Alles Richtung GA4? Fragen wir die Experten! [Search Camp 227]

10. Mai 2022 | Von in Google Analytics, Search Camp + Alles auf Start

In dieser Episode geht es um das Ende von Universal Analytics und den Fokus auf GA4. Was genau bedeutet der Wechsel für Unternehmen? Wie groß ist der Aufwand für die Umstellung? Da sprechen wir drüber – mit den beiden Analytics-Profis Stefanie Entrup und Andreas Engelhardt.

 

Keine Ausgabe unserer Podcasts mehr verpassen?
Dann melde Dich jetzt mit Deiner E-Mail-Adresse für unseren wöchentlichen SEO-Alert-Newsletter an:

Mit der Registrierung erklären Sie Ihr Einverständnis zum Erhalt der Update mit Revue sowie zur Analyse der Öffnungs- und Klickraten. Zu Ihrer Sicherheit erhalten Sie vorab eine Mail einem Bestätigungs-Link (Double-Opt-In). Sie können sich jederzeit mit dem Abmeldelink in einer Mail vom Newsletter abmelden.

 

Die wichtigsten Podcast-Links:

 

Alles Richtung GA4? Fragen wir die Experten!

Markus Hövener: Moin und herzlich Willkommen zu Search Camp, dem Online Marketing Podcast mit wichtigen Insights rund um SEO, SEA und co. Mein Name ist Markus Hövener und jetzt geht’s auch direkt los. Viel Spaß. Ja, Moin, herzlich willkommen wieder bei Search Camp. Heute gar nicht so mit einem Search Thema, sondern mit einem Analytics Thema. Aber ja, natürlich aus gutem Grund. Es ist nämlich ein bisschen was passiert. Und auch aus gutem Grund bin ich deswegen nicht allein, weil da haben wir genug Spezialisten für. Ich habe einmal die Stefanie Entrup in der Leitung. Hallo Steffi.

Stefanie Entrup: Hi.

Markus Hövener: Und den Andreas Engelhard, für mich Andi.

Andreas Engelhardt: Hallihallo.

Markus Hövener: Ja. Beide aus unserem Webanalyse-Team und die da sicherlich deutlich mehr drüber wissen als ich. Ja, vielleicht können wir ja kurz mal machen, was bisher geschah. Ich glaube, wir alle kennen das aus bekannten Serien und hier muss man vielleicht auch einfach mal kurz zurück gucken. Also Mitte März diesen Jahres gab es in meinen Augen relativ unerwartet eine Ankündigung von Google, dass sie gesagt haben, das, was wir jetzt an Analyse-Tool nutzen, also Universal Analytics, das machen wir zu, zum 1. Juli 2023. Und tja, da wollen wir heute insgesamt drüber reden. Aber vor allem jetzt natürlich, jetzt haben wir Mitte Mai, also zwei Monate sind seit der Ankündigung vergangen. Vielleicht die Frage an euch beide: Wie haben unsere Kunden das Ganze aufgenommen oder überhaupt Unternehmen, mit denen ihr da draußen gesprochen habt?

Andreas Engelhardt: Ja, da war einiges los. Ging ja dann auch so Social Media mäßig relativ gut ab, so diese News. Für unsere Kunden, die haben wir natürlich erst mal informiert. Ja, kam natürlich immer die Frage, “Was sollen wir jetzt eigentlich tun?” Und war natürlich dann auch ein hohes Interesse tatsächlich da, diesen Switch dann relativ zeitnah zu machen. Und ja, auch die ein oder andere Neukundenanfrage hat uns erreicht. Also das scheint auf jeden Fall in der Onlinemarketingwelt da draußen auf ein großes Echo gestoßen zu sein.

Markus Hövener: Ja, und das ganze wäre ja eigentlich überhaupt kein Problem, weil man würde sagen, wir hatten vorher jetzt, sagen wir mal, Analytics 3. Jetzt haben wir Analytics 4. Also ein kleines Update installieren wir einfach und alles ist gut. Aber so ist es ja nicht. Also Frage: Was ist Google Analytics 4?

Stefanie Entrup: Ja, genau. Leider können wir hier nicht einfach nur auf Update klicken und alles ist wunderbar. Es sind tatsächlich eigenständige Tools, die auch ein unterschiedliches Tracking System zugrunde liegen haben, was dazu führt, dass wir auch unsere Daten nicht mitnehmen können aus GA3 oder aus Universal Analytics, sondern dass wir einfach mit GA4 komplett von vorne neu starten. Und ja, das führt halt eben dazu, dass – ja, dass es nicht einfach nur so ein Update im Sinne von, “Ja, ich nehme teil.” ist, sondern dass man es halt wirklich komplett neu aufsetzen muss, bei null anfängt. Und ja. Da entsprechend jetzt loslegen muss.

