Overstock’s case, the retailer offered discounts of 10% on some merchandise to students and faculty. In exchange, it asked college and university websites to embed links for certain keywords like “bunk beds” or “gift baskets” to Overstock product pages.”

    Ich frage mich, wie die Entscheidung ausgefallen wäre, wenn die Sache “Berichtet über eurer favorisiertes Produkt in unserem Shop” gelautet hätte.

    Bzgl. Edu-Links liegt es ja meist nicht an der .edu TLD sondern zum Beispiel daran, dass die Domains meist auch gut (und vor allem trusted) verlinkt sind. In dem Paper, auf das man sich soweit ich weiß normalerweise beim Trustrank bezieht (ich hatte das mal unter http://www.myseosolution.de/seo-tutorial/offpage-optimierung/qualitative-faktoren/trustrank/ zusammegefasst), ist der Trust ein FQDN-weiter Faktor (zumindest in dem verwendeten Testset). Ob und inwieweit das tatsächlich von Google so verwendet wird, sei mal dahingestellt, aber es wäre zumindest ein weiteres Argument für die Stärke von .edu Backlinks.

  2. andreas

    hier zeigt die allmacht des suchgiganten leider seine häßliche fratze.

    einerseits machen sie den status einer webseite unter anderem von der anzahl eingehender links abhängig. andererseits möchten sie auch noch die regeln aufstellen, wie diese zustande kommen sollen!? empfinde ich als bedenklich!

    zum thema mythen: immer willkommen – lenken sie doch wunderbar von der wahrheit ab, zumindest verschleiern sie sie hin und wieder. und in der suchmaschinenoptimierung – in der es immer nur um annäherung gehen kann – ist eine verschleierte wahrheit (mythos) immernoch besser, als gar nicht wissen. der .edu-link-mythos – erinnert mich an die “keyword-metatag”-diskussion. hat man einen solchen link und die keywords ausgefüllt, wird man sicher nicht dafür bestraft!
    hat man beides nicht, wird man dafür auch nicht bestraft – doch man vergibt zwei möglichkeiten.

    😉

  3. Markus

    Hässliche Fratze – finde ich gar nicht. Die versuchen halt, ihre Spielregeln durchzusetzen.

    ABer ich stimme Dir zu: Natürlich versuchen Leute zu tricksen, wenn eine Website unbedingt Links braucht, es aber oftmals gar nicht genug Möglichkeiten gibt, auf normalen Wege verlinkt zu werden.

  4. andreas

    gegen spielregeln durchsetzen habe ich nix, richtig – wichtig – notwendig. mich stört allerdings, wenn während eines spiels die spielregeln verändert werden. erinnert mich an früheste kindheit auf’m bolzplatz, wo die großen immer bestimmten, was aus ist, was foulspiel etc. weshalb bestraft man eine webseite, wenn sie zur steigerung ihrer eingehenden links ein gewinnspiel einsetzt? gut gemacht – sollen sie ihre links dafür kassieren. aber sie können ja versuchen, dieses hase und igel spiel gewinnen zu wollen. es ist von vorn herein zum scheitern verurteilt! hinterher hecheln und “petzer” benötigen, kein schmachhafter cocktail.

    kurzer themenwechsel!
    erster eindruck der aktuellen suchradar 28 – aus sicht eines “lokale suche”-fans – GELUNGEN!!! bin noch lange nicht durch – doch eure arbeit hat sich gelohnt! statistik der durchschnittlichen bewertungen = top info tipp = danke für die arbeit. rechtliche aspekte = wichtiger aspekt! DANKE! rest-feedback folgt!
    😉

  5. Thomas

    @Andreas: Der Vergleich hinkt sowieso ein wenig. Google ist kein “Mitspieler”, der sich durch Regeländerungen selbst einen Vorteil schaffen will. Die sind mehr oder weniger der Betreiber des Spielplatzes, der für Ordnung und Sicherheit sorgen muss.

    Aber ich will auch noch etwas zur eigentlichen Sache sagen – ich fasse es einmal so auf, dass dich die fehlende “Planungssicherheit” stört. Ich sehe an diesem Fall jetzt keine neuen Regeln. Was im Blogpost hier nicht herauskommt: Laut dem verlinkten Artikel von DIYSEO wurden Preisermäßigungen versprochen, wenn Studenten auf den Universitätsseiten die gewünschten Links setzen. Für mich ist das auch ein gekaufter Link, da kann ich mich der Einstufung von Markus nicht wirklich anschließen.

    Neu sind daran nicht die Regeln, sondern nur dass Google jetzt öffentlichkeitswirksam dagegen vorgeht. Und ich glaube sogar, dass noch andere Linkbait-Formen fallen werden. Google predigt schon seit Jahren, dass Links eine Empfehlung darstellen sollen und man sich die durch guten Content verdienen soll. Dass das natürlich sehr theoretische Empfehlungen sind, ist jedem Kenner der üblichen SEO-Methoden klar. Aber wenn man das streng auslegt, sollte man sich auch nicht wundern, wenn bald auch Gewinnspiele und vergleichbare Aktionen ins Visier geraten.

  6. Nicole T

    Und die Abstrafung geht weiter. Jetzt trifft es endlich die, die schon seit Jahren massenhaft Kohle damit verdienen, Links zu verkaufen. Ick freu mir!

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