Zielgruppenkampagnen und Remarketing: Jetzt auch bei Microsoft Advertising!

16. Juli 2021 | Von und in SEA

Seit Kurzem ist es möglich, bei Microsoft Advertising mithilfe des Microsoft Audience Networks Zielgruppenkampagnen zu schalten. Was steckt dahinter und welche Möglichkeiten ergeben sich daraus?

Rückblick

Wir erinnern uns: Seit Ende des letzten Jahres haben wir die Möglichkeit, Werbeanzeigen im Microsoft Audience Network (kurz: MSAN) zu platzieren. Dabei handelt es sich zunächst um sogenannte Zielgruppenanzeigen, die als Erweiterung in bestehenden Kampagnen genutzt werden können.

Die Ausspielung der Zielgruppenanzeigen im MSAN erfolgt auf Microsoft Outlook, Microsoft Edge, MSN und anderen Premium-Plattformen. Detailliertere Infos zum MSAN finden sich in diesem Beitrag und erste Einblicke in die Performance der Zielgruppenanzeigen gibt’s hier.

Zielgruppenkampagnen

Was sich bei Google Display-Kampagne und Google Displaynetzwerk (GDN) nennt, hat nun in ähnlicher Form auch Microsoft erreicht: Mit den Zielgruppenkampagnen im Microsoft Audience Network (MSAN) geht Microsoft jetzt einen Schritt weiter in Richtung personalisierte Werbung und native Anzeigen.

Doch wieso heißt dieses Werbeformat nun “Zielgruppenkampagne”? Ganz einfach: Diese Form der Werbung basiert auf Zielgruppenmarketing. Die Anzeigen können auf einzelne Personen zugeschnitten sein. Dies unterscheidet sich vom Suchmaschinenmarketing, bei dem die Anzeigenschaltung schließlich auf dem Hinterlegen ausgewählter Keywords basiert.

Ausrichtung

Werbetreibende haben nun die Möglichkeit, mit den Zielgruppenkampagnen anhand verschiedener Targeting-Optionen Nutzerinnen und Nutzer gezielter und persönlicher anzusprechen.

Folgende Zielkriterien können z.B. miteinander kombiniert und/ oder innerhalb der Kampagne darauf ausgerichtet werden:

  • Standort,
  • Alter,
  • Gerät,
  • Geschlecht,
  • Unternehmen, Branche, Stellenfunktion und/ oder
  • Zielgruppen.

Die Ausrichtung auf das Unternehmen, die Branche und die Stellenfunktion basiert auf den Daten, die die Nutzerinnen und Nutzer in ihren LinkedIn-Profilen angegeben haben. Die Zielgruppen bedienen sich selbst erstellter Remarketing-Listen oder der Zielgruppen, die Microsoft vorgibt (z.B. Zielgruppen im Markt).

Anzeigenformate

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, seine Anzeigen im Zielgruppen-Netzwerk MSAN als bild-basiertes oder als feed-basiertes Format zu platzieren.

Bild-basierte Anzeigen

Bei den bild-basierten Anzeigen eignen sich vor allem Bilder, die keinen bis wenig Text enthalten, da hier der Text manuell eingefügt werden muss und am Ende über dem Bild liegt.

Beispiel einer bildbasierten Anzeige

Vorteilhaft ist auch, dass Bildmaterial, das bereits im Google Displaynetzwerk oder im Facebook Audience Network verwendet wird, für bild-basierte Anzeigen genutzt werden kann. Es ist nämlich jetzt auch möglich, ganze Kampagnen von Facebook in Microsoft Advertising zu importieren. Trotzdem gibt es beim Import ein paar Dinge zu beachten, da nicht alle Funktionen oder Einstellungen direkt übernommen werden.

Feed-basierte Anzeigen

Hingegen können bei den feed-basierten Anzeigen dynamische Remarketing-Listen genutzt werden. Nutzerinnen und Nutzern werden dann Produkte angezeigt, mit denen sie bereits interagiert haben und sie werden erneut angesprochen. Dafür werden Bild- oder Textanzeigen entsprechend ausgespielt und beispielsweise die Produkte beworben, die die Besucher angesehen, aber (noch) nicht gekauft haben.

Beispiel einer feed-basierten Anzeige

Neue Formen des Remarketings

Bisher war es bei Microsoft Advertising nur möglich, Remarketing-Listen in Suchkampagnen zu hinterlegen und die Anzeigen darauf auszurichten. Seit Neuestem gibt es jedoch auch die Option Bildanzeigen anhand von dynamischem und Standard-Remarketing zu verwenden.