Andreas Engelhardt: Genau. So ein bisschen konnte man das vielleicht sogar erahnen, wenn man damals so zwischen den Zeilen gelesen hat. Google Analytics 4 ist ja so seit dem 14.10.2020 schon live und benutzbar und damals gab es eigentlich relativ schnell die Empfehlung – ich glaube eigentlich von Anfang an von Google – dass man eben eigentlich so ein Parallelsetup tatsächlich aufbauen soll. Was jetzt für alle uns doch dann irgendwie aber überraschend kam, war dann wirklich diese Nachricht, dass gesagt wurde, okay, es läuft halt tatsächlich dann irgendwann aus. Ich glaube, da hat jetzt eigentlich so direkt eigentlich keiner mit gerechnet, dass das so final und so schnell kommt, eigentlich.

Markus Hövener: Dann lass uns nochmal über – ich meine, es kommt ja offensichtlich eine neue Version, da würde man erst mal erwarten, neue Version, alles ist besser. Also was sind die Vorteile von Google Analytics 4?

Stefanie Entrup: Ja, was halt cool ist an Google Analytics 4 oder was halt eigentlich das große Versprechen ist, dass es einfach zeitgemäßer wird. Ich meine, jeder kennt das. Mal ist man über den PC unterwegs, mal über das Smartphone, mal über das Tablet. GA4 verspricht halt eigentlich eben geräteübergreifend und nutzerzentriert zu tracken. Also ein riesengroßer Vorteil einfach für das Zeitalter, in dem wir uns ja jetzt befinden. Und auch viele neue Machine Learning Gadgets, neue Kennzahlen, dass man Prognosen erstellen kann, Umsatzprognosen. Es soll einfach alles zukunftssicherer und zeitgemäßer sein. Aber die Frage ist halt, sind wir da schon in der Form, wie es jetzt aus der Betaversion rausgeschmissen wurde.

Andreas Engelhardt: So ein bisschen ist das Ganze auch – damals in der Beta quasi hatten sie dieses GA4 noch gar nicht GA4 genannt, sondern es hieß eigentlich immer die “App und Web Property”. Da kann man schon so ein bisschen erahnen, dass da eben so dieses Tracking unterschiedlicher Plattformen dann quasi vereint wird. Das könnte man da so schon aus dem Namen quasi herauslesen. Das soll eben auch so der große Vorteil sein. Ja. Ein weiterer Vorteil soll eigentlich noch perspektivisch sein, dass es dann eben auch tatsächlich komplett Cookieless läuft. Dieses Thema Cookies, ja, ist so ein aussterbendes Thema. Aktuell werden sie halt eben noch gesetzt, werden Sie auch tatsächlich von GA4 gesetzt. Aber perspektivisch verspricht Google eben an der Stelle, dass das auch eben komplett eine Cookieless Lösung sein wird und das ja auch einer der Vorteile dann eben von GA4 sein soll.

Markus Hövener: Weil wir jetzt über Vorteile gesprochen haben; manchmal gibt es auch Nachteile im Leben. Haben wir hier welche?

Stefanie Entrup: Ja, definitiv. Wir haben es ja schon mal angedeutet. Es kam recht überraschend aus der Beta raus. Und ja, es ist tatsächlich leider noch fehlerhaft manchmal. Es fehlen auch noch Funktionen. Manchmal – also es kommen immer wieder neue Features. Es ist jetzt noch nicht das fertige Tool, mit dem wir eigentlich neu starten möchten, sondern man muss da noch Kompromisse eingehen. Und der Knaller ist ja natürlich einfach, dass das GA3, wenn man so will, ja komplett abgestellt wird und dass wir auch irgendwann keine Möglichkeit mehr haben, auf unsere historischen Daten zuzugreifen. Das heißt da – ja, das hat, glaube ich, allen Onlinemarketern sehr die Laune verdorben, als das jetzt rauskam.

Andreas Engelhardt: Man merkt so ein bisschen natürlich die Entwicklung. Man kennt das vielleicht auch von anderen Google Tools, damals die Google Search Console, die dann auch released wurde, man da ja auch teilweise noch auf alte Berichte zugreifen konnte. So schlimm ist es jetzt bei GA4 nicht, dass man da irgendwie nochmal die Oberfläche wechselt, aber dennoch zeigen sich einfach hier und da noch so Schwachstellen in dem Tool, auch irgendwo in der Datenerfassung und es wird eine Menge gefixt. Erst kürzlich beispielsweise wurde dieses ganze Thema UTM Tracking gefixt, kann man sagen, und tatsächlich sogar auch noch erweitert. Also da gibt es dann auch noch zusätzliche Optionen, um eben dieses UTM-Tracking dann an der Stelle noch ein bisschen granularer zu gestalten. Aber auf jeden Fall sind da noch Dinge, sind da auch noch irgendwo Anforderungen, Wünsche, die die Onlinemarketer haben. Und da hoffen alle, dass Google dann an der Stelle dann auch nochmal nachzieht. Gerade so im Hinblick auf den 1. Juli dann, vielleicht sogar diesen Jahres, damit man dann Jahresvergleiche etc. dann auch möglichst sinnvoll anstreben kann.

