Das Problem mit dem Mobile-first Indexing: Wertet Google nun versteckte Texte oder nicht?

8. November 2016 | Von in SEO

Google hat schon vor einiger Zeit bekannt gegeben, dass Texte, die z. B. in Tabs “versteckt” sind, abgewertet werden und daher nicht wirklich auf das Ranking einzahlen. Viele Web-Designer fanden das nicht so toll, denn das “Verstecken” von Text hat ja auch durchaus Gründe und kann auch positiv für den Nutzer sein. Nun scheint es so zu sein, dass Google diese Entscheidung etwas revidieren muss.

Was ist passiert? Google hat in der letzten Woche einen Blog-Beitrag veröffentlicht und damit öffentlich bestätigt, was schon seit einigen Wochen durch die SEO-Szene geistert: Bald kommt das “Mobile-first Indexing“. Heißt: Der Google-Index basiert primär auf der Sicht mobiler Endgeräte.

Für die meisten Website-Betreiber, die auf Responsive Webdesign setzen, ist das relativ egal, denn sie spielen für mobile Endgeräte und für Desktop-Nutzer dieselben Inhalte aus. Es ist also dann nicht wichtig, ob Google aus Desktop- oder Mobile-Sicht schaut, da dasselbe ausgeliefert wird. Google schreibt in dem Blog-Post:

If you have a responsive site or a dynamic serving site where the primary content and markup is equivalent across mobile and desktop, you shouldn’t have to change anything.

Aber: Für mobile Endgeräte werden oft bestimmte Design-Features genutzt, sodass man z. B. sehr lange Texte einklappt oder Tabs nutzt, um Übersichtlichkeit herzustellen. Und dann stellt sich natürlich die Frage, wie das mit der Sichtbarkeit dieser Texte ist.

Denn in den Google-Richtlinien steht ja:

Stellen Sie sicher, dass die wichtigsten Inhalte Ihrer Website standardmäßig sichtbar sind. Google ist in der Lage, HTML-Inhalte zu crawlen, die sich hinter Navigationselementen wie Tabs oder maximierbaren Bereichen verbergen. Wir stufen diese Inhalte jedoch als weniger zugänglich für Nutzer ein und sind der Ansicht, dass die wichtigsten Informationen in der Standard-Seitenansicht sichtbar sein sollten.

Was passiert also, wenn man in der Desktop-Ansicht den vollen Text zeigt und diesen aus Nutzer-Gründen in der mobilen Darstellung einklappt? Zählt der Text dann oder nicht?

Gary Illyes wurde hierzu auf Twitter eine Frage gestellt, die er wie folgt beantwortet hat:

Was ich da lese, steht erstmal in Widerspruch zu den Google-Richtlinien. Oder: Google sollte seine Richtlinien vielleicht hier etwas ausführlicher gestalten, denn es gibt durchaus Unternehmen, die “Angst” haben, Texte auszublenden, wenn das nachteilig in Bezug auf SEO sein könnte.

Vielleicht hat Google hier aber auch noch keine klare Linie gefunden. Im Blog-Post schreibt Google auch:

We’ll continue to carefully experiment over the coming months on a small scale and we’ll ramp up this change when we’re confident that we have a great user experience.

Klingt für mich danach, als wenn Google noch keinen absolut klaren Plan in der Tasche hat. Ich kann nur hoffen, dass Google hier für Klarstellung sorgt, denn das ist für viele Website-Betreiber schon ein wichtiger Punkt.

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Markus Hövener

Markus Hövener ist Gründer und Head of SEO der auf SEO und SEA spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Als geschäftsführender Gesellschafter von Bloofusion Germany ist er verantwortlich für alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Markus Hövener ist Buchautor (International SEO), Autor vieler Artikel und Studien rund um SEO und SEA und Chefredakteur des Magazins suchradar.

In seiner Freizeit hat Markus vier Kinder, spielt gerne Klavier (vor allem Jazz) und hört auf langen Autofahrten „Die Drei Fragezeichen“.

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