Auf wie viele Keywords sollte man eine Seite optimieren? [SEO FAQ #9]

20. Juni 2018 | Von in SEO

Viele Website-Betreiber optimieren Seiten, indem sie diese auf bestimmte Suchbegriffe hin ausrichten. Aber wie viele Keywords „verträgt“ eine Seite? Nimmt man nur einen einzelnen Suchbegriff? Oder gleich ein ganzes Dutzend?

 

Zunächst: Optimierung vs. Matching

Grundsätzlich muss man erstmal unterscheiden: Eine Seite optimiert man auf eine bestimmte Anzahl an Suchbegriffen – ranken kann diese aber später für viel, viel mehr Suchbegriffe. Denn Google ist in den letzten Jahren immer besser darin geworden, ähnliche Suchbegriffe zu erkennen und dann dieselben Suchergebnisse auszuliefern. Also: Wer nach „geburtstagssprüche“, „sprüche zum geburtstag“ oder „geburtstag spruch“ sucht, meint dasselbe und sollte deswegen auch so ziemlich dieselben Suchergebnisse erhalten.

Am Beispiel der Website Chefkoch.de sieht man, dass recht viele Seiten für hunderte Suchbegriffe in den Top 10 oder Top 100 zu finden sind:

Nun könnte man hier noch die einzelnen Suchbegriffe abrufen und würde erkennen, dass es um viele Varianten geht, die durch Wortstellung („a b“ oder „b a“), Zusammenschreibung („ab“ oder „a b“), Singular/Plural, Synonyme und andere Feinheiten der deutschen Sprache entstehen.

Die SISTRIX-Auswertung zeigt dabei nur einen kleinen Ausschnitt der Realität: Da das Tool nur einen kleinen Teil der Suchbegriffe beobachtet, sind es in Wirklichkeit deutlich mehr.

Optimieren würde man eine einzelne Seite aber niemals auf so viele Suchbegriffe. Also: Optimiert wird eine Seite auf nur wenige Suchbegriffe, den Rest (das „Matching“) macht dann Google.

 

Verstanden, aber wie viele Suchbegriffe sind es denn nun?

Bei der Optimierung einer Seite muss man beachten, dass es bei einigen Elementen einer HTML-Seite Grenzen gibt. So passen z. B. in den Seitentitel maximal 50–60 Zeichen. Da der Seitentitel nach wie vor ein relativ hohes Gewicht hat, würde man bei der Optimierung einer Seite darauf achten, dass die Suchbegriffe darin vorkommen. 50–60 Zeichen bieten aber insgesamt nicht sehr viel Platz.

In der Praxis wird man daher eher auf wenige Suchbegriffe abzielen – vielleicht zwei, maximal drei. Insgesamt sollte in jedem Fall darauf geachtet werden, dass die Suchbegriffe zu einer inhaltlich kohärenten („monothematischen“) Seite führen. Man würde also nicht zwei Suchbegriffe wie „ferienhaus cuxhaven“ und „reitunterricht cuxhaven“ über eine Seite abdecken, weil diese beiden Themen doch zu weit voneinander entfernt liegen.

 

Was ist auch noch wichtig?

Da Google beim Matching sehr gut ist, ist es nur wenig sinnvoll, die unterschiedlichen Synonyme in eine Seite einzubauen. Ein Seitentitel wie „Einrichtung für Gaststätten/Pinten/Kneipe/Wirtshaus/Schenke“ ist also eher ein No-Go – auch, weil Google Auflistungen von Suchbegriffen negativ bewerten und verwerfen könnte.

Es ist deutlich wichtiger, den Text hochwertig zu gestalten und dort Suchbegriffe unterzubringen, die ins thematische Konzept passen. Also: Wer eine Seite zu „reitunterricht cuxhaven“ aufbaut, kann dort auch Wörter wie „reiturlaub“ oder „reiterhof“ einbauen.

 

Sind Keyword-Datenbanken dann sinnlos?

Wenn Google ohnehin alles „matchen“ kann, könnte man ja auch auf die Idee kommen, dass eine klassische Keyword-Analyse nicht mehr wichtig ist. Das stimmt so aber – zumindest derzeit – noch nicht.

Denn: Google kann zwar Suchbegriffe matchen, aber dafür gibt es niemals eine Garantie. Das System ist nämlich nicht perfekt. Es gibt keine allgemeine Datenbank, in der z. B. alle Synonyme eingetragen sind. In Einzelfällen kann das System daher immer versagen.

Auch ist es so, dass eine Seite nicht unbedingt sofort für alle Varianten rankt. Oft erscheint es so, dass eine Seite zuerst für Suchbegriff A gute Rankings zeigt (der Suchbegriff, auf den man die Seite „klassisch optimiert“ hat). Die Rankings für ähnliche Suchbegriffe folgen dann mit der Zeit. Ein Deutungsmuster: Man qualifiziert sich nach und nach für ähnliche Suchbegriffe. Ohne den „Zündfunken“ – das Ranking für A – gäbe es diese nachgelagerten Rankings aber niemals.

Wer sich für Suchbegriffe entscheidet, sollte daher – wie schon seit fast zwanzig Jahren ­– die Entscheidung auf Suchvolumina basieren, die z. B. der Keyword Planner von Google liefert. Sicherlich sind diese Daten nicht perfekt, aber häufig dann doch eine halbwegs verlässliche Basis für eine Entscheidung: Schraubenzieher oder Schraubendreher? Reiturlaub oder Reiterurlaub? All das kann man mit Keyword-Datenbanken schnell klären, um dann in der Regel auf die häufigste Variante abzuzielen.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor, Podcaster, Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und verantwortlich für das suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und genießt das Leben.

Ein Kommentar zu “Auf wie viele Keywords sollte man eine Seite optimieren? [SEO FAQ #9]”

  1. Harald Adam

    Eine sehr gute und hilfreiche Seite, für alle die mehr über Suchbegriffe im Netz erfahren möchten. Sehr lesenswert.
    Freundliche Grüße aus Oberhausen sendet
    Harald Adam

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