Markus Hövener: Ja, das wäre überhaupt ein spannendes Thema, nämlich Verfügbarkeit von Daten. Manche haben in ihrem Account ja Historie hinreichend lange drin. Ist natürlich auch immer so ein von Datenschutz Thema, aber – ich glaube, ich kenne die Antwort, ich stelle sie trotzdem: Kann ich meine Daten migrieren von Universal Analytics in Google Analytics 4?

Stefanie Entrup: Leider nein. Also das ist halt einfach die Antwort. Nein.

Markus Hövener: Okay, es gäbe ja jetzt kein – ich meine, irgendjemand kommt ja immer auf irgendwie blöde Ideen und denkt sich, “Okay, ich überleg mir irgend so ein Konverter, der irgendwas umschreibt und vielleicht ein paar Annahmen tätigt, aber -” – geht einfach nicht. Punkt.

Stefanie Entrup: Ja, also Stand jetzt, wir hoffen natürlich alle, dass jemand Smartes vorbeikommt und da noch eine Lösung darbietet. Aber ja. Also zumindest aus dem normalen Universal Analytics Tool aktuell gibt es da keine, ich sage mal Export-Funktion, mit Ausnahme natürlich der normalen Berichte, die man sich immer exportieren kann. Aber mit denen hat man ja natürlich nicht die Möglichkeit, bestimmte Segmente zu bilden und Ähnliches. Und gerade, wenn wir von einer riesen Datenbasis wie fünf, zehn, wie viele Jahre auch immer wir da angehäuft haben sprechen, das alles manuell herunterzuladen ohne Sampling ist natürlich schwierig.

Andreas Engelhardt: Nichtsdestotrotz vielleicht ja, was wir auch so eigentlich so an Setups uns halt tagtäglich anschauen, sind halt eben gerade diese Setups, die schon seit Jahren laufen. Häufig natürlich auch mit einer etwas schlechteren Datenqualität einfach verbunden. Und bei manchen Kunden, muss ich ganz offen sagen, ist es vielleicht gar nicht so schlecht, mal von vorne anzufangen, das Thema Webanalyse vielleicht noch einmal durchzukonzeptionieren, zu sagen, “Mensch, mit den Daten, die wir bislang erhoben haben, können wir da eigentlich nicht so wirklich viel anfangen.” Und deswegen ist dieses Thema jetzt auch eigentlich eine Riesenchance aus unserer Sicht, da wirklich einfach mal das Tracking zu erneuern, sich da auf was Neues einzulassen, von der Datenqualität her vielleicht von Beginn an nicht die Fehler zu machen, die man vielleicht in der Vergangenheit gemacht hat und dann einfach von vorne anfangen, weil das muss man ohnehin und ist einfach eine gute Chance für einen Neustart.

Markus Hövener: Jetzt haben wir eben schon gelernt, die Daten kann ich nicht 1:1 übertragen, wahrscheinlich nicht mal 1:0,5, sondern die sind einfach weg. Kann ich denn mein Setup 1:1 übertragen? Also Stichwort wären so Daten, Ansichten, Filter. Kann ich das mit rüber retten?

Stefanie Entrup: Jein. Es gibt halt diesen Upgrade Assistenten, möchte ich ihn mal nennen, der ein paar Einstellungen mit rüber zieht. Wären aber eher so Kontoeinstellungen wie in welcher Branche und welcher Zeitzone etc. bin ich unterwegs. Es gibt tatsächlich viele Features aus GA3, die es in GA4 in der Form gar nicht mehr gibt. Sprich Datenansichten, denn die gibt es tatsächlich nicht mehr. Wir haben nur noch die Property und ja, Datenansichten sind dann tatsächlich nur noch in der Bezahlversion vorhanden. Und Filter gibt es tatsächlich Stand jetzt glaube ich auch nur zwei verschiedene, also diese sehr komplizierten Setups mit zahlreichen Datenansichten, unterschiedlichen Filtern wird es da Stand jetzt nicht mehr geben. Ist vielleicht auch hinsichtlich Fehlerquellen, was Andi gerade schon angesprochen hatte, gar nicht so, so schlimm. Wir haben ja trotzdem über neue Berichts-Tabs, die es dann gibt, die Möglichkeit, uns die Daten so zusammenzustellen, wie wir sie auch für die Analyse brauchen.

