YouTube-Remarketing-Listen in AdWords – jetzt auch für die Suche verfügbar

4. Mai 2017 | Von in SEA

Seit Mitte April ist es nun möglich, YouTube-Remarketing-Listen auch in Suchkampagnen (RLSA) zu nutzen. Somit können Nutzer, welche ein Video aus einem YouTube-Kanal bereits gesehen haben, in der Suche erneut bzw. verstärkt angesprochen werden. Bisher war dies nur in Display- und Videokampagnen möglich. Wie man eine YouTube-Remarketing-Liste erstellt und was unsere bisherigen Erfahrungen sind, erfahrt ihr hier.

Einrichtung

Die Einrichtung einer YouTube-Remarketing-Liste geht recht zügig und ist mit wenigen Klicks erledigt. Zunächst muss dafür das AdWords-Konto mit dem YouTube-Konto verknüpft werden. Die Liste kann dann wie gewohnt in der gemeinsam genutzten Bibliothek unter dem Menüpunkt „Zielgruppen“ angelegt werden. Beim Hinzufügen einer neuen Remarketing-Liste können YouTube-Nutzer direkt ausgewählt werden.

Danach kann man unter verschiedenen Listentypen auswählen. So stehen folgende zur Auswahl:

  • Hat eine Seite des Kanals besucht
  • Hat sich ein beliebiges Video (als Anzeige) im Kanal angesehen
  • Hat ein beliebiges Video eines Kanals positiv bewertet
  • Hat ein beliebiges Video eines Kanals kommentiert
  • Hat ein beliebiges Video eines Kanals geteilt
  • Hat einen Kanal abonniert
  • Hat ein Video eines Kanals einer Playlist hinzugefügt
  • Sah bestimmte Videos an
  • Sah bestimmte Videos als Anzeigen an

Wenn einer der letzten beiden Punkte ausgewählt wird, müssen danach noch die entsprechenden Videos festgelegt werden. Bei der Auswahl des Listentyps sollte dabei stets auf eine ausreichende Listengröße geachtet werden. Wenn es bisher kaum Bewertungen, Kommentare oder ähnliches gab, dann empfiehlt sich eine allgemeinere Auswahl wie das Anschauen eines beliebigen Videos. Je nach Umfang der Interaktionen auf YouTube und der Struktur des AdWords-Kontos kann es aber auch sinnvoll sein granularer vorzugehen.

Wie auch sonst beim Anlegen von Remarketing-Listen müssen nun noch die Gültigkeitsdauer, der Status, also ob neue Nutzer in die Liste aufgenommen werden, und der anfängliche Listenumfang festgelegt werden.

Ist die Remarketing-Liste erstellt, kann sie nun unter dem Tab „Zielgruppen“ wie gewohnt zu den Suchkampagnen auf Kampagnen- oder Anzeigengruppenebene hinzugefügt werden. Wie unten zu sehen, stehen für die Auswahl der Remarketing-Liste die „Listen mit Nutzern, die sich Videos ansehen“ zur Verfügung, aus denen dann die zuvor erstellte Liste ausgewählt werden kann.

Man kann zwischen zwei Ausrichtungsmöglichkeiten wählen. Möchte man die Anzeigen nur für Nutzer auf der Liste schalten, wählt man die Option „Ausrichtung und Gebot“. Wenn nur die Gebote für die Zielgruppe angepasst, aber die Anzeigen für alle geschaltet werden sollen, ist die Option „Nur Gebot“ die richtige Wahl.

Um zu entscheiden, wie die Gebote für die Zielgruppe angepasst werden sollen, heißt es erstmal abwarten. Nachdem genügend Performancedaten vorliegen, kann man dann die entsprechenden Gebotsanpassungen vornehmen. Ist eine automatische Gebotsstrategie wie z. B. die Ziel-CPA eingestellt, wird die Zugehörigkeit zu einer Liste automatisch in die Gebotsoptimierung mit einbezogen und die Gebote dementsprechend angepasst.

Und was bringt´s?

YouTube ist sehr gut dafür geeignet, potentielle Kunden im Early Funnel anzusprechen. Insbesondere bei erklärungsbedürftigen Produkten helfen How-to-Videos Kunden auf das eigene Produkt aufmerksam zu machen. Daher ist es natürlich sinnvoll, diese im weiteren Kaufentscheidungsprozess wieder anzusprechen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn sich dieser Prozess über einen langen Zeitraum zieht.

Unsere ersten Erfahrungen haben gezeigt, dass Nutzer, welche sich bereits ein Video des Werbetreibenden angesehen haben und somit auf der YouTube-Remarketing-Liste sind, eine mehr als doppelt so hohe Klickrate aufzeigen als die restlichen Nutzer. Hier wird deutlich, dass diese bereits mit der Marke vertraut sind und somit ein verstärktes Interesse daran zeigen.

Aufgrund des kurzen Zeitraums können wir leider noch keine aussagekräftigen Schlüsse zu den Conversionraten ziehen. Hier gilt es noch weitere Daten zu sammeln, um letztlich signifikante Daten zu erhalten.

Fazit

Der Vorteil von Remarketing-Listen auf Basis von YouTube-Views ist vor allem, dass Nutzer kanalübergreifend angesprochen werden können. Es bietet eine gute Möglichkeit, den Nutzer im Kaufprozess zu begleiten und ihn zu sich zu lenken. Dass es dieses Feature nun auch für die Suchkampagnen gibt, ist daher natürlich zu begrüßen. Die ersten positiven Ergebnisse zeigen, dass sich die Einrichtung lohnt, zumal sie fix erledigt ist. Und dann gilt natürlich, wie schon so oft gehört: Testen, testen, testen. 🙂

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Ricarda Overbeck

Ricarda Overbeck ist Senior Online-Marketing-Managerin (SEA) bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion und schreibt schwerpunktmäßig über die Neuigkeiten in Google Ads.

Wenn sie nicht gerade für Bloofusion die Kampagnen ihrer Kunden optimiert, steht sie mit der Mistgabel im Hühnerstall oder versucht die ganze Welt zu bereisen.

Ricarda ist auch auf Twitter vertreten:

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