Brauche ich unbedingt eine XML-Sitemap? [SEO FAQ #11]

17. Juli 2018 | Von in SEO

Eine XML-Sitemap ist eine Auflistung der wichtigen Seiten einer Website. Wer ein Content-Management- oder Shop-System nutzt, bekommt die XML-Sitemap(s) meistens von diesem System automatisch generiert. Aber braucht man die wirklich? Und braucht Google sie?

 

Wobei kann eine XML-Sitemap helfen?

Eine XML-Sitemap kann unter verschiedenen Aspekten hilfreich sein:

  1. Eine XML-Sitemap kann beim Crawling und der folgenden Indexierung helfen. Also: Google findet eine URL in der XML-Sitemap, die so noch nicht im Index vorhanden ist. Dann kann es passieren, dass Google seinen Crawler losschickt, um die Seite abzuholen. Falls dabei alles funktioniert, kann diese in der Folge auch im Index landen. Allerdings benötigt Google dafür in der Regel keine XML-Sitemap. Die internen Verlinkungen reichen in der Regel – vor allem bei kleineren Websites – vollkommen aus.
  2. Die Nennung einer bestimmten URL in der XML-Sitemap kann als ein Signal verstanden werden. Wenn Google also z. B. die beiden URLs http://www.website.de/abc und https://www.website.de/abc kennt, sind das Dubletten – und Google muss sich für eine Variante entscheiden. Wenn dann in der XML-Sitemap die Variante https://www.website.de/abc aufgeführt wird, kann das Google in der Entscheidung für diese Variante unterstützen. Allerdings haben die meisten Websites Canonical Tags, Weiterleitungen oder andere Methoden, um solcher Dubletten Herr zu werden.
  3. Eine XML-Sitemap kann nicht nur die URLs enthalten, sondern auch weitergehende Informationen, z. B. die für die Internationalisierung so wichtigen hreflang-Tags. Das ist allerdings nur eine „Notlösung“. Deutlich besser ist es, diese Tags in die Seiten selbst einzubauen. Folglich muss man nur auf die XML-Sitemap-Lösung zurückgreifen, wenn man es auf technischem Wege nicht schafft, die Informationen in die Seiten zu integrieren.

 

Ist das alles?

In der Regel benötigt man aus den genannten Gründen also eher keine XML-Sitemap. Und dennoch gehört die Existenz von XML-Sitemaps zu den „Best Practices“, da sie durchaus bei der Diagnose von Website-Problemen helfen können.

Wer die Google Search Console nutzt, kann dort seine XML-Sitemap(s) hinterlegen und erhält dann wertvolle Informationen. So kann man dann abrufen, wie viele Seiten aus der XML-Sitemap sich im Index befinden. Und man kann auch sehen, wie viele – und bis zu einem gewissen Grad auch welche – Seiten es nicht in den Index geschafft haben. Das kann bei der Diagnose von Website-Problemen helfen. Gibt es technische Probleme? Sind die Inhalte vielleicht zu dünn, sodass sich Google nach dem Herunterladen der Seiten gegen eine Indexierung entscheidet?

 

Was ist noch zu beachten?

Zu den „Best Practices“ gehören vor allem die folgenden Anforderungen:

  1. Es gelten natürlich vor allem die allgemeinen Regeln für XML-Sitemaps. So sollten sie nicht mehr als 50 000 URLs beinhalten. Auch die Kodierung (XML, Umwandlung von besonderen Zeichen wie „&“ in „&“ …) sollte stimmen, um keine Probleme zu erzeugen.
  2. Idealerweise gibt es für unterschiedliche Seitentypen (Blog-Seiten, Rubrikenseiten, Produktdetailseiten …) und Segmente (Sprachen/Länder/…) jeweils eine eigene XML-Sitemap. Das hilft später bei der Auswertung, da man dann die Indexierungsrate jeweils separat prüfen kann. Wenn es also Probleme mit bestimmten Länder-Versionen oder einem bestimmten Seitentyp gibt, kann man das dann leichter erkennen.
  3. Die in der Sitemap genannten URLs sollten nicht für Suchmaschinen gesperrt sein (robots.txt oder Robots-Meta-Tag „noindex“). Die URL sollte dem Canonical Tag der jeweiligen Seite entsprechen. Und selbstverständlich sollten alle URLs auch abrufbar sein – also einen HTTP-Code 200 zurückliefern.

 

Aber …

Man kann’s trotzdem nicht oft genug sagen: Die meisten Websites brauchen nicht zwingend eine XML-Sitemap. In Bezug auf die Rankings haben diese in der Regel überhaupt keine positive oder negative Auswirkung. Bei der Diagnose eventueller Probleme sind sie aber unverzichtbar.

The following two tabs change content below.

Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

Kommentieren