Markus Hövener: Jetzt hattest du gerade Bezahlversion gesagt. Was hat es damit auf sich und was kostet es? Weiß man das schon?

Stefanie Entrup: Also es gibt halt auch von Universal Analytics eine Bezahlversion, also Google Analytics 360. Kann man mal spaßeshalber reinschauen. Wenn man aber nicht, ich möchte fast sagen, im Jahr im sechsstelligen Bereich was ausgeben möchte, braucht man sich da auch nicht weiter mit zu befassen.

Markus Hövener: Okay, da kaufen andere Leute ein Eigenheim für und du holst dir das –

Stefanie Entrup: Ja.

Markus Hövener: Okay. Die Frage wäre natürlich auch noch der Code. Also irgendwie muss ja dieser Tracking Code in die Website rein. Was wäre da so der Best Practice, das zu machen? Also Tech Manager oder wie geht man vor?

Andreas Engelhardt: Genau. Also grundsätzlich müsste man es eben über das gTech quasi machen. Und unsere Empfehlung ist eigentlich tatsächlich natürlich, das Ganze über den Google Tech Manager zu realisieren. Der bringt einfach das Setup mit, um möglichst flexibel sein Tracking halt anzupassen, zu konfigurieren. Dort gibt es natürlich auch entsprechend vorgefertigte Tags. Da gibt es einmal das Konfiguration Tech. Da muss im Prinzip dann einfach nur eine ID reinkopiert werden, die dann eben aus dem Google Analytics kommt. In Google Analytics läuft das Ganze quasi so, dass es einen Datenstream gibt. Den konfiguriert man dann zum Beispiel für eine Webeinstellung. Und genau, alternativ wäre halt eben, dass man das halt für eine App, eine iOS App oder eben eine Android App konfiguriert. Und genau, über diese Mess-ID kann dann eben die Zuordnung erfolgen aus einem Google Tech Manager heraus. Muss man eigentlich nur noch einen Trigger setzen, dass die Konfiguration quasi auf allen Seiten erfolgt und somit eigentlich einem Page View, also einem Seitenaufruf dann entspricht, so dass dieses Event dann tatsächlich so das erste Event quasi ist, was dann Richtung Google Analytics 4 dann gespielt wird. Und genau, der Tech Manager hilft dann natürlich darüber hinaus, diese ganzen Events, die wir eben beispielsweise im Bereich eCommerce dann noch brauchen, auch entsprechend zu konfigurieren. Und ja, dass das Wählen beispielsweise der Trigger, die man dann eventuell schon für einen Universal Setup hat, kann man natürlich dann auch weitestgehend zumindest übernehmen. Ja, insofern ist dieser Tech Manager dann auch eine gute Unterstützung, wenn man eben den Switch machen will oder Parallel-Tracking machen will, eben aktuell von Universal auf G A4.

Markus Hövener: Jetzt ist es ja grundsätzlich so, wir als Agentur helfen Unternehmen dabei, all das zu machen. Schafft das auch der kleine Handwerker um die Ecke? Schafft das alles auch der Zahnarzt um die Ecke mit seiner Website?

Andreas Engelhardt: Ja, das ist natürlich immer eine extrem schwierige Frage, wie versiert er da eigentlich ist. Ich unterstelle einfach mal, wenn das quasi für Universal nicht geklappt hat, dann wird das eigentlich auch so im Bereich GA4 ein bisschen schwieriger. Gerade so von den Berufsgruppen, die du jetzt gerade genannt hast, weil die werden einfach andere Dinge zu tun haben und sind einfach Experte auf einem anderen Gebiet. Da ist schon ein bisschen technisches Verständnis unserer Ansicht nach erforderlich, wenn man da auch einen entsprechenden Nutzen eben daraus ziehen will und wie gesagt, einfach so fernab der Seitenaufrufe etc. ein bisschen mehr in Erfahrung bringen möchte.

Markus Hövener: Ist wahrscheinlich so, dass die gleichen, die immer noch ein Google+ Logo unten drauf haben, dass die dann auch den Universal Analytics Code noch drin haben werden.

Andreas Engelhardt: Auf jeden Fall, ja, die könnte man auf jeden Fall anschreiben. Ja.

Markus Hövener: Okay. Ja, lass uns doch mal – ich habe noch so ein paar Detailfragen aufgeschrieben, zum Beispiel benutzerdefinierte Dimensionen und Metriken. Wird es das weiterhin geben?