Dynamisches Remarketing

Auch dynamisches Remarketing ist bei Microsoft ab sofort möglich. Dabei werden den Nutzerinnen und Nutzer genau die Produkte angezeigt, die sie zuvor betrachtet haben. Die dynamischen Remarketing-Listen (Zielgruppen) können dabei laut Microsoft Advertising sowohl in Suchkampagnen als auch in Zielgruppenkampagnen verwendet werden. Zur Auswahl stehen den Werbetreibenden fünf Typen von dynamischen Remarketing-Listen. Dazu gehören „allgemeine Besucher“, „Personen, die ein Produkt gesucht haben“, „Personen, die ein Produkt angesehen haben“, „Personen, die den Einkaufswagen verlassen haben“ und „bisherige Käufer“.

Standard-Remarketing für Display

Anders als bei Google Ads gibt es bei Microsoft Advertising keine klassische, statische Bannerwerbung. Hier ist es „nur“ möglich, responsive Anzeigen zu erstellen, bei denen neben dem Bildmaterial auch Überschriften und Beschreibungen hinzugefügt werden müssen.

Beispiel einer Standard-Remarketing Anzeige

Was gibt es zu beachten?

Ein paar Dinge sollten bedacht werden, wenn man die Zielgruppenkampagnen und das Remarketing nutzen möchte. Im Folgenden daher einige Punkte, die Werbetreibende im Blick haben sollten.

Import

Um Zielgruppenkampagnen verwenden zu können, müssen sie zunächst erstellt oder aus Facebook oder Google Ads importiert werden. Auch Remarketing-Listen können ganz einfach über den Google Import in Microsoft Advertising übernommen werden. Die Voraussetzung dafür ist lediglich, dass die Zielgruppen kompatibel sind. Eine Überprüfung des Imports sollte im Nachgang in jedem Fall erfolgen.

Passende Zielgruppe

Auch bei Microsoft Advertising können Remarketing-Listen erstellt werden. Das Anlegen erfolgt ähnlich wie bei Google Ads und Werbetreibende haben die Möglichkeit, mit (dynamischen) Remarketing-Listen und benutzerdefinierten Kombinationslisten die passende Zielgruppe auszuwählen.

Auswahlmöglichkeiten bei Zielgruppen

Anders als bei Google muss die Zielgruppe, um verwendet werden zu können, nur 300 Personen im Suchnetzwerk und im Microsoft Audience Network umfassen.

Datenschutzerklärung anpassen

Neben der Einrichtung der Remarketing-Kampagnen ist auch eine Anpassung der Datenschutzerklärung notwendig. Diese sollte immer in Absprache mit einem Datenschutzbeauftragten erfolgen und u.a. beinhalten, dass auf der eigenen Website mithilfe des UET-Tags Nutzerinnen und Nutzer individuell nachverfolgt werden und deren Daten zu Werbe- und Marketingzwecken an Dritte weitergegeben werden können.

Ist das UET-Tag ausreichend?

Jein. Für Standard-Remarketing mit statischen Bildanzeigen und Remarketing bei bezahlter Suche reicht das UET-Tag. Für dynamisches Remarketing müssen neben dem UET-Tag noch zwei neue Parameter zu hinzugefügt werden.

Fazit

Mit bild- oder feed-basierten Anzeigen können Nutzerinnen und Nutzer jetzt auch bei Microsoft Advertising personenbezogen angesprochen werden. Für Werbetreibende, die schon bei Google Ads Remarketing-Kampagnen schalten, kann diese neue Funktion mittels Import unkompliziert für das MSAN übernommen werden. Es sollte daher aus unserer Sicht unbedingt getestet werden, auch wenn Microsofts Zielgruppenkampagnen noch ganz am Anfang stehen. Sobald uns erste Ergebnisse hierzu vorliegen, werden wir darüber berichten.

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Anna Baginski

Anna Baginski ist Online-Marketing-Managerin bei der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Im Bloofusion-Blog berichtet sie über Google Ads und andere SEA-Themen.

Sie treibt gerne Sport und ist nach der Arbeit meist auf dem Rennrad oder im Schwimmbad anzutreffen. Ein gutes Buch oder leckeres Essen machen Sie auch glücklich.

Anna ist in den folgenden sozialen Netzwerken vertreten:

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