Stefanie Entrup: Ja, also gibt es tatsächlich weiterhin. Gibt es auch jetzt schon. Kann man also auch anlegen. In den Detaileinstellungen gibt es da jetzt noch ein paar Unterschiede, die man beachten muss. Zum Beispiel ist der Scope in GA4 nicht mehr so relevant. Scope, also Umfang. Man hatte verschiedene Scopes in Universal Analytics; Nutzerscope, Sitzungsscope und Hit Scope, denen dann die bestimmten Interaktionen auf der Seite zugeordnet wurden. In GA4 ist das halt eben nicht mehr so relevant, weil alles über Events passiert, sodass man da in Teilen anders konfigurieren muss. Aber an sich gibt es die weiterhin.

Markus Hövener: Was ist mit diesen UTM-Parametern, die man ja gerne zum Campaign Tracking nutzt, gibt es das auch noch?

Stefanie Entrup: Ja, genau. Also es funktioniert weiterhin mit UTM-Parametern. Ich glaube, Andy hatte vorhin auch schon angesprochen, dass es jetzt tatsächlich sogar noch drei neue gibt. Das war sehr aufregend, weil sich bei den UTM-Parametern seit 20 Jahren nichts getan hatte. Aber ja, also funktioniert weiterhin wie zuvor. Was in GA4 ein bisschen cooler ist oder sogar sehr viel cooler, die Standard-Channelgruppierung ist jetzt sehr viel weiter gefasst. Es gibt sehr viel mehr Kanäle, die wir standardmäßig in unseren Berichten drin haben. Also vorher hatten wir vielleicht Organic Search, Page, Search Direct und Referrals als Beispiel. Und das GA4 versteht oder kategorisiert sehr viel verschiedene weitere Quelle- und Mediuminformationen ein, sodass wir jetzt auch sowas wie Paid Social einrichten können. Müssten wir halt nur einmal nachvollziehen bei der neuen Standard Channelgruppierung, wie die entsprechenden Definitionen sind. Also was muss ich bei meinem UTM-Medium-Parameter eintragen, um halt eben sicherzustellen, dass der Traffic dann in den entsprechenden Kanal einläuft?

Markus Hövener: Ich vermute natürlich auch, dass weil beides aus dem Hause Google kommt, dass Google Ads und GA4 prima miteinander zusammenarbeiten. Also wird sich da irgendwas ändern? Es gibt ja auch diesen GCLID-Parameter und dieses Auto Tagging. Ändert sich da irgendwas?

Stefanie Entrup: Nein, das ist tatsächlich – funktioniert weiter über das Auto Tagging, was wir in Ads einstellen. Also da wird weiterhin die ID mit übergeben und dann kann das auch korrekt einsortiert werden. Man kann auch weiterhin, wenn man die Konten miteinander verknüpft, Conversions importieren. Also bzw. in GA3 hieß es Zielvorhaben, in GA4 heißt es jetzt Conversions. Und auch Zielgruppen kann man weiterhin teilen, das heißt, das funktioniert super. Und es gibt sogar noch einen weiteren Parameter, den man jetzt – oder ein weiteres Auto Tagging, was man einstellen kann im Merchant Center für die Google Shopping Anzeigen bzw. für die kostenlosen Product Listings, die wir da abrufen. Das ist dann ähnlich wie die Google Click ID, funktioniert das, das heißt dann Result ID wird auch automatisiert rüber gespielt und verarbeitet und dann haben wir auch so was wie Organic Shopping als Kanal.

Markus Hövener: Wie ist es sonst so überhaupt –

Andreas Engelhardt: (Produktverknüpfung? 21:28) ist ein ganz gutes Stichwort für die Hörer von Search Camp, weil mittlerweile kann man tatsächlich auch die Google Search Console mit GA4 verknüpfen.

Markus Hövener: Ja. Ich wollte gerade fragen, ja.

Andreas Engelhardt: Ja, genau. Ja, du kennst das ja selbst. Man muss die Search Console ja im Prinzip immer für eine Domain bzw. Subdomain konfigurieren. Und da ist so ein bisschen natürlich die Hoffnung quasi gewesen, wenn dieses Feature so spät kommt, dass man da eventuell dann auch mehrere Verknüpfungen quasi tätigen kann, also mit mehreren Search Consoles das Ganze verknüpfen kann. Das ist leider noch nicht der Fall, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Markus Hövener: In dem Tempo, in dem Google an der Search Console arbeitet, glaube ich, werden wir das nicht mehr erleben dürfen. Ja –

Andreas Engelhardt: Wir hoffen.

Markus Hövener: Wir hoffen. Genau. Sonst noch Verbindungen mit anderen Tools? Also Search Console hatten wir jetzt. Aber kann ich da noch mehr Sachen dran pflantschen?

Andreas Engelhardt: Ja, ein mega cooles Feature ist eigentlich tatsächlich so dieses ganze Thema Big Query, also das Datenbank-Tool aus dem Hause Google, was ich jetzt auch noch eben mit dran pflantschen kann. Das ging bislang tatsächlich auch schon, allerdings eben nur für die 360 Version von Universal, dass man eben Daten aus einem Google Analytics in eine Datenbank exportieren kann. Das ist jetzt quasi ein Standard-Feature, dass man eben tatsächlich dann einen bestimmten Rhythmus, einen Export quasi vornehmen kann, also sein komplettes Analytics auch nochmal in einer Big Query Datenbank sichern kann, von da die Daten eben auch weiterverarbeiten kann, Ergänzungen machen kann, das eben ja ein bisschen weiter noch nutzen kann für Reports etc. Das ist auf jeden Fall ein ganz, ganz großer Schritt und ein ganz, ganz cooles Feature.

Markus Hövener: Ja, wir hatten ja am Anfang schon mal das Thema Datenschutz. Da gibt es ja immer so schöne Nachrichten, dass Analytics jetzt wieder verboten ist irgendwo, was dann ja immer isolierte Fälle sind. Aber egal. Du hattest schon gesagt, Cookieless wird irgendwann kommen. Also daraus höre ich natürlich erst mal, im Moment ist noch nicht Cookieless. Aber wie ist das insgesamt mit dem Thema Datenschutz? Datenschutzerklärung könnte ja ein Thema sein. Cookie Consent. Was gibt es da zu sagen?

Andreas Engelhardt: Ja, aktuell auf jeden Fall muss man eben den Cookie Consent natürlich berücksichtigen, darf also nicht ohne Einwilligung der Nutzer das Ganze tracken, weil eben tatsächlich aktuell eben auch noch Cookies gesetzt werden. Also da ändert sich eigentlich so von dem Setup her gar nichts. Ein bisschen arbeitet Google aktuell daran, wo diese Daten landen. Bislang ist es ja immer so gewesen, dass das Ganze wahrscheinlich irgendwo auf amerikanischen Servern gespeichert wird. Und genau, es gibt mittlerweile Meldungen, die einfach so ein bisschen hoffen lassen, dass sich das Ganze wirklich dann auf – ja, auch irgendwo auf europäischen Servern dann tatsächlich abspielt. Das lässt auf jeden Fall hoffen. Und das könnte auch einer der Gründe sein, warum dann eben irgendwann die Daten tatsächlich von den Universal Properties eben nicht mehr einsehbar sind bzw. dann irgendwo auch an einer Stelle einfach wahrscheinlich gelöscht werden. Das könnte eine Erklärung vielleicht dafür sein, dass die Daten dann irgendwann verschwinden werden.

Markus Hövener: Ja, wir hatten eben schon über Tools gesprochen. Wie sieht es denn mit dem Data Studio aus? Das nutzen wir ja auch ganz gerne in Kombination.

Andreas Engelhardt: Genau. Ja, das Data Studio ist ja eigentlich so ein bisschen nachgelagert an Google Analytics, dass man eben die Daten dann noch mal in schönerer Form auch visualisieren kann, für Reports verwenden kann. Und auch da hat sich eine ganze Menge tatsächlich getan. Gerade so Anfang des Jahres sind unglaublich viele Dimensionen und Metriken dann eben auch abrufbar geworden im Google Data Studio. Also auch da wird nachgezogen, dass man eben dieses Tool dann auch entsprechend, ja, benutzen kann. Man muss sich allerdings, ja, ein bisschen da wieder rein fuchsen, würde ich einfach mal sagen, weil man einfach nicht so wirklich wahnsinnig viel von seinen Reports eins zu eins übernehmen kann. Also man kann jetzt nicht hingehen und sagen, Okay, ich tausche mal eben die Datenquelle aus. Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Das wird nicht so wirklich funktionieren. Natürlich kann man gewisse Diagrammtypen etc. dann anpassen und sich die Reports wieder ungefähr so herstellen, wie man sie vielleicht dann haben will. Aber auch an der Stelle macht es einfach Sinn, so gerade Richtung Events gedacht, sich seine Reports vielleicht doch noch mal anzuschauen und so ein bisschen auch diese neue Methodik des Event Trackings dann auch in seinen Reports mit zu berücksichtigen.

Markus Hövener: Ja. Was haben wir noch? Ich gucke gerade nochmal meinen Spickzettel durch. Das Thema Attribution haben wir noch nicht gehabt. Nämlich – ist natürlich schon wichtig zu gucken, wie war denn so die Journey und welcher Touchpoint hatte jetzt welchen Anteil. Wie sieht es da in Google Analytics 4 aus?

Stefanie Entrup: Genau. Da dürfen wir uns tatsächlich auf Besserung freuen.

Markus Hövener: Wow!

Stefanie Entrup: Denn – also in Universal Analytics war es ja tatsächlich so, da war in allen Berichten die Last Non-Direct Click Attribution, das heißt, man hat immer nur beispielsweise Umsätze oder Conversions dem letzten Touchpoint zugesprochen, was ja nicht wirklich die tatsächliche Customer Journey abbildet und lediglich über die Multi-Channel Berichte hatte man die Möglichkeit, noch mal andere Vergleiche oder andere Attributionsmodelle zu visualisieren, aber halt eben nicht zu übertragen auf die anderen Berichtsdaten. Und mit GA4 wird es jetzt tatsächlich so sein, dass die Daten getriebene Attribution standardmäßig in den Berichten greift oder funktioniert. Und da wird dann eben Machine Learning angewandt, um halt eben so prozentuale Verteilungen zu machen, in denen Google, ja, evaluiert oder prognostiziert, welcher Kanal hatte denn ungefähr wie viel Anteil oder welcher Touchpoint hatte wie viel Anteil an einer Conversion oder an einer Transaktion, sodass GA4 tatsächlich die Realität irgendwo besser abbilden sollte, als die GA3 es konnte.

Markus Hövener: Ja, und vielleicht so, ja, schon mal abschließend fast die Frage, ja, vielleicht an alle da draußen ist, glaube ich, klar geworden, an Google Analytics 4 kommt man nicht vorbei. Wenn man da jetzt noch Wissensbedarf hat und das nicht an eine freundliche Agentur wie uns abgeben möchte, wo kann man sich da weiterbilden? Gibt es da von Google was? Oder gibt es noch andere gute Angebote?

Stefanie Entrup: Ja, also man findet da sicherlich was. Also Google hat auch solche – also erst mal natürlich die Google Analytics Hilfe. Da wird man eigentlich, sobald man das googelt, also “Google Analytics” bzw. “GA4 Hilfe” plus irgendein Stichwort, die haben da eigentlich alle Berichte gescreenshottet und Definitionen und Hintergrundinfos. Ist natürlich ein bisschen mühselig, sich das da zusammenklauben, aber ansonsten habe ich schon auch das Gefühl, dass aktuell sehr, sehr viel an Webinaren und so weiter also immer wieder mehr auf den Markt kommt. Gerade jetzt vor dem Hintergrund dieser Deadline wird es da viel geben und ich glaube, da muss man die Augen offenhalten, Googlen und dann findet man schon was.

Markus Hövener: Ja, und wir selbst werden ja interessanterweise auch noch ein Weiterbildungsangebot dazu anbieten bei oncampus.de. Also da – also es ist noch nicht live, aber es wird kommen und da bitte einfach die Augen offenhalten dann im vierten Quartal, wenn ich jetzt nicht vollkommen falsch liege, werden wir das anbieten können. Ja, vielleicht vorletzte Frage, weil jetzt ist man ja eigentlich an einem ganz interessanten Punkt, nämlich alles, was man bislang hatte mit Universal Analytics wird eigentlich in die Tonne getreten und man fängt mit einem neuen System an. Könnte man nicht eigentlich jetzt direkt wechseln? Also merkt ihr das am Markt, dass die Leute jetzt sagen, Okay, wenn, dann können wir es jetzt eben auch einmal mit einer anderen, Nicht-Google-Alternative neu machen?

Andreas Engelhardt: t einer Nicht-Google-Alternative? Ja, auch die Gedanken sind natürlich da bei Kunden. Ich muss aber sagen, dass sich eigentlich relativ viele tatsächlich zu einem GA4-Setup dann tatsächlich an der Stelle entscheiden. Beispielsweise gerade die Leute, die jetzt irgendwie noch einen Relaunch vorhaben, die sagen, Okay, ich möchte eh so viel an meiner Seite gerade neu machen, jetzt nutze ich diese Chance und führe dann eben tatsächlich auch ein neues Tracking-System mit ein. Und die Entscheidung liegt dann eben tatsächlich sehr, sehr häufig auch wirklich bei GA4. Wir glauben oder bedenken, dass es eben auch wirklich ein zukunftsträchtiges System ist. Gerade so auch diese Aspekte Richtung Cookieless Tracking etc., da wird auf jeden Fall Google eine zukunftssichere Lösung bieten. Wenn sich so diese ganzen Datenthemen dann auch irgendwann mal auflösen, hoffen wir, hat man da auf jeden Fall eine gute Lösung und kann damit sehr gut arbeiten.

Stefanie Entrup: Vielleicht auch dazu noch mal, was viele vielleicht in letzter Instanz dann doch von einem anderen Anbieter abschrecken lässt, zum einen ist es natürlich erst mal kostenfrei, das Tool. Das muss man erst mal dann auch bei einem anderen Anbieter finden in dem Umfang. Zum anderen bewegen wir uns ja aber, wie wir es vorhin schon mehrfach erwähnt hatten, im Google Kosmos. Wir haben die Verknüpfungen zu Google Ads und so weiter. Und gerade vielleicht größere Unternehmen, die halt auch viel werben mit Google Ads, es ist einfach so bequem, die Möglichkeit direkt das Analyse Tool mit andocken zu können und auch von den Zielgruppen, die wir sammeln und erstellen, profitieren zu können, dass es, glaube ich, schon eine Hürde ist, sich davon zu lösen.

Markus Hövener: Ja, dann die finale Frage an euch beide: Haben wir noch irgendwas vergessen? Fällt euch noch irgendwas ein, worüber wir noch kurz sprechen müssen? Was ihr den Leuten da draußen noch sagen wollt?

Andreas Engelhardt: Ja, ich glaube, wir haben eigentlich die ganzen Vorteile von GA4 und alles, was ihr so zur Umstellung wissen müsst, euch eigentlich mitgegeben. Wie gesagt, unsere Empfehlung ist einfach, dass ihr bis zum Juli diesen Jahres euch intensiv mit dem mit dem Switch auseinandersetzt, idealerweise den halt auch schon vornehmt, sodass ihr auf jeden Fall eine GA4 Property dann laufen habt, damit ihr dann in einem Jahr quasi auf jeden Fall irgendwo Daten habt, auf die ihr zurückgreifen könnt. Bis dahin seid ihr dann auch schon vertraut mit dem System, wisst, wie ihr damit analysieren könnt. Und das Ganze hat auf jeden Fall eine Dringlichkeit aus unserer Sicht. Insofern macht das Sinn, da eigentlich gleich morgen mit loszulegen bzw. vielleicht sogar einfach nur weiterzumachen. Ja, das Tracking auf sichere Füße zu stellen, gerne mit dem Gedanken, auch einen Google Tech Manager dann zu implementieren, falls das noch nicht geschehen ist. Und ja, die ganze Webanalyse dann einfach noch mal anzugehen, falls das bislang brach lag.

Stefanie Entrup: Ja, dem kann ich mich nur anschließen. Also vor Juli wäre schon super, wenn man auf dieses ganze Jahr an Daten kommt, bevor es tatsächlich Zeit wird, um zu switchen.

Markus Hövener: Okay. Ja, cool. Dann sage ich erstmal euch beiden vielen Dank und möchte natürlich noch darauf hinweisen, dass wir in diesem Jahr auch wieder eine – oder ne, nicht wieder, sondern wir werden eine Google – ne, eine Webanalyse-Sprechstunde anbieten. Mann, jetzt habe ich es endlich. Also wir bieten ja sowieso im Rahmen unserer Webinare mehrere Sprechstunden pro Jahr an, zweimal SEO, zweimal SEA und in diesem Jahr auch erstmalig eine Webanalyse-Sprechstunde. Ehrlich gesagt, ich weiß den Termin nicht. Ich kann’s nachgucken. Findet ihr auf jeden Fall immer unter Bloofusion.de/Veranstaltungen. Da findet ihr das ganze Line-up für dieses Jahr. Guckt da gerne mal rein. Wenn ihr Fragen habt, dann könnt ihr mit Steffi und Andi natürlich in dem Rahmen dann auch noch mal sprechen. Jo, das solls gewesen sein. Wie gesagt, euch beiden noch mal vielen Dank. Schön, dass ihr dabei wart. Wäre natürlich geiler gewesen, wenn wir wirklich an so einem runden Tisch gesessen hätten. So guckt jeder in seinen Monitor. Aber ja, irgendwann können wir auch das wieder.

Stefanie Entrup: Ja, vielen Dank für die Einladung.

Andreas Engelhardt: Vielen Dank. Hat Spaß gemacht!

Markus Hövener: Sehr gerne, genau. Nächstes Mal mit Keksen und so, aber gucken wir mal! Also euch da draußen, wie gesagt, bleibt gesund. Viel Spaß mit der Webanalyse. Viel Spaß bei der Umstellung. Und wenn ihr dabei Hilfe braucht, wisst ihr, wo wir sind. Bloofusion.de und da kriegt ihr das mit Sicherheit super hin, uns zu kontaktieren und wir helfen euch gerne dabei. In diesem Sinne Euch eine gute Zeit. Bis dann. Ciao.

Stefanie Entrup: Tschüss!

Andreas Engelhardt: Ciao, ciao.

The following two tabs change content below.

Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und SEO Advocate der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor, Podcaster und Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO.

Markus hat vier Kinder, spielt in seiner Freizeit gerne Klavier (vor allem Jazz) und genießt das Leben.

Kommentieren